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lalelu
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hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet

Liebe Mane,

du lässt Professor Theo Boer zu Wort kommen, der das Beispiel einer blinden Frau anführt, welche Sterbehilfe bekommt, obwohl sie ansonsten völlig gesund ist.

Ich stimme zu, dass so etwas nicht passieren darf. Sterbehilfe, wie ich sie befürworte, setzt zwingend eine unheilbare Krankheit voraus. Blindheit ist sicher schlimm, aber keine Krankheit. Deshalb hat der Arzt, der trotzdem Sterbehilfe gewährt, nicht nur meine persönlichen, sondern auch die Vorgaben in den Niederlanden missachtet, die ich noch einmal wiederhole:

In den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen legal. Dazu muss ein Patient aussichtslos krank sein, unerträglich leiden und selbst den Wunsch geäußert haben sterben zu wollen.

Du schreibst dazu: Der Gesetzestext, den du oben zitierst, ist meiner Meinung nach, nicht sehr konkret, d.h. sehr "schwammig" formuliert. Er gibt keine eindeutigen Erkrankungen vor und wird miittlerweile sehr großzügig interpretiert“.

Du hast recht, aber er nennt die wesentlichen Eckpunkte: Aussichtslose Krankheit, unerträgliches Leiden, und Selbstbestimmung. Das reicht meiner Meinung nach völlig aus, wenn alle drei Punkte berücksichtigt werden.

Laut Professor Boer liegt der Prozentsatz der Menschen, die in Holland wegen Krebs im terminalen Stadium Sterbehilfe bekommen heute bei etwa 70% (2002 waren es ca. 92%). Natürlich ist das ein deutliches Indiz dafür, dass, wie er sagt, die Hemmschwelle gesunken ist, Sterbehilfe auch bei anderen Krankheiten in Anspruch zu nehmen.

Dabei darf man aber nicht verschweigen, dass sich die Zahl der Suizide ohne Beistand eines Arztes in den letzten fünf Jahren auch um 37% erhöht hat. Mit anderen Worten: es wird deutlich, dass betroffene Menschen heutzutage weniger dazu bereit sind, so demütig wie früher ein schlimmes Leiden aus „Gottes Hand“ anzunehmen. Das mag man beklagen, anprangern oder verurteilen, man wird diese Tendenz aber nicht durch strikte Verbote stoppen können.

Überhaupt nicht einverstanden bin ich mit Professor Boer, wenn er sagt, dass Sterbehilfe grundsätzlich nicht von Ärzten geleistet werden solle, weil es deren Aufgabe ist, Leben zu retten. Er beklagt, dass es in Holland zu 94% die Ärzte sind, die Sterbehilfe leisten. Im Gegensatz zu seiner Auffassung ist das für mich ausgesprochen positiv. Ich wünsche mir nicht, dass Sterbehilfe hauptsächlich von Laien geleistet wird. Natürlich ist es die vordringlichste Aufgabe eines Arztes, Leben zu retten, aber wenn dadurch lediglich Leiden ohne jede Lebensqualität verlängert wird, sehe ich keinen Sinn darin.

Liebe Mane, die unterschiedlichen Auffassungen im Detail machen es unmöglich, eine Lösung zu finden, mit der alle zu 100% einverstanden sind. Ich vermute, dass auch wir nicht zu einer völlig einvernehmlichen Meinung kommen, obwohl unsere Einstellung sich in vielen Punkten deckt.

Mich erschreckt der Gedanke nach wie vor weitaus mehr, als unheilbar kranker und leidender Mensch irgendwann keine Sterbehilfe zu erhalten und von anderen gezwungen zu werden, mein Leiden zu ertragen, als dass ich mich davor fürchte, gegen meinen Willen „totgemacht“ zu werden.

Ich akzeptiere, wenn andere das genau umgekehrt sehen und wünsche mir deshalb, wie ich schon wiederholt sagte, dass das Selbstbestimmungsrecht des unheilbar kranken, aber geistig voll orientierten Patienten immer Vorrang vor dem Willen der Ärzte und des Pflegepersonals hat.  

Augenblicklich habe ich keine neuen Argumente mehr, die ich vorbringen könnte. Falls dir noch etwas einfällt, bin ich aber gerne bereit, mich damit auseinanderzusetzen. Ansonsten bedanke ich mich für die faire Diskussion und beende von meiner Seite aus das Thema.

