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Literatur Künstler-Gedenken

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 13.10.2019, 13:24:28

es ging mir auch nur um Virchows verwirrenden , wissenschaftlichen Text .. dem Zeitgeost sicher angemessen, aus heutiger Sicht rassistisch und menschenverachtend. Menschenzooos wären aber ein ihteressantres Thema an anderer Stelle...

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 13.10.2019, 13:30:07
@WoSchi
ich hab schon verstanden, wie Du es gemeint hast.
Vielen Dank für den interessanten Bericht.

@Mephistopheles
Danke an Mephi, ja es war die Zeit der Bildungshungrigen.

Wie froh bin ich, dass wir uns heute nicht nur empören, sondern diese Veranstaltungen verachten.

Wie ich schon schrieb: alles hat eine lange Vorlaufzeit, nichts geschieht plötzlich, nur wir wachen erst bei der Eruption auf.

Clematis - für alle Geschändeten

MaryRos2640.JPG
RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
1529

Nach erfolg­losen Sturm­angriffen beginnen die osmanischen Belagerer unter Sultan Süleyman I. ihren Abzug.

Zurück ließen sie nicht nur Militärgerät, sondern auch

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Und ein pfiffiger Wiener Bäcker erfand, den Kipferl

wien.jpg
Die Form des Kipferls erinnert an den Halbmond der Osmanen.

In Wien beginnt jetzt das Zeitalter des Kaffeehauses ... ein Quantensprung 👍

Es wurde damit auch die Grundlage für die Kaffee-Kantate von Bach geschaffen
 

auch der beliebte Kanon "C-A-F-F-E-E trink nicht soviel Caffee" konnte entstehen
 

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CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 14.10.2019, 09:19:09

Ich hatte heute früh in meinem "Morgenbrief" den interessanten Hinweis auf Hannah Arendt und
ihr "Denken ohne Geländer",  das mich schon die ganze Zeit beschäftigt, aber ich will es hier
nicht vertiefen.

Hannah Arendt   14.10.1906    -    4.12.1975

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Einen angenehmen Wochenanfang wünscht Euch

C.S.

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf CharlotteSusanne vom 14.10.2019, 12:08:45
Pascal, Blaise.JPG
Blaise Pascal war franz. Mathematiker - Pysiker - Literat - christl. Philosoph

Clematis
 
RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 15.10.2019, 08:43:00
Wilde, Oscar2.jpgWildeOscar.jpg
Lachen
Wir sind das Volk der Dichter,
Ein jeder dichten kann,
Man seh’ nur die Gesichter
Von unser einem an.

Der Schelling und der Hegel,
der Schiller und der Hauff,
das ist bei uns die Regel,
das fällt hier gar nicht auf.

Eduard Paulus d. J.
16. 10. 1837 - 16. 4. 1907

(er spricht von den Schwaben -
Kunsthistoriker und Dichter)



Clematis


 

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RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 16.10.2019, 08:07:39
Oscar Wilde ... danke fürs wieder mal an ihn denken, liebe Clematis - ich hatte gestern Nacht auch schon etwas vorbereitet für hier, was ichnun gerne bei Dir anhänge


Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde hirdd rt mit vollem Namen und er war wirklich ein überaus brillanter Dramatiker und  Autor. 
Wilde gilt heute als einer der größten Produzenten irischer Literatur. Hier sind ein paar wenig bekannte Fakten über das Leben und die literarische Präsenz von ihm...

Er wurde in einem sehr bedeutendem Gebäudekomplex geboren, dem Trinity Collegein Dublin, alt ehrwürdige Universität. In der 21 Westland Row war das, die zum Trinity College Dublin gehört. Heute ist es das  Oscar Wilde Center des Trinity College, in dem die irischen Abteilungen für Schreiben und Kreatives Schreiben der School of English untergebracht sind.

