Moses...wie ich zu meinem Spitznamen kam und was daraus noch entstand


Ich hatte Glück, der 20-Stunden-Job in der Röntgenpraxis, ich bekam ihn. Zwei Wochen nach meinem Vorstellungsgespräch war mein erster Arbeitstag. Absolutes Neuland für mich, diese Fachausdrücke. Meine beiden Kolleginnen waren sehr geduldig und die ersten drei Wochen war ich auch nicht alleine im Büro. Das änderte sich dann, denn wir arbeiteten in drei Schichten.
Zwei Ärzte und 12 Mitarbeiterinnen waren insgesamt in der Praxis beschäftigt.
Die Ärzte diktierten auf Band und zuerst schrieb ich ausschließlich die Berichte von Dr. Berger.
Aus gutem Grund, denn unser Dr. Schulze nuschelte so fürchterlich, dass er manchmal selbst nicht mehr wußte was er gesagt hatte.
Doch einmal mußte es ja sein, ich bekam Schweißausbrüche, spulte immer wieder das Band zurück, aber ich verstand nur "Bahnhof"...
Verzweifelt wandt ich mich an eine Kollegin, und sagte ich verstehe was von "alte Sünden Moses"!!
Meine Herren, gab das ein Gelächter...die Rede war von
einer "alten Synostosis"....und schon hatte ich meinen Spitznamen weg.
Monate später, ich hatte Mittagsschicht, es standen mehrere Patienten in der Anmeldung, ...meine Kollegin Pünktchen...wegen der vielen Sommersprossen..., stand hinter der Rezeption.
Fröhlich begrüßte sie mich:" Hey Mös´chen!"
Blitzschnell verschwand ich in meinem Büro und prustete los. Du lieber Himmel, bei dem Gedanken an Pünktchen, die sich weiter um die Patienten kümmern mußte, bekam ich Bauchschmerzen vor lauter Lachen.
Selbst heute sorgt die Geschichte immer noch für Erheiterung, und ist bei jedem Treffen Thema Nr. 1, obwohl ich schon einige Jahre in Rente bin.

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Kommentare (5)

wichtel
wichtel
Mitglied

immer wieder zum Schießen , diese Geschichten die das Leben schreibt.


immergruen
immergruen
Mitglied

ich hatte vor längerer Zeit eine ähnliche Geschichte hier im Blog, bei dem unser Oberarzt einen Patienten , der offensichtlich Mühe hatte,auf den Röntgentisch zu kommen fragte: "Kommen sie allein auf den Tisch oder soll ich ihnen einen Tritt geben?" Er bemerkte seinen Fauxpas erst, nachdem wir vor dem Röntgenraum vor lachen fast zusammenbrachen. Auch diese Episode wird in der Geschichte der Abteilung unvergessen bleiben. Das hat zwar nichts mit einem Spitznamen zu tun, aber ich denke, es ist Anlass zum schmunzeln.
outofspain
outofspain
Mitglied

mit der Entstehung von Spitznamen. Lustig ist sie,deine Geschichte.
Gruß Mo
connyx
connyx
Mitglied

das war so lustig wichtel, dass ich schmunzeln musste

ConnyX
koala
koala
Mitglied

vor soviel Courage. Ich habe im Krankenhaus gearbeitet und weiss, wie schwierig das mit den medizinischen Woertern ist. Ich war da gewissermassen reingewachsen. Aber als Neueinsteiger in so einem 'Betrieb', das ist schon eine Leistung.
Es bewundert Dich
Koala

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