Mitgliederübersicht Sirona

Benutzerprofil von Sirona

Sirona
Dabei seit: 31.03.2015

Besucher: 3158
Freunde: 9
Forum: 1943

Sirona .

Allgemeine Infos

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Über Sirona

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Kontaktinformationen

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Bitte melde dich an oder registriere dich um diese Einträge sehen zu können.

hat auf das Thema RE: Schöne Lyrik im Forum Literatur geantwortet



Hund und Katze – Wilh. Busch
 
Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
wohnhaft an demselben Platze,
hassten sich aus Herzensgrund.
 
Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
bei gesträubter Haarfrisur,
zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
ist von Liebe keine Spur.
 
Doch wenn Miezel in dem Baume,
wo sie meistens hin entwich,
friedlich dasitzt, wie im Traume,
dann ist Molly außer sich.
 
Beide lebten in der Scheune,
die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.
 
Einst zur Jagd ging Miezel wieder
auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder,
ihre Lebenszeit ist um.
 
Oh, wie jämmerlich miauen
die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
und ihr Herz geht aus dem Leim.
 
Und sie trägt sie kurz entschlossen
zu der eignen Lagerstatt,
wo sie nunmehr fünf Genossen
an der Brust zu Gaste hat.
 
Mensch mit traurigem Gesichte,
sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
findet sich Barmherzigkeit.


 

hat auf das Thema RE: Große Komponisten im Forum Musik geantwortet

Samuel de Lange
 


 
Der Komponist dieses Nocturnes ist nur wenigen musikliebenden Menschen bekannt und teilt somit das Schicksal vieler „namenloser“ Tondichter. De Lange wurde 1840 in Rotterdam geboren und starb am 07. Juli 1911 in Stuttgart. Sein Vater war Musiklehrer und Organist und gründete 1840 eine Pianofabrik (Rijken & Lange), die noch heute in Rotterdam existiert.
De Lange studierte Orgel bei Alexander Winterberger, der ein Schüler von Franz Liszt war. Weiterhin studierte er bei Karol von Mikuli, einem Schüler Chopins, das zu hörende Nocturne verrät in der Tat die Schule von Frederik Chopin.
Schon in frühen Jahren war er als Orgel- und Klaviervirtuose bekannt. Seine Wege führten ihn nach Basel, Paris, Köln, Den Haag und Stuttgart.
De Lange komponierte schwerpunktmäßig Kirchenmusik, hierbei wird insbesondere das Oratorium „Mose“ hervorgehoben. Sein Werk umfasst mehr als 800 Kompositionen (Streichquartette, Orgelmusik, Konzerte für Cello, Klavier und Violine, Klaviersonaten etc.), leider wurden bisher nur wenige seiner Schöpfungen aufgezeichnet.
Dass beim Klavierspiel die Nutzung des Pedals eine große Rolle spielt war De Lange bewusst, weshalb er ein Übungsbuch für das Pedalwerk herausgegeben hat. 
hat auf das Thema RE: Ich hab mein Herz hineingeschrieben - Briefe im Forum Literatur geantwortet
Stefan Zweig an Richard Beer-Hofmann
The Wyndham Hotel, New York 11. Juli 1940
 
Mein lieber verehrter Richard Beer-Hofmann,
 
wie haben wir um Sie gebangt, und wie glücklich war ich, Sie hier geborgen zu wissen, freilich, ich weiß es, in jeder Stunde der Gütigen gedenkend, die sonst Sie überallhin mit ihrer Sorge begleitet. Aber selig die Toten in dieser Zeit – ich bin so tief erschüttert, weil ich mehr Europäer als Österreicher war und der Sieg, der zeitweilige, der Gewalt mich für immer heimatlos macht.

Ich bin mit meiner kleinen Klugheit so wie von Österreich rechtzeitig von England fort, alles hinter mir lassend, was Besitz war, und sogar das halbfertige Manuscript eines Buches, an dem ich seit Jahren arbeite, und irre jetzt mit einem Transitvisum, hier eingelassen und fortgetrieben, nach Südamerica zu Vorlesereisen, die ich nicht mag. Werde ich je zurückkehren können? Werde ich es dürfen, werde ich es wollen? Aber ich frage schon nicht mehr, ich lasse mich treiben, nur von einem Gedanken beseelt, nicht diesen braunen Burschen in die Hände zu fallen – dies die einzige Furcht, die ich im Leben noch habe, die andern sind verlernt.
 
