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Aktuelle Themen Kein Interesse mehr an Haiti?

WoSchi
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Bruny vom 12.02.2019, 08:07:54

.... andersherum könnte man aber auch fragen, warum hier die Cubaner, Russen und Chinesen nicht helfen? Vielleicht kommst Du zur selben Antwort?
 

Bruny
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf WoSchi vom 12.02.2019, 09:23:59

Du solltest gut lesen, was ich geschrieben habe: „Oder ob es ihm und allen anderen Ländern shitegal ist, weil es dort nichts zu holen gibt?“

 

WoSchi
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Bruny vom 12.02.2019, 09:29:46

nunja, mir standen da wieder einmal die Amerikaner zu sehr im Vordergrund - Du hättest Dich ja auch "die anderen Länder" beschränken können, da ist dann USA dabei :-)

Die Haitianer machen sich das leben leider selbst sehr schwer, denn Korruption und Instabilität sind einfach nicht in den Griff zu kriegen. Ega, wer an der Regierung ist.
Deshalb will sich auch kein ausländischer Investor auf Haiti einassen und Bargeld investieren - die Gefahr, dass es in undurchsichtigen Kanälen verschwindet, ist einfach zu gross. Dabebei gibt es durchaus Bodenschätze in Form von großen Gold - und Kupfervorkommen.
Geologen der Vereinten Nationen dokumentierten in den 70ern bereits bedeutende Gold- und Kupfervorkommen.  Als eine der ärmsten Nationen der westlichen Hemisphäre gehören Korruption und Instabilität einfach zum Leben in Haiti und beeinflussen die Geschäftsmöglichkeiten in hohem Maße. Nach dem katastrophalen Erdbeben im Jahr 2010 haben die Investoren darauf gewettet, dass die zur Unterstützung des Erdbebens versprochene Hilfe in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar Änderungen und Rechenschaftspflicht erzwingen wird. Die Augen der Welt würden sich auf die haitianische Regierung konzentrieren und Missmanagement der Mittel verhindern, die den Armen und Obdachlosen von Haiti zugute kommen sollen. Pustekuchen!

Haitis geologische Verwundbarkeit wird durch tektonische Platten verursacht, die die Insel mit den verheerenden Folgen von Tod und Zerstörung durch gewaltsame Erdbeben pressen. Die Risse zwischen den sich verschiebenden, kollidierenden Platten können jedoch auch zu Adern aus Gold, Silber und Kupfer führen, die vom Kern des Planeten nach oben gedrückt werden.Im Jahr 2012 untersuchten Geologen Tiefenlage und Ressourcen und schätzten an zwei Standorten eine Ausbeute von mindestens 1 Million Unzen Gold. Sie glauben auch, dass mehr als 1 Million Tonnen Kupfer in einem Explorationsgebiet liegen. Moderne Bergbaumethoden könnten Lagerstätten erschließen, die für die frühen Bergleute unbekannt oder unrentabel waren. Drei Firmen erwägen den Bergbau in Haiti, aber bisher gibt es nur eine Firma, die die Konzession hat  um die Metalle aus den Bergen zu holen. Im Gegenzug für Genehmigungsgebühren verpflichtete sich dies Unternehmen, , in den ersten zwei Jahren 2,25 Millionen US-Dollar auszugeben und nach einer Machbarkeitsstudie 1,8 Millionen US-Dollar zu zahlen. Man kommt aber nicht in die Gänge.

Zum Hintergrund :





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WoSchi
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von WoSchi

