Literatur Ich lese gerade

Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
Ostseefeuer von Eva Almstädt

Es ist der 10. Fall der Krimiserie mit Pia Korittki. Nun, ich lese gerne Romane, auch Kriminalromane, deren Handlung in bestimmten wiederkehrenden Landschaften handeln. Die Kriminalromane von Eva Almstädt handeln an der Ostsee in der Lübecker Bucht. Eva Almstädt gehört sicherlich nicht zu den ganz großen Autoren, ihre Sprache ist einfach und manchmal, wie in diesem Roman, habe ich Schwierigkeiten mit den vielen Personen die darin vorkommen. So richtig in Stimmung bringt mich die Handlung nicht, und doch finde ich die Bücher von Frau Almstädt lesenswert...
olga64
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Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf Trollblume vom 10.07.2016, 09:09:14
xxxx Seelische Trümmer von Bettina Alberti.

Es geht geht um die Kinder, die in den 50er und 60er Jahren geboren wurden.
Wir haben zwar den Krieg nicht erlebt, aber viele von leiden (unbewußt) an den Traumata unserer Eltern.

Die Geschichten, die in diesem Buch erzählt werden, kenne ich auch zum Teil. Es ist interessant, wie durch die Erziehung viele Ängste der Kriegseltern auf uns übertragen wurden.

Trollblume
[/quote]

Wenn ich Bücher dieses Genres lese, dann nur von Überlebenden der KZ`s, bzw. Menschen anderer LÄnder, die so Unsägliches durch den von den deutschen Nazis angezettelten Krieg leiden mussten und zwar unschuldig!

Ich halte gar nichts davon, dass die Nation der Täter nun ihre Psychosen ausweitet auf Menschen, die 10 - 20Jahre später geboren wurden und mit viel Mühe dann Traumata bei sich herausarbeiten, wo keine sind.
Ich bin 1944 geboren, habe Traumata dieser Art nur erlebt, wenn ich micht mit den Schandtaten der Eltern und Grosseltern oder anderer Verwandter auseinandersetzen musste, die mir dabei nicht halfen, weil sie ja nicht dabei waren.
Durch die Erziehung dieser Nazi-Generation haben wir Nachgeborenen sicherlich Defizite erlitten, die aber auch irgendwann vorbei waren als wir für unser Leben selbstverantwortlich agieren konnten. Olga
Ladouce46
Ladouce46
Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von Ladouce46
als Antwort auf olga64 vom 12.07.2016, 17:51:44
Habe jetzt „Die Lage des Landes“ von Richard Ford angefangen. Tue mich noch etwas schwer damit, denn diese endlosen Beschreibungen der Straßen und das häufige Setzen von Text in Klammern ist leicht nervend.
Vll liegt es aber auch an der Reihenfolge der von mir gelesenen Bücher. Das kenne ich schon. T.C. Boyle und dann R. Ford anschließend sind 2 sehr unterschiedliche Hüte bzgl. des Schriftstils.

Am 22.7. erscheint „Wer die Nachtigall stört“ als TB. Endlich! Ladouce

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Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 12.07.2016, 17:51:44
xxxx Seelische Trümmer von Bettina Alberti.

Es geht geht um die Kinder, die in den 50er und 60er Jahren geboren wurden.
Wir haben zwar den Krieg nicht erlebt, aber viele von leiden (unbewußt) an den Traumata unserer Eltern.

Die Geschichten, die in diesem Buch erzählt werden, kenne ich auch zum Teil. Es ist interessant, wie durch die Erziehung viele Ängste der Kriegseltern auf uns übertragen wurden.

Trollblume


Wenn ich Bücher dieses Genres lese, dann nur von Überlebenden der KZ`s, bzw. Menschen anderer LÄnder, die so Unsägliches durch den von den deutschen Nazis angezettelten Krieg leiden mussten und zwar unschuldig!

Ich halte gar nichts davon, dass die Nation der Täter nun ihre Psychosen ausweitet auf Menschen, die 10 - 20Jahre später geboren wurden und mit viel Mühe dann Traumata bei sich herausarbeiten, wo keine sind.
Ich bin 1944 geboren, habe Traumata dieser Art nur erlebt, wenn ich micht mit den Schandtaten der Eltern und Grosseltern oder anderer Verwandter auseinandersetzen musste, die mir dabei nicht halfen, weil sie ja nicht dabei waren.
Durch die Erziehung dieser Nazi-Generation haben wir Nachgeborenen sicherlich Defizite erlitten, die aber auch irgendwann vorbei waren als wir für unser Leben selbstverantwortlich agieren konnten. Olga
geschrieben von Olga


Ich habe mal das Trümmerbuch und die Verfasserin gegoogelt. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man auch für eine nicht ganz gelungene Erziehung der Kinder einfach den Krieg nehmen kann, der ist nicht in der Lage, sich zu wehren.

Dass Kinder aus den 50-er und 60-er Jahren als Nachkriegskinder bezeichnet werden, finde ich sehr seltsam. Nachkriegskinder sind in den 40-er Jahren geboren.

Um es kurz zu machen: Meine Eltern haben den 2. Weltkrieg mit allem Schrecklichen was es nur gibt erleben müssen, ich gehe da nicht ins Detail.
Danach haben sie eine große Familie gegründet und neu angefangen.

Später wurde meine Mutter mal von jemand Jüngerem nach "Kriegs-Depressionen und -Traumata" gefragt.

Sie lachte die Person aus uns sagte: Wir haben nicht zurückgeschaut, dazu war keine Zeit. Wir haben nach vorne geschaut und gearbeitet, um uns allen ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Das haben meine Eltern erreicht. Keiner ist traumatisiert. Auch kenne ich niemanden aus der Zeit (Schule, Beruf etc.) der Kriegstraumatisiert ist.