Ich hatte mich schon ganz zurückgezogen, auf Umgang verzichtend und nur jenes Umgangs mit Büchern und meinem Garten froh, nun heißt es weiter ahasverisch wandern, und als einzige Arbeit erzähle ich mir (und später andern) mein Leben, das eines Europäers und Juden in dieser Zeit.
 
Ich hoffe, wenn man mir es erlaubt, auf der Rückreise in America wieder etwas zu bleiben, Sie im Spätherbst zu sehen in alter Liebe, Treue und Verbundenheit!

Ihr Stefan Zweig



 
hat das Thema Bischof Romero im Forum Religionen-Weltanschauungen eröffnet

In Ansprachen und Predigten prangerte er die Verbrechen des Militärs, der Regierung und der herrschenden Oligarchie an. Seine Reden wurden in vielen Ländern Lateinamerikas im Rundfunk übertragen. 1978 und 1979 wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Als er 1980 den Ehrendoktortitel der Universität Löwen in Belgien verliehen bekam, sagte er in seiner Ansprache: 
Es gibt viele Menschen und Christen in El Salvador, die bereit sind, ihr Leben zu geben, damit die Armen Leben haben. Darin folgen sie Christus und machen ihren Glauben an ihn sichtbar. Sie sind eingefügt in die Welt - wie er, sie werden verfolgt und bedroht - wie er, sie geben ihr Leben - wie er, und so geben sie Zeugnis vom 'Wort des Lebens'.
 
Unverständlich dass Papst Johannes Paul II und der damalige Kardinal Ratzinger eine vorgeschlagene Seligsprechung von Bischof Romero ablehnten, erst Papst Franziskus erlaubte die Wiederaufnahme des Verfahrens und brachte dieses erfolgreich zum Abschluss. In seiner Ansprache äußerte Franziskus u.a. folgendes:
„Bis zum letzten Augenblick habe Romero als Kämpfer für die Rechte der Armen mit seinem Leben Zeugnis vom Glauben gegeben.“
 
Es wird im Allgemeinen immer sehr viel Lästerliches über den Klerus geschrieben – oft auch zu Recht. Doch gibt es auch die andere Seite in der Kath. Kirche mit aufrechten Priestern und Bischöfen, die das Evangelium selbst angesichts von Morddrohungen furchtlos predigen und vorleben. Bischof Romero war einer von diesen, er wurde während einer von ihm gehaltenen Messe ermordet.


 
 
 

hat auf das Thema RE: Existiert Gott? im Forum Religionen-Weltanschauungen geantwortet


Hängt der Glaube vom Handeln von Bischöfen oder Päpsten ab? Mündige Christen sind auf derartige Vorbeter nicht angewiesen und haben ihr Gewissen so geschärft, dass sie selbst wissen was gut und richtig ist. Ich finde es falsch Glauben mit dem Fehlverhalten von Menschen in Zusammenhang zu bringen. 

Sirona


 

hat auf das Thema RE: Existiert Gott? im Forum Religionen-Weltanschauungen geantwortet

Kunivanto, das von Dir angeführte Gleichnis zeigt nur zu deutlich dass die vier Blinden lediglich einen Teil des Elefanten erkennen konnten und daraus falsche Schlüsse gezogen haben.
Und so verhält es sich auch mit dem Begriff „Gott“. Nie werden Menschen diesen Geist begreifen, erfassen und verstehen können, auch keine Religionen. Diese lehren nur das was sie als Erkenntnis begriffen haben, und da sie wie die vier Blinden auf ihrem Recht beharren, haben auch sie sich die Köpfe eingeschlagen. Wenn es auch heute keine Religionskriege zumindest in Europa mehr gibt, so wird oft heftig um Dinge gestritten, über die nicht nur "Gott" lachen könnte.emoji_grinning


 
 

hat auf das Thema RE: Existiert Gott? im Forum Religionen-Weltanschauungen geantwortet

Der Gott des alten Testaments mit seinen allzu menschlichen Eigenschaften ist ein deutlicher Beweis dafür, was dabei heraus kommt, wenn Menschen sich ein Bild von etwas zu machen suchen, das doch weit jenseits ihrer Vorstellungen liegen muß. (Zitat Mausschubser)

Die alten Bibelschreiber wußten schon wovon sie sprachen, indem sie dieses Gebot gaben: "Du sollst dir kein Gottesbild machen." Das Göttliche entzieht sich dem menschlichen Zugriff immer. Es erweist sich all unseren Vorstellungen von ihm gegenüber als das immer Größere, das unsere Vorstellungen unendlich übersteigt. Wer sich vom Göttlichen daher ein Bild macht und dieses festschreibt, verliert diese Größe aus dem Blick und reduziert den unendlichen Gott. 

