Flash Player: So sind Sie sicherer im Netz unterwegs

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„Der Flash Player von Adobe ist in letzter Zeit erneut und verstärkt in die Kritik gekommen", erklärt Andreas Dautermann, einer der Geschäftsführer der Levato UG aus Mainz. „Die beiden Hauptprobleme sind, dass der Player so weit verbreitet ist und damit natürlich auch für Kriminelle interessant wird. Das zweite Problem ist, dass die Programmstruktur vom Grundsatz her nicht besonders sicher ist.Diese beiden Probleme kombiniert führen dazu, dass Sicherheitslücken schnell ausgenutzt werden. Und dann sind direkt 90% der Internetnutzer betroffen." Doch es gibt Möglichkeiten, die Gefahren zu verringern.
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©goodluz | Fotolia.com

Was ist der Flash Player?

Der Flash Player ist ein Mini-Programm, das im Browser sitzt. Der Browser ist das Programm zum Anschauen von Internetseiten. Einige Internetseiten haben besondere Inhalte, für deren Wiedergabe der Browser den Flash Player benötigt. Es gibt viele solcher besonderen Arten von Inhalten und viele kleine dazu passende Mini-Programme. Doch nur eines der Mini-Programme hat es zu Weltruhm gebracht: der Flash Player. Er hat sich in den letzten 15 Jahren zu dem Standard entwickelt, wenn es um Filminhalte auf Internetseiten geht. An ihm führt kaum ein Weg vorbei.

Wie lange geht das so weiter?

Vermutlich noch eine ganze Weile. Man kommt am Flash Player quasi nicht vorbei. Das ist ungefähr so, wie wenn man sagen würde: "Beim Autofahren vermeiden Sie unbedingt Kreuzungen mit Ampeln, dort passieren besonders viele Unfälle." Ja, das würde wohl irgendwie gehen, die Ampeln zu umfahren, und ja, man wäre sicherer mit dem Auto unterwegs. Aber es ist unfassbar unpraktisch. Und weil es so viele Ampeln gibt, wird es eine sehr lange Zeit dauern, bis sich ein besseres Konzept weltweit etabliert hat. Dieses bessere Konzept für Internetseiten heißt übrigens HTML5. Für die Straße hat man noch kein besseres Konzept gefunden.

Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Die Lücke im Flash Player erlaubt es, einen Virus, einen Trojaner oder andere schädliche Programme auf Ihren Computer zu übertragen. Und zwar alleine dadurch, dass Sie auf einer Internetseite sind. Normalerweise muss man aktiv werden, um versehentlich einen Trojaner oder Virus herunterzuladen. Eine solche Lücke im Flash Player kann das umgehen und schon das Besuchen einer Seite reicht aus und man hat sich "etwas eingefangen.
 
Das durchaus beruhigende "Aber": Selbst wenn Sie sich beim Besuchen einer Seite etwas einfangen, haben Sie immer noch Ihren Virenscanner auf dem PC, der den eingefangenen Fiesling erkennt und direkt bekämpft und löscht. Ein aktueller Virenscanner ist immer noch ein funktionierendes und sehr wichtiges Sicherheitsnetz! Außerdem müssten Sie erst einmal auf eine Internetseite gelangen, die derart kriminell ist, dass sie versucht, über die Flash Player-Lücke Ihren Computer anzugreifen. Die "normalen" alltäglichen Internetseiten, die man besucht, würden das mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals tun.
 
Und das Wichtigste: Die Sicherheitslücken, die bekannt werden, sind meist innerhalb von 2-3 Tagen behoben und werden mit dem neusten Update geschlossen. Wer also die Updates des Flash Player durchführt, befindet sich meist nur in einem sehr kleinen Zeitfenster der Unsicherheit.

Was können wir tun?

