Literatur Ich lese gerade

olga64
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf val vom 19.09.2016, 18:48:39
Danke - habe gerade in der Leseprobe geschmökert, könnte mir auch gefallen. Werde bei meiner Bücherei mal schauen. LG Olga
Ladouce46
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von Ladouce46
als Antwort auf olga64 vom 20.09.2016, 17:10:36
Vielen Dank für das Leben von Sibylle Berg

Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht, zu dick, zu groß, aber ein Mensch, der durch diese schlechteste aller Welten geht, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Brutal, provozierend und doch mit unendlicher Zärtlichkeit erzählt S. Berg noch einmal die große Geschichte eines Menschen, der durch die Reinheit seines Wesens der Welt zeigt, wie weit es mit ihr gekommen ist. Ein wütender, schriller Roman über das einzige im Leben, was zählt.

Dieses Buch hat etwas Unbeschreibliches, was den Leser in seinen Bann zieht. Das hätte ich nach den ersten Seiten, die mir doch nicht so ganz leicht fielen, nicht gedacht.
britti
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von britti
als Antwort auf Ladouce46 vom 05.10.2016, 18:22:44
Ich griff zufällig nach einem Buch in der Bibliothek:
"Wie meine Internetliebe zu einem Albtraum wurde" von Victoria Schwartz. So etwas Spannendes habe ich seit Langem nicht gelesen und zugleich so etwas Trauriges und Erschütterndes. Die Phantasie spielt im Internet eine grosse Rolle, aber sie kann zu furchtbaren Enttäuschungen führen.

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olga64
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf Ladouce46 vom 05.10.2016, 18:22:44
Meine Leihbücherei hat jetzt gottlob das Buch "meine geniale Freundin" von Elena Ferrante gekauft; ich habe es vorbestellt und werde es vermutlich kurz vor Weihnachten erhalten.
DAs Pseudonym der Schrifstellerin ist jetzt auch gelüftet; dahinter verbirgt sich die Übersetzerin. Das Buch beschreibt eine lebenslange Freundschaft von zwei Frauen aus Neapel und es wird weitere Bände geben. Da ich auch Neapel seit Jahrzehnten kenne und liebe, ist meine Neugier natürlich noch grösser. Freue mich auf das Buch. Olga
Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf olga64 vom 07.10.2016, 17:35:14
Olga, das mit dem gelüfteten Pseudonym ist aber etwas vorschnell geurteilt. Es ist noch nicht hundertprozentig gesichert, dass die Übersetzerin Anita Raja, die ein Schnüffler enttarnt haben will, dahintersteckt.
Ich freue mich jedenfalls nicht über diese Enthüllung auf Grund einer Hetzjagd von Neugierigen, vor allem von einem Sensationsjournalisten, der nicht einmal davor zurückgeschreckt ist, in Kontoauszügen herumzuschnüffeln. Und das, obwohl sie damit gedroht hat, mit dem Publizieren aufzuhören, sollte ihre Identität aufgedeckt werden. Wenn ich nach den Rezensionen ihrer Bücher gehe, wäre das ein Jammer, ich werde mir ihr Buch "Die geniale Freundin" zu Weihnachten wünschen oder selber schenken.

Warum kann man nicht jemandem seine Anonymität lassen, wenn er/sie darauf besteht und sich mit Absicht tarnt, um seine/ihre Ruhe behalten zu können?

Manchmal wünsche ich mir unsere gesamte Mediengesellschaft mit ihren Auswüchsen zum Teufel. Ohne diese gäbe es nicht nur weniger Schnüffelei, sondern auch weniger verbalen Dreck und Hetze.

@Ladouce, das Buch von Sibylle Berg habe ich vor Jahren auch mal gelesen und war total fasziniert davon. Mich hat der Protagonist an den Begriff vom "reinen Tor" erinnert, er geht mit einer Unschuld durchs Leben, die hinreißend ist. Und obendrein ist er musikalisch hochbegabt, ohne es zu wissen. Allerdings muss man auch ein bisschen davor warnen. Die Grausamkeiten, die der Junge erleiden muss, sind manchmal schwer auszuhalten. Kein Buch für Heile-Welt-Bevorzuger jedenfalls. Aber auch kein Buch für Depressive, denn von der hier geschilderten Düsternis allüberall kann man zwischendurch fast depressiv werden.
Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Ladouce46 vom 20.09.2016, 11:41:08
Hallo Ladouce, hier bin ich nochmal.
"Es scheint die Sonne noch so schön" habe ich tatsächlich mal vor ca. 40 Jahren gelesen. Danach noch jede Menge andere Bücher von Barbara Vine, die ich ganz toll finde. Weißt du eigentlich, dass sie identisch ist mit der Krimiautorin Ruth Rendell? Unter dem Namen "Barbara Vine" hat sie ihre Romane geschrieben, die keine Krimis sind, und unter dem Namen "Ruth Rendell" die Krimis, hier ein Link: Ruth Rendell.
Die Krimis finde ich mindestens so gut wie ihre Romane, vor allem, weil sie nicht nur spannend, sondern auch sprachlich sehr gut und eigentlich eher literarisch geschrieben sind. Außerdem sind sie immer durch und durch psychologisch stimmig, ich habe von Rendell einiges über Psychologie gelernt, was ich vorher nicht wusste. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass in einem ihrer Krimis ein Mann mit einer "Agoraphobie" im Mittelpunkt stand und ich erst dadurch diesen Begriff überhaupt kennengelernt habe.
So, das war jetzt noch mein Senf auch dazu.

