So ein Kuddel Muddel


So ein Kuddel-Muddel
An meinem letzten runden Geburtstag waren meine Kinder, meine Enkelkinder und ein Neffe aus Schweden bei mir. Es war insgesamt ein lustiger Geburtstag. Alle waren fröhlich und immer wieder fiel jemand eine lustige Geschichte ein.
Meine Kinder waren manchmal nicht begeistert, wenn ich von ihren Streichen erzählte, aber sie nahmen es dann doch mit Humor auf.
Viel zu schnell ging der Geburtstag vorüber und obwohl alle noch einen Tag länger blieben, fiel mir der Abschied anschließend schwer.
Nachdem meine Gäste fort waren, hatte ich alle Hände voll zu tun. Ich musste Betten abziehen, alles waschen und aufräumen. Da ich keine Spülmaschine habe, war auch viel Geschirr zum Spülen in der Küche. Langsam kämpfte ich mich durch das Chaos. Zwischendurch setzte ich mich immer wieder hin und ruhte mich etwas aus.
Als ich das erste Mal wieder in die Küche kam, war mein Spültuch verschwunden. Komisch, ich hatte es doch neben der Spüle liegen lassen? Na ja, ich nahm mir ein frisches, wusch so viel Geschirr ab wie auf die Ablage passte und da ich immer mit sehr heißem Wasser spüle, musste ich es nur zum Trocknen stehen lassen und konnte wieder ins Wohnzimmer gehen. Es kam ein schöner und unterhaltsamer Film, den sah ich mir nun ansehen wollte. Ach, das Geschirr, es macht sich nicht allein fertig. Schweren Herzens ging ich mitten im Film wieder in die Küche. Verflixt, was war denn nun schon wieder? Ein Teil des von mir schon zum Trocknen hingestellten Geschirrs lag im Spülwasser. Wer wollte mich denn ärgern? Mein Lebensgefährte war nicht im Haus, die Gäste waren alle fort – ich konnte es mir nicht vorstellen. Also nahm ich ein Handtuch, stellte das Geschirr wieder auf die Ablage, trocknete es dann ab und räumte alles auch gleich in den Schrank. So, nur noch die Bestecke. Bevor damit noch ein Unsinn passierte, spülte und trocknete ich sie auch gleich ab, räumte sie sofort in die Schublade. Wo war denn jetzt schon wieder mein Geschirr-Handtuch? Puh, was war nur los? Ich blickte mich um und ging ins Bad. Da hing das Geschirr-Handtuch am Fenster und flatterte im Wind. Ich habe es hundertprozentig nicht dorthin getan! Irgendwie machte mich das alles sehr nervös. Ich schloss die Küchentür und ging wieder ins Wohnzimmer. Wieso war denn der Fernseher aus? Hm, vielleicht war ich zu lange weg, dann schaltet er immer allein ab. Ich machte ihn wieder an, aber auch mein Programm war verstellt. Hier war wohl Zauberei im Spiel.
Jetzt war ich es leid und außerdem sehr müde. Vorhin hatte ich die Therme angestellt und wollte mich jetzt gemütlich duschen, bevor ich schlafen ging. Das Wasser war kalt, die Therme aus. Nein, jetzt langt es mir. Ich holte mir im Wohnzimmer das Telefon und ging, ohne geduscht zu haben ins Bett. Schnell wählte ich die Nummer von meinem Lebensgefährten und erzählte was hier los war. Er lachte und meinte, ich sei wohl etwas schusselig durch die Aufregung der letzten Tage. Er nahm mich nicht ernst. Egal, ich war müde, sagte ihm gute Nacht und legte mich hin.
Mitten in der Nacht fing ich an zu frieren. Wieso war denn meine Bettdecke nicht mehr im Bett? Sie lag daneben und kleine Kuhlen waren zu sehen. Haben wir Mäuse, die es sich darauf gemütlich gemacht hatten? Ich legte mich an die Kante, sah auf die Decke und lies sie nicht aus den Augen. Auf einmal hörte ich leises Wispern. Ha, ich war doch nicht schusselig! Unter dem Bett und unter der Decke schälten sich drei kleine Kerle heraus. „Stopp“ hiergeblieben, "rief ich mit böser Stimme. Die drei erschraken und kuschelten sich aneinander. „Hm“, der eine mit den roten Haaren fing an zu reden. „Sei nicht böse, aber wir hatten so viel Spaß dabei dich zu necken und wir waren doch auch noch nie zusammen an einem Ort. Ich bin ein TomteWichtel, Herz, Freigestellt, Liebe und komme aus Schweden. Der Kleine mit den blonden Haaren ist ein Nisse Zwerg, Wichtel, Lustig, Niedlichaus Dänemark – er hatte sich im Urlaub in eurem Gepäck versteckt und fand es bis zu unserem Zusammentreffen eigentlich langweilig, ihm fiel allein nichts ein was er anstellen konnte. Der mit den braunen Haaren ist ein Elfje Wichtel, Figur, Niedlich, Spaß, Lustigaus den Niederlanden. Wir hatten uns, ohne Absprache in den Koffern deiner Gäste versteckt. So sind wir bei dir gelandet und haben uns gefreut Nisse hier zu finden. Als dein Besuch abreiste, waren wir nicht schnell genug und konnten somit nicht in ihre Koffer. Deshalb dachten wir, wir machen bei dir ein bisschen Unfug.“ Der Elfje meinte dann: „Wir wissen auch nicht, wie wir wieder nach Hause kommen. Dürfen wir nicht bei dir bleiben?“ Und der Nisse fügte hinzu: „Wir werden dir auch nicht mehr so viel Streiche spielen, versprochen!“
