Aktuelle Themen Hör doch mal zu!

mane
mane
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Hör doch mal zu!
geschrieben von mane
"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" und Zuhören unbezahlbar!
Meine Erfahrung ist, dass echtes Zuhören/Zulesen eine seltene Kunst zu sein scheint. Was meint Ihr?

Gruß Mane
Mareike
Mareike
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Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von Mareike
als Antwort auf mane vom 24.01.2014, 10:32:00
ECHTES ZUHÖREN?

Hier wird es gut beschrieben:

“Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war das Zuhören.

Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder.
Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur recht wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte – nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme.

Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm plötzlich Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten.

Sie konnte so zuhören, dass ratlose, unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten.

Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten.

Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden.

Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf denen es überhaupt nicht ankommt, und er ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte das alles der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.

So konnte Momo zuhören!”

Aus MOMO oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte von Michael Ende.

Echtes Zuhören ist schon etwas besonderes.
Echtes Reden allerdings auch.
Bei oberflächlichem Geplapper tue ich mich schon schwer mit dem Zuhören.
Manchmal schaffe ich es durch gezieltes Nachfragen doch noch so etwas wie ein Gespräch entstehen zu lassen ...

Grüße
Mareike
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von pschroed
als Antwort auf mane vom 24.01.2014, 10:32:00
"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" und Zuhören unbezahlbar!
Meine Erfahrung ist, dass echtes Zuhören/Zulesen eine seltene Kunst zu sein scheint. Was meint Ihr?

Gruß Mane
geschrieben von mane


Liebe Mane.

Zuhören ist wahrhaftig zur Kunst geworden, ebenso schwer ist es ein Redner zu treffen, der eine Werterhöhende Aussage bzw. kreative Rede halten kann.
Man muß sich in die Lage des Zuhörers hineinversetzen können, ob im kleinen oder großen Kreis soll es nicht nur ein einseitiger langweiler Monolog sein. Es beginnt schon mit dem Ton, stets die gleiche Tonlage fördert meines Erachtens nicht die Geduld des Zuhörers, besonders bei jungen Leuten.
Will man sich mitteilen und sicher stellen daß es angekommen ist, so führt der Weg an einem beiderseitigem Austausch nicht vorbei
Vielleicht auch noch ein Punkt, der Ballast welcher in vielen Diskussionen mit herum
transportiert wird, bevor das Wesentliche zum Vorschein kommt.

Phil.

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Klaro
Klaro
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von Klaro
als Antwort auf pschroed vom 24.01.2014, 11:34:11
...ich denke, dass durch die Vielzahl der Informationen in Medien und private Verpflichtungen dazu führen, dass sich viele Menschen nicht mehr gut konzentrieren können und abgelenkt sind bzw. sie sind überreizt. Die Ruhe richtig zuzuhören wurde größtenteils unserer schnelllebigen Zeit geopfert.

Klaro
Shenaya
Shenaya
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von Shenaya
als Antwort auf mane vom 24.01.2014, 10:32:00
In unserer reizüberfluteten Zeit ist es ein Geschenk, die wirklich ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuhörenden zu erhalten.

Bemerke ich Zeichen von Ermüdung oder Desinteresse bei meinem Gegenüber, kommt es darauf an, in welcher Beziehung ich zum Zuhörenden stehe oder in welcher Situation das Gespräch stattfindet. Ggfs. scheue ich mich dann nicht, leise nachzufragen, ob ich weiterhin mit seiner/ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit rechnen darf.

Umgekehrt scheue ich mich als Zuhörende auch nicht, das Gespräch bzw. überschwängliche Mitteilungsbedürfnis meines Gegenübers durch kurzes Nachfragen zu unterbrechen, je nachdem, wie es die Gesprächsituation erfordert.

Ich bin der Meinung, Zuhören kann erlernt werden. Allerdings kann ich, wenn es sich meiner Meinung nach um wirklich nichtige bzw. "nichtssagende" Plappereien handelt, auch durchaus "abschalten", ohne mein Gegenüber damit zwangsläufig zu verletzen. Auch das ist erlernbar. .