Kristoffer Braun von Levato erklärt: „Es gibt 3 Möglichkeiten, um das Risiko zu verringern: 1. Den Flash Player komplett abschalten. Dann können Sie jedoch einen Großteil der weltweiten Internetseiten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen. 2. Den Flash Player weiterhin nutzen und regelmäßig die Updates durchführen lassen. 3. Den Flash Player nur dann nutzen, wenn man es will und braucht und aktiv erlaubt." Es gibt also durchaus Möglichkeiten, die Gefahren zu minimieren, ohne dass man nur noch eingeschränkt im Internet unterwegs ist. Unsere Empfehlung lautet, den Browser Google Chrome zu nutzen. Dieser sorgt dafür, dass die Sicherheitslücken nicht so oft ausgenutzt und schneller geschlossen werden. Und vor allem: Sie werden automatisch geschlossen, ohne Ihr aktives Zutun."  Zusätzlich kann man beim Browser von Google auch einschalten, dass Flash-Videos nur dann abgespielt werden, wenn man dies auch möchte.

Click to play

Click to play. Klicken, um zu starten. Was bedeutet das eigentlich genau? Im Prinzip ist es ganz einfach: Wir geben dem Programm Flash Player immer nur dann Erlaubnis, aktiv zu werden, wenn wir es explizit mit einem Klicken bestätigen. Die restliche Zeit darf der Flash Player nicht aktiv sein. Er ist aber weiterhin auf unserem Computer installiert. Wir als Nutzer übernehmen also ganz aktiv die komplette Kontrolle über das Programm. Wir erlauben nur dann die Wiedergabe eines Videos (hierfür wird der Flash Player zu 99% aller Fälle genutzt), wenn wir ganz genau wissen, dass das Video aus einer seriösen Quelle stammt. Wenn Sie also zukünftig auf ein Video im Internet treffen, startet dieses nicht direkt, sondern erst, wenn Sie den Flash Player zuvor mit einem Klicken aktivieren.

So aktivieren Sie Click to play

Wenn Sie Ihren Google Chrome geöffnet haben, sehen Sie in der rechten oberen Ecke eine Schaltfläche mit drei horizontalen kurzen Linien. Sobald Sie auf diese klicken, erscheint ein Menü. Klicken Sie auf den Menüpunkt „Einstellungen". Nach dem Klick öffnet sich ein neues Fenster. Wenn Sie ganz ans Ende der Seite gehen erscheint in blauer Schrift „Erweiterte Einstellungen anzeigen". Klicken Sie auf diesen Schriftzug. Danach sollte eine Schaltfläche zu sehen sein, die „Inhaltseinstellungen" heißt. Klicken Sie auf diese, es öffnet sich ein neues Fenster. In diesem Fenster ist der Punkt „Plug-ins" zu finden. Eventuell müssen Sie auf der Seite erst ein Stück nach unten scrollen. Standardmäßig ist hier die erste Option ausgewählt „Alle Plug-in-Inhalte ausführen (empfohlen)". Wählen Sie die dritte Option „Selbst auswählen, wann Plug-in-Inhalte ausgeführt werden sollen". Klicken Sie auf „Fertig" und schließen Sie danach Ihren Browser, um die Änderungen wirksam zu machen.
 
Wenn Sie in Zukunft in Ihrem Google Chrome eine Website mit Flash-Player besuchen, werden Sie einen grauen Kasten sehen, der Ihnen erklärt, wie Sie vorgehen müssen, um den Adobe Flash Player zu nutzen. Dazu müssen Sie mit der rechten Maustaste in den Browser klicken. Im sich öffnenden Menü wählen Sie den Punkt „Dieses Plug-in ausführen" aus, wenn Sie dem Betreiber der Seite vertrauen. Sind Sie sich unsicher, ob es sich um eine seriöse Seite handelt, sollten Sie das Plug-in nicht abspielen lassen. Sie können wie gewohnt Videos schauen, haben aber die volle Kontrolle darüber, welche Inhalte abgespielt werden und welche nicht.
 
Weitere Hilfestellungen zu Computer, Internet und Handy finden Sie unter www.levato.de.

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