Oscar Wilde wurde im Alter von fünfundvierzig Jahren vom Vater seines Geliebten Sir Alfred Douglas wegen Sodomie (Homosexualität)  verurteilt. Nachdem Wilde versucht hatte, John Douglas wegen Verleumdung zu verklagen, wurde er am 25. Mai 1895 wegen Sodomie verurteilt. Wilde wurde in das Pentonville-Gefängnis gebracht und zu Zwangsarbeit gezwungen. Hier erkrankte Wilde an einer Hirnhautentzündung, die letztendlich zu seinem Tod führte.




Seine letzten Worte waren der Inbegriff der letzten Worte
Wilde war zu seiner Zeit als außerordentlich klug und artikuliert bekannt, und obwohl er an einer Hirnhautentzündung erkrankt war, waren seine berüchtigten letzten Worte genauso witzig wie seine vielen Äußerungen, die er machte, als es ihm gut ging. Seine letzten Worte lauten: „Meine Tapete und ich streiten uns bis zum Tod. Der eine oder andere von uns muss gehen. “

Er hat nur einen Roman geschrieben
Trotz seines Rufs als Schriftsteller veröffentlichte Oscar Wilde zeitlebens nur einen Roman. Das Bild von Dorian Gray stieß aufgrund seiner Dekadenz und seines homoerotischen Inhalts auf kritische Kritiken. Heute wird der Roman in vielen Schulen gelehrt und für sein Engagement für die ästhetische Bewegung des 19. Jahrhunderts verehrt.

Er schrieb mehr als nur ästhetische Arbeit
Wilde war sowohl vom Trinity College als auch von Oxford aus hochgebildet, interessierte sich sehr für Politik und setzte sich für den Sozialismus ein. Sein Aufsatz Die Seele des Menschen im Sozialismus argumentiert, dass der Kapitalismus die Kreativität zerstört, da die Menschen sich so darauf konzentrieren, die durch den Kapitalismus verursachten sozialen Probleme zu lösen.

Er war ein versierter Kinderbuchautor
Mit selbst zwei eigenen  Kindern war Oscar Wilde auch ein versierter Kinderbuchautor. Seine Kurzgeschichtensammlung Der glückliche Prinz und andere Geschichten wurde im Mai 1888 veröffentlicht. Diese Sammlung enthielt populäre Geschichten wie Der glückliche Prinz, Die Nachtigall und die Rose und der egoistische Riese.


Er war extrem gut ausgebildet
Oscar Wilde besuchte von 1871 bis 1874 das Trinity College in Dublin. Hier war er ein versierter Klassiker und begeisterter Teilnehmer der Philosophischen Gesellschaft der Universität. Seine Professoren ermutigten ihn, sich für ein Demyship an der Universität Oxford zu bewerben, das er am Magdalen College der Universität gewann und studierte. Außerdem hielt Wilde zahlreiche Vorträge in Amerika und Kanada.

Er war ein beeindruckender Linguist
Nach fast neun Jahren Griechischunterricht war Oscar Wilde ein außergewöhnlicher Linguist und sprach viele Sprachen. Er sprach fließend Englisch, Deutsch und Französisch und verfügte über Grundkenntnisse in Italienisch und Griechisch. Umgekehrt konnte er kein einziges Wort Irisch sprechen.

Es gibt keine Beweise dafür, dass er eines seiner berühmtesten Zitate sagte
Oscar Wilde wird oft zugeschrieben, einmal das berühmte Zitat gesagt zu haben: „Sei du selbst, alle anderen sind bereits vergeben.“ Dies wurde jedoch nie bewiesen, und es gibt keine Beweise dafür, dass er dies jemals gesagt hat.

Ihm werden jedoch noch viele andere Witze zugeschrieben
Oscar Wilde sprach oft mit scharfer Zunge  und schrieb viele kluge und amüsante Sprüche. In The Picture of Dorian Gray sagt Wilde: „Die einzige Möglichkeit, die Versuchung loszuwerden, besteht darin, ihr nachzugeben.“ Ein anderer schöner Spruch: : „Ich reise nie ohne mein Tagebuch, man muss immer etwas Sensationelles dabei haben lese im Zug. '

Seine Frau war auch Schriftstellerin
Trotz seiner vielen homosexuellen Beziehungen war Oscar Wilde mit Constance Lloyd verheiratet. Constance schenkte ihm zwei Söhnen und war auch ein versierter Autor von Kindergeschichten. 1888 veröffentlichte Constance Lloyd eine Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel There Was Once - Es war einmal.

