Sinne schärfen für mehr Lebensfreude

Unsere Sinne sind das, worauf wir uns im Alltag verlassen. Allerdings realisieren wir das gar nicht so häufig, sondern sehen es als selbstverständlich an.
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©Peter Maszlen | Fotolia.com

Wir sehen das Auto, das auf uns zusteuert, wir riechen den Rauch, der sich verbreitet, wir schmecken, wenn etwas schlecht ist und wir hören die Sirene, die uns warnen soll. Außerdem fühlen wir den Schmerz, wenn wir uns verletzen. Die Kombination aus diesen fünf Sinnen schützt uns also nahezu rundum. Was aber, wenn einer oder sogar mehrere dieser Sinne nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen und wie wir es gewohnt sind?
 
Wer von Geburt an beispielsweise taub oder blind ist, vermisst nichts, weil er sich von Anfang an anders orientiert. Wer als junger Mensch möglicherweise durch einen Unfall erblindet, kann die anderen Sinne umso mehr trainieren, um dieses Manko auszugleichen. In der Regel sagt man, dass blinde Menschen ein besonders gutes Gehör haben. Doch sehr oft ermüden die Sinne im Alter – speziell Sehkraft und Gehör werden immer schwächer. Der Ausgleich ist dann ohnehin schwierig und ein Umtrainieren im Alter ebenfalls nicht einfach.

Mögliche Hilfsmittel auch nutzen

In der Regel sehen wir diese Alterserscheinungen als völlig normal an. Nicht selten werden alte Menschen fast automatisch lauter angesprochen, in der Erwartung, ihr Gehör funktioniere nicht mehr richtig. Auch dass es mit dem Sehen schwer wird, nehmen wir fraglos hin, irgendwann spätestens ab 50 trägt nahezu jeder eine Lesebrille bei sich. Manche Dinge sind nicht zu ändern, gleichzeitig ist die Vielfalt an Hilfsmitteln, die unsere Sinne stärken, jedoch so groß wie nie. Brillen sind ein modisches Accessoire, Hörgeräte so klein, dass sie gar nicht mehr sichtbar sind.
 
Dennoch scheuen sich immer noch viele aus Scham oder aus Sparsamkeit, derartige Hilfsmittel zu nutzen. Das ist unnötig, denn es ist viel unangenehmer, nicht hören oder sehen zu können als dies zuzugeben und davon berichten zu können, wie man sich mit moderner Technik zu helfen weiß. Auch die Kosten sind bei weitem nicht mehr so hoch und sehr unterschiedlich, zumal die Krankenkassen hier in der Regel unterstützen. Wer den Verdacht hat, dass er schlecht hört, kann etwa bei Fielmann online einen Termin vereinbaren, das Gleiche gilt bei einer vermuteten Sehschwäche.

Rechtzeitig beginnen, die Wahrnehmungen zu stärken

Verschlechterungen oder sogar Ausfälle einzelner Sinneswahrnehmungen lassen sich nicht immer vermeiden, aber wir können präventiv dagegen angehen. Und zwar, indem wir neben einem gesunden Lebensstil aktiv daran arbeiten, unsere Sinne zu schärfen. Umso mehr können die einen die anderen Sinne stützen oder ersetzen, wenn es im Alter nötig werden sollte, weil sie bereits gut trainiert sind. Es gibt spezielle Übungen, die man zu diesem Zweck machen kann, aber es bringt auch schon eine Menge, im Alltag mit den Sinnen bewusster umzugehen.
 
Gerade bei Geräuschen: Hören Sie genau hin, wenn die Vögel im Frühjahr beginnen zu zwitschern und versuchen Sie, einzelne Vogelarten zu unterscheiden. Nehmen sie bewusst wahr, wie sich bestimmte Dinge anhören oder versuchen Sie, Lieder so konzentriert mitzuhören, dass Sie den Text schon bald mitsingen können. Genießen Sie bewusst die Düfte von einzelnen Blumen, Obstsorten oder Ölen, das funktioniert gleichzeitig mit dem Geschmackssinn. Fühlen Sie bewusst, versuchen Sie bei Wasser die Temperatur einzuschätzen. Oder puzzlen Sie einfach mal wieder – das macht nicht nur Spaß und ist sehr beruhigend, es fördert zudem die Sinne und schärft die Konzentration

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