Amerikaner (Ammonplätzchen ) klauen


Möchte hier etwas berichten, wie ich schon als gstandener Familienvater öffentlich blamiert worden bin - das kam so:
Als Handwerker arbeiteten wir in einem Stadtteil das man
Neureich City nannte- die Häuslebauer wollten sich gegenseitig
übertrumpfen in Schönheit - Organisation und und......
Es wae noch tiefste DDR Zeit. an arbeitete noch Sonnabends!
Die Truppe hatte den Wunsch warmen "Speckkuchen" zum Frühstück
mit einer Pulle Bier zu genießen!
Nun kannte ich den Bäckerladen und den Meister noch aus Kindertagen.
Zum besseren Verständnis der Meister war ein Könner seines Fachs
aber auch ein Schalk der Sonderklasse!
Nun ich ich hatte den Auftrag "Speckkuchen" zu besorgen,
nichts leichter als das, dachte ich!
Der Lden warvoller als voll ,es war ja Wochenende!
Die etwas in die Jahre gekommene rundliche Chefin steht hinter
dem Ladentisch sieht mich guckt und guckt , zeigt mit ihrem
Finger auf mich holt Luft und sagt klar und deutlich, so das alle die noblen und weniger noblen Dämchen und Damen:
Der (ich) hat bei uns schon öfter Amis vom Blech geklaut!
Peinlich - peinlich es stimmte ja!
Warum hat so ein Laden nie eine Versenkung wo man verschwinden kann?
Nun kam auch der Meister selber er stutzte grinste - sagte nur
lachend komm mit nach hinten!
So langsam kam auch meine Erinnerung zurück, sie ging in die Kriegsjahre zurück.
Wir wohnten damals in einem Arbeiterviertel der Bäcker war dort
der"Bäckerladen"
Das Häusergeviert - Karree hatte beim Bäcker einen Durchgang
zu einer anderen Strasse man musste immer an der Backstube
vorbei.
Da lagen die Backbleche in Regalen und genau in Griffhöhe!
Ach wie war das leicht das mausen!
Dort trafen wir uns um zu spielen -zu schlawwern aber auch falls
Fliegeralarm kam , schnell wiede zu hause zu sein!
Beim Hasche spielen nutzten wir den Durchgang aber auch
Plätzchenangebot- es war doch soo schön das mausen!
Nun erklärte mir der Meister das wahre!
Er hatte ein französischen Krigsgefangen , auch ein Bäcker
irgendwie haben die beide sich gesucht und gefunden.
immer wennsie merkten das wir wieder mal in Gange waren
legeten sie ein Blech mit der Plätzchen zum Abkühlen in unsere
Griffhöhe -- sie selber sassen im Hintergrund und Freuten sich wie Bolle wenn wir es geschafft hatten welche zu mausen!
Konnte wir das wissen?
Wenig später wurde das ganze Viertel Kapput gebombt - 150m weiter wurde das Zyklon B hergestellt das wurde nie zerbombt!
Der Bäckermeister eröffnete in einem anderen Stadtviertel einen
neuen Laden und berühmt wegen des Speckkuchen!
Der Meister erzählte das lachend packte den ganzen Kuchen eines
Bleches wohl verpakt in meinen Rucksack lachte immer noch
und sagte den schenke ich Dir - wegen der Angst von Damals!
im Laden tuschelten sie immer noch -noch mehr als sie sahen
wie die Altchefin mich in den Arm nahm und ´mich drückte!
Mal ehrlich ich war den Tränen doch sehr nah!

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Kommentare (3)

rosenstolz Wir hatten auch einen Bäckerladen nebenan und als Kinder sind wir immer Kuchenränder schnorren gegangen. Die haben sooo gutgeschmeckt![font=comic sans ms][/font]
Danke, mulde, für die wunderbar, seltene, schöne Geschichte! Toll, sich in die damalige,s schwere, aber auch manchmal "süße" Zeit zu erinnern!

Ich selbe denke da auch an die alte Bäckerei, in der mein älterer Bruder Lehrling wurde. Das war aber schon um 1950 herum.
Er verlor in ganz kurzer Zeit alle Zähne, da all das süße Zeug, das man damals bedenkenlos genoss, ihm die Zähne ruinierte: Marmeladen, Honig, Mandelzeugs...
uki Kurz und knapp:
Eine schöne Geschichte.
Ja, die alten Erinnerungen, die haben was.

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