Das Menschleben ist Verdruss,
Streiterei und Worterguss.
Sie schlagen sich, vertragen sich.
Graben Flüsse, brechen Berge,
Dynamit macht die Natur zum Zwerge.
Wie die Irren woll´n sie schaffen,
Häuser bauen, Geld erraffen,
immer grösser, immer höher,
immer weiter und schneller.
Renommieren, präsentieren
und dem Chef hübsch apportieren.
Hat man selbst ein Gartenhaus,
stellt der Nachbar zwei hinaus.
In den Urlaub recht weit fort,
in einen feudalen Badeort,
in der heißen Sonne grillen,
nachher wie ein Nashorn brüllen,
Kaum zu Hause gehts schon weiter,
jedes Jahr sind wir noch gescheiter:
Das Bier in Rom war gar nicht gut,
wir sind gesurft, weil man das tut,
beendet lächelnd seinen Satz,
mit einem Brocken siamesisch,
spanisch oder Hong-Kongnesisch.

Die Zeit verrinnt, man merkt es nicht,
der Lebensabend kommt in Sicht,
Wässerchen und Schönheitskuren,
und am Abend nur noch murren,
weil man ja nicht alt sein will.
Kinder lachen, man schreit: "Still!"
und hört die Frau aus dem Nachbarhaus,
"Wann zieht der alte Depp bald aus?"

Man streitet mit der Nachbarin,
verzweifelt fast am Lebenssinn.

Hat man sich endlich ausgetrobt,
klopft an der Tür der Tod.
Man klammert sich gar felsenfest
ans letzte Stückchen Lebensrest,
verflucht den Gott und fleht ihn an,
dass man doch jetzt nicht sterben kann.

Doch sieht man sich sein Leben an,
wird einem klar,
als dieses einst begann,
das Ende schon geschrieben war.



 

Anzeige

Kommentare (6)

Niroines

Man muss es einfach akzueptieren, dass es so ist und schon immer
war, dann kann man gelassen sein eigenes Leben gestalten und sich Freunde
und Bekannte suche, die zu einem passen.

Dann kann das Leben toll sein!

Wünsche allen eine schöne Woche ohne Krankheiten und Ärger-

Gisa


 

mondie

Mir können diese Menschen nur leid tun,
die sich im Sog ihrer Mitmenschen mit hineinziehen lassen.
Keine Frage, die Welt ist von denen überfüllt.
Sich selbst treu zu bleiben, ist schon fast eine Kunst.

Monika
 

Syrdal


Ne... ne.... ne....  NEIN ! Soetwas hat es in meinen fast acht Lebensjahrzehnten nie und nimmer gegeben und ich hätte es auch nicht mitgemacht, keinesfalls!
Wer sein Leben so verbringt, hat es nichtachtend wertlos weggeworfen und...  ist selbst daran schuld!

 
Syrdal

APet

Lebensinhalte, wie ich sie oft beobachtet habe und immer noch sehe.
Wenn ich mich in solchen Strömungen befinde, stellt sich die Frage: will ich das?
Es gibt immer wieder Momente im Leben, wo eine Bewegung in eine andere Richtung nötig ist. 

Gut beschrieben, wie ich finde. So sind viele Menschen unterwegs. 
Ich kann für mich entscheiden, was für mich stimmt. 

Lieben Gruss, Agathe 

hustengutzje

.... ganz schön heftig!  Nur gut das alle Menschen nicht so denken wie einige die hier beschrieben sind . Hier stimme ich @ Manfred 36 zu.

Ich werde  jetzt meinen sonnigen Morgen mit Freude und bester Laune  in die neue Woche tragen.

einen schönen stressfreien Tag wünscht jochen

Manfred36

Dein Gedicht ist mir zu pessimitisch. und Determinismus ist nicht mein Bier.


Anzeige