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Innenpolitik Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark

sarahkatja
sarahkatja
Mitglied

Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von sarahkatja
Nachdem der Bundesbankchef Herr Axel Weber im Februar, aus Protest gegen den Milliardenankauf von Staatsanleihen, sein Amt niedergelegt hatte,
hat nun auch der Chefvolkswirt der EZB Herr Jürgen Stark gekündigt.

Beide konnten aus Stabilitätsgründen die Verantwortung für weiteres
Gelddrucken, um die Schulden, pleite gegangener Länder zu finanzieren, nicht mehr verantworten.

Sie konnten und wollten diese Krisenpolitik nicht mehr mittragen.

Was muß noch alles geschehen, bis diesem Wahnsinn ein Ende gemacht wird.

Sarahkatja


wolfgang38
wolfgang38
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Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von wolfgang38
als Antwort auf sarahkatja vom 09.09.2011, 22:06:53

Wenigstens einige in diesem Wahnsinns-Schulden-Europa haben noch so etwas wie Charakter.
Es gab einige, darunter mehrere Professoren und namhafte Wirtschaftswissenschaftler, die schon vor der Einführung des Euro dringend vor der gemeinsamen Währung gewarnt haben.
Solange die Wirtschafts-, Finanz-, Steuer-, Sozialpolitik nicht harmonisiert wird, ist der Euro auf kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Oder Deutschland zahlt dauerhaft für die Schulden der anderen.

Aber die Politiker wissen ja alles besser.

wolfgang38
heinzdieter
heinzdieter
Mitglied

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von heinzdieter
als Antwort auf sarahkatja vom 09.09.2011, 22:06:53
Guten Morgen

Zitat:

Nachdem der Bundesbankchef Herr Axel Weber im Februar, aus Protest gegen den Milliardenankauf von Staatsanleihen, sein Amt niedergelegt hatte,
hat nun auch der Chefvolkswirt der EZB Herr Jürgen Stark gekündigt.

Beide konnten aus Stabilitätsgründen die Verantwortung für weiteres
Gelddrucken, um die Schulden, pleite gegangener Länder zu finanzieren, nicht mehr verantworten.


Auch Herr Köhler gehört zu diesen Kreis, denn als er seinen Rücktritt bekannt gab und diesen auch vollzog, nahmen die Rettungsversuche unserer Regierung ihren Anfang.

Ich habe den Eindruck, dass unsere Bundeskanzlerin in die Annalen der Geschichte als Retterin der EURO-Währung eingehen will.
Herr Stark sowie auch Herr Weber passten nicht in das Regierungskonzept ihrer EURO-Rettung.

In einer Diskussionsrunge mit Frau Illner am 8.09.2011 im ZDF äusserte sich auch Herr Bosbach zur Verschuldung Griechenlands. Er meinte auch bei einen totalen Schuldenerlass von ca 350 Milliaren EURO wäre dieser Staat ohne weitere Finanzhilfen nicht überlebensfähig


Es ist doch bedenklich, dass nach Bekanntwerden des Rücktritts von Herrn Stark der EURO um 4 Cent nachgab und der DAX um ca 4 % abrutschte

heinzdieter

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Marija
Marija
Mitglied

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von Marija
als Antwort auf heinzdieter vom 10.09.2011, 06:01:02

Ja, bedenklich und bezeichnend.

Dass es noch "Falken" wie z.B. Weber und Stark gibt, machte mir eigentlich Hoffnung.
Nun sind sie aber auch fort geflogen............

Marija
urmelviech
urmelviech
Mitglied

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von urmelviech
als Antwort auf heinzdieter vom 10.09.2011, 06:01:02
Die ganze Situation sollte einem tief zu denken geben.

Was bewegt einen Mann diesen Schritt zu tun ?
Feigheit vor der Verantwortiung?
Stimmt das Bild nicht mehr für das er Verantwortung nahm?
Gewissen ?
Aussenseiter in einen Team (EZB) ?

Es ist so zu vermuten, das auch nicht alles glatt hinter verschlossen Türen entschieden wurde und zu mindest keine einstimmigen Beschlüsse gefasst wurden.
Solange aber die EU - Politik nicht einheitlich, geführt wird, da gibt es zu viele Politiker in der EU, es wird es keinen Ausweg geben. Das ist eine typische Schwäche eines förderalen Systems. ( Schauen wir doch ins eigene Land ). Normalerweise sollte die Politik die Richtung angeben, aber es wird immer mehr sichtbar das die Banken den Ton abgeben. Nicht einmal die Wirtschaft kann hier Einfluss nehmen, sie ist ja genauso abhängig von Banken. Das hat nichts mehr mit Markwirtschaft zu tun. Grosse Konzerne verkommen immer mehr zu Finanzunternehmen. Warenprodunktion und Handel haben nur scheinbar Bedeutung.

Der nächste Crash kommt, bestimmt. EU und Währungsunion sind ja auch noch zwei verschiedene Dinge.
Alles dreht sich um die EU Länder die den Euro als Währung, haben es gibt noch eine Reihe die nicht den Euro haben.

