Meine rstes Fortbewegungsmittel


Meine rstes Fortbewegungsmittel

Mein erstes Fortbewegungsmittel...
das waren Rollschuhe. Nicht so schön leichte wie es sie später gab, sondern schwere, verstellbare, an denen man lange hatte, da sie den Schuhgrößen angepasst werden konnten.
Herrlich, ja das Gefühl war wunderbar, wenn man damit lossauste... Wir hatten eine wunderschöne Straße, auf der man ungehindert lernen konnte. Viel Autoverkehr gab es zu dieser Zeit bei uns noch nicht. Nur ab und zu ein Traktor oder ein Pferdefuhrwerk, dem man ausweichen musste. Die Straße war lang, es ging fast nur grdeaus. Am Ende des Stadtteils ging es dann ein ein gutes Stück leicht bergab und wir kamen mächtig in Fahrt. Nachdem mein Bruder Rainer und ich ordentlich in der Nähe des Hauses geübt hatten, konnten wir den Weg zu unseren Großeltern in das andere Stadtteil mit den Rollschuhen fahren. Kurz bevor wir unser Ziel erreicht hatten, war es sinnvoll die Rollschuhe auszuziehen, denn wir mussten einen großen Marktplatz überqueren und die Gefahr dort zu stürzen wr doch recht groß.
Aber bei den Großeltern konnten wir, wenn wir Lust hatten auch im Hof noch ein bisschen fahren. Obwohl der holprig war,stürzten wir nie. Meist hatten wir bei Oma und Opa aber etwas anders zu tun, nämlich frisch gebackenen Kuchen oder leckeren Pudding zu essen, mit den von Oma gesammelten Sachen spielen - Käseschachteln, Streichholzschachteln und im Herbst Kastanien - oder wir halfen Opa dabei Steine im Garten aufzusammeln. Der Heimweg war dann etwas schwieriger, denn dort wo es vorher bergab ging mussten wir nun bergauf fahren.
Meistens fuhren wir jedoch in der Nähe unseres Hauses. Der Bürgersteig war breit und zwei Häuser neben uns gab es eine Stange über dem Gehweg, wo normalerweise Fahrräder abgestellt wurden. Wenn keins da waren, machten wir mit den Rollschuhen an den Füßen einen Überschlag, bevor wir weiter fuhren. Die Pflastersteine des Bürgersteigs verursachten ein Kribbeln in unserem Bauch, was wir ganz lustig fanden.
Viele Jahre hatten wir Freude mit unseren Rollschuhen und nutzten die schönen Tage mit Sonnenschein auch reichlich aus, wenn.. ja, wenn wir nicht einen unseren Streiche vor hatten und mit den Fahrrädern, welche wir zwischenzeitlich bekommen hatten, unterwegs waren. Leider hat unsere Mutti die Rollschuhe verschenkt als wir 11 und 12 Jahre alt waren.
Radfahren hatte ich schon viel früher gelernt und ein kleines, gebrauchtes Kinderrad war mein zweites Fahrzeug. An den Wochenenden machten wir mit der ganzen Familie Radtouren, Wenn die andern einmal in die Pedale treten mussten, waren es bei mir mindesten 3 oder 4 Tritte. Das machte mir aber nichts aus. Ich freute mich immer darauf. Oft fuhren wir an den Rhein. Bei einer Krippe lernten wir dann schwimmen. Mit Autoreifen als Schwimmhilfe, oder zusmmen gebundenen Weinkorken! Und vati kochte auf einem Esbitkocher Vanillepudding. Davor gab es Kartoffelsalat und Hering in Tomatensoße.
Es gab übrigens noch keine Fahrradhelme. Einige Jahre später schon, aber da war auch der Autoverkehr schon wesentlich größer und das Radfahren auch in unserer Straße eingeschränkt. Für meinen Bruder wäre es gut gewesen hätte es, als er 15 Jahre alt war, Helme gegeben. Aber das ist eine trurige Geschichte, die ich vielleicht ein ander Mal erzähle.
Warum ich jetzt diese Geschichte erzähle? Ich habe jetzt, 2021,  tatsächlich zum ersten Mal in meinem nun schon langen Leben ein NEUES Fahrrad bekommen und bin richtig stolz damit. Übrigens keins mit Motor!
Übrigens: das beigefügte Bild war 2013, auf einer unserer Touren am Main entlang.


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Kommentare (4)

Rosi65

Liebe Sami2015,

ist es nicht wunderbar, wenn sich solch eine schöne Kindheitserinnerung für immer ins Gedächtnis eingekuschelt hat?
Als Kind schaute ich immer sehnsüchtig den Nachbarskindern zu, wenn sie mit großem Spektakel Bürgersteige und Straßen unsicher machten. Ihre Rollschuhe besaßen damals Eisenrollen, die einen herrlichen Lärm verursachten. Wie gerne hätte ich damals auch solche Rollschuhe besessen. Lange hatte ich sie mir gewünscht, doch ich bekam leider keine. Mehrere Geburtstage vergingen...aber wieder nichts.

Doch dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet, bekam ich ein Paar moderne HUDORA-Rollschuhe mit schwarzen Gummirollen zu Weihnachten geschenkt. Ich kann mich sogar noch an das Kartonagenbild erinnern, auf dem mich zwei glückliche Kindergesichter mit roten Bäckchen anstrahlten. Meine Seele war so glücklich, dass ich dieses Geschenk, als ich es anprobierte, niemals wieder ausziehen wollte... auch dann nicht, als ich zur späteren Stunde ins Bett musste.😅

Herzliche Grüße
    Rosi65
 

floravonbistram

Ja, an die verstellbaren Rollschuhe erinnere ich mich. Ich erbte meine von meinem älteren Bruder. Doch zuvor lernte ich 7 jährig Fahrrad fahren...hatte zwar kein eigenes Rad, aber das Rad meines Vaters...mein Bruder half mir...ulf bringt uschi radfahren bei 1956 20-52-59_0055.jpg

Rosi65

@floravonbistram

Was für ein entzückendes Foto, liebe Flora! Bestimmt war Dein Vater der Fotograf. 

Viele Grüße
   Rosi65

floravonbistram

@Rosi65  Vater und Mutter fotografierten beide gern und viel, gemessen an den Kosten, die das damals noch mit sich brachte.


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