Bitte nicht böse sein über meinen Kommentar.
Das ist MEINE ANSICHT bzw. es sind meine Erfahrungen!!

Mein Beitrag ist gegen die Schriftstellerin und ihr Buch gerichtet.
.......................................

Ich lese gerade "Die Vögel brüllen" von Daniel Glattaus. Kommentare zum Alltag. Nett geschrieben!

Morrison

Habe inzwischen editiert.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 13.07.2016, 12:50:13
xxxx Das haben meine Eltern erreicht. Keiner ist traumatisiert. Auch kenne ich niemanden aus der Zeit (Schule, Beruf etc.) der Kriegstraumatisiert ist.

Morrison


Solange es SchriftstellerInnen gibt, die solche Themen in den Focus stellen, wird es leider auch Menschen geben, die bei sich Gründe für solche Traumata entdecken und sich damit erklären, was und wie schiefgelaufen ist in deren Leben. Ich finde das unverantwortlich, weil ich auch diesen Schriftstellern unterstelle, dass deren Motivation ist, mit diesen Büchern viel Geld zu verdienen, aber auch Schaden unter entsprechenden Lesern anzurichten.
DAs alles kann nur erfolgen,wenn eine Gesellschaft sich auf einem so hohen Niveau befindet wie unsere, d.h., seit Jahrzehnten von Kriegen verschont wurde. Olga
pippa
pippa
Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von pippa
als Antwort auf olga64 vom 13.07.2016, 17:45:56
Ich lese gerade das von Karl vorgestellte Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“
von Yuval Noah Harari und muss bereits nach den ersten 50 Seiten sagen, dass es so spannend wie ein Krimi ist.

Karls Buchbesprechung habe ich nicht gelesen, weil ich mir unbedingt mein eigenes Urteil machen will, werde sie aber hinterher lesen.

Die Sprache ist wunderbar verständlich.
Pippa

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf pippa vom 14.07.2016, 14:25:52
Das freut mich, Pippa.
Ich habe jetzt die ersten 100 Seiten des diesjährigen Bestseller-Gesellschaftsroman von Juli Zeh "Unterleuten" angefangen und bin begeistert. Guter Aufbau, flüssig geschrieben, da werden die fast 700 Seiten bald verschlungen sein. Diejenigen, die das Buch schon gelesen und auch empfohlen hatten, haben sehr Recht behalten. Ich schliesse mich der Empfehlung an. Olga
Ladouce46
Ladouce46
Mitglied

Re: Ich lese gerade
geschrieben von Ladouce46
Emoticonvon Jessica Durlacher.
Es erzählt die Geschichte von Daniel, einem niederländischen-israelischen Jugendlichen, und von Aischa, einer jungen Palästinenserin, die für die Weltöffentlichkeit ein Zeichen setzen will - und Daniel in eine tödliche Falle lockt. Ihr Lockmittel: das Internet und seine Zeichensprache, die Emoticons.

Ich hatte mir mehr davon versprochen, aber da mich das Thema immer wieder interessiert, habe ich durchgehalten und im letzten Drittel wurde es dann auch spannender, wenn eben auch mit diesem fatalen Ende.

Wer die Nachtigall stört von Harper Lee

Ein wunderbarer Coming of Age Roman, den ich nur so verschlungen habe.

América von T.C. Boyle - So manches Mal denke ich, das ist mir zu hart, aber er hat eine Art diese Dinge und Situationen zu beschreiben, die es immer wieder ertäglich macht, und zum Weiterlesen reizt.
Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 14.07.2016, 15:14:58
Das neue Buch von Juli Zeh habe ich zwar noch nicht gelesen, aber einige andere von ihr, die ich teilweise großartig fand.
Sie gehört zu meinen absoluten Favoritinnen. Ich bin nur zu geizig, mir immer die Neuerscheinungen in gebundener Form zu kaufen, die sind mir immer zu teuer. Deshalb warte ich manchmal, bis sie als T.B. rauskommen.
Aber in diesem Fall vielleicht doch nicht. D. h., bis Weihnachten kann ich vielleicht noch warten, dann wünsche ich es mir, wäre auch eine Idee.

Ich habe zuletzt das neue Buch von Jonasson vom "Mörder Anders" gelesen, weil ich die beiden davor erschienenen so witzig fand und dann immer sehr viel zu lachen habe.
Dies hier war zwar teilweise auch ausgeprochen witzig, aber der Witz dann manchmal doch arg überstrapaziert, fast schon klamaukig. Ich glaube, er hat sich hier nicht mehr ganz so viel Mühe gemacht wie bei den beiden anderen Büchern.
Am besten fand ich auf jeden Fall "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg", das war rundherum gelungen.

Und jetzt beginne ich ein Buch von Stanisic: Fallensteller, das großartige Kritiken hatte. Ich hoffe, ich bin auch so begeistert wie die Kritiker.
olga64
olga64
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 03.08.2016, 14:40:51
Ich habe "Unterleuten" von Juli Zeh jetzt gelesen und war sehr, sehr begeistert. Von der ersten bis zur letzten Seite. Noch immer wundere ich mich darüber, wie sie in dem brandenburgischen Kaff, wo sie ja selbst lebt, anscheinend "überleben" kann, wo sie sich doch auf fast 700 Seiten recht despektierlich über das Dorfleben heute und zu DDR-Zeiten auslässt.
Ich habe es übrigens aus meiner Bücherei kostenlos geliehen, weil ich auch kein Interesse daran habe, teure Bücher zu kaufen, um sie dann meist nur einmal zu lesen. Die Warteliste in meiner Bücherei ist bei diesem Titel riesig und die waren richtig froh, dass ich es vorzeitig zurückgegeben habe. Olga

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