Erben und Vererben – Die wichtigsten Infos rund um das Thema Erbschaft

Stirbt ein geliebter Mensch, ist dies für die Angehörigen ein schwerer Schlag. Doch nicht nur in emotionaler, sondern auch in rechtlicher Hinsicht gibt es im Zusammenhang mit einem Todesfall einiges zu beachten. Dazu zählt auch, für den Fall vorzusorgen, dass man selbst aus dem Leben scheidet.
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©geralt | Pixabay.com

Erbvertrag oder Testament – Was ist für wen geeignet?

Um für den eigenen Todesfall vorzusorgen, kann man ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen. Durch diese Vorkehrungen kann man selbstbestimmt darüber entscheiden, wer das eigene Vermögen einmal erhalten soll. Sowohl bei einem Testament, als auch bei einem Erbvertrag können Abweichungen von der gesetzlichen Erbfolge festgelegt werden.
Ein Testament kann handschriftlich oder notariell erstellt werden, sowie als Einzeltestament oder als gemeinschaftliches Testament. Ein gemeinschaftliches Testament kommt allerdings nur dann in Frage, wenn die Testierenden verheiratet sind oder in einer Lebenspartnerschaft leben.
Im Gegensatz zum Testament müssen bei einem Erbvertrag mindestens zwei Vertragspartner mitwirken. Zudem ist ein Erbvertrag stets beurkundungsbedürftig. Der Erbvertrag ist auch für unverheiratete Paare geeignet, allerdings können die in einem Erbvertrag getroffenen Vereinbarungen nur mit Zustimmung von allen Vertragsparteien geändert werden. Man sollte sich also sehr sicher sein, mit wem man einen Erbvertrag aufsetzt. Für den Erbvertrag spricht allerdings, dass er im Vergleich zu einem gemeinschaftlichen notariellen Testament kostengünstiger ist. Beim Vererben von Unternehmen kann ein Erbvertrag beispielsweise sinnvoll sein.

Was sollte in einem Testament festgehalten werden?

Der Regelungsinhalt eines Testaments ist breit gefächert. Es kann festgelegt werden, wem man wieviel Geld hinterlassen möchte, ob die Enterbung erbberechtigter Personen gewünscht ist oder ob ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden soll. Zudem hat der Testierende beim Verfassen eines Testaments die Möglichkeit, das Erbe an bestimmte Bedingungen zu knüpfen. Damit ein Testament sicher verwahrt ist, kann es sinnvoll sein, dieses beim zuständigen Nachlassgericht zu hinterlegen. Nicht nur die notariell erstellten, sondern auch die handschriftlich aufgesetzten Testamente können beim Nachlassgericht verwahrt werden.

Wer hat Anrecht auf einen Pflichtteil und kann der Pflichtteil im Testament ausgeschlossen werden?

Anspruch auf den Pflichtteil haben nur die engsten Verwandten. Dazu zählen Kinder, Enkel und Urenkel oder der überlebende Ehegatte. Ebenfalls pflichtteilsberechtigt sind die Eltern. Anspruch auf ein Pflichtteil Erbe haben außerdem adoptierte oder nichteheliche Kinder.
Nur in Ausnahmefällen kann pflichtteilsberechtigten Personen das Erbe gänzlich verweigert werden. Dies kommt nur in Frage, wenn der Erbe dem Erblasser nach dem Leben trachtete oder wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde und diese Tatsache dem Erblasser unzumutbar ist.

Verfassung und Erstellung des Testaments

Ein Testament kann entweder handschriftlich verfasst oder beim Notar beurkundet werden. Ein handschriftliches Testament muss mit der Hand geschrieben und Verfasser des Testaments unterschrieben werden. Außerdem sollte das Dokument mit Angaben über Ort und Datum, sowie mit einer Überschrift wie "Letzter Wille" oder "Testament" versehen werden. Ansonsten ist es förderlich, dass der eigene Wille in dem Dokument deutlich erkennbar ist.
Wer sich unsicher im Hinblick auf die Erstellung eines Testaments ist, kann bei rechtlichen Fragen auf entsprechende Fachliteratur zurückgreifen. Besonders hochwertige und hilfreiche Bücher zum Thema „Erben und Erbrecht“ gibt es im Shop von Haufe. Die dort angebotenen Bücher geben einen allgemeinen Überblick über das Thema, enthalten viele Fallbeispiele, sowie Vorlagen und Muster, an denen Sie sich für die Erstellung des Testaments orientieren können. Bei besonders komplexen Fragestellungen oder Spezialfällen hilft Ihnen zusätzlich der Gang zum Notar oder zum Anwalt.

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