Die Bundeshauptstadt ist im Karnevalsfieber.
Sie betrachtet dieses Treiben leicht amüsiert, bisher hat sie noch keinerlei Erfahrung mit den Jecken, die bunt kostümiert, lachend und singend durch die Straßen wogen.
Ihr Partner, um etliches jünger und in der Bonner Journaille zu Hause sowie ihre Freundin reden mit Engelszungen auf sie ein, heute Abend mitzukommen,
Tisch sei bereits reserviert, ein kleines Kostüm werde sich doch auftreiben lassen. Sie will keine Spielverderberin sein, sagt zu und gegen Abend stürzen sich eine elegante Femme fatale, ein bärtiger Seeräuber und sie in Röckchen und Blüschen, sommersprossengepunktet und mit diversehen kleinen Schleifchen im Har ins dolle Geschehen.
Super Stimmung, sie guckt sich um und entdeckt an der Theke lehnend einen gutaussehenden roten Teufel, der ihr ein aufreizendes satanisches Lächeln schenkt. Das fängt ja gut an, findet sie, die Musik geht ihr in die Füße, die wollen tanzen.
Der rote Teufel geht auf ihren Tisch zu, verbeugt sich kurz vor der Femme fatale und dem Seeräuber (aha denkt sie gute Bundeswehrschule) und fragt auch schon: gestatten Sie, daß ich mit Ihrer Tochter tanze?, zieht sie vom Stuhl und mit sich fort.

Völlig perplex sehen sich die elegante Femme fatale und der bärtige Seeräuber an, sie wissen nicht recht, ob sie nun lachen oder weinen sollen. Sie entscheiden sich für das Lachen und das Glucksen kommt immer noch hoch, als der rote Teufel seine Tänzerin wieder zum Tisch zurückbegleitet.

Karneval in Bonn kann doch zu und zu schön sein.

Medea.

Anzeige

Kommentare (0)


Anzeige