Senioren und Isolation – Wie stark schränke ich Familienbesuche in der Corona-Zeit ein?

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Isolation für Senioren in vielen Fällen weiter verstärkt. Damit man die älteren Familienangehörigen nicht der Gefahr aussetzt sich mit dem Virus anzustecken, haben viele Familien die Besuche reduziert. Außerdem wurden zeitweise Besuchsverbote in Pflege- oder Seniorenheimen behördlich erlassen.
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©dusanpetkovic | Freepik.com

Das generationsübergreifende Zusammenleben innerhalb eines Haushaltes ist in vielen Ländern und Kulturen dieser Welt bekannt. In Deutschland stellt diese Form des Miteinanders immer noch eine Ausnahme dar.

Wir kennen eher, dass unsere erwachsenen Kinder spätestens mit der finanziellen Unabhängigkeit aus dem elterlichen Haus ausziehen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie aus beruflichen Gründen, der Entscheidung für ein Studium in andere Städte oder Regionen ziehen, weshalb regelmäßige Treffen mit der Familie und den Verwandten nicht mehr so häufig realisiert werden. Besonders Senioren oder Großeltern, die zuvor im engen Kontakt mit den Kindern und Enkelkindern standen, erleben das Problem der Isolation.

Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie oder Ihre Angehörigen während der Corona-Pandemie die Besuche von älteren Menschen gestalten oder eine drohende Isolation vorbeugen können.

Sollte ich mich aufgrund meines Alters und der aktuellen Corona-Sachlage von anderen Menschen isolieren?

Bei einer Infektion mit Covid-19 erleiden ältere Menschen einen nachweislich schlimmeren oder sogar lebensbedrohlicheren Krankheitsverlauf als das bei anderen Altersgruppen der Fall ist. In Deutschland liegt die Sterberate zum Ende des Jahre 2020 bei einem Altersdurchschnitt von 82 Jahren.

Nicht nur das Alter der entsprechenden Personen, sondern auch Vorerkrankungen wie die folgenden, spielen bei den schwereren Verläufen des Virus eine wichtige Rolle.
 
Zusätzlich hierzu können Krebserkrankungen, Übergewicht und Rauchen eine Verschlimmerung des Krankheitsverlaufes hervorrufen. Hierbei kann das Immunsystem geschwächt werden, wodurch das Risiko von Atemwegsproblemen steigt und in Folge sogar zu einer notwendigen Beatmung führen kann.

Vor dem Schutz einer Corona-Infektion sollten Sie sich sinnvollerweise in Selbstisolation begeben, falls eine oder mehrere der oben genannten Risikofaktoren auf Sie zutreffen. Dennoch ist zu beachten, dass je nach ihren persönlichen Umständen ein individueller Umgang mit der Isolationsstrenge zu berücksichtigen ist, damit Sie sich nicht monatelang von der Außenwelt abschotten.

Bitte kommen Sie bei Fragen auf Ihren Hausarzt zu, um gemeinsam eine für Sie angepasste Risikobewertung zu definieren. Das Infektionsgeschehen ist sehr stark von den regionalen Gegebenheiten abhängig, weshalb Ihnen eine konkrete Beratung eine gute Sicherheit im Umgang mit der Pandemie geben kann.    

Wann ist eine Isolation für mich sinnvoll?

Falls Sie sich aufgrund Ihrer Krankenhistorie oder aus eigenem Schutz vor einer Infektion in häuslicher Isolation begeben wollen, wäre es gut, sich im Vorfeld mit Ihrem Hausarzt zu besprechen. Ihr Arzt hat Einblick in Ihre Patientenakten und kann Ihre Situation am besten einschätzen. Zusätzlich besteht seit dem Beginn der Pandemie eine telefonische Beratung durch den Medizinischen Dienst.

