Aktuelle Themen Jugend-Strafrecht

gila
gila
Mitglied

Jugend-Strafrecht
geschrieben von gila
Derzeit wird viel diskutiert in den Medien, das Jugend-Strafrecht zu verschärfen. Man kann da geteilter Meinung sein.
Nie war die Straffälligkeit von Jugendlichen so hoch wie heute - dennoch - mir tun die Menschen leid.
Niemand - weder Elternhaus noch Schule hat sie von klein auf gelehrt, was Unrechtsbewußtsein ist.
In den Schulen wurde Religions- bzw. Ethik-Unterricht zum Wahlfach abqualifiziert (die Folgen sieht man heute).
Und nun überlegen Politiker und Sozialarbeiter und Juristen, wie sie die Jugendlichen auf den "rechten Weg" führen könnten. Ich kann da nur staunen - und mir meinen Teil denken -.
Ich bin gespannt auf Eure Meinung und Erfahrung.
Danke

--
gila

Manchmal denke ich, das Rad wird ständig neu erfunden. Das nennt man dann "Fortschritt" - smile
hugo
hugo
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von hugo
als Antwort auf gila vom 07.01.2008, 23:13:45
hallo gila, dieses Thema beackern wir doch gerade in einem anderem Themanstrang und waren schon mal fast soweit angkommen: Deine Version als nicht tragbar zu bestätigen

Du schreibst: Nie war die Straffälligkeit von Jugendlichen so hoch wie heute und schon vor fast 2 bis 3 tausend jJahren klang das ähnlich:
"Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, gottlos, böse und faul", (stammt aus dem Babylonischen,,)

Also scheint die Jugend in den letzten 100 Generationen nicht schlechter, mieser, fauler, krimineller geworden zu sein,,,das scheint nur so,,*g*

Sicher wird durch die Medien gerne ein Klischee bedient oder gar erfunden oder aufgepauscht und momentan ist es in der BRD wohl besonders IN auf dieser Welle zu reiten,,,

welche Erfahrung hast Du denn selber gemacht ?? Du kommst doch sicher nicht nur wegen der Medienberichte darauf, sondern vermutlich auch durch dazu passende Erlebnisse oder ?

--
hugo
--
hugo
pharaox
pharaox
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von pharaox
als Antwort auf gila vom 07.01.2008, 23:13:45
Hallo Gila,

ich kann Dir nur recht geben. Habe gerade die Sendung über das Kannenbergcamp in "Extra" nochmals gesehen. Heute kam ein Insasse serbischer Abstammung aus München zu Wort, nach seiner Aussage ist er froh in diesem Camp gelandet zu sein.
Meiner Meinung nach sind die bestehenden Gesetze völlig ausreichend für eine angemessene Bestrafung! Allerdings ist die Zeit bis zum Prozess und die harte Anwendung der Gesetze ein absolutes Problem für unsere Justiz.
Und Hugo hat in dem Thread "Der falsche Zungenschlag führt in die Irre"
einen sehr gute Feststellung getroffen:
"Also, wenn diese 100 Schlimmen aus dem Verkehr gezogen und einer entsprechenden "Zukunftvorbereitung" zugeführt würden, gäbs für Koch und Co dieses ganze unwürdige Thema (zumindest in Berlin) schon mal nicht mehr. Was hält unsere zuständigen Organe und Stellen nun davon ab -da sie ja die Urheber anscheinend gut kennen- sich derer zu bemächtigen und Ihnen eine gut auf deren Zukunft ausgerichtete Sondebehandlung zukommen zu lassen ?
-gibts nicht genug Samthandschuhe ?
-wehren sich da die Richter und Anwälte gegen die Umorientierung ihrer zukünftigen, fest
eingeplanten Klientel und Kundschaft?
- bestehen die Politiker auf einer gesicherten Basisversorgung mit Wahlkampfthemen ?
- sehen sich die Zuständigen außer Stande die paar Jugendlichen auf Vordermann zu bringen?
- findet man in unseren Gesetzen nicht das nötige Handwerkszeug ? oder gibt es schlicht und einfach keinen triftigen und vernünftigen Grund sich dieser Sorgen zu entledigen ?"

