Innenpolitik Mauerbau vor 49 Jahren

EehemaligesMitglied58
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf dutchweepee vom 16.08.2010, 12:10:53
Dutch, darf ich Dich mal korrigieren, wieso warst Du nutznießer eines kostenlosen gesundheitswesens.
Soweit ich mich erinnere haben alle (oder fast alle, warum Du nicht) pünktlich monatlich ihren SV beitrag vom lohn abgezogen bekommen.
Und hört endlich auf das gesundheitswesn der DDR zu preisen.
Ich denke, besser ich weiß, das einige unter uns schon längst auf dem friedhof wären und nicht am Computer sitzen würden, müten wir noch mit dem niveau und den möglichkeiten
des DDR gesundheitssystems auskommen.
hafel
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von hafel
als Antwort auf dutchweepee vom 16.08.2010, 12:10:53
@ dutch: Nur eine kleine Nebenfrage?

Was hat Dein Studium mit dem Mauerbau zu tun??? Gibt es da eine Verbindung oder Zusammenhang? Ich habe "im Westen" auch studiert und hatte mein Studium NULL Bezug zum Mauerbau.

Vielleicht möchtest Du das noch mal so nebenbei erklären.

Hafel
dutchweepee
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 16.08.2010, 12:20:58
@gram

Tatsächlich kam ich garnicht mehr dazu irgendwas in die Sozialversicherung einzuzahlen. Bis 81 Abi, bis 84 NVA, bis 89 Studium - alles ohne SV-Beiträge (obwohl ich mir beim Wehrsold nicht so sicher bin).


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dutchweepee
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf hafel vom 16.08.2010, 12:27:02
@hafel

Ich habe mich mit dem Stipendium als Nutznießer des Unrechtsystems geoutet. JEDER Student bekam 200,- M Stipendium. Das Wohnheimzimmer hat 12,- M/mtl. "Miete" gekostet. Bücher waren gratis - außer ein paar Sonderwerke. Das nenne ich schon Nießbrauch.
hafel
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von hafel
als Antwort auf dutchweepee vom 16.08.2010, 12:30:34
Okay dutch:

Das kann ich nach vollziehen. Hat aber nix mit dem Mauerbau zu tun, worüber es in diesem Thread geht.

Hafel
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf dutchweepee vom 16.08.2010, 12:30:34
[quote=dutchweepee]@hafel

Ich habe mich mit dem Stipendium als Nutznießer des Unrechtsystems geoutet. JEDER Student bekam 200,- M


Tut mir leid Dutch, Du scheinst wirklich ein nutznießer gewesen zu sein.
Zu meiner studentenzeit gabs 160 Mark stipendium.
Ich bekam eine weile 190 mark als leistungsstipendium.
Wurde mir aber bald wegen ideologischer schwächen wieder entzogen.
Nochwas zur erheiterung.
Nach dem mauerbau (fiel in meine studienzeit) verfiel unsere hochschule in hektischen aktionismis zum beweis der unerschütterlichen treue zur Partei und DDR.
Also kam jemand auf die idee eine verpflichtung abzugeben, daß alle studenten bis zum abschluß eines friedensvertrages das BLAUHEMD der FDJ tragen.
Eigentlich müßte ich heute noch in diesem echt kleidsamen teil herumlaufen, denn ein friedensvertrag mit der DDR wurde nach dem 2.weltkrieg bis heute nicht geschlossen.
Glücklicherweise hat uns alle der fall der MAUER und der DDR vor solch idiotischen aktionen gerettet.

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dutchweepee
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf hafel vom 16.08.2010, 12:33:39
@hafel

In gewisser Hinsicht hat mein Studium aber doch etwas mit dem Mauerbau zu tun. Ich habe an der TU Dresden an der Fakultät Fügetechnik studiert. Diese war vor 1961 die Sektion Flugzeugbau, die auch maßgeblich an der Konstruktion des ersten und einzigen (weil sogleich von den Russen verbotenen) Passagierflugzeugs der DDR beteiligt war.

Bis 1961 ist jeder 3te Absolvent dieser Sektion nach erfolgreichem Studium in den Westen gegangen. Als 1961 das Ende des DDR-Flugzeugbaus deklariert wurde, haute die komplette Fakultät ab - nur einige Professoren blieben.

Ohne den Bau der Mauer, wäre wohl der DDR die Zahlung eines Stipendiums an jeden Studenten nicht möglich gewesen, solange die Fachkräfte danach abwandern. Die Bundesrepublik hat das Problem gelöst, indem die Studenten ihre Ausbildungsbeihilfe zurückzahlen müssen - da ist es natürlich piepegal, wo sie später arbeiten.
Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 16.08.2010, 12:44:49
Tut mir leid Dutch, Du scheinst wirklich ein nutznießer gewesen zu sein.
Zu meiner studentenzeit gabs 160 Mark stipendium.
geschrieben von gram


Ich frage mich zwar auch, was das mit dem Mauerbau, mit den Selbstschussanlagen, den Minengürteln... für unzufriedene DDR-Bürger zu tun hat - aber hier hat dutch Recht.

Es gab tatsächlich auch bei Stipendien Nutznießer des Systems.
Er hat von einer speziellen Stipendienregelung profitiert - der
"Anordnung über die Gewährung von Stipendien an Produktionsarbeiter und ehemalige Angehörige
der bewaffneten Formationen."

