Reisen nach Gefühl


Reisen nach Gefühl


 

Viele Jahre war ich mit dem Fahrrad in unserem schönen Europa unterwegs. Viele meiner Erlebnisse auf diesen manchmal anstrengenden Reisen waren lebendige Höhepunkte, denen man im normalen Alltag kaum begegnet. Ich habe diese ungewöhnlichen Ereignisse immer geliebt. Sie zeigten mir immer das Leben, wie es wirklich ist.
Meistens sah ich ja alles mit meinen »Terminaugen« und verlor dabei manchmal den Blick für die kleinen Dinge, die auch schön sein können.
Die Höhepunkte meiner »gefühlten« Reise waren dann auch nicht die interessanten Besuche von alten Kirchen oder Schlössern, sondern die vielen überraschenden Begegnungen mit Menschen, die man nicht planen kann!
Ich fragte ein älteres Ehepaar nach dem Weg - und saß wenig später mit ihnen in ihrem Garten bei einer kühlen Limonade.
Ich traf die alte Küsterin der Dorfkirche und fragte sie, ob sie mir die alte Backsteinkirche von innen erklären könnte - und schon wurde ich durch die Kirche geführt und mit vielen Erklärungen auf interessante Dinge aufmerksam gemacht.
Bei einem Bauern erkundigte ich mich nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit - und ein paar Stunden später schlief ich bei ihm im Heustadel.
Oft habe ich bei »fremden« Leuten gegessen, mich mit ihnen unterhalten, gelacht, gefeiert und auch gestritten. Aber fremd waren sie mir eigentlich nie! Solche Begegnungen mit vielen wunderbaren und unbekannten Menschen bleiben mir bis heute in Erinnerung!
Siehst du, und deshalb habe ich solche Fahrten durch unser schönes Europa geliebt, ich habe die Menschen kennen gelernt, ob im Allgäu oder am Niederrhein, ob in der Bretagne oder in Jütland. Mit dem Auto unterwegs, war es selten solch ein Erlebnis.
Mit dem Fahrrad jedoch war ich allen Menschen ganz nah, so wie früher, als man noch auf Schusters Rappen unterwegs war. Und glaub mir: Ich habe noch nie so viel in der Natur gesungen wie auf diesen langen Radtouren!
Und - jedes Mal konnte es das allerletzte Mal sein, wer hätte das schon vorhersagen können? Ich jedenfalls habe es Jahr für Jahr wiederholt! Es gab unendlich viele Routen zu erleben! Meine letzte Reise endete nach 1200 km kurz vor meinem 80.
Das ist jetzt über 10 Jahre her - aber solche Erinnerungen sind wie schöne Gemälde: Sie sind immer abrufbar!


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Kommentare (2)

werderanerin

Jede einzelne Zeile kann ich nachvollziehen, weil ich ja auch unglaublich gerne durch unsere Landen radle. Allerdings habe ich dies nicht allein gemacht, hatte meinen Partner dabei und das ist für mich noch schöner.

Ich empfinde unsere Touren schon immer als bereichernd, weil man abseits von Straßen fahren kann, oft durch kleine Dörfchen kommt und somit einen ganz anderen Blick auf das Wesentliche hat. Man kann halten, wo es schön ist und alles in sich aufnehmen.

Für mich/uns war und bleibt die Natur das wirklich schöne, nichts ganz das toppen. Jede Großstadt mit ihrer Fülle , dem Lärm ist mir heute fast völlig egal.

Es gibt abseits von allem das wirklich schöne und oft auch friedliche zu sehen, seien es Menschen mit Begegnungen, seien es Tiere, die man sehen kann, seien es die wunderbaren Wege , Seen und Flüsse, abseits jeden Rummels.

Ja, lieber Pan...sicherlich hat sich vieles verändert... leider sind die, vermeintlich ruhigen Radwege oft garnicht mehr so ruhig..., viele Menschen haben das Radeln für sich entdeckt, dennoch bleibt es eine wunderbare Erfahrung auch weiterhin, weil eine Fahrt in der Natur kann schöner garnicht sein. Die kann einem niemand nehmen.

Kristine

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Lerge

Du erinnerst mich an meine jungen Jahre, lieber Pan.
Fahrradtouren bis zu den Sonnenblumenfeldern bei Graz und zum Landesende Englands.... und viele mehr. Unvergessliche Erlebnisse.

Blog-Fahrrad.jpg
 Und dann habe ich umgeschaltet. Ein Genuß seit über 50 Jahren. Geht doch auch.
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Bye bye, Lerge
 


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