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Aktuelle Themen Urteil mir zweierlei Maß?

hafel
hafel
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Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von hafel

Meines Ermessens hat Klaus Volkert wenig Mitleid verdient. Die Gefängnisstrafe für den Ex-Betriebsratschef von VW ist meiner Meinung nach in Ordnung. Statt sich in erster Linie um die Belange seiner Belegschaft zu kümmern, dacht Volkert vor allem an das eigene finanzielle Wohl sowie an das gute Auskommen seiner brasilianischen Geliebten.
Das von Peter Hartz als erfolgreich gerühmte Modell bei VW war in Wirklichkeit eine von Korruption zerfressene Form der Mitbestimmung. Doch wenn auch das Urteil gegen Volkert angemessen bleibt, frage ich mich, warum muss der „Geschmierte“ inds Gefängnis, während sich der „Schierer“ Hartz frei kaufen konnte? Schließlich war er für die „betrieblichen Bordellbesuche“ auf Firmenkosten verantwortlich. Ist hier mit zweierlei Maß gemessen worden?
Bleibt immer noch die Frage, und für mich der Zweifel, ob Firmenchef Piech tatsächlich von allem nichts gewusst hat?
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hafel
Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf hafel vom 23.02.2008, 11:59:31
in der berichterstattung gestern wurde darauf hingewiesen, dass die persönliche bereicherung des herrn volkers - im gegensatz zu herrn hartz - vorrangig gewesen wäre, darum die strafe ohne bewährung.
allerdings geb ich dir recht, nachzuvollziehen ist das für uns kaum. ich sehe die bereicherung bei den anderen beteiligten ebenso. ich bezweifele ebenfalls, dass herr piech nichts gewusst haben soll (aber er hatte wohl den besseren anwalt).
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plumpudding
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf hafel vom 23.02.2008, 11:59:31
Nun, diese VW Geschichte hat natürlich eine kaum vorstellbare Dimension - trotzdem denke ich schon, dass der, der sich bestechen lässt schärfer zu verurteilen ist als der, der ihm "Schmiermittel" anbietet. Vor unendlich vielen Jahren habe ich in D für eine grosse Fluggesellschaft gearbeitet und bei diversen Personalversammlungen wurde man geradezu mitgerissen, in die Gewerkschaft zu gehen - damals noch DAS für Luft- und Raumfahrt. Nachdem ich dann aber 3x in einem Jahr Freitickets für unseren Gewerkschaftsheini (also kein Angestellter der Airline sondern einer direkt von der Gewerkschaft) ausgestellt hatte (und zwar ID 10, das heisst 90% Ermässigung und das auf die 1. Klasse - sowas bekamen nur Angestellte 1x im Jahr ab 2 J betriebszugehörigkeit und dann nur in der 2. Klasse) hatte ich die Schnauze voll, kopierte die Tickets (Rio, Mexico und Caracas) und ging damit zum höchsten Boss der Gewerkschaft in der Region - danach war der Mann seinen Job los, ich aber auch ... der Airline passierte gar nichts.
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angelottchen

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Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf angelottchen vom 23.02.2008, 14:05:28
das gleiche angelottchen passiert ja immer wieder. siehe auch jetzt die geschichte pooth. die obersten der stadt-sparkasse düsseldorf hat es schon getroffen. da haben angestellte von pooth (allerdings erst nach dem grosskotzigen auftreten der beiden vor der kamera)der staatsanwaltschaft unterlagen anonym zugespielt. anders geht es leider auch nicht. ich weiss jetzt schon, dass ich nicht überrascht sein werde, über das was da noch bei rauskommen wird.

plumpudding
angelottchen
angelottchen
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Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf vom 23.02.2008, 14:43:11
da hast du wohl recht - es ist aber auch so, dass das Geschäftsgebaren, über das man sich in Deutschland noch aufregt, in anderen Ländern gang und gäbe ist. Da werden anlässlich grosser Veranstaltungen wie zB Weltausstellungen Agenturen gegründet, die nichts anderes tun als sogenannte Schmiergelder zu verwalten und zu verteilen, meist geht es da um die Auftragserteilung usw und völlig klar, dass immer DER die Aufträge kriegt, der in diesen "Link Fund" das meiste einzahlte .. aufgeregt hat sich da bisher kein Mensch ...


zu Pooth: Dass dieser Knabe eine Luftnummer ist, steht ihm doch aber ins Gesicht geschrieben und das allzeit supiklückklich - Getue von Verona und Franjo war dermassen überzogen, dass man beiden einen Sturz vom Sockel vom ganzen Herzen wünschen möchte - bzw es gar nicht mehr zu wünschen braucht.

Unfassbar, was dieses Windei für Kredite bekam und die Stadtsparkasse Düsseldorf steht mit recht nun ziemlich dämlich da ...
--
angelottchen
adam
adam
Mitglied

Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von adam
als Antwort auf angelottchen vom 23.02.2008, 14:55:54
zu VW

Im übrigen pflegen Konzerne ihre Führungsriege durch eine Managerversicherung abzusichern. Und wer denkt, daß Geldstrafen, die von einem Gericht auferlegt werden, nicht abgedeckt sind, weiß nicht, was man Durch Klauseln und besondere Vereinbarungen alles abdecken kann.

