Vorm Stadtrat am
Wirtshaustresen
hat einer Gedichte gelesen-

band säuberlich fein
die Reime ans Bein
Kopf unter der Decke
gas Herz auf der Strecke
schlief ein.

Wie rührige Milben
verwandelten Silben
gewöhnliches Schimmeln
zu Höllen und Himmeln
drin hilfreiche Mythen
das Windei bebrüten-

und ein post-
modern esoterischer
Hauch
besorgte den Durchfall vom
Kopf in den Bauch.


Für jene am Tresen
war´s Literatur.
Sie zahlten ihm Spesen
ganz wild nach Kultur
dazu ein Stipendium-

Der Mann braucht das Geld
und die Stadt ihren Dichter
als Zeichen von Welt.

Joan





Anzeige

Kommentare (4)

Medea liebe Joan, wenn Ironie so fein verpackt
daherkommt
und hatte früher nicht jede Stadt die auf sich hielt
ihren Stadtschreiber?

So wie vor einigen Jahren jede dritte Frau Talente
in sich zum Bildermalen entdeckte, sind es
heutzutage unzählige Schreiberinnen und Schreiber, die
sich berufen fühlen (ob gekonnt oder nicht)
schriftstellerisch tätig zu sein.
-
Wer kennt die vielen, nennt die Namen,
die alle hier zusammenkamen?

selbstkritisch schlage ich auch an meine Brust.


Dein Gedicht gefällt mir über die Maßen.

Herzlich Medea.



koala Liebe Joan.
Der Dichter erinnerte mich an einen Maler.
Malen konnte er wirklich.
Aber es war ihm meist zu beschwerlich.
Einfacher und 'erfolgreicher'war es fuer ihn, in seiner Lieblingskneipe Strichmaennchen zu malen auf Bierdeckel und einfachem Papier, um sie bei den anderen Zechern als moderne Kunst gegen Alkoholika einzutauschen.
LG Anita
immergruen damit sich ihr Inhalt in allen Facetten offenbart.
Eine spitze Feder hast Du geschwungen,liebe joan, gegen die Oberflächlichen und auf
den Wellen der gerade üblichen Trends schwimmenden up to date sein wollenden Massen.

Den Dichter würde ich eher bedauern, die Welt versteht sein Anliegen nicht.
Deines versteh ich schon.
immergruen
ehemaliges Mitglied Nachdem wir erst vor Tagen uns mit Sympies beworfen haben, gehe ich mal davon aus, dass ich mich nicht angesprochen/-geschrieben fühlen muss.

Ich verstehe das meiste, kann mir auch den Vorgang ausmalen, da ich ähnliche Situationen bereits x-mal durchhabe. Bissel leid tut mir der Autor bei Dir aber, darf ich das feststellen?

Vom Mittelteil Deiner Einstellung erschließen sich mir einige Zeilen (noch) nicht, da bist Du für meinen Receiver zu "bildhaft" geworden.

LG *Ramires*


Anzeige