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Internationale Politik Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?

Hansdiegans
Hansdiegans
Mitglied

Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von Hansdiegans

Guten Abend, das Thema ist zwar in den Medien nicht mehr so zu hören, aber ich mache mir irgendwie seit Tagen Gedanken darüber. Meint ihr der Brexit hat einen großen Einfluss auf Deutschland? Anfangs wurde ja viel von erhöhten Mietkosten besonders in Frankfurt etc. gesprochen. Wurden die Vermutungen bestätigt oder wie sieht da der aktuelle Stand aus?

Fraubraun
Fraubraun
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RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von Fraubraun
als Antwort auf Hansdiegans vom 09.08.2017, 21:03:52

Also ich glaube man kann nicht auschließen, dass es keine Auswirkungen haben wird.
Es gibt bereits einige Firmen die einen Umzug, bzw. eine Verlagerung nach Deutschland geplant haben.
Da ist Frankfurt ja dann immer im Fokus und einige Firmensitze wurden auch schon umgemeldet.
Hier ist ein Artikel der das ausführlicher beleuchtet: [Werbelink entfernt. Admin Margit]
Das ist ja schon auch nicht unerheblich, weil der Wohnungsmarkt in Frankfurt ja nicht der entspannteste ist. 
Aber ich weiß nicht wieviele der Zuzügler nur wegen des Brexits kommen.
Nach Frankfurt ziehen ja immer mehr Leute unabhängig von den Entwicklungen in Europa.
Also keine optimistische Aussicht.

olga64
olga64
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RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Hansdiegans vom 09.08.2017, 21:03:52

WEnn man mitten in den Verhandlungen steckt und keinerlei Beispiel aus der Vergangenheit hat, wie sich so etwas auswirkt, sollte man vorsichtig mit Prognosen sein, weil diese ja Aussagen in die Zukunft machen, die bekanntermassen in der Gegenwart noch völlig unbekannt ist.
Auch sollten wir nicht nur an uns und unser Land denken, sondern an die gesamte EU, da mittlerweile alles zu vernetzt ist, um Konzentrationen auf ein Land sinnvoll erscheinen zu lassen.
Auch wenn ein Umzug einiger Banker nach Frankfurt klappen sollte, hat dies wohl nur marginale Auswirkungen. Ausser man bedenkt, dass in dieser Bankenstadt auch heute schon viele Menschen arbeiten, die dann in direktem Wettbewerb zu den Zuzüglern stehen und dies kann sich auch negativ auswirken.
Olga


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Ion
Ion
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RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von Ion
als Antwort auf olga64 vom 10.08.2017, 15:43:13

Irgendwie rudern einige schon wieder zurück...ob sie dieses Papier gelesen haben ?

3 Möglichkeiten des Brexit

pschroed
pschroed
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RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von pschroed

Brief von Business Insider an die Briten zeigt wie brutal der BREXIT für die Insel werden kann.
Phil.


Theresa May zum G20-Gipfel in Hangzhou, China, 4. September, 2016.REUTERS/Nicolas Asfonri/Pool/File Photo

Die diplomatischen Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu Japan stehen seit dem Brexit-Referendum 2016unter großer Spannung. Japan hatte noch im gleichen Jahr schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung erhoben. Der asiatische Staat ist auf das Noch-EU-Land wirtschaftlich angewiesen, die EU ist der größte Exportmarkt Japans. „Wir verlangen mit Nachdruck, dass das Vereinigte Königreich die Fakten ernst nimmt und sich überlegt, wie es verantwortungsvoll [...] jegliche negativen Auswirkungen minimiert“, hieß es damals in einer Nachricht.

Wir riskieren alle ziemlich viel, das sollten wir nicht vergessen“

Vergangene Woche wurde der japanische Botschafter im Vereinigten Königreich zu den größten Bedrohungen des japanischen Handels befragt, nachdem er sich mit Premierministerin Theresa May getroffen hatte. Zu dem Anlass verdeutlichte Koji Tsuruoka die Warnung noch einmal: „Wenn sich der fortlaufende Betrieb japanischer Geschäfte im Vereinigten Königreich nicht rentiert, kann sich das kein privates Unternehmen mehr leisten“, zitiert ihn CNN. Und weiter: „So einfach ist das. Wir riskieren alle ziemlich viel, das sollten wir nicht vergessen.“


Die offizielle Nachricht von 2016 war brutal, ausführlich und ging sehr genau auf die Konsequenzen für das Vereinigte Königreich ein, wenn das Land die Europäische Union verlassen sollte. Sie wurde im September nach dem Referendum veröffentlicht — also noch bevor die britische Regierung die Konsequenzen und Auswirkungen selbst konkreter formuliert hatte.

Die Nachricht war an jeden Briten addressiert, nicht nur an die Regierung rund um Premierministerin Theresa May. Der Titel lautet: „Japans Nachricht an das Vereinigte Königreich und die Europäische Union“.