Nun musste ich lachen. „Ist in Ordnung. Solange ihr nichts Schlimmeres anstellt, kann ich es ertragen. Aber übertreibt nicht! Sonst stecke ich euch in Schuhkartons und schicke euch mit der Post in eure Heimat!“ Daraufhin nahm ich sie mit in mein Zimmer im oberen Stockwerk und richtete ihnen neben dem Puppenbett ein eigenes Schlaflager. Sofort kuschelten sie sich wieder zusammen und schliefen ein. Und ich konnte endlich auch schlafen gehen.
Drei Tage später kam mein Lebensgefährte wieder nach Hause. Ihm erzählte ich nichts von den drei kleinen Schelmen und sagte ihnen das auch. Sie kicherten und wussten, dass sie ihm nun auch kleine Streiche spielen durften. Ganz leise gingen sie in der Nacht in sein Zimmer und nahmen seine zusammengelegten Strümpfe, knoteten sie aneinander und hängten sie über die Stuhllehne.
Am Morgen fragte er mich, wieso ich seine Strümpfe zusammengebunden hätte? „Ich war nicht in deinem Zimmer, habe die ganze Nacht durchgeschlafen“, antwortete ich ihm. Er schüttelte nur den Kopf und murmelte etwas von „Kindisch“ in seinen Bart. Na warte, dachte ich, du wirst noch einiges erleben. Nachmittags hatte ich eine Verabredung und ging aus dem Haus. Als ich wieder heim kam meinte er: „Es spuckt tatsächlich bei uns! Meine Schuhe waren unter dem Bett statt im Windfang, mein Telefon lag in meinem Bett und mein Handy fand ich im Bad. Was ist denn nur los?“ Ich machte ein ernstes Gesicht und sagte: „Wer weiß, du bist wohl nervös von deiner langen Reise und weißt selbst nicht, wo du deine Sachen abgelegt hast.“ „Blödsinn!“ Kopfschüttelnd ging er aus dem Zimmer, kam aber gleich wieder: „Mein Deckbett liegt auf dem Boden, mein Kopfkissen auf dem Drucker. So durcheinander bin ich nun auch nicht, dass ich so einen Unsinn mache! Kannst du mir das erklären?“ Nun musste ich doch lachen und rief ganz leise:“ Tomte, Nisse, Elfje, kommt heraus.“
Die drei kleinen Schelme kamen kichernd unter dem Sofa hervor und stellten sich vor meinem Lebensgefährten auf. Ich erklärte ihm wer die drei waren und sie sahen ihn lächelnd an. „Hallo, wir wollen gern bei euch bleiben und machen nicht immer so viel Unsinn. Erlaubst du uns das? Wir können ja auch den Nachbarn einige kleine Streiche spielen.“ Er lachte und war froh, dass er wirklich nicht so schusselig und nun alles aufgeklärt war. Dann nahm er die Kleinen hoch und sah sie sich genau an. „Ist in Ordnung, aber bleibt am besten in unserer Nähe, nicht dass euch ein Hund als Fressen ansieht. Und jetzt ab in das obere Zimmer. Für heute ist es genug!“
So kam es das drei kleine Schelme in unserem Haus wohnen. Und wenn wir etwas suchen, müssen wir nur sie rufen!
 


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Kommentare (3)

Ismene

Das ist ja eine herzige Geschichte 👍😉! Bei uns wohnt übrigens "Einer". Wir haben ihn noch nie zu Gesicht bekommen, aber er macht auch so manchen Blödsinn. Einer geht mit schmutzigen Schuhen durch den Flur, Einer versteckt die Zeitung, Einer verlegt den Schlüssel, Einer fährt den Computer hoch, Einer nimmt das letzte Blatt von der Küchenrolle und hängt keine neue hin ....
Einer wohnt bei uns, aber bezahlt keine Miete. Da kann man halt nichts machen .... 😉🙃😉

Sami2015

@Ismene  Bist du dir sicher, dass es nur einer ist, lach.
Ich hoffe er lässt dir Weihnachten ein bisschen Ruhe.
Ich wünsche dir ein schönes Fest und ein gutes Jahr 2024
Liebe Grüße Christel 

Ismene

@Sami2015  
 Die Frage ist berechtigt ... 😉 ... lach, lach. Ich denke mal drüber nach 🤔.
Danke schön, auch dir schöne Feiertage und ein gesundes und friedliches Neues Jahr.


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