Innenpolitik Verkehrspolitik

haju
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Verkehrspolitik
geschrieben von haju
Deutschland hat sich in internationalen Vereinbarungen zum Ausbau mehrerer Frachtkorridore wie u. a. der Nord-Süd-Schiene durchs Rheintal verpflichtet und läuft Gefahr, vertragsbrüchig zu werden. Denn Ramsauer fehlt das Geld selbst für die viergleisige Erweiterung der wichtigsten Linie Karlsruhe–Basel, die schon 1987 begonnen wurde, aber erst zu einem Drittel fertig ist. Rund 5 Milliarden Euro kostet allein diese Strecke noch, mindestens. Woher das Geld kommen soll, steht in den Sternen. Bis 2020 wird der Bund schon wegen der gesetzlichen Schuldenbremse kaum mehr als 11 Milliarden Euro für neue Schienenprojekte bereitstellen können. Fast zwei Drittel davon sollen nach dem Willen der Bundesregierung allein in heftig umstrittene, weil kaum wirtschaftliche Strecken wie Stuttgart–Ulm und Erfurt–Nürnberg fließen, die dem Güterverkehr wenig bringen. Nicht einmal für die bis 2017 zugesagte Fertigstellung Karlsruhe–Basel würde also das Geld im Bundesetat reichen – geschweige denn für andere ebenso drängende, ökonomisch, verkehrs- und umweltpolitisch vorteilhafte Schienenlogistikprojekte wie die leistungsfähigere Anbindung der Nordseehäfen.

Gutachten (man glaubt es kaum) belegen, dass der alternative Ausbau wichtiger Gütertrassen rund 11 Milliarden Euro kosten würde, und der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Investitionen um ein Vielfaches höher wäre.
olga64
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von olga64
als Antwort auf haju vom 04.11.2010, 16:49:06
Muss wirklich der derzeitige Verkehrsminister, Herr Ramsauer (soviel Zeit und Höflichkeit sollte sein), dies alles aus eigener Tasche bezahlen? Reich ist er ja, aber ob er jemals dazu überredet werden kann? Olga
Re: Verkehrspolitik
geschrieben von klaus
als Antwort auf olga64 vom 04.11.2010, 17:25:15
"Muss wirklich der derzeitige Verkehrsminister, Herr Ramsauer (soviel Zeit und Höflichkeit sollte sein), dies alles aus eigener Tasche bezahlen? Reich ist er ja, aber ob er jemals dazu überredet werden kann? "



Gib es zu - das war eine deiner sinnlosesten Bemerkungen hier im Forum.
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Marija
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von Marija
als Antwort auf haju vom 04.11.2010, 16:49:06
Deutschland hat sich in internationalen Vereinbarungen zum Ausbau mehrerer Frachtkorridore wie u. a. der Nord-Süd-Schiene durchs Rheintal verpflichtet und läuft Gefahr, vertragsbrüchig zu werden. Denn Ramsauer fehlt das Geld selbst für die viergleisige Erweiterung der wichtigsten Linie Karlsruhe–Basel, die schon 1987 begonnen wurde, aber erst zu einem Drittel fertig ist. Rund 5 Milliarden Euro kostet allein diese Strecke noch, mindestens. Woher das Geld kommen soll, steht in den Sternen. Bis 2020 wird der Bund schon wegen der gesetzlichen Schuldenbremse kaum mehr als 11 Milliarden Euro für neue Schienenprojekte bereitstellen können. Fast zwei Drittel davon sollen nach dem Willen der Bundesregierung allein in heftig umstrittene, weil kaum wirtschaftliche Strecken wie Stuttgart–Ulm und Erfurt–Nürnberg fließen, die dem Güterverkehr wenig bringen. Nicht einmal für die bis 2017 zugesagte Fertigstellung Karlsruhe–Basel würde also das Geld im Bundesetat reichen – geschweige denn für andere ebenso drängende, ökonomisch, verkehrs- und umweltpolitisch vorteilhafte Schienenlogistikprojekte wie die leistungsfähigere Anbindung der Nordseehäfen.

Gutachten (man glaubt es kaum) belegen, dass der alternative Ausbau wichtiger Gütertrassen rund 11 Milliarden Euro kosten würde, und der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Investitionen um ein Vielfaches höher wäre.
geschrieben von haju


Danke, haju, ein sehr guter Thread, der endlich auf die wirklichen Probleme des Schienenverkehrs aufmerksam macht.
Ich wünsche dir, dass viele user sachgerecht und sachbezogen antworten werden.
schorsch
schorsch
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von schorsch
als Antwort auf haju vom 04.11.2010, 16:49:06
Kann es sich Deutschland leisten?, war die Frage.

Und ich frage zurück: Kann es sich Deutschland leisten, gegenüber den Nachbarstaaten wortbrüchig zu werden?

N.B. Bis dato ist erst die Schweiz auf gutem Wege resp. Schiene, die vereinbarten Vorgaben einzuhalten.
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf schorsch vom 05.11.2010, 08:31:24
Und ich frage zurück: Kann es sich Deutschland leisten, gegenüber den Nachbarstaaten wortbrüchig zu werden?

N.B. Bis dato ist erst die Schweiz auf gutem Wege resp. Schiene, die vereinbarten Vorgaben einzuhalten.