Shenaya

Nachtrag: Klaro, ich las deinen zwischenzeitlichen Beitrag erst jetzt und sehe, im Grunde meinen wir beide das gleiche.
pippa
pippa
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von pippa
als Antwort auf Shenaya vom 24.01.2014, 12:23:08

Echtes Zuhören ist schon etwas besonderes.
Echtes Reden allerdings auch.
Bei oberflächlichem Geplapper tue ich mich schon schwer mit dem Zuhören.
Manchmal schaffe ich es durch gezieltes Nachfragen doch noch so etwas wie ein Gespräch entstehen zu lassen ...

Alles hat seine Zeit

Auch "Blödeln" muss gestattet sein, denn das kann sehr gut tun.

Ich tobe diesen Drang meist bei den Reimern aus. Das macht Spaß und regt die grauen Zellen an.

Gute Zuhörer können sich leider oft zum "Mülleimer" entwickeln (ich spreche aus Erfahrung), und das ist dann für den Zuhörer schädlich und kann ihn sogar krank machen.

Ich habe inzwischen gelernt, dass ich tatsächlich nicht verpflichtet bin, immer und Allen zuzuhören.

Pippa

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heigl
heigl
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von heigl
als Antwort auf pippa vom 24.01.2014, 13:29:47
Ich erspüre aus der Formulierung der Überschrift nicht, dass man grundsätzlich zuhören soll, sondern "mal".

Darin liegt für mich der Schlüssel, denn es bietet sich ständig jemand an, der gehört werden will.
Man muß selektieren, das kann jeder anders, das ist ist das Ergebnis unserer Unterschiedlichkeit, das geht o.k.

Lernen?
Ja was sollen wir denn in unserem reifen Alter alles noch lernen, von Grund auf. Nein, ich habe für meine ZUgabezeit nur noch die Möglichkeit, meinem Naturell entsprechend weiterzu leben. Ich habe nun zugehört, nu is es gut.
mane
mane
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Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von mane

Wirklich zuhören können nur recht wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte – nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme.

Echtes Zuhören ist schon etwas besonderes.
Echtes Reden allerdings auch.
Bei oberflächlichem Geplapper tue ich mich schon schwer mit dem Zuhören.
Manchmal schaffe ich es durch gezieltes Nachfragen doch noch so etwas wie ein Gespräch entstehen zu lassen ...


Liebe Mareike,

ich habe meinem Sohn, als er noch klein war, das Buch "Momo" vorgelesen und die Geschichte und später den Film selber sehr genossen. Du hast mir mit dem Ausschnitt aus dem Buch schöne Erinnerungen geschenkt.
Hier wird sichtbar, dass es wichtig ist, nicht nur die Worte zu hören, sondern auch die Zwischentöne, die mitschwingen.
Auch nicht immer direkt Lösungen für Probleme zu präsentieren, statt die Geduld aufzubringen, damit die Betreffenden die Lösung selber finden.

"Echtes Reden" ist ebenfalls wichtig, wie auch Phil näher ausführt.

Will man sich mitteilen und sicher stellen daß es angekommen ist, so führt der Weg an einem beiderseitigem Austausch nicht vorbei
Vielleicht auch noch ein Punkt, der Ballast welcher in vielen Diskussionen mit herum
transportiert wird, bevor das Wesentliche zum Vorschein kommt.
geschrieben von Phil.


Lieber Phil,

ja, manche kommen vom "Hölzchen zum Stöckchen" , oder so ähnlich. Wenn sie dann wirklich irgendwann mal zum Punkt kommen, hat das Gegenüber oft schon abgeschaltet.

...ich denke, dass durch die Vielzahl der Informationen in Medien und private Verpflichtungen dazu führen, dass sich viele Menschen nicht mehr gut konzentrieren können und abgelenkt sind bzw. sie sind überreizt. Die Ruhe richtig zuzuhören wurde größtenteils unserer schnelllebigen Zeit geopfert.