Ich lese übrigens gerade Robert Seethaler, ein Autor, den ich großartig finde und ganz dringend empfehle, hier ein Link zu ihm:

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Ladouce46
Ladouce46
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von Ladouce46
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 08.10.2016, 15:40:19
Hallo Ladouce, hier bin ich nochmal.
"Es scheint die Sonne noch so schön" habe ich tatsächlich mal vor ca. 40 Jahren gelesen. Danach noch jede Menge andere Bücher von Barbara Vine, die ich ganz toll finde. Weißt du eigentlich, dass sie identisch ist mit der Krimiautorin Ruth Rendell? Unter dem Namen "Barbara Vine" hat sie ihre Romane geschrieben, die keine Krimis sind, und unter dem Namen "Ruth Rendell" die Krimis, hier ein Link: Ruth Rendell.
Die Krimis finde ich mindestens so gut wie ihre Romane, vor allem, weil sie nicht nur spannend, sondern auch sprachlich sehr gut und eigentlich eher literarisch geschrieben sind. Außerdem sind sie immer durch und durch psychologisch stimmig, ich habe von Rendell einiges über Psychologie gelernt, was ich vorher nicht wusste. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass in einem ihrer Krimis ein Mann mit einer "Agoraphobie" im Mittelpunkt stand und ich erst dadurch diesen Begriff überhaupt kennengelernt habe.
So, das war jetzt noch mein Senf auch dazu.

Ich lese übrigens gerade Robert Seethaler, ein Autor, den ich großartig finde und ganz dringend empfehle, hier ein Link zu ihm:


Ja, so kanns gehen mit dem Lernen aus Büchern . Dass sie identisch ist mit Ruth Rendell ist mir bekannt, hab aber wie gesagt erst ein buch von ihr gelesen.

Robert Seethaler mit seinem "Der Trafikant" gefiel mir auch sehr gut. Ich warte grad auf eine Büchersenung, in der sein "ein ganzes Leben" mitgeliefert wird! Es könnte aber sein, dass mir der Trafikant noch mehr gefällt (Urteil nach einer kurzen Leseprobe).
Re: Ich lese gerade
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Ladouce46 vom 08.10.2016, 18:24:59
Hallo Lacouce, ich habe zuerst "Der Trafikant" gelesen und lese jetzt "Ein ganzes Leben". Und ich muss sagen: Der Trafikant hat mir auch besonders gut gefallen und mich mehr berührt als das andere.
olga64
olga64
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von olga64
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 08.10.2016, 10:27:36
xxxx Warum kann man nicht jemandem seine Anonymität lassen, wenn er/sie darauf besteht und sich mit Absicht tarnt, um seine/ihre Ruhe behalten zu können?

Manchmal wünsche ich mir unsere gesamte Mediengesellschaft mit ihren Auswüchsen zum Teufel. Ohne diese gäbe es nicht nur weniger Schnüffelei, son

dern auch weniger verbalen Dreck und Hetze


Die Autorin scheint auch selbst ganz normale Schuld daran zu haben ,dass ihr Pseudonym aufgedeckt wurde. Sie schaffte sich mit ihrem Mann im teuren Rom ein ebensolches Penthouse an und zudem eine Villa in der Toscana. Da grübeln dann die Leute schon mal (im persönlichen Umkreis und auch der Nachbarschaft), woher eine Übersetzerin so viel GEld hat?
Zuerst stand ja ihr Mann im "VErdacht", dann verdichtete sich die SAche durch den investigativen Journalisten, der irgendwann gierig wurde, dies aufzudecken, um dann selbst viel GEld mit dieser Veröffentlichung zu verdienen.
Wer hätte das nicht getan?
Mir ist es sowieso wurscht; ich freue mich auf das Buch und hoffe, dass die Autorin ihre Drohung nicht wahrmacht: wenn sie "aufgedeckt" wird, wird sie keine weiteren Bücher schreiben. Bin gespannt.... Olga
Ladouce46
Ladouce46
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Re: Ich lese gerade
geschrieben von Ladouce46
als Antwort auf olga64 vom 10.10.2016, 15:02:00
Sara und Simón“ von Erich Hackl.

200 Seiten kompakte Information über die Zeit der Militärdiktaturen in Südamerika – hier in Argentinien und Uruguay. Sara wurde vom Geheimdienst verschleppt, über Jahre gefangen gehalten und gefoltert. Ihr Sohn Simón verschwindet im Alter von 14 Tagen. Erst nach 25 Jahren findet sie ihn gegen alle Widerstände durch Justiz, Adoptiveltern und den vermeintlichen Sohn, wieder.
Es ist Erich Hackl gelungen, aus dieser schlimmen Zeit ein Schicksal herauszugreifen und mit knappen, oft auch poetischen Worten zu schildern. Betont wird außerdem seine gründliche Recherche.

Über das Meer von Wolfgang Bauer
Mit Syrern auf der Flucht nach Europa -

W. Bauer schreibt für die Zeit und hat schon so manchen Preis eingeheimst. Zusammen mit dem Fotografen Stanislav Krupar begleitet er Flüchtlinge von Ägypten übers Meer nach Europa.

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