Liebe Grüße, Lalelu
 

hat auf das Thema RE: Die Würde des Menschen.... im Forum Aktuelle Themen geantwortet

Liebe Mane,

ich hatte die weltweit erschreckend hohe Zahl der Kinderehen an dieser Stelle hauptsächlich deshalb angeführt, weil Olga meint, der Terminus der „ehelichen Pflicht“ sei längst überholt. Ich kann mir aber überhaupt nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der Kinderbräute die Wünsche ihrer teilweise viel älteren Ehemänner gerne erfüllt.

Wie viele erwachsene Frauen auf der Welt und auch in Deutschland „es“ ebenfalls ohne Freude nur deshalb tun, weil ihre Ehemänner es von ihnen erwarten und es als „eheliche Pflicht“ ansehen, wird niemand verlässlich beantworten können, weil die Dunkelziffer hoch ist.

Deshalb ist der Terminus als solcher ganz und gar nicht längst überholt. Auch wenn man hierzulande diese eheliche Pflicht nicht mehr einklagen kann, spukt sie noch immer in vielen Köpfen herum.

Mit den Flüchtlingen ist das Problem sogar wieder konkret geworden. Ich bin überfragt, wie die Rechtsprechung in den Heimatländern der Flüchtlinge aussieht, nehme aber an, dass die „eheliche Pflicht“ in patriarchalisch geprägten Ländern als völlig normal angesehen und eine Weigerung als Eheverfehlung angesehen wird – falls nicht de jure, dann de facto.

Solange erwachsene Frauen in einem solchen Land freiwillig eine Ehe eingehen, wissen sie wahrscheinlich zumindest, was sie erwartet, aber besonders schlimm finde ich es, wenn junge Mädchen zwangsverheiratet werden. Bestimmt haben viele von ihnen kaum eine Vorstellung davon, was auf sie zukommt und können aus einer solchen Ehe auch nicht einfach wieder fliehen. Im Grunde sind sie Sexsklavinnen ihrer (oftmals älteren) Ehemänner.   

Zitat aus deinem Link: Viele reiche ältere Männer nutzen diese Situation aus und kaufen junge Mädchen als ihre Zweit- oder Drittehefrau", erklärt Michell“. 

Wenn ich das lese, wird mir übel! Leider wird die Situation nicht besser, sondern schlimmer, wenn man ntv glauben kann:

Die Kinderrechtsorganisation "Save the Children" warnt vor einer wachsenden Zahl von Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden. Das geht aus einem anlässlich des heutigen Weltmädchentags veröffentlichten Bericht hervor. Demnach leben derzeit weltweit rund 700 Millionen Frauen und Mädchen in Ehen, die vor ihrem 18. Lebensjahr geschlossen wurden. Im Jahr 2050 könnten bis zu 1,2 Milliarden Frauen und Mädchen betroffen sein, schätzt "Save the Children".

In Ländern wie Afghanistan, dem Jemen, Indien und Somalia würden Mädchen teilweise bereits im Alter von 10 Jahren verheiratet, heißt es in dem Bericht.

Das Zitat am Ende deines Beitrages ist so wichtig, dass ich es noch einmal wiederhole:

 "Einer der Hauptgründe ist die Geschlechterungleichheit und der "Wert" der Mädchen. Sie würden bloß als künftige Ehefrauen und Mütter gesehen. "Die Eltern und die Gesellschaft schätzen sie weniger als Jungs und halten es nicht für notwendig, in ihre Bildung zu investieren oder Alternativen zu einer Kinderehe zu suchen."

Das ist leider in Familien mit Migrationshintergrund auch bei uns oft nicht anders, auch dann nicht, wenn sie schon lange hier leben und die Kinder bereits hier geboren wurden. Man kann nur hoffen, dass diese Einstellung allmählich verschwindet und die Mädchen der kommenden Generationen als gleichwertig angesehen werden und selbst bestimmen können, wie sie ihr Leben gestalten möchten.

Lalelu
 

hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet
Liebe Mane,

vielen lieben Dank – ja, ich hatte gestern einen wunderschönen (und lebhaften) Familientag. Zwar war ich am späten Abend platt, bin aber wieder munter und will jetzt den zweiten Teil deines gestrigen Beitrages beantworten.

