Plötzlich pflegebedürftig – was tun nach einem Schlaganfall?

Ein Pflegefall in der Familie kann ganz plötzlich eintreten und gravierende Folgen mit sich bringen. Sowohl für die pflegebedürftigen Personen, aber auch für die Angehörigen.
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Ein Schlaganfall kommt plötzlich und bringt oft vieles durcheinander. Ohne Ankündigung überrascht der Schlaganfall in der Regel Betroffene und ihre Angehörigen. Wichtige Funktionen des zentralen Nervensystems fallen aus, eine umgehende medizinische Versorgung ist lebenswichtig. Obwohl Schlaganfälle zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland gehören und eine weit verbreitete Todesursache sind, beschäftigen sich die meisten Menschen erst mit dem Thema, wenn der Ernstfall bereits eingetreten ist.

Schlaganfälle können ganz unterschiedlich ausfallen

Wie sich ein Schlaganfall äußert und auswirkt, kann unterschiedlich sein. Die Symptome können von Störungen der Mimik über Wahrnehmungs- und Wortfindungsstörungen bis hin zu starken Kopfschmerzen unterschiedlich ausgeprägt sein. Je nachdem wie schwer der Schlaganfall ist, variieren auch die Langzeitfolgen. Oft sind Schlaganfall-Patienten für eine gewisse Zeit auf Pflege angewiesen.

Häufig sind Patienten nach dem Schlaganfall wieder zu Hause und werden dort von einem ambulanten Pflegedienst oder Angehörigen versorgt. Von Vorteil ist, dass die Betroffenen ihr gewohntes Umfeld und die Nähe zur Familie nicht aufgeben müssen. Doch für Angehörige bringt das einen organisatorischen Aufwand mit sich, der nicht immer leicht zu bewältigen ist.

Pflegezeit für Angehörige

Sind Sie ein naher Angehöriger, ist also zum Beispiel ihr Ehepartner, ein Elternteil, Bruder, Schwester oder sind die eigenen Kinder betroffen, dann haben Sie mehrere Möglichkeiten, sich von Ihrer Arbeit freistellen zu lassen. Bis zu zehn Tage können Sie sich kurzfristig freistellen lassen, um wichtige Dinge in einer plötzlich eintretenden Pflegesituation zu regeln. Bei der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung müssen die zehn Tage aber nicht zwangsläufig am Stück genommen werden, sondern können auch aufgeteilt werden. Zu beachten ist aber: Der Anspruch auf zehn Tage gilt pro zu pflegende Person. Es kann also nicht jeder nahestehende Angehörige zehn Tage frei nehmen. Während dieser Tage bekommen Sie nur weiter ihren Lohn, wenn das vorher vertraglich festgehalten wurde. Andernfalls kann Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden.

Müssen Sie sich länger um ihren zu pflegenden Angehörigen kümmern, können Sie bis zu sechs Monate Pause im Job machen. Nach dieser Pflegezeit haben Sie das Recht, wieder in Vollzeit in Ihren Beruf zurückzukehren.

Wenn dieses halbe Jahr nicht ausreicht, gibt es die Möglichkeit, bis zu zwei Jahre lang in Familienpflegezeit zu gehen und nur noch in Teilzeit zu arbeiten. Mindestens 15 Stunden pro Woche müssen dabei absolviert werden. Voraussetzung für diese Möglichkeit ist, dass das Unternehmen mehr als 26 Beschäftigte hat und der zu Pflegende einem Pflegegrad zugeordnet wurde.

Die Pflegegrade

Nach einem Schlaganfall spielen die Pflegegrade, ehemals Pflegestufen, eine große Rolle. Sie sind ausschlaggebend dafür, welche Hilfe der Patient und seine Angehörigen bekommen, wie es mit den Hilfsmitteln aussieht und wie hoch die finanzielle Unterstützung ausfällt. Ausschlaggebende Kriterien sind unter anderem die Körperpflege, die Ernährung, die Mobilität, die Versorgung im Alltag sowie die geistigen Fähigkeiten.