Ich hatte sogar nur 140 M Stipendium.


myrja
myrja
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von myrja
Hier wird immer wieder das Wort "Schutzwall" für die Mauer verwendet.

Ja wovor sollte diese Mauer denn schützen? Davor, dass die Ostdeutschen ihrem Land den Rücken kehren oder vor dem bösen Westen, wie von den DDR-Oberen argumentiert wurde?

Und noch eine Frage: Warum haben Ungarn und die damalige Tschoslowakei keine Mauer gebraucht und gebaut Was ist dort denn besser gelaufen? Mussten die nicht auch Angst haben, dass ihnen die Fachkräfte weglaufen oder der Kapitalismus Einzug hält?

Der einzige Schutz, dem dieses Bauwerk diente, war die Machterhaltung!
Dafür hat die damalige DDR-Regierung eben das ganze Land in ein riesiges Gefängnis verwandelt, mit ab und zu genehmigten Freigang nach Ungarn oder in andere Ostblockstaaten.

Myrja

hugo
hugo
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Re: Mauerbau vor 49 Jahren
geschrieben von hugo
als Antwort auf myrja vom 16.08.2010, 14:53:26
Und noch eine Frage: Warum haben Ungarn und die damalige Tschoslowakei keine Mauer gebraucht und gebaut (Myria)

Warum werden immer mal wieder solch haarsträubende Fragen in den Raum gestellt ?? weil die Leute die falschen Nachrichten verinnerlichen, die verbl. Medien an sich ran lassen wie verrückt *g*

Die Grenzen der Tschechei (damals noch CSSR) Ungarn usw waren nicht weniger gesichert als jene zwischen der DDR und der BRD.
Warum sonst sprangen die Leute massenhaft über den hohen Gitterzaun der Botschaften und nicht über "mickrigen" Grenzanlagen ??

Myria, sowas führt auf falsche Fährten und suggeriert einen Ausnahmetatbestand DDR gegenüber anderen Ostblockstaaten, einen Sonderstatus der Grenzen den es so nicht gab sondern ausschließlich dem Umstand geschuldet, das hier eine Großstadt geteilt war.

hätten die Amis damals Thüringen behalten, würden heute viele Westberliner in gaaaanz anderen Erinnerungen schwelgen und weniger abweichende Meinungen haben müssen und die Mauer -so wie wir sie kennenlernen mussten mitten durch eine Stadt- hätte es niemals gegeben.

bin aber gern bereit auch die vielen Vorteile für die Bevölkerung West Berlins (neben den Nachteilen) und die strategisch-taktischen Interessenvorteile der Westmächte anzuerkennen, die damit verbunden waren.

Ich glaub ohne diese Mauer wär wohl die Wende nicht so rund und effektiv, vielleicht sogar nicht so zeitig gekommen, von Leipzig ging wohl das Signal aus aber in Berlin wurde praktiziert was der Anfang vom Ende für einen neuen Anfang werden sollte,,oder so ungefähr *g*

dutch, ich hätte doch gerne mal Diejenigen, die zu DDR-Zeiten ein Studium machen konnten gehört oder deren Präambeln der Abschlussarbeiten gelesen. Heute fällt es vielen auch nicht schwer alles zu verleugnen was mal war und in neue Kerben reinzuhauen. Schnell ist vergessen (und bei Vielen wohl aus gutem Grund)
wes Brot man aß und in wessen Nest man saß.

Ich sag mir immer, es war nicht Honecker der das Studium aus seiner Tasche zahlte sondern die vielen Werktätigen, die dafür darben mussten,,

aber heute große Töne spucken, alles miesmachen und dabei gar nicht dran denken das damit auch all jene verhöhnt werden, die den Buckel krumm machten, in die Hände spuckten und bei der Arbeit gehörig schwitzten ohne dauernd nachzufragen :was bleibt mir, was hab ich davon ??

freut mich immer solche Ausnahmebeiträge mit einem echtem Bezug zur Wahrheit wie die von Dir, hier zu lesen.

genau so war es (unser Leben damals) eben auch und nicht ausschließlich mauergeschädigt wie uns -komischwerweise oft von selbsternannten Erfahrungsträgern- eingeredet werden soll.

übrigens war ich gerade eine Woche in Baden-Württemberg bei guten Freunden/Verwandten die uns zu DDR-Zeiten so ca 40 mal besuchten,,die hatten doch sage und schreibe niemals gewaltige Angst und Bange vor den Grenzkontrollen, vor den Repressalien der Grenzer und des Zolls weil sie ??

,,weil sie eben eigene, andere, bessere Erfahrungen gemacht hatten und nicht auf die bangemachenden Bildzeitungsberichte angewiesen waren.
Leider können sie jedoch heute nicht spannende Reiseberichte mit Horrormeldungen verbunden an ihre Enkel weitergeben wie man das so üblicherweise fast erwartet.

der vermutliche Nachweis eines einzigen Wolfs in Vorpommern animiert die Journaille sofort zu massenhaften Berichten die dazu führen, das man nach wenigen Tagen den Eindruck haben könnte,,man sei von Wolfsgefahren nur so umzingelt
,,,naja und später in der Erinnerung bleiben die vielen, vielen Wölfe im Gedächtnis und treiben dort so ihre Spielchen *g*

hugo

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