Rheuma: Eine Therapie allein reicht nicht aus

Menschen mit rheumatoider Arthritis leiden unter steifen Gelenken, Schwellungen an den betroffenen Gelenken und Schmerzen. Eine Kombination aus medikamentöser Therapie und begleitenden Maßnahmen ist besonders erfolgreich.
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Friederike M. hatte die Diagnose Rheuma bereits mit Anfang Dreißig erhalten. Als Mutter von zwei Grundschulkindern war das für sie damals ein ziemlicher Schock. Sie wollte nicht glauben, dass sie bereits in so jungen Jahren an einer chronischen Erkrankung litt. Die heute 62-Jährige, die es liebt, mit ihrer kleinen Enkelin zu spielen, erinnert sich zurück: „Ich weiß noch, dass ich anfangs Schmerzen in der linken Hand hatte. Der Orthopäde tippte zunächst auf eine Überbelastung. Als die Schmerzen sich ausweiteten, ergaben weitere Untersuchungen, dass ich an rheumatoider Arthritis erkrankt war.“

Es gibt mehr als hundert Rheuma-Varianten

Die zierliche Seniorin ist eine von rund zwei Millionen Menschen in Deutschland, die an einer rheumatischen Erkrankung leiden. Da es mehr als hundert Rheuma-Varianten gibt, werden sie unter dem Oberbegriff „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“ zusammengefasst. Überwiegend handelt es sich um autoimmunbedingte, entzündlich-rheumatische Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates oder um verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen (Arthrosen), die häufig mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen. Oftmals sind die „harten“ Strukturen wie Knochen, Gelenke oder Knorpel betroffen, es gibt aber auch das sogenannte „Weichteilrheuma“, bei dem Muskeln, Bänder, Faszien oder Sehnen erkrankt sind. Das Fibromyalgie-Syndrom zählt zum Beispiel dazu. Was viele zudem nicht wissen: Rheumatische Erkrankungen können auch andere Organe wie das Herz, die Haut, die Nieren oder den Darm angreifen. Darüber hinaus gibt es rheumatische Augenentzündungen, Rippenfell- und Gefäßentzündungen wie die Riesenzellarteriitis.

Die meisten erkranken an rheumatoider Arthritis

Auch Kinder und Jugendliche können an Rheuma erkranken. Sind sie betroffen, leiden sie meist an einer „juvenilen idiopathischen Arthritis“. Juvenil steht für „einen Beginn vor dem vollendeten 16. Lebensjahr, idiopathisch für „ohne erkennbare Ursache“ und Arthritis für „Gelenksentzündung“. Die meisten Erwachsenen erkranken, wie auch Friederike M., an der rheumatoiden Arthritis, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung der Gelenke. Jedes Jahr gibt es hierzulande bis zu 4.000 Neuerkrankungen. Ihre Diagnose erhalten viele Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass bestimmte genetische Faktoren eine Rolle spielen. Auch Umweltfaktoren wie Rauchen und Übergewicht stehen als Auslöser im Verdacht und spielen beim Krankheitsverlauf eine große Rolle.

Rheuma wird meist mit mehreren Therapieansätzen behandelt

Bei der rheumatoiden Arthritis greifen Zellen des Immunsystems die Gelenkinnenhaut an, so dass eine schmerzhafte Entzündung entsteht. Meist beginnt die Erkrankung an den kleinen Fingergrund- und -mittelgelenken der Hände und fast immer sind beide Körperseiten betroffen, der Befall ist also symmetrisch. Der Verlauf ist schubartig und die Phasen hoher Krankheitsaktivität können mehrere Wochen bis Monate dauern. In den Phasen dazwischen lassen die Symptome nach. Da es sich bei der rheumatoiden Arthritis um eine chronische Erkrankung handelt, die nicht heilbar ist, sollte die Behandlung so früh wie möglich und dauerhaft erfolgen. Das Ziel der medikamentösen Therapie ist, die Entzündungsaktivität zu stoppen und die Gelenkzerstörung möglichst aufzuhalten. Um die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen, werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aus medikamentöser Therapie und erweiternden Maßnahmen wie Krankengymnastik, Physio- und Ergotherapie individuell miteinander kombiniert.

Nicht selten leiden die Betroffenen unter Müdigkeit, Erschöpfung und Muskelschmerzen. Auch Depressionen und Angststörungen treten deutlich häufiger auf als bei körperlich gesunden Menschen. Deswegen können Entspannungstrainings und andere psychologische Maßnahmen sinnvoll sein. In Patientenschulungen verbessern die Betroffenen ihr fachliches Wissen, setzen sich aktiv mit ihrer Krankheit auseinander und lernen, ihren Alltag mit der Erkrankung bestmöglich zu bewältigen. All das wirkt sich positiv auf das Krankheitsgeschehen aus und erhöht die Lebensqualität.

Bei Rheuma leiden Herz und Gefäße leiden oft mit

Trotz ihrer langjährigen Erfahrung mit der Krankheit ist es Friederike M. noch immer wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben, wenn es um das Leben mit rheumatoider Arthritis geht: „Schließlich möchte ich auch weiterhin so gut es geht mit der Erkrankung klarkommen und so lange wie möglich selbstständig sein.“ Über ihre Online-Apotheke abonniert sie deshalb einen kostenlosen Rheuma-Newsletter über das Rheuma-Magazin, aus dem sie regelmäßig hilfreiche Tipps zum Umgang mit ihrer Erkrankung zieht. Zum Beispiel hat sie dort kürzlich einiges zur Ernährung bei Rheuma gelesen und ihren Speiseplan daraufhin angepasst.

Aus seriösen Informationsportalen im Internet weiß sie zudem, dass das Herz und die Gefäße bei ihrer Erkrankung oft mitleiden und sie sich deshalb regelmäßig vom Kardiologen durchchecken lassen sollte. Laut der Deutschen Herzstiftung tritt eine Herzinsuffizienz bei Rheumapatienten doppelt so häufig auf wie bei anderen Menschen. Auch über SARS-CoV-2 hat sich Friederike M. informiert und sie weiß, dass sie laut aktuellem Kenntnisstand kein höheres Erkrankungsrisiko hat. Allerdings könne die Gefahr eines schweren COVID-19-Verlaufs bei Rheumapatienten größer sein, wenn Glukokortikoide über 10 mg/d eingenommen werden oder die Erkrankung besonders aktiv ist. Auch kommen laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie einige der bekannten Risikofaktoren wie ein höheres Lebensalter, Rauchen, Diabetes, starkes Übergewicht oder vorbestehende Lungen-, Herz- oder Nierenerkrankungen bei Rheuma-Patienten häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt.

„Ich passe aber gut auf mich auf und halte mich nicht nur durch meine Therapie, sondern auch mit viel Bewegung und gesunder Ernährung fit.“ Für ihr seelisches Wohl sei vor allem ihre Enkelin zuständig, mit der sie regelmäßig Stadt-Land-Fluss-Spiel spiele, sagt Friederike M. mit einem verschmitzten Lächeln, „und zwar online am Computer.“

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