Das Video zum Umgang mit Patientenverfügungen, welches du eingestellt hast, ist schwer zu verdauen. Ich hatte weiter vorne im Thread bereits Folgendes geschrieben:

Die Frage, ob die Pharma-Industrie und die Hersteller medizinischer Geräte in erster Linie am Wohl der Patienten oder an ihren Umsatzzahlen interessiert sind, steht im Raum“.

Ich kann nicht beurteilen, ob man das Ergebnis der Stichproben von MONITOR als repräsentativ für Deutschland betrachten kann, aber die Aussage von Dr. Thöns ist jedenfalls eindeutig. Ich zitiere ihn:

Ich erlebe immer mehr, dass Patienten eben nicht nach ihrem Wohl behandelt werden, sondern zunehmend als Objekt gesehen werden, damit man an Hand ihrer Krankheiten und mit den dann möglichen Operationen möglichst viel Geld einnehmen kann“.

Meine Befürchtungen werden in der Realität anscheinend noch übertroffen. Wenn fünf der sechs getesteten Pflegedienste dazu bereit sind, sich ohne jeden Skrupel über eine vorliegende Patientenverfügung hinwegzusetzen und einen Patienten gegen seinen erklärten Willen an ein Beatmungsgerät zu hängen, zeigt das deutlich, dass ihr eigenes finanzielles Wohl anscheinend mehr Gewicht hat als der Wunsch der betroffenen Patienten.

Bei 20.000 € bis 25.000 € pro Monat (!) und Beatmungspatient ergibt sich bei bei 15.000 Menschen, die in Deutschland an Beatmungsgeräten hängen, immerhin ein Betrag zwischen 300.000.000 € und 375.000.000 € pro Monat. Im Jahr sind das Milliardenbeträge, die gezahlt und kassiert werden.

Im Video wird auch gesagt, dass die Zahl der Pflege-WGs in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“. Dass Pflegedienste und Gerätehersteller ebenso wie die Pharmaindustrie entschieden gegen Sterbehilfe votieren, rundet das Bild ab.

Ich wiederhole, was ich schon weiter vorne gesagt hatte:

Ohne zynisch werden zu wollen, frage ich mich ernsthaft, auf welcher Seite der Missbrauch häufiger vorkommt: bei denen, die für aktive Sterbehilfe eintreten oder bei denen, die sie kategorisch ablehnen“.

Wie ich gestern schon schrieb, finde ich es absolut in Ordnung, dass professionelle Sterbehilfe angemessen bezahlt wird. Das gilt natürlich auch für Pflegedienste und für lebensverlängernde Maßnahmen. Sowohl das eine als auch das andere darf aber nur dann angewandt werden, wenn der Patient ausdrücklich zugestimmt hat, sei es in der akuten Situation oder einer Patientenverfügung, die regelmäßig neu unterschrieben wird.

Ich bleibe bei meiner Auffassung: Wer sterben will, weil eine unheilbare Krankheit ihm das Leben unerträglich macht, soll dazu professionelle Hilfe bekommen, falls er es bei klarem Verstand wünscht. Wer trotzdem weiter leben will, bis er eines natürlichen Todes stirbt, soll das ebenfalls dürfen und jede mögliche Hilfe erhalten. Nur der EIGENE Wille soll maßgeblich sein!

Obwohl ich selbst Sterbehilfe befürworte, wenn eine unheilbare Krankheit vorliegt und das Leben unerträglich wird, hätte ich für meine Mutter niemals darum gebeten, egal wie schlecht es ihr gegangen wäre. Ich wusste, dass sie das als gläubige Katholikin strikt abgelehnt hätte und hätte ihren Willen respektiert. Zum Glück stellte sich diese Frage bei ihr nie. Sie starb nach einem kurzen Krankenlager im Alter von 92 Jahren eines natürlichen Todes.