Ich meine Gila, eine sehr überlegenswerte Geschichte, die ich mir auch gerade auf der Zunge zergehen lasse.

pharaox

Anzeige

gila
gila
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von gila
als Antwort auf hugo vom 07.01.2008, 23:27:14
Nein lieber Hugo,
ich spreche nicht aus eigener Erfahrung - dafür danke ich Gott. Es ist halt nur so, daß innerhalb von ein paar Tagen in München diese Gewalttätigkeit Ausmaße annahm, die nicht mehr normal sind. Und vor 1000 Jahren oder mehr wäre Gewalttätigkeit der Jugend überhaupt kein Thema gewesen. Es gab sie nicht. Darum geht es. Nicht darum, daß Jugendliche einfach "aufmüpfig" waren, was normal ist. Waren wir alle - aber - niemals gewalttätig.
Ich hoffe, Du kannst meine Frage nachvollziehen.
--
gila
Sorry, das Thema hatte ich gesucht, aber leider nicht gefunden. Kannst Du mir verraten, wo ich es finden kann?
Danke dir sehr
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Jugend-Freizeitrecht
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf gila vom 08.01.2008, 00:09:32
meiner meinung nach ist das problem nicht mit verschärften strafen zu bewältigen (an die denken die jungens sowieso nicht, wenn sie zuschlagen), sondern nur mit einem ganztags-schulangebot inklusive schulspeisung und vielen vielen interessanten freizeit-beschäftigungen für heranwachsende.

das kostet zusammen genommen genauso viel, wie der spätere knast aufenthalt plus gerichtskosten und erspart uns allen viel ärger.

p.s.: @PHARAOX ...woher kommt bei dir nur immer dieses unsägliche wort "SONDERBEHANDLUNG"? (das wird auch nicht besser, wenn du es in ekligem lila schreibst) alle menschen sind vor dem gesetz gleich. im aktuellen deutschland sind sie es nur nicht beim start ins leben. dort liegt das problem.
Re: Jugend-Freizeitrecht
geschrieben von claude
als Antwort auf dutchweepee vom 08.01.2008, 02:03:35
Genau so ist es Dutch und nicht anders, ich würde sogar so weit gehen das man eine Vorschule einrichtet in der ein Kindgemäßer Lernprozess stattfinden sollte, gerade für Kinder mit Migrantenhintergrund.
Ein Ganztagsangebot bietet den Vorteil dass auch Kinder aus belasteten Familien dem als schädlich angesehen Milieu weitgehend entzogen werden. Es ist ein Unding das Kinder deren Eltern kein Geld für eine Schulmahlzeit haben in einen anderen Raum geschickt werden damit sie den anderen nicht beim essen zuschauen müssen, dass soll vorgekommen sein!!
--
claude

Anzeige

pea
pea
Mitglied

Re: Jugend-Freizeitrecht
geschrieben von pea
als Antwort auf dutchweepee vom 08.01.2008, 02:03:35
Das Kosten-Nutzen Argument sollte eigentlich auch Politiker überzeugen, wenn die nicht immer nur von einem Wahlkampf bis zum anderen denken müßten - bei Strafe der Nichtwiederwahl.

Ein guter Ansatz sind auch die Modelle, daß Hebammen, Sozialarbeiter etc. sich um jedes Neugeborene und die Eltern kümmern, unabhängig von der sozialen Herkunft - als Berater.
Denn auf Elternschaft hat keine Schule je vorbereitet und
Padagogik steht auch in keinem Lehrplan.

Und - da interessieren mich denn auch mal Lehrpläne *lol* -
in den Haupt- und Sonderschulen müßten Inhalte vermittelt werden,
die zum Überleben nützlich sind. Das würde die Kids evtl. interessieren.

Neben Lesen, Schreiben und ein bischen Rachnen eben auch
Themen, die an der sozialen Realität ansetzen, und die heißt eben für die meisten Haupt- und Sonderschüler Hartz IV oder eine kriminelle Karriere.


@ Gila

Hab den Thread unten verlinkt.

--
pea
hugo
hugo
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von hugo
als Antwort auf gila vom 08.01.2008, 00:09:32
hallo gila ,,ich meine die Beitrag unter dem Thema: "Der falsche Zungenschlag führt in die Irre"
,,aber vielleicht ists ganz gut so, das Du hier einen Neuanfang gemacht hast, beim anderen Thread sind wir schon wieder mal fast bei Grabenkämpfen angelangt.