--

adam

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Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf adam vom 23.02.2008, 15:08:55
jeder der als geschäftsführer o.ä. position zu vertreten hat, bekommt diese versicherung und damit sind alle abgesichert.
--
plumpudding
cassandra
cassandra
Mitglied

Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von cassandra
als Antwort auf angelottchen vom 23.02.2008, 14:55:54
da hast du wohl recht - es ist aber auch so, dass das Geschäftsgebaren, über das man sich in Deutschland noch aufregt, in anderen Ländern gang und gäbe ist. Da werden anlässlich grosser Veranstaltungen wie zB Weltausstellungen Agenturen gegründet, die nichts anderes tun als sogenannte Schmiergelder zu verwalten und zu verteilen, meist geht es da um die Auftragserteilung usw und völlig klar, dass immer DER die Aufträge kriegt, der in diesen "Link Fund" das meiste einzahlte .. aufgeregt hat sich da bisher kein Mensch ...


zu Pooth: Dass dieser Knabe eine Luftnummer ist, steht ihm doch aber ins Gesicht geschrieben und das allzeit supiklückklich - Getue von Verona und Franjo war dermassen überzogen, dass man beiden einen Sturz vom Sockel vom ganzen Herzen wünschen möchte - bzw es gar nicht mehr zu wünschen braucht.

Unfassbar, was dieses Windei für Kredite bekam und die Stadtsparkasse Düsseldorf steht mit recht nun ziemlich dämlich da ...
--
angelottchen



Die USA haben da eine Lösung gefunden, habe selber bei einem amerikanischen Konzern gearbeitet und wir wurden ständig mit SOX (Sarbanes & Oxley) und den amerikanischen Ethikgrundsätzen konfrontiert. Etwas ähnliches wäre hier vielleicht auch angebracht.
--
cassandra
Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf cassandra vom 23.02.2008, 23:33:05
cassandra, die ethikgrundsätze gibt es hier auch. sie werden nur oft umschifft.

der macht wird nicht widersprochen - die angst selbst den job zu verlieren ist in der heutigen zeit extrem und nicht zu unterschätzen. und eins steht für mich fest; in den meisten firmen wird die macht missbraucht.
--
plumpudding
hugo
hugo
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Re: Urteil mir zweierlei Maß?
geschrieben von hugo
als Antwort auf vom 24.02.2008, 09:33:15
Ethikgrundsätze,,Ehrenkodex!..hm Ehrenkodex ? was issn das ??

Da denk ich doch erstmal an,, naja ich denke da z.B. mal Ärzte, die sollten doch wohl die allerehrlichsten sein (Eid des Hippokrates),
dann verbinde ich diese Gedanken mit dem Gegenteil,,,,Betrug von und mit und durch Ärzte und schon fällt mein gesamtes Kartenhaus einer heilen Welt zusammen.

-Flächendeckender Abrechnungsbetrug von Ärzten mit längst verstorbenen Patienten (Ermittlungen gegen 1100 Ärzte)

-Das große Geschäft mit wertlosen Studien (Tausende Ärzte erhalten Geld von
Pharmafirmen für die Mitarbeit an zumeist sinnloser Forschung. Keiner prüft die
Pseudo-Wissenschaft, die nur einen Zweck hat: die Gewinne von Pharmaindustrie und
Ärzten zu maximieren - auf Kosten der Patienten.)

-Ärzte manipulierten Operationsberichte oder rechneten Leistungen ab, die nie erbracht
wurden (Bis zu 200.000 Euro pro Jahr und Praxis könnten so illegal kassiert werden)

- Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe gegen vier Pharmagroßhändler und 250 Fachärzte,
zumeist Radiologen und Urologen.

- Mülheimer Dentallabor und rund 900 Ärzte sollen mit chinesischen Zahnprothesen
mindestens 50 Millionen Euro kassiert haben

- mit überteuerten Herzklappen um Millionenbeträge geprellt

Diese Aufzählung könnte endlos so weitergehen und von Ärzten ,,,einer Spezies, die mal auf Kosten der Allgemeinheit studiert hat, die nicht z den Minderbemittelten zu zählen ist bis zu den Unternehmern, Managern, Industriellen usw ist der Schritt ja nicht sooo groß,, Also warum sollte man zu denen ein größeres Vertrauen haben ?

Nach jedem Fall von Untreue, Betrug, Hinterziehung usw melden sich spontan die politischen Vertreter der jeweiligen Kaste und betonen lauthals das es sich NUR um eine kleine Minderheit handelt, welche den gesamten Berufsstand in Verrufbringen würde.
Egal wer da gerade mal in der Kritik steht,,,es gibt das so viele schwarze Schafe das ein dunkelgraues schon fast schneeweiß daraus hervorsticht,,,ich kann die Masse der Ehrlichen der Guten der Wahrhaftigen nicht sehen, denn: jede Dunkelziffer hat die schlimme Eigenschaft nicht genau bezifferbar zu sein.

und jeder Arzt der durch Betrug Millionen am Fiskus vorbei "Erwirtschaftete" muss dieses Schwarzgeld natürlich auch wiederum am Fiskus vorbei anlegen,,es beginnt ein Kreislauf des Verbrechens,,, der Verbrecher verbindet sich mit der Bank, mit dem Steuerhinterzieherberater, alle werden erpressbar, alle müssen sich gegenseitig decken und gemeinsam erdrücken und verbiegen sich auch noch die paar Guten und Ehrlichen bis hin zu den Steuerfahndern, Anwälten usw,,,

irgendwie hab ich den Eindruck das in der Bochumer Staatsanwaltschaft ein paar positive Ausnahmerechtsschützer sitzen,,

immer wenn ich eine Eingabe mache bei Google "Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt" dann bekomme ich fast eine zehnfache Antwort als für jede andere vergleichbare Deutsche Stadt. *g*

--
hugo

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