Lalelu
 
hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet

Liebe Mane,

du hast recht, unsere Meinungen gehen nicht weit auseinander. Sie unterscheiden sich aber in einigen Details, auf die ich eingehen möchte:

Zitat von Mane

 Dabei gehen mir, wie ich bereits geschrieben habe, die Bestimmungen in den Niederlanden zu weit. 2012 öffnete dort die erste 
Lebensende-Klinik, dessen Personal von der Durchführung der Tötung von Menschen ihr Einkommen bestreitet. Diese Klinik wurde für Patienten eingerichtet, deren Ärzte ihren Wunsch nach Sterbehilfe nicht erfüllen wollten. Zusätzlich leisten von dort mobile Teams aktive Sterbehilfe bei den Menschen zu Hause.


Es hört sich sehr negativ an, wenn du schreibst: dessen Personal von der Durchführung der Tötung von Menschen ihr Einkommen bestreitet.

Anders ist es aber doch gar nicht möglich. Natürlich müssen die Ärzte und das Pflegepersonal ein Einkommen haben. Gerade bei Sterbehilfe ist es mir wichtig, dass qualifizierte und für diese sensible Aufgabe besonders geschulte Menschen damit betraut werden. Das sollte doch niemand ehrenamtlich nach Feierabend übernehmen.

Ich habe deinen Link zur Lebensende-Klinik angeklickt und in dem Text nichts gefunden, was ich verwerflich finde oder beanstande, ganz im Gegenteil. Der folgende Auszug entspricht genau meiner Meinung:

In den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen legal. Dazu muss ein Patient aussichtslos krank sein, unerträglich leiden und selbst den Wunsch geäußert haben sterben zu wollen. Außerdem muss jeder Fall gemeldet werden“.

Das unterschreibe ich ohne Abstriche.

Du schreibst weiter: Bedenklich finde ich auch, dass manche niederländische Bürger eine "Credo Card" in ihrer Geldbörse haben, auf der ihr Lebenswunsch eingestanzt ist: "Maak mij neet dood, Dokter".

Ich finde diese Karte nicht bedenklich; für mich sorgt sie für Klarheit und erspart - ähnlich wie der Organspenderausweis - verantwortungsvollen Ärzten und Pflegern bei diesem in jeder Hinsicht schwierigen Thema das Rätselraten, was der Betreffende will.

Bedenklich fände ich es, wenn dieser klar geäußerte Wille nicht respektiert würde!!

Liebe Mane, ich möchte auch noch zum zweiten Teil deiner Mail etwas sagen, aber erst morgen. Der Rest des heutigen Tages gehört bis zum sehr späten Abend meiner Familie.

Liebe Grüße, Lalelu
 
hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet

Danke für deine Antwort, Songeur! 

Lalelu

hat auf das Thema RE: Die Würde des Menschen.... im Forum Aktuelle Themen geantwortet

@Femmefatale: Danke für deine Zustimmung.

Zitat von Olga:

Ich persönlich finde es aber schon seltsam, in einer Beziehung zu leben, wo irgendjemand von diesem längst überholten Terminus "ehelicher Pflichten" spricht.

Sie finden den Terminus der „ehelichen Pflicht“ längst überholt? Vielleicht fragen Sie einfach einmal die 100.000 Frauen, die nach einem Bericht des BKA allein in Deutschland pro Jahr Opfer von Gewalt in der Partnerschaft werden, wie die das sehen.

Alternativ können Sie auch die 700 Millionen Mädchen unter 18 fragen, die weltweit verheiratet sind. Mehr als 250 Millionen davon sind jünger als 15 Jahre; es sind sogar Kinder darunter, die erst neun oder 10 Jahre alt sind und zwecks Eheschließung an deutlich ältere Männer verkauft wurden.

In Deutschland leben übrigens ebenfalls 361 verheirate Kinder unter 14 Jahren.

Aber der Terminus der „ehelichen Pflicht“ ist nach Ihrer Auffassung längst überholt …. emoji_astonished

Eine kleine Auswahl von Links zum Thema: 

Frauenhäuser überbelegt

Zwangsheirat

Zahl der Kinderehen steigt deutlich

In Deutschland leben 361 verheiratete Kinder

Vier Kühe für eine zwölfjährige Braut
hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet
Zitat von Lalelu:

"Ich frage mich, ob alle den letzten Schritt getan hätten, wenn sie begründete Hoffnung auf Sterbehilfe gehabt hätten".