Liebe Briten, wenn ihr nicht langsam aufwacht...
Das 15-seitige Dokument erscheint unter anderem deshalb so brutal, weil es detailliert auf die wirtschaftlichen Folgen des Brexits eingeht. Man kann das Dokument jedoch zusammenfassen: Wir haben unendlich viel in das Vereinigte Königreich investiert, und ihr zerstört gerade alles. Möchtet ihr wirklich, dass wir unser ganzes Geld, unsere gesamten Unternehmen und Investments aus eurem Land abziehen? Denn das können wir, wenn ihr nicht langsam aufwacht.

„Es gibt zahlreiche japanische Unternehmen in Europa, die 440.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Ein beachtlicher Teil davon im Vereinigten Königreich. Fast die Hälfte aller japanischen Investments für die EU 2015 gingen direkt auf die Insel... Wir verlangen mit Nachdruck, dass das Vereinigte Königreich diesen Fakt ernst nimmt und sich überlegt, wie es verantwortungsvoll darauf eingehen wird, um jegliche negativen Auswirkungen zu minimieren.“

Der heftigste Aspekt dieses Briefes lässt sich zwischen einer Reihe von Forderungen seitens japanischer Unternehmen finden. Die Verfasser kündigten an, dass japanische Banken die Insel verlassen werden, sollte das Vereinigte Königreich keine EU-ähnlichen Wirtschaftsbeziehungenaufbauen können (Betonungen von uns):

„Wenn japanische Finanzinstitute auch nur einen Pass verlieren, den sie im VK erhalten haben, würden sie auf solche Schwierigkeiten treffen, dass sie sich entweder neu bewerben müssen, oder in bereits etablierte Teile der EU umsiedeln.

Japan fordert: Immigration solle einfacher gestaltet werden, nicht komplizierter
Auch auf die Forderung mancher Brexit-Befürworter, Immigration zu reduzieren, ging Japan damals ein: Unternehmen könnten ohne flexible Immigration nicht überleben. Sie sagten sogar, Immigration solle einfacher gestaltet werden, nicht komplizierter:
 
arno
arno
Mitglied

RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von arno
als Antwort auf Hansdiegans vom 09.08.2017, 21:03:52
Guten Abend, das Thema ist zwar in den Medien nicht mehr so zu hören, aber ich mache mir irgendwie seit Tagen Gedanken darüber. Meint ihr der Brexit hat einen großen Einfluss auf Deutschland? Anfangs wurde ja viel von erhöhten Mietkosten besonders in Frankfurt etc. gesprochen. Wurden die Vermutungen bestätigt oder wie sieht da der aktuelle Stand aus?
Moin, Hansdiegans,

"Aufgrund des Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union und neuer Aufgaben für Brüssel hat der zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger von Berlin höhere Beiträge zum gemeinsamen Haushalt gefordert. Dies sagte der Politiker im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Dabei gehe es um „mindestens drei oder dreiundeinhalb Milliarden Euro“ jährlich. Diese zusätzlichen Zahlungen könnten dazu beitragen, die durch den Brexit entstehende Lücke zu füllen. "


Der vollständige Artikel ist hier einsehbar!


Gruß arno
pschroed
pschroed
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RE: Wirkt sich der Brexit stark auf uns aus?
geschrieben von pschroed

EXIT vom BREXIT emoji_innocent oder was ?
Die Briten drehen am Rad, wenn es fertig ist bleibt alles wie es ist und wird nur eine andere Policy für die Briten geschrieben, ungefähr nach der Idee wir sind nicht in der EU halten uns aber an die Regeln der EU, verrückte Welt. 

BREXIT

ZITAT DIE ZEIT
May will EU-ähnliche Regelungen beibehalten
Theresa May enttäuscht Hoffnungen auf eine klare Brexit-Position ihrer Regierung. Sie wolle die "breiteste und tiefste Partnerschaft", aber keins der bestehenden Modelle.

Die britische Premierministerin Theresa May will nach dem Brexitkeines der bereits bestehenden Modelle für eine künftige Partnerschaft mit der EU übernehmen. Das sagte sie in einer Grundsatzrede zum Brexit. May rief zu einem Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU auf, das die meisten Wirtschaftsbereiche einschließen und damit weiter gehen solle als die bestehenden Abkommen zwischen Kanada und der EU. Allerdings solle Großbritannien nicht Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sein. "Wir müssen ein neues Gleichgewicht finden, aber wir werden nicht die Rechte Kanadas akzeptieren mit den Verpflichtungen Norwegens", sagte May. Norwegen ist Teil des EWR.
Sie strebe die "breiteste und tiefste Partnerschaft" mit der EU an, sagte May. Großbritannien werde sich darum bemühen, Teil mancher EU-Behörden zu bleiben, darunter jenen für Arzneimittel- und Flugsicherheit. Ihr Land sei bereit, dafür zu zahlen und sich an die Regeln der Behörden zu halten, um deren Mitglied zu bleiben, sagte sie. "Wir wollen keine Einführung von Zöllen oder Beschränkungen sehen."


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