Ich denke doch das es auch früher massenhaft jugendliche Kriminalität gab ob in der Antike oder dem Mittelalter.
erstens sind die Menschen da oft aus dem heutigem Jugendalter kaum herausgekommen (der Altersdurchschnitt war bedeutend geringer) und

zweitens gabs gehäuft kriegerische Konflikte mit Chaos usw und keine Trennung von zivilen Untaten oder kriegerischen Gräueln. Die Handhabung von einer Unmenge theoretischen aber auch realisierten Bestrafungsvorschlägen für alle möglichen und unmöglichen Straftaten (über Ohr ab, Hand ab, Spießen, Rädern, Vierteilen usw, ) sprechen ein beredtes Bild.

ja Deine Frage kann ich nachvollziehen,,,anderwärts wird mehr Betonung auf ausländische Jugendliche gelegt und Du generalisierst das eher,,,ohne das ich Dir bei der selbstgegebenen Antwort zustimmen will. Ich sehe das nicht so dramatisch, es wird eher dramatisch dargestellt und verallgemeinert.

Dramatisch ists doch hauptsächlich für Betroffene in speziell dargestellten Fällen.

Einige schreiben fast so, als ob in Deutschland ein bisher scheinbar unlösbares Problem plötzlich angegangen werden soll und der Herr Koch stellt sich als Vorreiter einer solchen Ansicht dar, fast schon als Retter in ärgster Not, obwohl für mich klar ist das dies ein Scheingefecht zum Wähler zusammentreiben ist.

Ein hiesige zuständiger "Oberpolizist" meinte das es einen Unterschied macht wer eine Polizeiliche Kriminalstatistik liest und wertet.

Wenn man dabei vergisst das da Verdächtige erfasst sind und dies nicht mit Tätern gleichgesetzt werden darf ohne Fehler zu begehen,,

Wenn man nicht berücksichtigt das ausländische Menschen generell oft auffälliger sind (Aussehen Sprache,,)und dadurch auch solche Täter eher statistisch erfasst werden,

Wenn man nicht berücksichtigt das Ausländern Straftaten angelastet werden, die ein Deutscher hier niemals machen kann (illegaler Grenzübertritt, Meldevergehen,,)

dann relativieren sich viele Zahlen auch nicht, dann guckt man nur auf einem Auge,,

ich möchte wetten das wir ebenfalls zu den urkomischsten Ergebnissen kommen würden wenn wir unterscheiden würden zwischen blonden und brünetten Tatverdächtigen, mittelgroßen und kleinen, im Februar oder im August geborenen, langhaarigen und glatzköpfigen, Linkshändern und Rechtshändern usw und dabei außer Acht lassen das solche sozialen Bedingungen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnumfeld,,,,die eigentlichen Ursachen für verstärkte Kriminalität sind.

wußtest Du, das unsere Ausländer gerade dabei sind sich gewaltig gegen den Bau der
-durch deutsche Trägheit und Faulheit ermöglichten- demografische Bombe in Deutschland zu stemmen ? *g*


--
hugo
pea
pea
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von pea
als Antwort auf pharaox vom 07.01.2008, 23:35:11
[color=purple]
-wehren sich da die Richter und Anwälte gegen die Umorientierung ihrer zukünftigen, fest
eingeplanten Klientel und Kundschaft?




Tolle Idee:

Nun ja Richter dürften in ihrer Besoldung unabhängig davon sein, wie viele Klientel es gibt!

Bei Anwälten - als Freiberufler - na ja...

Aber eine Gruppe ist wirklich auf eine ausreichende Anzahl von
Klienten angewiesen: Die Freien Träger und die dort Beschaftigten!

Die hangeln sich meistens selber von Zeitvertrag zu Zeitvertrag mit miserabeler Vergütungsgruppe.
Gehören oft selbst zum Prekariat!


*ach ja, die Farbe ist echt gewöhnungsbedürftig*

--
pea
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Jugend-Strafrecht
geschrieben von schorsch
als Antwort auf gila vom 07.01.2008, 23:13:45
@ gila: "...Nie war die Straffälligkeit von Jugendlichen so hoch wie heute - dennoch - mir tun die Menschen leid..."

Welche, die Täter oder die Opfer?

--
schorsch

Anzeige