Antwort von Mane:

Ich nehme an, dass bei den von dir aufgeführten Suiziden, die wenigsten Menschen an unheilbaren Erkrankungen litten, die ihnen das Leben unerträglich machten, um Aussicht auf Sterbehilfe zu haben. Sind Menschen so verzweifelt, dass sie nicht mehr leben wollen, kann das viele Gründe haben. Psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder Angststörungen, persönliche Krisen, Verlust eines geliebten Menschen u.a. 

Liebe Mane,

es ist richtig, was du sagst: Von den ca. 10.000 Menschen, welche sich in Deutschland pro Jahr das Leben nehmen, hatten rund 90% psychische Probleme, wobei aus dieser Angabe allerdings nicht hervorgeht, bei wie vielen von ihnen die Probleme durch eine unheilbare Krankheit hervorgerufen wurden.

Quelle

Das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass rund 10% für ihren Suizid andere als psychische Gründe hatten; immerhin sind das jährlich 1000 Menschen.


Auch dazu ein Zitat aus einem Text

"Häufig wird die Suizidalität älterer Menschen in enger Beziehung zu psychischen Erkrankungen , insbesondere zur Depression beschrieben. Des Weiteren spielt die Zunahme der somatischen Multimorbidität eine wesentliche Rolle, insbesondere neurologischer Störungen und maligner Erkrankungen, verbunden mit funktionellen Störungen und Einbußen, etwa wie Schmerzsyndromen, Immobilität und Sehbehinderungen"

Ich bin überzeugt davon, dass von den 1000 Menschen, die sich wegen anderer Erkrankungen das Leben nehmen, aber auch von den 9000 psychisch Kranken etliche gar nicht an Suizid gedacht hätten, wenn sie für den Fall, dass es ganz unerträglich wird, die Option Sterbehilfe gehabt hätten.

Wer weiß schon, wie oft ein Mensch sich nur deshalb das Leben nimmt, weil er befürchtet, es später nicht mehr allein zu können und dann ohne Sterbehilfe lange leiden zu müssen. Potentiell mögliche Sterbehilfe könnte daher letztendlich sogar Leben retten.

Mir geht es wie deiner und meiner Freundin, die sich beide einen Tablettenvorrat für den Ernstfall angespart hatten, bzw. haben: Auch für mich wäre es eine Beruhigung, zu wissen, dass ich bei unheilbarer Krankheit, die mein Leben unerträglich macht, nicht bis zum natürlichen Ende aushalten muss. Leider sind diese Tabletten aber nutzlos, wenn man sie nicht mehr ohne Hilfe einnehmen kann.

Deshalb ärgert und erschreckt mich die Vorstellung schon heute, entgegen meinem eigenen Wunsch als unheilbar kranker und leidender Patient irgendwann keine Sterbehilfe zu erhalten, weil ANDERE das nicht wollen. Meine Furcht vor Missbrauch der Sterbehilfe hält sich hingegen in Grenzen.

Wer kein Vertrauen zu seinen Ärzten und zum Pflegepersonal hat, dürfte streng genommen auch keine Patientenverfügung unterschreiben, in welcher er festlegt, dass bestimmte lebensverlängernde Maßnahmen untersagt sind. Ausgeschlossen ist Missbrauch schließlich auch dabei nicht. Vom Organspenderausweis will ich erst gar nicht reden.

Schon gut – ich weiß, dass besonders die letzte Bemerkung Sarkasmus pur ist. Ich will damit nur ausdrücken, dass man als hilfloser Patient besonders arm dran ist, wenn man zusätzlich zur Angst vor seiner Krankheit in allen möglichen Bereichen Angst vor Missbrauch hat.

Ich bin nicht blauäugig und weiß, dass er vorkommt, habe aber mehr Vertrauen zu meinem Hausarzt als zu einem x-beliebigen Richter, der mich überhaupt nicht kennt und hätte auch bei Legalisierung der Sterbehilfe keine Sekunde Angst davor, vom Arzt meines Vertrauens zu früh ins Jenseits befördert zu werden.

In Holland wird übrigens der Freitod in 84,5 % der Fälle vom Hausarzt begleitet.

Auszug aus einem Text über Sterbehilfe in Holland:

Eine besondere Rolle spielt dabei die persönliche, professionelle Betreuung durch den Hausarzt. 84,5 Prozent der Freitodbegleitungen erfolgen in seiner Anwesenheit – also auch ggf. im Pflegeheim oder Altersheim - der es dann an die Kontrollkommission berichtet“.