Auf arte lief am Nachmittag eine sehenswerte Doku über die schlechte Medizinische Versorgung in Haiti , im  Besonderen am Beispiel von Neugeborenen. Besonders schlimm ist es für Frühchen und es wird einerseits eine Privatklinil in der Hauptstadt gezeigt, wo diese Kinder aufgrund von ausreichendem und gutem Personal sowie entsprechender Technik eine wirkliche Chance haben, während die Zustände in der staatlichen Klinik einfach  nur eine Katastrophe sind... da stehen immer noch die nagelneuen Brutkästen unausgepackt im Keller - es fehlt an Personal und an Organisation und schlussendlich auch an Sachkenntnis ... da müssen Frühchen sterben, weil der einzige Brutkasten, der aufgebaut ist, ncht am Strom angeschlossen ist, wie es sich gehört und bei Kinder, die eigentlich eine Chance gehabt hätten, müssen kurz hinter einander sterben und wie zum Hohn liegt der in Papier eingewickelte kleine Leichnahm zur "Entsorgung" auf einem der noch eingepackten Brutkästen ...
Der sehr aktuelle Film zeigt auch sehr gut die Umstände , unter denen die Menschen dort leben.
Ich selbst war nun einige Male im Land als Hebamme für eine Hilfsorganisation und hab abseits der Hauptstadt gearbeitet - die Zustände dort sind noch viel viel scshlimmer ... im Film wird gezeigt, wie eine Frau ihr Baby auf der Strasse vor der Klinik entbindet ...das sind keine Einzelfälle, wie oft musste ich das mit ansehen bzw habe Kinder auf der Strasse geholt, phne jede Hygiene, man kann es sich kaum vorstellen .. 

ARTE Reportage Haiti: Zu früh geboren
 

El_Lobo
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von El_Lobo
als Antwort auf Bruny vom 12.02.2019, 08:43:34
Da wirst du richtig vermuten, Schorsch. Aber glaubst du auch, dass Trump und Co. sich einmischen? Wozu denn auch, gibt ja nix zu holen oder zu verteilen. Und Menschen die verhungern gibt es en masse ohne dass eingegriffen wird.
Bruny
geschrieben von Bruny


Natürlich, die Amis sind an allen Übeln dieser Welt schuld. Alle anderen Länder sind unschuldig. Wie lange werden wir mit dieser Voreingenommenheit noch geplagt? 
Bruny
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf El_Lobo vom 23.02.2019, 18:31:31

Du kannst ja was Positives schreiben, ich finde halt im Moment nichts was mich positiv dünkt Zwinkern.
Bruny


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WoSchi
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von WoSchi

positives gib es leider überhaupt nicht aktuell :-(
Hier sind einige sehr aktuelle Bilder , die vor wenigen Tagen in der spanischen EL PAIS online erschienen. Da sieht nichts nach Normalität aus :-(

Aktuelle Bilder

und ein aktuelles Video von den immer schlimmer werdenden Strassenkämpfen

persönlich blutet mir das Herz, denn die internationale Hebammen-Organisation, mit der ich schon 3 Einsätze über mehrere Monate dort im Land gearbeitet habe, hat ihr Personal vorübergehend abgezogen und ausser Landes gebracht. Das ist bitter für die einheimischen hebammen in Ausbildung und die vielen schwangeren Frauen, die Hilfe brauchen :-(
Aber nicht nur das, ... denn das ganze Land besteht nur noch aus Korruption und verheerender Armut, es fehlt an allem und jeder, der in die Politik strebt, hat eigentlich nichts anderes im Kopf als für sich und seine Familie dabei so viel wie möglich herauszuholen..

Tatsächlich scheint die einzige Möglichkeit, das gesamte Land unter "neutrale" Verwaltung aus der Weltgemeinschaft zu stellen, das Land sollte von einer Kommission aus den besten Wirtschaftsleuten, Bergbauexperten, Landwirtschaftsexperten, Juristen und gGesundheits- und Bildungsfachleuten geleitet werden, diese Kommission spätestens alle 4 Jahre ausgetauscht werden ... wobei zu hoffen bliebe, dass diese Leute sich nicht auch korrumpieren lassen ..

Bruny
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RE: Kein Interesse mehr an Haiti?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf WoSchi vom 23.02.2019, 19:24:07

Und sie schreiben: Mr. Putin we need your help - nur die wird er schwerlich leisten können. Ich glaube dort kann niemand helfen. Korruption, Plünderungen, ein Land ohne Perspektive das kann nur im absoluten Chaos enden, wie man sieht. In welch trauriger Welt wir zur Zeit leben Weinen.
Bruny


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