Was ist überhaupt noch sicher ? Der morgige Sonntag

Urmel
adam
adam
Mitglied

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von adam
als Antwort auf sarahkatja vom 09.09.2011, 22:06:53

Leider wird der Rücktritt von Jürgen Stark nichts bringen, denn sein Protest ändert nichts an der Katastrophe, auf die das gesamte Finanzwesen zusteuert. Meines Erachtens gibt es mehrere Faktoren, die durch falsche Geldpolitik unabhängig voneinander entstanden sind und die jetzt durch politische Fehlentscheidungen ineinander greifen.

1.) Die hoffnungslose Überverschuldung der Staaten.
2.) Der unregulierte Finanzierungsmarkt und dessen Abkoppelung von der realen Wirtschaft.
3.) Die Angst der Politik, auf dem Finanzmarkt kein Geld mehr zu bekommen.

Besonders Punkt 3 spielt derzeit die entscheidende Rolle. An einen Abbau der überdimensionalen Verschuldung ist nicht zu denken. Es wird den Bürgern von der Politik schon jede geringere Mehrverschuldung als Erfolg vorgegaukelt. Da es nur Geld vom Finanzmarkt geben kann, um die Staaten handlungsfähig zu halten, werden über Finanzspritzen und Bürgschaften die Geldgeber gestützt und somit über die Banken der unregulierte Finanzierungsmarkt bedient.

Der Geldkreislauf des globalen Finanzierungsmarkts kreist nur noch für sich selbst, um Geld mit Geld zu schaffen. Dieses Geld, dem kein realer Wirtschafts- oder Produktionsprozess mehr zugrunde liegt, bildet inzwischen eine unkontrollierbare Billionenblase, die immer schneller kreist, wobei diese Werte nur als Falschgeld bezeichnet werden können. Werden diese imaginäre Werte nicht durch Finanzspritzen realen Geldes in Bewegung gehalten, drohen sie ihren Wert zu verlieren, werden von ihren Inhabern abgestoßen, verlieren so erst recht ihren Wert und mit diesen ungeheueren, aber wertlosen Summen, bricht auch das Wertesystem der Realwirtschaft zusammen. Ein weltweiter Finanzgau ist die Folge.

Ich meine also, daß die Politik, aus purer Ratlosigkeit, die wert- und sinnlose Geldvermehrung stützt, nur um das System zu erhalten, von dem sie und wir alle abhängig sind. Der Rücksturz dieser wertlosen Geldmassen in den realen Geldkreislauf kann aber nur verzögert werden, nicht verhindert. Es sei denn, es wird eine Möglichkeit gefunden, den abgekoppelten Geldkreislauf der Falschgeldproduzierer, für sich allein pleite gehen zu lassen. Ein frommer Wunsch.

--

adam


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Karl
Karl
Administrator

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von Karl
als Antwort auf adam vom 10.09.2011, 07:50:57
Guten Morgen Adam,


ja, man ist versucht in Hoffnungslosigkeit zu versinken, aber das hilft natürlich nicht weiter. Klar ist nur, es kann nicht so weiter gehen wie bisher. Das muss jedoch nicht notwendiger Weise bedeuten, dass es keine Auswege gibt. Jetzt sind kluge Köpfe gefragt - und wahrscheinlich auch sehr viel Querdenken. Die Volkswirte müssen jetzt einmal beweisen, was und ob sie etwas Vernünftiges in ihrem Studium gelernt haben.

Es wäre fatal, wenn Neues nur aus dem totalen Chaos und dem vollständigen Zusammenbruch entstehen würde.

Karl
Marija
Marija
Mitglied

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von Marija


Ich bin sehr besorgt.

Asmussen, bitte seine Vita selbst googeln, hat einen großen
Anteil an der derzeitigen Krise, was Deutschland anbelangt.
Sollte er tatsächlich zur EZB- Spitze gelangen, dann
wird D finanziell "zerlegt". Bitte die platte Darstellung entschuldigen .

Er und Jens Weidmann sind ein eingespieltes team seit Studienzeit - die Verbindungen zu GS sind grandios.
Ein Teil des Goldbesitzes von D. der derzeit ein gewaltiges Beleihungsvermögen darstellen könnte, wurde unter seiner Regie verscherbelt, wenn ich richtig informiert bin. Man möge mich verbessern...

Wer hat uns verraten? Nicht immer Sozialdemokraten.

Dieser Beitrag ist etwas polemisch, aber ich stehe dazu.

Marija
Karl
Karl
Administrator

Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von Karl
als Antwort auf Marija vom 10.09.2011, 08:56:06
Verbindungen zu GS
ich bitte um Übersetzung. Stehe ich auf dem Schlauch, was oder wer ist GS?

Karl
Re: Der Rücktritt von EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Karl vom 10.09.2011, 10:49:28
"ich bitte um Übersetzung. Stehe ich auf dem Schlauch, was oder wer ist GS?"
geschrieben von karl


Ich nehme mal an Gerhard Schröder.
Der avisierte "neue Mann" beim EZB ist "SPD-Mann" und persönlich befreundet mit Schröder.
Eigentlich ein Währungs -und Finanzexperte.

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