@Songeur: Weißt du, wie es in Belgien ist?

Lalelu
 
hat auf das Thema RE: Die Würde des Menschen.... im Forum Aktuelle Themen geantwortet

Ich möchte noch einmal auf Manes Beitrag vom 18.10. 19:43 Uhr zurückkommen:

Zitat von Mane:

Verstößt Prostitution gegen die Menschenwürde?
"Da die Prostitution und das sie begleitende Übel des Menschenhandels zum Zwecke der Prostitution mit der Würde und dem Wert der menschlichen Person unvereinbar sind und das Wohl des einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft gefährden..."
 
So beginnt die Resolution der Generalversammlung von 1949 zur Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer. Auch, und das wird betont, wenn die "in der Prostitution ausgenutzte Person selber damit einverstanden" ist, es also "freiwillig" tut.
Mane

 

Meine Meinung dazu: Ich gehe davon aus, dass sich alle einig sind, dass jede Form der Prostitution, die mit Zwang einhergeht, ein Angriff auf die Menschenwürde ist. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Wenn jedoch ein Mensch (Frau oder Mann) behauptet, es freiwillig zu tun, bin ich zwiegespalten. Was ist in diesem Fall „freiwillig“? Ich stimme Klaro zu, die sagt:

Freiwillig  ....dieser Begriff ist relativ,  finde ich. Freiwillig prostituiere ich mich auch, wenn ich es nur wegen dem Geld mache. Deswegen prostituiere ich mich aber  nicht gerne ( das gibt es ja auch) sondern gezwungenermaßen, somit also unfreiwillig.

So sehe ich es auch. Auch wenn kein Zuhälter Druck ausübt, und es „nur“ finanzielle Gründe sind, erscheint die „Freiwilligkeit“ in einem zweifelhaften Licht.

Ich schließe allerdings nicht aus, dass es auch Menschen gibt, die sich aus unterschiedlichen Gründen wirklich freiwillig und gerne prostituieren. Dann sehe ich keinen Angriff auf die Würde. Ein Beispiel: Prostitution in ausgesuchten Etablissements, wo sich die Wünsche der Kunden und der Prostituierten decken. Die finanzielle Seite spielt dabei vielleicht sogar nur die zweite Rolle.

Ich gestehe erwachsenen Menschen die Freiheit zu, in gegenseitigem Einvernehmen das miteinander zu tun, was ihnen beliebt. Auch wenn eine Seite dafür bezahlt und es sich daher um Prostitution handelt, wird in einem derartigen Fall die Würde der Beteiligten nach meiner Meinung nicht verletzt.

@Mane: Du hast es bereits mit anderen Worten ausgedrückt:

Selbstbestimmtheit  beinhaltet auch das Recht, frei über sich und seinen Körper zu entscheiden. Auch „unvernünftige“  Handlungen sind erlaubt, ebenso sich in „unwürdige“ Situationen zu bringen, wenn sie mit den Gesetzen vereinbar sind.

Dem stimme ich absolut zu. Bei Zwang, der immer ein Angriff auf die Würde ist, muss man aber nicht nur an Prostitution denken. Dass viele Frauen sogar in ihrem Zuhause nicht vor Würdeverlust geschützt sind, ist kein Geheimnis. Ich weiß nicht, wie viele von ihnen weltweit gegen ihren Willen „eheliche Pflichten“ erfüllen müssen oder vom eigenen Mann vergewaltigt werden. Das ist in meinen Augen demütigender als Prostitution, wenn diese wirklich ohne Zwang ausgeübt wird.

Lalelu
 
hat auf das Thema RE: Warnung vor Betrügern im Forum Schwarzes Brett geantwortet
Vorsicht: Raymund ist erneut da mit dem uns bereits bekannten Text.....sein Nick ist
"CLITHZ", wie dumm muß er sein, dass er immer dieselbe "Masche" anwendet...
mit Gruß von ladybird
Könnte es sein, dass er gar nicht dumm ist? Ein gewiefter Betrüger, der Opfer sucht, würde doch sicher nicht wochenlang im ST denselben Text verschicken, besonders dann nicht, wenn wiederholt vor ihm gewarnt wurde.

