Geisteswissenschaft / Philosophie Der 'kleine Chef im Kopf'

bukamary
bukamary
Mitglied

Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von bukamary
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 05.05.2013, 20:10:50


Wenn alle Informationen zur Verfügung stehen, dann kann ein Computer keinen Fehler machen. Diese Fehler können nur menschliche Gehirne machen. Und das aus verschiedenen Gründen, die ein Computer nicht berücksichtigt wie Leidenschaft, Hass, Wünschenwertes, ...
Er schafft unumstößliche Fakten.
Und dabei wird es uns allen besser gehen, eben weil Emotionen wegfallen und stets eine vorurteilsfreie einwandfreie Entscheidung getroffen wird.



Mal ganz naiv gefragt:

Was heißt denn , "wenn alle Informationen zur Verfügung stehen"? Und wann stehen alle Informationen zur Verfügung? Wer bestimmt das?

Sind Leidenschaft, Hass, auch Vorurteile, Emotionen nicht auch Informationen?

Ist hier nicht eine riesige Bandbreite an Manipulationen möglich?

Wird es uns wirklich allen besser gehen, wenn Emotionen wegfallen?

bukamary
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von Mareike
Wenn der Chef im Kopf das Ich ist, dann würde ich sagen, dass das Ich keine Konstante ist.

"Konstante (Programmierung), während der Programmlaufzeit unveränderbarer Wert."

Das Ich kommt jeweils zum Vorschein, in der Interaktion mit der Umwelt und ist im Grunde vergleichbar mit einem Blitz.

Mareike
Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf qilin vom 06.05.2013, 07:17:36
...Also nicht um das Ersetzen des Esels durch den Karren, sondern um die Funktion des Esels...

Dann sind meine Beiträge allerdings hier fehl am Platze.
Kommt wohl daher, dass ich mich stets an der Zukunft des Karrens und nicht am augenblicklichen Zustand des Esels orientiere.
Dann lass ich das Thema mal so stehen. Einen neuen Thread dafür zu eröffnen erübrigt sich, weil dergleichen schon mal vorkam.

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Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf bukamary vom 06.05.2013, 07:43:42
Wird es uns wirklich allen besser gehen, wenn Emotionen wegfallen?


Gut, dass Du das ansprichst. Wenn die Emotionen wegfallen, dann sind wir auch nicht mehr als benutzbare Roboter.
Die Emotionen sind m.M.n. ein wesentlicher Teil des Menschen.

Man stelle sich vor, dass Liebe, Freude, Angst, Trauer, Hass, jegliche Leidenschaft, dem Menschen genommen würde.

Ohne Liebe Kinder zu zeugen ist kein Problem, aber womit sie aufziehen?
Mit Logik und Prügel? Grauenhafte Vorstellung!

Jegliche Kunst würde wegfallen, denn sie kommt aus den Tiefen des Seins.

Was wäre mit der Musik?

Der Gedanke ist m.M.n. einfach furchtbar.

Meli
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von Mareike
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.05.2013, 09:03:27
...Also nicht um das Ersetzen des Esels durch den Karren, sondern um die Funktion des Esels...

Dann sind meine Beiträge allerdings hier fehl am Platze.
Kommt wohl daher, dass ich mich stets an der Zukunft des Karrens und nicht am augenblicklichen Zustand des Esels orientiere.

Nein, nein, Digi.
Alles was wir dem Karren zuschreiben können, macht doch den Blick frei für den Esel.
Also bitte weiter schreiben!

Mareike
Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf bukamary vom 06.05.2013, 07:43:42
Emotionen
Das ist offensichtlich falsch verstanden worden.

Ein Computer liefert zwar unfehlbare Informationen, basierend auf emotionslosen Grundlagen; er muss diese liefern, weil er nicht anders kann.
Der Mensch entscheidet aber natürlich noch immer, was er mit diesen Informationen/Fakten anfängt.

Das wird ihm der Computer zwar empfehlen, aber nicht aufdiktieren.
Obwohl das manchmal sicher besser wäre, weil ja alle Informationen rein zur Verfügung standen, die ein menschliches Hirn nicht mal erfassen kann; Emotionen dabei hin, Emotionen her.

Im Geschäftsleben wird ein Firmenchef dem Computer wohl eher vertrauen, als im privaten Umfeld, wo er ihn gar nicht mal braucht. Oder meint, ihn gar nicht gebrauchen zu können.
Ob sich das auch bei Scheidungen, bzw deren Vermeidung, im voraus so auswirken kann?