 

hat auf das Thema RE: Schöne Lyrik im Forum Literatur geantwortet



An die Muse
Caroline Rudolphi (1753 – 1811)
 
 
O Freundin, die mein pochend Herz
zur Ruhe stets bekehret,
du hast mir Lust und frohen Scherz,
so oft ich bat, gewähret,
laß doch der Sorgen bösen Schwarm,
o laß ihn von mir fliehen!
O laß den bangen finstern Harm
die Seele nicht umziehen.
 
Von vielem, das man Glück genannt,
dies, Freundin, kannst du wissen,
ward mir nie etwas zuerkannt,
doch weiß ich es zu missen.
Daß ich dies weiß, daß du mich liebst,
und oft im tiefsten Leide
noch Sonnenschein der Seele giebst,
dies ist mir Glück und Freude.
 
Von allem, was nur Glück genannt,
von seinen schönsten Gaben,
von reichem Guth und hohem Stand
könnt' ich die Fülle haben;
und doch nicht weisen, frohen Muth,
nicht Sonnenschein der Seele -
o Muse, laß mir dieses Guth,
weil ich noch Tage zähle.
 
Und sterb' ich in der Blüthezeit
des Lebens, - - nim die Leyer
und trag sie, die ich nie entweiht,
bey jeder Frühlingsfeier
in meinen kleinen Birkenhain,
wo ich mich dein gefreuet,
wo du bey stillem Mondenschein
zur Freundin mich geweihet.
 
Und hänge, wo mein Staub zerfiel,
denn hier, wie ichs mich freue,
hier ruh' ich einst mein Saitenspiel
an eine kleine Maye,
und lisple, wenn im süßen Traum
ein Wanderer sich wieget,
dem armen Mann von diesem Baum:
daß hier ein Mädchen lieget.
 
Die so wie er des Lebens Pfad
oft öd' und rauh gefunden;
doch deren Muth kein Sturmwind hat,
kein Wetter überwunden;
die sich in Wüsten Blumen schuf,
in öden Winterfluren,
und hörte gern der Freude Ruf,
und folgte ihren Spuren.
 
Die, nahte sich ihr Feind, der Gram,
ihn eilend zu verscheuchen,
nur die bekränzte Leyer nahm,
und bald ihn sah entweichen,
die ruhig lächelte dem Tod,
und mit gelaßner Seele
ihm folgt', als er die Hand ihr bot,
zur unbekannten Höhle.
 
Doch, Freundin, die mein klagend Herz
so zärtlich oft gestillet,
mit süßer Freud' und süßem Schmerz
so wunderbar erfüllet,
laß mir noch, eh du mich beweinst,
manch kleines Liedchen glücken,
das weiche Schwesterseelen einst
an ihren Busen drücken.
 
 

hat auf das Thema RE: Schöne Lyrik im Forum Literatur geantwortet


Einsamkeit
R.M. Rilke (1875 - 1926

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen:
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen ...
 

hat auf das Thema RE: Große Komponisten im Forum Musik geantwortet


Hector Berlioz wird m.E. zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Ich selbst habe mich auch nur sehr wenig mit ihm befasst und ihn lediglich am Rande zur Kenntnis genommen, z.B. in Biographien seiner Zeitgenossen Wagner, Liszt, Schumann. Letzterer kritisierte in seiner „Neuen Zeitschrift für Musik“ die Symphonie fantastique sehr negativ und beschrieb sie mit den Worten: „Formschönheit ist nirgendwo anzutreffen“ und Wagner fand sie einfach nur langweilig. Kaum zu glauben, dass diese großartigen Komponisten Berlioz derart negativ beurteilt haben.
 
Wie vielen Komponisten erging es auch Berlioz, er wurde von seinen Zeitgenossen kaum verstanden und wurde erst viel später in Frankreich anerkannt und berühmt. Dennoch war er ein großes Vorbild der deutschen Romantiker wie Franz Liszt und Richard Strauss.
 
https://www.youtube.com/watch?v=vFpRHw6lxUs
 

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen

Der Benutzer möchte diese Information nicht mit anderen teilen