Forum Kunst und Literatur Literatur Robert Frost: Dust of Snow

Literatur Robert Frost: Dust of Snow

longtime
longtime
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Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von longtime
Hier im Forum haben wir schon mehrmals Gedichte von Robert Frost übersetzt, mit gegenseitiger Hilfe. Ich suche eine Übersetzung hierzu.
(Nicht wegen des Schnee-Motivs, sondern mehr wegen der Erwähnung des speziellen Vogels.)

Robert Frost:
Dust of Snow

The way a crow
Shook down on me
The dust of snow
From a hemlock tree

Has given my heart
A change of mood
And saved some part
Of a day I had rued.


--
longtime
sonja
sonja
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von sonja
als Antwort auf longtime vom 20.10.2008, 21:42:47
Hier ist eine freie Übersetzung. Vielleicht kann jemand daran etwas verbessern.

Dust of Snow

Die Art und Weise wie eine Krähe
Auf mich herab schüttelte
den Schnee Staub
von einer Hemlocktanne
(Schierlingbaum)

Hat meinem Herzen
Eine Stimmesänderung gegeben
Und bewahrte etwas von einem Tag
Den ich bereut hatte

--
sonja
longtime
longtime
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von longtime
als Antwort auf sonja vom 20.10.2008, 22:39:34
Danke fürs Mitdenken und -fühlen, Sonja:

(Ich habe den Text vorläufig so abgeschlossen; für passende Reime wird's wohl nie reichen!)


Robert Frost:
Im Staub des Schnees

Wie die Krähe es schaffte,
den Schnee als Gestöber
auf mich herabzuschütteln
von einer Schierlingstanne,

das versetzte mein Herz
in eine andere Stimmung,
zu retten des Tages Teil,
der mich bekümmerte.

*
Über die Hemlock-Tanne (auch Schierlingstanne, wie Sonja schrieb) wg. des Gesundheitseffekts, vgl. TIPP:

Dort:

"Unter dem Namen Abies canadensis wird in der Homöopathie eine Zubereitung aus der frischen Rinde und den jungen frischen Zweigen gegen Verdauungsschwäche und Senkmagen verwendet. Nach William Boericke ist eine Dosierung in Potenzen von C1 bis C3 angezeigt, in Deutschland sind Potenzen in D3 und D6 gebräuchlicher."


--
longtime

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pelagia
pelagia
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von pelagia
als Antwort auf longtime vom 21.10.2008, 12:54:25
Kommt ins Schatzkästlein. Danke+schön.
--
pelagia
cecile
cecile
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von cecile
als Antwort auf pelagia vom 21.10.2008, 13:47:12
Kompliment, Longtime - ich habe es nicht geschafft, das Gedicht so weit in seiner ursprünglichen Form zu lassen!

Und so kümmerte ich mich nur um den Sprachrhythmus ...

Erst als die Krähe
den Schnee von der Hemlocktanne
auf mich herabrieseln ließ

hat mein Herz sich gewandelt.
Gerettet war ein Teil dieses Tages
den ich vorher verwünscht.



--
cecile
longtime
longtime
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Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von longtime
als Antwort auf cecile vom 21.10.2008, 16:13:25
Dank an pelagia und cecile.

Sehr schön die Fassung mit zweimal drei Versen, stark im Ausdruck und im Rhythmus.

*

Jetzt hat's mich gepackt. Vielleicht schaffen wir noch mehr Übertragungen.

Ein neuer "Frost":

A Time to Talk

When a friend calls to me from the road
And slows his horse to a meaning walk,
I don't stand still and look around
On all the hills I haven't hoed,
And shout from where I am, What is it?
No, not as there is a time to talk.
I thrust my hoe in the mellow ground,
Blade-end up and five feet tall,
And plod: I go up to the stone wall
For a friendly visit.


*

Es gibt nur eine Auswahl von Übersetzungen zu Frosts Gedichten.

*
Zugabe:

Robert Lee Frost: US Landwirt, Lehrer, Lyriker, Dramatiker:
«Die eine Hälfte der Welt besteht aus Menschen, die etwas zu sagen haben und es nicht können; die andere Hälfte besteht aus Menschen, die nichts zu sagen haben, es aber ständig tun.»

Dank und Gruß:
A. ST. R.
--
longtime

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cecile
cecile
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von cecile
als Antwort auf longtime vom 21.10.2008, 18:55:56
Hallo Longtime

Ein neuer Frost?
Kein Problem: ..jetzt bin ich aufgetaut....also weiter


Zeit zum Reden

Wenn ein Freund mich begrüßt von der Straße her,
Sein Pferd er zügelt zum bedeutsamen Schritt
Dann steh' ich nicht da und schau mich nur um
Seh' die Hügel,die Erde, die noch nicht gehackt
Und schreie bewegungslos, "Ja, was ist?"
Nein, das nicht: denn jetzt ist Zeit zum Reden!
Die Hacke fällt auf den weichen Grund;
Scharf steht sie nach oben, fünf Fuß hoch
Und ich stapfe hin zu der Mauer aus Stein:
Ich werd' jetzt den Freund besuchen!


--
cecile
longtime
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Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von longtime
als Antwort auf cecile vom 22.10.2008, 02:13:23
Ich hab's über Nacht
so vollbracht:


Robert Frost
Zeit für ein Gespräch

Grüßt mich ein Freund von der Landstraße her,
zügelt sein Pferd. Da weiß ich, was er andeutet.
Ja, da verharr ich nicht und betrachte
all das Land, das ich noch umgegraben muss.
Nein, da ruf ich von wo ich steh: Was gibt’s?
Ja, es ist Zeit für ein Gespräch zu zweit.
So stoß dich den Spaten in den brachen Boden,
die Pfanne nach oben, fünf Fuß hoch mitsamt Stiel,
und stapf los, zum steinernen Wall
den Freund zu besuchen.

Gruß!

Anton St. R.

*

TIPP:
James Chapin:
Robert Frost in New Hampshire
(34x28 oil on canvas)
--
longtime
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Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von longtime
als Antwort auf longtime vom 22.10.2008, 12:01:01
Neuer Versuch?
- Passend für den Tag und die Jahreszeit...:



Robert Frost:
October

O hushed October morning mild,
Thy leaves have ripened to the fall;
Tomorrow's wind, if it be wild,
Should waste them all.
The crows above the forest call;
Tomorrow they may form and go.
O hushed October morning mild,
Begin the hours of this day slow.
Make the day seem to us less brief.
Hearts not averse to being beguiled,
Beguile us in the way you know.
Release one leaf at break of day;
At noon release another leaf;
One from our trees, one far away.
Retard the sun with gentle mist;
Enchant the land with amethyst.
Slow, slow!
For the grapes' sake, if they were all,
Whose leaves already are burnt with frost,
Whose clustered fruit must else be lost--
For the grapes' sake along the wall.

*
From:
"Complete Poems of Robert Frost" (1916).

--
longtime
jo-h
jo-h
Mitglied

Re: Robert Frost: Dust of Snow
geschrieben von jo-h

So wie eine Krähe
etwas Schnee herab
auf mich stäubte
von einer Schielingstanne

Fühlte mein Herz
sich anders
und rettete eines
schon bereuten Tages Teil

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