Allmählich habe ich den Eindruck, dass hier jemand bewusst die Admins ärgern will, die seine neu angelegten Profile immer wieder löschen müssen. Gerade dadurch, dass er den bekannten Text unverändert übernimmt, will er beweisen, dass es sich immer wieder um dieselbe Person handelt, die nicht vertrieben werden kann.

Hmm, ist nur eine Idee ….

Lalelu
hat auf das Thema RE: ... zum Paragraph 217 StGB im Forum Innenpolitik geantwortet
Liebe Mane,

ich habe den Artikel, den du verlinkt hast, aufmerksam gelesen: Gerbert van Loenen: Sterbehilfe in den Niederlanden

Die Kritik darin richtet sich aber nicht per se gegen Sterbehilfe, sondern um deren leichtfertige Gewährung oder sogar um Missbrauch. Es entspricht auch meiner Überzeugung, dass man versuchen muss, dies durch strengste Auflagen und Kontrollen weitgehend unmöglich zu machen. In diesem Punkt sind wir uns völlig einig.

Dass man aber auch den Menschen, die ohne jeden Zweifel klar orientiert sind und ihre Situation unerträglich finden, aktive Sterbehilfe verweigern möchte, weil bei nicht orientierten Menschen Missbrauch möglich ist, sehe ich nach wie vor nicht ein.

Dadurch fördert man meiner Meinung nach bei denen, die noch dazu in der Lage sind, eher den sogenannten Sterbehilfe-Tourismus in Länder, in denen die Gesetze liberaler sind, illegale Sterbehilfe, oder Suizid ohne jeden Beistand. In Deutschland starben in den letzten Jahren im Durchschnitt 10.000 Menschen durch Selbstmord.


Auszug aus Statista:

Damit sterben in Deutschland deutlich mehr Menschen durch Suizid als zum Beispiel aufgrund von Verkehrsunfällen, Drogen und HIV zusammen. Dem Statistischen Bundesamt zur Folge dominiert unter den gewählten Methoden die Selbsttötung durch Erhängen, Strangulieren oder Ersticken, wobei der am häufigsten für Suizide ausgewählte Ort die eigene Wohnung ist.

Quelle

Ich weiß nicht, wie viele von diesen Menschen nicht nur sich selbst das Leben nahmen, sondern beispielsweise bei absichtlich herbeigeführten Verkehrsunfällen oder bei Familiendramen andere mit in den Tod rissen oder nach einem Sprung von der Brücke, vor einen Zug usw. von völlig Unbeteiligten geborgen werden mussten, die danach große psychische Probleme hatten.

Ich frage mich, ob alle den letzten Schritt getan hätten, wenn sie begründete Hoffnung auf Sterbehilfe gehabt hätten. Eine gute Freundin, die an Krebs erkrankt war, ihn aber glücklicherweise besiegt hat, erzählte viele Jahre später, dass sie damals heimlich über einen längeren Zeitraum hinweg so viele hochwirksame Tabletten gesammelt hatte, dass sie sich damit das Leben hätte nehmen können. Diesen Tabletten-Vorrat hat sie nie angerührt, aber er gab ihr die Kraft, die strapaziöse Behandlung zu ertragen, weil sie wusste, dass sie im schlimmsten Fall die Möglichkeit zum Suizid gehabt hätte.

Liebe Mane, ich respektiere deine Vorbehalte und sehe sie als berechtigt an, wenn jemand sich nicht selbst artikulieren kann. Trotzdem möchte ich mir aber nach wie vor nicht von anderen vorschreiben lassen, ob ich bei unheilbarer Krankheit ein für mich unerträgliches „Leben“ bis zum natürlichen Ende abwarten muss oder den unabwendbaren Tod beschleunigen darf.


Zwar weiß ich, dass eine derartige Verfügung als Anlage zu meiner vorhandenen Patientenverfügung momentan ohne praktischen Wert ist, aber ich werde trotzdem eine aufsetzen und regelmäßig neu unterschreiben. Vielleicht hilft sie mir ja eines Tages …

Liebe Grüße, Lalelu
 
Zitat von Lissy52

Leider sind die Befürworter zum Teil so fanatisch, dass man beschimpft wird, wenn man wagt auf strengere Regeln in D zu hoffen und auf Missstände in den Niederlanden hinweist.
Ich befürchte daher, dass  auch dieser Link nicht zur  sachlichen Diskussion führt. 

