Donnerstag 14.12.




Donnerstag:
Bratislava

Ankunft in einer sehr modernen Stadt, Park and Ride ziemlich  nah an der Donau. Wir laufen auf einer langen Brücke über den Fluss. Für die geplante Rundfahrt müssen wir Karten kaufen.
Kein Verkaufsshop dafür in Sicht. Uwe läuft und lässt mich in einem Coffee und Bakeryshop zurück. “Wenn ich etwas finde komme ich zurück, wenn nicht, auch.” Und wieder sein lustiger Spruch: ich kenne mich nicht aus, aber gleich.

Im Kaffee hängt über jedem Stuhl eine leichte Wolldecke für die Besucher, allerdings nur in dem angebauten Wintergarten. Smartphone ist hier in der Slowakei schon wieder nicht möglich. Hab das Ding ausgeschaltet. Als Uwe wieder erscheint meint er:”ich habe mir etwas gegönnt”. Ich schaue ihn fragend an und denke, er hat sich etwas gekauft. Aber ganz trocken kommt seine Ergänzung.”ich war auf der amerikanischen Botschaft pinkeln. Die Aufsicht hat zwar geschaut, was ich da mache, aber ich bin einfach durchmarschiert.”  Ich lache los, typisch Uwe…. Und dann kommt sein Spruch “ich kenne mich nicht aus, aber gleich” wieder voll zum Tragen.

Lasse Uwe eine halbe Stunde allein in die unbekannte Altstadt von Bratislava und er kann hinterher einen Fremdenführer ersetzen. Nur den roten Ausflugsbus hat er nicht gefunden. Dafür hat er für den Nachmittag um 14 Uhr einen geführten Stadtrundgang gebucht.
Wir laufen über Plätze mit vielen kleinen Buden, essen, trinken, an jeder Bude etwas anderes. Und doch immer wieder gleich. Die Düfte ziehen verführerisch durch die Nase. Ich sehe die Tourist-Information. Da Uwe schon zweimal dort war, gehe ich diesmal alleine um nach dem Bus für die Rundfahrt zu fragen. Ich erhalte genaue Informationen, einen Stadtplan und bekomme den Weg zum Abfahrtsort eingezeichnet.

Wir sprinten los und erreichen den Bus kurz vor der Abfahrt. Das Audiogerät im Bus vermittelt uns bei der Rundfahrt wieder jede Menge geschichtliches, gibt Informationen über Häuser, Kirchen, Musiker und Architekten sowie wirtschaftliche Institutionen der Gegenwart. Die einzelnen Häuser, ehemalige Paläste sind reich geschmückt. Das meiste ist wunderschön restauriert.
Alles - jede Ecke der Altstadt und auch die Burg über der Stadt erzählt durch Steinfiguren, Tafeln und Hinweise die wechselvolle Geschichte.
Ungarn und Franzosen kämpften um die Slowakei - Österreichs Monarchin Maria Theresia ist allgegenwärtig. Nur die Türken holten sich eine blutige Nase. Von der Burg hat man eine weite Sicht über die ganze Stadt. Am anderen Ufer der Donau grosse Betonklötze, Plattenbauten en masse.

Nach der Rundfahrt haben wir Zeit bei den vielen kleinen Buden einen Bissen zu uns zu nehmen. In diversen Geschäften schauen wir uns Auslagen an.
Ein Schild “ältester Shop” weist Uwe den Weg zu einem kleinen Laden in einem Hinterhof. Die Einrichtung begeistert mich - wie die Kinderkaufläden früher. Kleine Holzfächer, Schubläden, Regale, Blechdosen mit Bildern, die ich aus Kindertagen kenne. Auch Uwe hat zwei dieser Dosen in seiner Küche. Der Besitzer erklärt uns einiges auf deutsch und wir betreten die hinteren Räume. Ein kleines Museum mit alten Kassenautomaten, Rechenmaschinen, Waagen und Gewichten. Ich staune und wir freuen uns, dass wir solche Kostbarkeiten sehen können. Metallschilder auf deutsch wie zu Omas Zeiten mit Werbung bedruckt hängen an den Wänden. So versteckt finden bestimmt nicht viele Touristen den Weg hierher.

In einem anderen Hinterhof geschmückte Tannenbäume - jeder Baum ist anders alle sind wunderschön. Auch Krippen sind an vielen Stellen aufgebaut. Grosse schöne Holzfiguren, einfach und schlicht, so wie ich es mag. In einem Innenhof eine Krippe mit lebenden Tieren - Esel und Schaf einträchtig beieinander.

Noch ein Kaffee bevor wir zu dem geführten Rundgang aufbrechen. Bevor wir das Kaffee verlassen benutze ich die Toilette. Anschliessend geht Uwe und erscheint danach mit den Worten:” das Klo kann dem in der amerikanischen Botschaft keine Konkurrenz machen”. Treffender geht es nicht, wir lachen schon wieder.

Dann betreten wir die Tourist-Information. Eine Dame kommt auf Uwe zugeschossen und meint mit erhobenem Finger:” Sie kenne ich, Sie haben doch den Rundgang gebucht” nach unserer bejahenden Antwort kommt sie mit einer ADAC Visakarte wieder, gibt sie Uwe und entschuldigt sich mehrmals hintereinander. Die Karte lag noch im Lesegerät als Uwe das Büro schon wieder nach der Buchung  verlassen hatte. Uwe lässt wieder den Spruch los 1. Geht's und 2. Ist’s nicht schlimm. Es hätte aber schlimm ausgehen können.

Der Rundgang ist sehr informativ. Wir sind die einzigen Touristen für die Fremdenführerin. Liszt, Mozart waren hier, spielten vor Maria Theresia und anderen  Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Botschaften sind in ehemaligen Palästen untergebracht.
Eine Musikerin spielt auf der Straße mit einer Marimba wunderschöne Melodien. An der Donau trennen sich unsere Wege - wir fahren zurück nach Mosonmagyarovar. Ein bezauberndes Abendrot begleitet uns auf unserer Fahrt. Wieder hatten wir einen wettermäßig herrlichen Tag! Am Abend geniessen wir das Sprudelbad im Hotel.

 


Anzeige

Kommentare (0)


Anzeige