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Gesundheit Nach dem Schlaganfall

anima
anima
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Nach dem Schlaganfall
geschrieben von anima
Ein Bekannter von mir hatte kürzlich einen Schlaganfall. Er hatte Glück im Unglück und es ist nicht sehr viel geschehen. Doch die Feinmotorik der einen Hand ist noch nicht wieder hergestellt. Da er passionierter Klavierspieler ist, hat er Angst, dass er dieses Instrument nicht mehr spielen kann.
Hat jemand Erfahrung damit ob man die Beweglichkeit der Hände durch entsprechende Therapien wieder ganz herstellen kann und was gäbe es da an Möglichkeiten. - Oder muss er sich vielleicht schon nach 3 Wochen damit abfinden, dass das Klavierspiel der Vergangenheit angehört. Das wäre furchtbar schade und für ihn äußerst schmerzhaft
Danke für Eure Anwort.
--
anima
Mitglied_81b4260
Mitglied_81b4260
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf anima vom 02.10.2009, 14:57:17
Ich möchte deinen Thread wieder hochholen, da aus deinen Worten ehrliche Sorge und die Bemühung einem Freund zu helfen sprechen.

Leider ist es unmöglich eine Fernprognose zu stellen.

Aber im Falle meiner Schwägerin mit einer lebensbedrohlichen Gehirnblutung durch ein Aneurysma, wo die Prognose bei einem Komadasein bzw. bestenfalls Rollstuhl war, würde ein Fremder heute kein bißchen Etwas davon merken. Sie mußte z.B. wieder Schreiben, Kochen und Gehen lernen, durch Fotos die Gesichter der eigene Familie kennenlernen ....Aber sie war ansonsten sehr gesund, lebte immer gesund und hat einen übergroßen, starken Willen und wollte sich keineswegs geschlagen geben oder auf Hilfe angewiesen sein.

Wichtig ist es natürlich, schnellstens die beste Rehab-station bzw.Therapeuten zu finden. Dabei kann ich leider keine Hilfe geben.

Aber vielleicht meldet sich hier noch jemand, der profunde Kenntnisse auf diesem Gebiet hat.

--
mart1
walter4
walter4
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von walter4
als Antwort auf anima vom 02.10.2009, 14:57:17
Je früher und intensiver dein Bekannter die gestörten Funktionen trainiert, desto besser wird der Erfolg sein. Ein Freund meines Vaters erlitt vor Jahren einen Schlaganfall. Man schaffte ihn vom Kreiskrankenhaus in eine sehr miese Reha-Klinik auf dem Land, wo er fast keine Anwendungen bekam. Erst hinterher machte er sich kundig und erfuhr, daß die beste Zeit um wieder fit zu werden versäumt worden war.

Wichtig ist ferner, die Ernährung umzustellen: sehr viel Obst und Salate (d.h. Vitamin C) helfen, den nächsten Schlaganfall zu vermeiden.

Besagter o.g. Schlaganfall-Patient war nicht rein zufällig ein Obst- und Salathasser, hingegen liebte er Schweinshaxen über alles.
--
walter4

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bajaja
bajaja
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von bajaja
als Antwort auf walter4 vom 03.10.2009, 07:38:40
Hallo Anima,gerade habe ich den Text gelesen.Ich kann Dir leider für Deinen Freund bezüglich der Hand keine großen Hoffnungen machen.Arm und Hand bleiben meistens bewegungsunfähig zu 80%.Man muß immer versuchen den kranken Arm mit einzubeziehen damit dem Gehirn singnalisiert wird da ist noch was.Krankengymnastik suchen die nach Bowert arbeitet.LG
--
bajaja.
Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf bajaja vom 20.11.2009, 15:50:58
Hallo Anima,gerade habe ich den Text gelesen.Ich kann Dir leider für Deinen Freund bezüglich der Hand keine großen Hoffnungen machen.Arm und Hand bleiben meistens bewegungsunfähig zu 80%.Man muß immer versuchen den kranken Arm mit einzubeziehen damit dem Gehirn singnalisiert wird da ist noch was.Krankengymnastik suchen die nach Bowert arbeitet.LG
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bajaja.


Hallo Bajaja,

so kurze Zeit nach einem Schlaganfall sind solche resignativen prognostischen Aussagen unzulässig, da unmöglich! Vielmehr kann es sehr gut sein, dass Animas Freund die motorischen Fähigkeiten seiner Hand im Laufe der nächsten Wochen oder Monate vollständig oder zumindest weitgehend wieder erlangt. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine sehr gute und konsequente Übungsbehandlung.

Was ist das für eine "Krankengymnastik nach Bowert"?

Meinst Du vielleicht "nach Bobath"? Das Bobath-Konzept (benannt nach dem Ehepaar Bobath, das es entwickelt hat) hat sich seit langem in der Behandlung von Schädigungen des zentralen Nervensystems bewährt.

Gruß, Ursula
bajaja
bajaja
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von bajaja
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 20.11.2009, 16:29:43
Sorry ja Bobath hießen die.Ich kenne nur Schlaganfälle wo der Arm nicht mehr selbständig bewegt werden konnte.LG PS und das sind nicht wenig
--
bajaja

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bienchen
bienchen
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von bienchen
als Antwort auf bajaja vom 20.11.2009, 16:42:28
Hallo Ihr Lieben.
ich habe letzten Samstag meine Schwägerin gefunden mit einem Schlaganfall. Das Fenster des Schlags und finden war ca 1 Std. Der Arzt sagte wir hätten sofort richtig reagiert.
Es war ein Schlaganfall, mit Lähumg der ganzen rechten Körperhälfte und das Sprachzentrum und Schluckzentrum.
Ich bin mit ihr sehr behutsam und bemühe mich. Sie fährt mich immer zu meinen Untersuchungen und ist immer sofort an meinem Krankenbett. Sie ist meine beste Freundin.