Ich stelle mal so in den Raum, dass beim Vermeiden von Fehlentscheidungen Schaden abgewendet werden kann, und dadurch die Lebensqualität steigt. Als primitives Beispiel möge ein Navi dienen.

Na gut, der Esel braucht ja kein Navi, um den Karren zu ziehen.
Vielleicht ist das der Grund, weil ich bisher kein Navi in einem Eselskarren gesehen habe

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Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.05.2013, 11:39:23
Ich weiß nicht, was es bei den Emotionen falsch zu verstehen gibt.

Aber Weiter:

Ein Computer liefert zwar unfehlbare Informationen, basierend auf emotionslosen Grundlagen; er muss diese liefern, weil er nicht anders kann.
Der Mensch entscheidet aber natürlich noch immer, was er mit diesen Informationen/Fakten anfängt.


Siehe menschliche Fehler:

Als menschlichen Fehler bezeichnet man Fehler, die ein Mensch durch sein Handeln (Fehlbedienung) oder durch seinen körperlich-geistigen Zustand zu verantworten hat. Fehlverhalten kann sowohl wissentlich als auch unwissentlich begangen werden.

Im Verlauf der Forschung hat sich die Definition gewandelt:
Alte Sichtweise: Menschliche Fehler sind die Ursache eines Unfalls. Um Versagen zu erklären, muss man Fehler nachweisen. Man muss herausfinden, in welchen Situationen Menschen unzutreffende Beurteilungen, falsche Entscheidungen und schlechte Einschätzungen treffen.
Neue Sichtweise: Menschliche Fehler sind Symptome von tieferliegenden Fehlern im System. Um Versagen zu erklären, sollte man nicht nur danach suchen, wo Menschen Fehler gemacht haben. Man muss auch danach suchen, warum die Einschätzungen und Handlungen von Menschen in der gegebenen Situation Sinn zu ergeben schienen.
Das Gegenstück zu menschlichen Fehlern ist der technische Defekt.
geschrieben von Wikipedia - Link unten


Hervorhebung durch mich

Welcher Emotionen bedarf es eigentlich zu glauben, dass der Mensch den Computer immer fehlerfrei füttert?

Denn nur, wenn das geschieht, geht der Computer die gewünschte richtige Bahn, ansonsten schließt er sich den Fehlern des "Fütterers" an.

Meli

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschlicher_Fehler
miriam
miriam
Mitglied

Re: Der 'kleine Chef im Kopf' - und die menschlichen Fehler...
geschrieben von miriam
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.05.2013, 11:50:49
Meli - ich verzeihe dir deinen sehr menschlichen Fehler, erlaube mir aber ihn zu korrigieren - siehe Link

Miriam - sich menschlich aufplusternd...
Re: Der 'kleine Chef im Kopf' - und die menschlichen Fehler...
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf miriam vom 06.05.2013, 12:09:08
Danke Miriam!

das ist sehr aufmerksam von Dir.

Meli
Re: Der 'kleine Chef im Kopf'
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.05.2013, 11:50:49
Welcher Emotionen bedarf es eigentlich zu glauben, dass der Mensch den Computer immer fehlerfrei füttert?
geschrieben von Meli

Genau das habe ich ausgeschlossen, das Füttern.

Der Computer ist selbst in der Lage (wird in der Lage sein), sich die Informationen jederzeit emotionslos selbst zu beschaffen.
Es ist der garantiert falsche Weg, wenn Mensch den Computer füttert oder gar progammiert.
Da bin ich voll auf der Seite derjenigen, die den Computer für fehlerhaft, und damit nicht vertrauenswürdig, halten.
Gerade ich weiß natürlich genau wovon ich dabei rede.

Nur ist es (zur Zeit noch) einem Unbeteiligten schwerer begreiflich zu machen, dass die Zeit des 'Fütterns' vorbei sein wird;
eben weil es unseren festen Vorstellungen vom (bisherigen) Computer widerspricht: GIGO.

Es handelt sich durchaus um einen Quantensprung künftiger Computer, die eben ganau das vermeiden, nämlich das Sammeln unnötiger und gar falscher Informationen, oder das Füttern damit.
Schon heute bemerkbar bei Google, die eine irre Menge an unbrauchbaren Informationen liefern, was natürlich so nicht funktionieren kann. Eben weil Menschen beim Erstellen der Infos ihre Hand (manchmal gar ihren Grips) im Spiel haben.

Deswegen brachte ich das bewusst 'primitive' Beispiel mit dem Navi, das jeder kapieren sollte.

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