Wer keine anerkannten Pflegegrad hat, kann in der Regel 100 Euro monatlich von der Pflegeversicherung bekommen, wenn eine sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt. In schweren Fällen können das bis zu 200 Euro sein.

Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Pflegegrad 1 betrifft Personen mit leichten Einschränkungen im Alltag. Hier wird ein barrierefreier Umbau der Wohnung unterstützt, es gibt Pflegeberatung und notwenige Pflegehilfsmittel. Das kann bei Schlaganfallpatienten beispielsweise die PflegeBox sein, die pflegende Angehörige individuell mit zuzahlungsfreien Pflegehilfsmitteln versorgt. Hierbei erhalten die Betroffenen die benötigten Alltagshelfer, welche die Hygiene und Selbstständigkeit aufrechterhalten. Der Vorteil: Die Lieferung lässt sich kostenlos zu einer gewünschten Adresse realisieren und auch die Antragstellung und Abrechnung übernehmen die Mitarbeiter des Unternehmens.
 

Weitere Informationen zur PflegeBox

Therapie und Heilung

Nach einem Schlaganfall können Therapie und Heilung ganz unterschiedlich verlaufen. So sind auch die Auswirkungen auf pflegende Angehörige sehr individuell. Je nach Schwere des Schlaganfalls ist es grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass sich der Patient vollkommen erholt und keine schweren Folgeschäden davonträgt. Doch je älter der Patient, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Hirnschädigungen zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen können.

Für Angehörige gilt es abzuwägen, ob eine ambulante Pflege zu Hause realisiert werden kann, was für die Betroffenen in der Regel bevorzugt wird. Wer hier nur kleinere Umbauten machen muss und vielleicht sogar auf Hilfe von Freunden oder Nachbarn zurückgreifen kann, hat Glück. Ist das nicht möglich, muss womöglich über einen Platz im Pflegeheim nachgedacht werden.

Wie die Reha-Maßnahmen ausfallen, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Manche Therapien können zu Hause durchgeführt werden, andere nur in einer Klinik. Dazu gibt es die Möglichkeit, im späteren Verlauf der Behandlung zu Selbsthilfegruppen zu gehen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Je nach Schwere der Folgen kann es sein, dass auch bei der Ernährung Probleme auftreten und etwa eine Magensonde zum Einsatz kommt. Allgemein sollte jetzt auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden. Ob und wie lange weitere Einschränkungen im Alltag bestehen, ist unterschiedlich. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Patienten nach erfolgreicher Therapie zum Beispiel auch wieder Autofahren können. Längere Reisen oder auch Flüge sollten dennoch gut geplant und unter Umständen mit dem Arzt abgesprochen werden.

 

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Kommentare (1)

digizar

Vieles könnte vermieden werden mit regelmäßigen VorsorgeUntersuchungen.
Es ist doch mittlerweile bekannt, dass sich mit fortschreitendem Alter der Körper zum Negativen hin verändert. Genau deswegen werden doch die Untersuchungen angeboten.
Ich werde es deshalb nie verstehen, wie Mensch sich so ein kostenloses Angebot entgehen lässt. Das ist doch unbeschreiblicher Leichtsinn, Dummheit. Und der Familie wird uU unendliche Mühe aufgeladen. Einfach so aus Gleichgültigkeit.
Natürlich muss man/frau sich schon selber bemühen, bevor man zum Doktor oder sonstwohin getragen wird.
-digi- mit ner neuen Aorta asc (Aneurysma 6cm, Kerckhoff, Bad Nauheim), womit plötzlichem Herztod vorgebeugt wurde. Entdeckt anlässlich einer KontrollUntersuchung. Es ist davon nichts zurückgeblieben, es geht mir wie vorher erste Sahne (kann wie vorher 50 km spielend Fahrrad fahren) - auch mit der Gewissheit, das Beste für mich -und meine Umgebung- getan zu haben.


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