Meine Frage an euch. Da wir eine große Familie, von meines Mannes Seite 12 Geschwister. Sie hat einen Sohn verheiratet und 1 Enkel. Mein Schwager ist tot. Sie ist 65 Jahre alt.

Meine Beusche sind so auf 15 Min. länger nicht, da sich einer dem anderen die Türklinke in die Hand geben. Sie liegt noch auf Intensiv. Aber es ist eine Intensivstation extra für Apoplex.

Ich gehe meist zu der Mittagszeit, den Vormittags sind Anwendungen, Sprachtherapie usw. danach ist sie fix und alle, und benötigt eine Auszeit. Und ich muss erst mir meinen Vater spazieren gehen er sitzt im Rollstuhl. Von Samstag bis heute kann sie schon etwas Arm und Bein bewegen und macht sehr gute Fortschritte mit Worten.

Ist es gut wenn man sie das der Besuch fast keine Auszeit gönnt? Kann es sein das durch so starke Belastung nicht der nächste Schlag folgen kann?

Vielleicht kann mir jemand helfen. Ich spreche ganz normal mit ihr, denn ich meine sie versteht es. Und sage auch mal du nun gehe ich oder morgen setze ich mal aus das du zur Ruhe kommst. Denn sie muss ja ihre Gedanken und Eindrücke erstmal verarbeiten.
Wäre dankbar für jeden Tipp, den ich brauche um ein gutes miteinander schaffen zu können.

Vielen Dank vorab sagt Petra
benny
benny
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von benny
als Antwort auf bienchen vom 18.03.2010, 07:12:47
Hallo Bienchen
Es ist richtig daß du mit der Patientin völlig normal sprichst.
Besuche sind sehr wichtig von den Angehörigen, die Häufigkeit wäre am besten mit dem Arzt bzw Therapeuten abzusprechen.
Aus eigener Erfahrung bestehen ganz gute Aussichten daß deine Schwägerin nicht all zu große Schädigungen zurück behält.

Viel Therapie und sehr viel Geduld ist angesagt.
Meine Mutter war nach ihrem Schlaganfall linkseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt.
Nach 2 Jahren konnte sie wieder selbsständig (mit Stütze) laufen, außer einer leichten linkseitigen Ataxie ist alles wieder soweit ok.
Die richtigen Therapien z.B Bobarth sind sehr wichtig, auch darf nicht zu früh damit aufgehört werden.

Auf eines sei vorbereitet, es kostet deine Schwägerin und deren Angehörigen sehr viel Zeit und Energie.
Noch dazu ist es am wichtigsten daß die Patientin den eisernen Willen hat wieder gesund zu werden, hat sie sich aufgegeben hilft kaum eine Therapie.

benny
bienchen
bienchen
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Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von bienchen
als Antwort auf benny vom 18.03.2010, 08:21:09
Vielen Dank benny. Man kann nicht genug darüber erfahren. Was man und wie man sich verhalten soll. Wie du schreibst, ich rede ganz normal und warte dann imer auf die Reaktion von ihr. Und wenn sie versucht zu sprechen, rede ich das nach was ich verstanden habe. Ich danke dir.

Lg Petra
myrja
myrja
Mitglied

Re: Nach dem Schlaganfall
geschrieben von myrja
als Antwort auf bienchen vom 18.03.2010, 10:55:28
Ich häng mich einfach mal hier dran.


Meine Mutter hatte vor vier Jahren einen Schlaganfall. Es muss wohl morgens passiert sein. Sie wurde aber erst abends gefunden. Sie ist rechtsseitig gelähmt, kann nicht mehr sprechen und auch das Gehirn scheint gelitten zu haben. Sie verhält sich seitdem manchmal wie ein kleines Kind, ist sehr ungeduldig (alles muss sofort geschehen, was sie möchte), hat an einige Menschen keine Erinnerung mehr (z.B. meine Söhne), erst nach langen Erklärungen.

Als sie damals nach dem Schlaganfall für längere Zeit in einer Spezialklinik war, bin ich jeden Tag morgens um 10 Uhr zu ihr gefahren und bis abends geblieben. Ich habe mich um sie gekümmert, habe sie gefüttert, bin mit ihr spazieren gegangen (sie im Rollstuhl). Ich glaube sie war sehr glücklich darüber, dass ich immer da war. Aber ich habe bei anderen Patienten in der Klinik bemerkt, dass zu viel Besuch sie schon manchmal überfordert hat.
Man stelle sich vor, dass die Patientin von jetzt auf gleich von einem Besucher auf den nächsten umschalten muss, wenn die Leute sich die Klinke in die Hand geben. Dies kann geistig sehr anstrengend sein. Meine Mutter schaute immer ganz verwirrt oder auch griesgrämig, wenn mehr als zwei Personen da waren. Es schien ihr absolut nicht zu passen.

Achte doch einfach genau auf die Mimik Deiner Schwägerin. Vielleicht kannst Du ja daraus erkennen, ob ihr etwas angenehm oder unangenehm ist.

Myrja

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