Falls die Regierung ein Kontaktverbot oder mindestens eine Kontaktbeschränkung auferlegt, sollten auch Sie sehr vorsichtig sein und Ihren Umgang mit anderen Menschen weitestgehend vermeiden. Dies ist besonders zu beachten, wenn bei Ihnen die oben genannten Risikofaktoren bestehen. Bitte sorgen Sie sich nicht um die notwendigen Belange des Alltags, wenn Sie sich isolieren wollen. Selbst wenn Sie keine Verwandten oder gute Bekannte vor Ort haben, die Sie unterstützen, dann können Sie sicherlich Ihre Nachbarn um Hilfe bitten. Andernfalls bieten spezielle Hilfsorganisationen in Ihrer Umgebung oder Region ihre Unterstützung an. Zudem haben viele Supermärkte einen Lieferservice für ihre Kunden und es besteht die Möglichkeit, Essen auf Rädern zu bestellen.

Bundesweite Rufnummern; zum Beispiel von Gemeinschaft.online und nebenan.de:

  • 07172 934 00 48
  • 0800 8665544

Wie gehe ich damit um, wenn mich meine Familie wegen Corona nicht mehr besuchen möchte?

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus ist es für die meisten Menschen eine schwierige Entscheidung, mit wem man in Kontakt tritt und wem nicht. Falls sich Ihre Familie gegen einen Besuch ausspricht, dann ist dies zumeist eine Schutzentscheidung. Sie wollen sie vor einer Infektion schützen, da eine Ansteckung bereits vor dem Auftreten der Symptome erfolgt.

Niemand möchte verantwortlich sein, dass Sie sich mit Covid-19 infizieren oder womöglich noch zur Behandlung ins Krankenhaus müssen. Daher sollten Sie für jedwede Entscheidung Verständnis zeigen und im Vorfeld gemeinsam besprechen, wie man mit der aktuellen Lage umgeht.

Sie könnten beispielsweise eher von Angehörigen besucht werden, deren eigenes Infektionsrisiko verhältnismäßig gering ist und die in der Lage sind die AHA Regeln (Abstand halten, gründliches Händewaschen oder desinfizieren und Alltagsmaske tragen) zu befolgen.

Wie schütze ich mich vor Corona bei Familientreffen?

Je mehr Personen bei Familientreffen zusammenkommen, desto höher wir das Risiko, dass Sie sich mit Corona infizieren. Dies ist natürlich nicht der Fall, wenn sich alle Personen selbst isolieren, allerdings ist dies meist nicht möglich, weshalb Sie sich vor einer Ansteckung schützen sollten.

Einzelne Familien oder Familienmitglieder gehen mit der Corona-Problematik und den Schutzvorkehrungen unterschiedlich um. Anderen sind die Gefahren für Senioren überhaupt nicht bewusst. Informieren Sie Ihre Angehörigen proaktiv, dass je höher das Infektionsgeschehen wird, desto wichtiger der Selbstschutz ist. Finden Sie im Gespräch Regeln für den Umgang und welche Vorkehrungen getroffen werden sollen. Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen mögliche Szenarien:
 
  • Treffen sie sich draußen
  • Abstand zu Älteren einhalten
  • Umarmungen vermeiden
  • Niesetikette beachten
  • Erkältungssymptomen oder Unwohlsein andere Personen berücksichtigen

Kann ich während der Corona-Pandemie Familienspaziergänge unternehmen?

Trotz aller Maßnahmen, Vorkehrungen und Isolation zum Schutz vor dem Covid-19-Virus sind die zwischenmenschlichen Kontakte besonders für Senioren sehr wichtig. Dies muss natürlich nicht ausschließlich in Räumen stattfinden, sondern ein Spaziergang an der frischen Luft ist aus vielen Gründen sogar besser.

Gerade in der aktuellen Zeit können die frische Luft und ein paar warme Sonnenstrahlen das Immunsystem stärken und das Wohlbefinden enorm steigern. Trotzdem sollten Sie bei diesen Spaziergängen auf einen ausreichenden Abstand zueinander wie auch zu anderen Menschen berücksichtigen. Und falls Sie im Rollstuhl sitzen und von Ihrer Begleitung geschoben werden, dann bitten Sie einfach diese Person, eine Alltagsmaske zu tragen.


Informationen über zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel


Quellen:


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