Liebe Klaro,

Du gibst wichtige Hinweise, warum wir einander immer weniger zuhören.
Mir fällt die Ungeduld auf, die dazu führt, dass wir andere nicht mehr ausreden lassen und wir das Gesagte (und Geschriebene) aus diesem Grund nur unvollständig verstehen. Wir (natürlich kann man, wie immer, nicht verallgemeinern) unterbrechen, sobald der andere etwas sagt, was nicht unserer Meinung entspricht. Auch Nachfragen, wie Phil. schreibt, könnte Missverständnisse vermeiden.

Bemerke ich Zeichen von Ermüdung oder Desinteresse bei meinem Gegenüber, kommt es darauf an, in welcher Beziehung ich zum Zuhörenden stehe oder in welcher Situation das Gespräch stattfindet. Ggfs. scheue ich mich dann nicht, leise nachzufragen, ob ich weiterhin mit seiner/ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit rechnen darf.


Liebe Shenaya,

wenn ich merke, dass mir nicht zugehört wird, höre ich auf zu sprechen und rede erst weiter, wenn ich beim Blickkontakt sehe, dass mein Gegenüber wieder "anwesend" ist. Selbstgespräche liegen mir nicht, besonders in Gesellschaft.

Auch "Blödeln" muss gestattet sein, denn das kann sehr gut tun.Ich tobe diesen Drang meist bei den Reimern aus. Das macht Spaß und regt die grauen Zellen an.
Gute Zuhörer können sich leider oft zum "Mülleimer" entwickeln (ich spreche aus Erfahrung), und das ist dann für den Zuhörer schädlich und kann ihn sogar krank machen.


Liebe Pippa,

erst dachte ich, Du würdest im Gespräch anfangen zu reimen...
Es passiert mir auch immer wieder, dass man mich dazu benutzt, seine ganzen Sorgen loszuwerden. Mittlerweile bin ich, wie Du, nur noch begrenzt dazu bereit.

Lernen?
Ja was sollen wir denn in unserem reifen Alter alles noch lernen, von Grund auf. Nein, ich habe für meine ZUgabezeit nur noch die Möglichkeit, meinem Naturell entsprechend weiterzu leben. Ich habe nun zugehört, nu is es gut.


Lieber Heigl,

haste wirklich zugehört?
Ich habe gerade mal auf Deiner Seite geguckt, wie alt Du bist (doch erst 73) und habe in Deinem Bilderbuch gesehen, dass Du in China warst. Das sieht aber nicht nach mangelndem Lerneifer aus.
_______

Gruß Mane
heigl
heigl
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von heigl
eins muß man dir lassen, mane, du schaust hinter die Dinge, sogar Profile studierst du, ungewöhnlich, die Mühe hat sich bei mir noch kaum jemand gemacht, sodass ich dir Gründlichkiet bescheinigen kann, das kommt meinem Naturell nahe, du hast sogar durchschaut, dass ich meine Meinung ein wenig widersprüchlich formuliert war, bewusst.

Nur, elementare Verhaltensänderungen seh ich bei mir nicht mehr so im Vordergrund.

Servus
mane
mane
Mitglied

Re: Hör doch mal zu!
geschrieben von mane
Nur, elementare Verhaltensänderungen seh ich bei mir nicht mehr so im Vordergrund.


Hallo Heigl,

ich glaube auch nicht mehr an elementare Veränderungen im Alter.

Offen bin ich jedoch, meine Sichtweise zu überdenken. Nicht darauf zu bestehen, dass allein mein Verständnis von Dingen die einzig richtige ist. Auch wenn ich merke, dass etwas in meinem Leben falsch läuft und mich unglücklich macht, bin ich bereit für Veränderungen. Da schaffe ich es auch über "meinen Schatten" zu springen und habe gemerkt, dass es mir damit besser geht. Also, reine Eigensucht.

_________

Wo habt Ihr das Gefühl, dass Euch nicht richtig zugehört wird?
Bei manchen Ärzten geht es mir manchmal so. Da bin ich sehr schnell wieder draußen und fühle mich mit meinen Anliegen nicht wirklich verstanden.

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