Oscar Wilde wurde zwar in Irland und in Dublin geboren, trat aber mit seinem populären Witz und seinen Fähigkeiten als Dramatiker gekonnt in die Londoner High Society ein. Er galt als frühe viktorianische Berühmtheit und wurde in ganz Europa und auf den britischen Inseln bekannt. Er galt als ein überlebensgroßer Charakter, und seine empörenden Outfits waren oft Gegenstand von Zeichentricksatire..

Die ästhetische Bewegung des 19. Jahrhunderts argumentierte, dass Kunst nur um der Kunst willen existieren sollte, ohne jegliche politische Agenda. Wildes Essays, Theaterstücke und Romane leiteten die ästhetische Bewegung für andere Künstler und er war ein prominentes Beispiel für diese Bewegung für andere Autoren, die im 19. Jahrhundert schrieben.
 
CharlotteSusanne
CharlotteSusanne
Mitglied

RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von CharlotteSusanne
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 16.10.2019, 08:07:39

Liebe Clematis, ich möchte den Kreis der heutigen "Geburtstagskinder" ergänzen um
Arnold Böcklin, Bert Kaempfert und

Adolph Knigge       16.10.1752   -   6.5.1796

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LG
C.S.
 
RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf CharlotteSusanne vom 16.10.2019, 14:42:56

Danke an WoSchi und Charlie!


"Der Weg zur Vollkommenheit
und zu jedem Fortschritt
ist
fortwährende Selbstkritik."

Arnold Böcklin
16. 10. 1827 - 16. 1. 1901


 
Basel hatte 1977 eine große Böcklin-Ausstellung.
Clematis
 
RE: Anekdoten und Aphorismen - Witziges und Be-Denkliches
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 17.10.2019, 08:20:39
KleistHeinrich2.jpg

Nur zu Heinrich von Kleist pflege ich in diesen Tagen hinzufahren nach Wannsee. Spät im November ist er da draußen gestorben: in einer Zeit, wo viele Schüsse fallen im leeren Walde, fielen auch die zwei schweren Schüsse aus seiner Waffe. Sie unterschieden sich kaum von den andern, vielleicht dass sie etwas heftiger waren, kürzer, atemloser....
Aber in der lastenden Luft werden die Geräusche alle ähnlich und stumpfen sich ab an den vielen weichen Blättern, die überall im Sinken sind.


Rainer Maria Rilke
aus einem Brief an Paula Becker-Modersohn,
5. November 1900


Ballade vom starken Jonas
Nach einer Anekdote von
Heinrich von Kleist


Ein starker Mann der Jonas war
im Mecklenburger Land.
Sein Ruhm drang weit und es ist klar,
dass er Beachtung fand.

Ein Thüringer kam einst ins Land
und hörte von dem Mann.
Er wollte sehen, ob er sich
mit diesem messen kann.

Auf Pferdes Rücken schaute er
über die Mauer hin,
ein Kerl beim Holze hacken war
und höflich frug er ihn.

Ob hier wohl Jonas wohnen würd'?
Die Antwort blieb prompt aus.
So schwang er sich von seinem Pferd
und nähert sich dem Haus.

Im Hof sein Pferd er alsobald
band an der Mauer fest,
und sagt, dass er gern kämpfen würd,
ob sich das machen lässt?

Jon packte nun den Thüringer
und warf ihn übern Zaun.
Dann griff er seine Arbeit auf,
das Holz ganz klein zu hau'n.

Nach einer halben Stunde rief's
hinter der Mauer „Lieber!“
„Was gibt's“ „Sei doch so gut und schmeiss
mein Pferd auch noch herüber!“



© Clematis


 

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