Richtig und soweit wie mir bekannt ist hat die Schweiz in Berlin eine Protestnote übergeben in welcher auf Konsequenzen bei Nichteinhaltung aufmerksam gemacht wird. Die Schweiz droht an, den gesamten Transit-Güterverkehr in Basel auf die Bahn zu verladen und die Kosten dafür auf die Spediteure zu verlagern.

Daraufhin machten sich Bahnchef Grube, Ministerpräsident Mappus und Verkehrsministerin Gönner auf nach Offenburg und erklärten zum wiederholten Male den dortigen Lokalpolitikern und Einwohnern, das die neuen Gleisanlagen nicht tiefer gelegt werden können, weil Geld dafür auch in der Zukunft nicht bereitgestellt werden kann. Siehe auch: Rheintalbahn: Schützenhilfe aus dem Bundestag Im Prinzip bewirkt man damit eine Entvölkerung der Ortschaften entlang der Bahnlinie verbunden mit einem Verfall der Grundstückspreise, denn kein Mensch wird sich freiwillig im 5-Minuten Rhythmus dem Lärm ratternder Güterzügen aussetzen.


-- schnippel ---- schnippel ---- schnippel ---- schnippel ---- schnippel ---- schnippel --
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Beleidige deinen Hund! Der wedelt dann immer noch freudig mit dem Schwanz.
Bist du hier etwa der autorisierte Aufpasser und von einer Bundesbehörde zu Lob und Tadel befugt? Würdest du dich bitte an einer Diskussion sachlichen beteiligen oder ist das ein für dich unlösbares Problem?

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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von klaus
als Antwort auf hinterwaeldler vom 05.11.2010, 10:00:26
"Beleidige deinen Hund! Der wedelt dann immer noch freudig mit dem Schwanz.
Bist du hier etwa der autorisierte Aufpasser und von einer Bundesbehörde zu Lob und Tadel befugt? Würdest du dich bitte an einer Diskussion sachlichen beteiligen oder ist das ein für dich unlösbares Problem?"



Wie ich auf eine sinnlose Bemerkung reagiere, musst du mir schon selbst überlassen.


Falls du olgas Frage :" Muss wirklich der derzeitige Verkehrsminister, Herr Ramsauer (soviel Zeit und Höflichkeit sollte sein), dies alles aus eigener Tasche bezahlen?"
für SINNVOL hältst, teile ihr das ganz einfach mit, dann hat sie was zum Lachen.

Dass ausgerechnet du hier Sachlichkeit einforderst, ist so witzig, dass man darauf sachlich nicht mehr antworten kann.

Wer im st zum Thema S21 allen Ernstes eine Umfrage zu Stuttgart 21 mit einer deutlichen Rentenerhöhung direkt verbinden will und meint damit eine repräsentative Umfrage in Gang zu setzen, sollte den Begriff Sachlichkeit überhaupt nicht mehr verwenden.




Marija
Marija
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von Marija
als Antwort auf schorsch vom 05.11.2010, 08:31:24
Kann es sich Deutschland leisten?, war die Frage.

Und ich frage zurück: Kann es sich Deutschland leisten, gegenüber den Nachbarstaaten wortbrüchig zu werden?

N.B. Bis dato ist erst die Schweiz auf gutem Wege resp. Schiene, die vereinbarten Vorgaben einzuhalten.


Ich sehe das so :

Entweder es gibt einen besseren Schienen-Güterverkehr, oder der Schwerlastverkehr wird uns überrollen.

S21 ist offenbar ein Sargnagel für den Ausbau und oder die Verwirklichung wichtiger Güter-Trassen.

Und es wird dem mündigen Bürger nicht gestattet, diese Aussage zu treffen und seine Bedenken zu äußerrn.


hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf klaus vom 05.11.2010, 10:29:42
Wie ich auf eine sinnlose Bemerkung reagiere, musst du mir schon selbst überlassen.

NNNNein. Du hast es trotz meiner ausdrücklichen Bitte unterlassen, zur Sachlichkeit zurückzukehren.

Beleidigungen, Verleumdungen und Unterstellungen sowie virtuelles Faustrecht sind gemäß AGB des ST und der allgemeinen Netiquette jedem Internetnutzer untersagt. Wenn dir der Beitrag eines anderen Mitgliedes nicht zusagt, dann brauchst darauf nicht reagieren. So tun es in der Realität alle wirklichen Menschen.

Ich möchte dich daran erinnern, das du in unserem Dorfkrug auf Grund deiner Äußerung gegenüber Olga64 ein Freibier mitten ins Gesicht bekommen würdest.
mradefeld
mradefeld
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Re: Verkehrspolitik
geschrieben von mradefeld
Wie ich der Diskussion entnehme, sind es wieder einmal nicht vorrangig die knappen Mittel, sondern die überzogenen Forderungen einiger Anwohner und deren Vertreter, die das Projekt, wie so viele andere in unserem Lande, ausbremsen und unnötig verteuern.
Wenn stets den populistischen Argumenten dieser Berufsprotestierer nachgegeben wird, werden wir demnächst nicht in der zweiten oder dritten Reihe der europäischen Staaten landen, sondern eher am Schluss. Ob sich dann noch jemand für unsere teueren Produkte, hergestellt in einem Lande mit vorzeitlicher Infrastruktur "made in Germany", interessiert?

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