 

@Lissy52: Es ist schon eigenartig, wie unterschiedlich das subjektive Empfinden sein kann. Umgekehrt wird nämlich auch ein Schuh daraus. Mit gleichem Recht könnte ich sagen:

„Leider sind die Gegner von Sterbehilfe teilweise so doktrinär, dass sie sogar erwachsenen Menschen, die im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind und unsagbar leiden, das Recht verweigern, selbstbestimmt und wohlüberlegt Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu wollen und sie beschuldigen, durch ihr Ansinnen Missbrauch, Mord und Totschlag Tür und Tor zu öffnen“.

Lalelu
  • Montmartre

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    1 Mein Hundeleben Vor langer Zeit – ich war noch klein – trat ich in euer Leben ein, bekam zu trinken und zu essen und Liebe pur, nicht zu vergessen; lernt' alles, was man braucht im Leben wie "...

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Gästebuch
marianne
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marianne -

Merci beaucoup!
-Esperanto "kann"  ich besser:

Mi gxojas, ke vi estas cxi tie (ist auch nicht korrekt,aber  ich bekomme die Apostrophen (sagt man so?) nicht hin.

tre kore     Marianne

CharlotteSusanne
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CharlotteSusanne -
Ganz liebe Wochenendgrüße ! Ich hab hier schnell mal geguckt, ob Du "zufällig" Geburtstag
hast, weil es nicht mehr angezeigt wird.! Einen schönen Urlaub im Bayrischen Wald
wünscht Dir mit herzlichen Grüßen
Charlie
( das Foto läßt sich leider nicht besser einstellen)
Tina1
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Frohe Weihnacht Tina1 -
omaria
Mitglied
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Grüße dich! omaria -
Liebe *lalelu*!
Ein vielfaches für deine Beiträge in den (unpolitischen) Diskussionen!
Immer wieder stelle ich Übereinstimmungen mit meiner Meinung fest,
aber ich halte mich - wie viel andere ST-user - inzwischen aus allen Diskussionen heraus!

Doch du sollst wissen, dass ich manches sehr aufmerksam lese,
und mir dazu meine Gedanken mache...

Herzliche Grüße aus dem Münsterland
Maria

pippa
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Moin, liebe Monika, pippa -
nun habe ich die diesjährigen Orchideen bewundern können. Es war einfach wunderbar (am Pfingstsonnabend). Die Wiesen waren voller Knabenkraut in allen Variationen, die Insekten summten und überall hörte man den Feldschwirl.







Versch. Knabenkraut und Ragwurz



Am nächsten Tag wanderten wir hier bei uns im Oberharz und hatten das Kontrastprogramm.
Bei Schnee- und Graupelschauern froren wir trotz Mütze und Handschuhen.
Liebe Grüße
(wie geht es Deinem Mann?)
Heidi


pippa
Mitglied
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Moin, liebe Monika, pippa -
nur so zwischendurch, weil ich mal am PC sitze und reime, ganz liebe Grüße aus dem Harz.
Wie ich gestern feststellen musste, ist es ein paar Meter höher noch immer tief verschneit.
Aber im Vorharz ist hoffentlich der Frühling etwas weiter. Wir wollen nämlich morgen eine Orchideenwanderung machen.





Diese sind aus dem Vorjahr (Teufelskralle und Knabenkraut)
HARZLICHE Grüße
Heidi
Tina1
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Liebe Monika, ich wünsche dir ein frohes Osterfest, mit viel Sonnenschein Tina1 -


..hier noch ein kleiner, persönlicher Frühlings.-u. Ostergruß per Clip (Blog)

Ostergrüße
pippa
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Goldenes Prag pippa -
Du siehst, liebe Monika, ich habe nicht gelogen.







Liebe Grüße
Heidi
goldbusch
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Lasse Grüße da , Bärbel goldbusch -

Liebe Monika , habe deine mail noch nicht beantwortet hab wenig Zeit mein Mann ist erkrankt und bedarf der Pflege. Melde mich so bald alles lockerer wird , alles Liebe alles Gute Bärbel
marianne
Mitglied
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Encore une fois: marianne -
Merci beaucoup!!

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