Der schlafende Wortdrache
wurde vom neu erwachten
Einheitsoktobergrau
aufgeweckt
Streckt
seine vom Nebeltau
befleckten, aus Worten erdachten
Schwingen weit - wie wenn er lachte.

Dann wetzt er seine Krallen
und pafft weißen Rauch
in meine Adern
mit Gebrüll
und will
dass ich aufhör zu hadern.
Macht von meiner Hand gebrauch
und lässt Sätze aufs leere Blatt fallen.

Mache ich's ihm nicht Recht
windet er sich gequält
im engen Revier
flucht.
Sucht
nach neuen Worten in mir.
Was er von mir wohl hält-
seinem draußen lebenden Schreibfederknecht?


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Kommentare (5)

...dass Du Dich, also sein Schreibfederknecht, rechtzeitig aufraffst und Worte auf´s Papier bringst.

Liebe Anika, es gefällt mir, wie Du ihn beschreibst. Es ist willensstarkes Kerlchen in Dir und versucht, Dich unablässig zu motivieren.

Ich kenne seine Familie. Einer seiner Brüder ist auch in mir vorhanden.

Lieben Gruß
Sigrun
immergruen Den Schreibfederknecht kenne ich auch. Der will nicht so wie ick woll will!
Jedenfalls oft. Ob wir mal den Butt bitten?
immergruen
ladybird und so flott zu lesen ist die Schilderung Deines Wortdrachens, hat mir sehr imponiert, ich glaube,der "Schreibfederknecht" ist nicht in dei Knie gegangen, sondern holt zu neuen Werken aus, mit Gruß Renate
ramires ...Lindwurm zu ihm. Das klingt besser, versöhnlicher!

Deiner ist einer
an den man sich gewöhnen kann,
sagt man(n).

*Ramires*
pelagia zu minem Hin- und Hergerissensein im Herbst, mal gtrau, mal schön. Den Dracken meine ich auch zu kennen. Danke - er faucht wunderschön und freut sich sicher genausio über Deine Worte, wie ich.
LG Inge

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