Sonnenschutz: unverzichtbar in jedem Alter

Sonnenschutz ist in jedem Alter wichtig. Für ältere Menschen nimmt er jedoch eine ganz besondere Bedeutung ein. Vor allem über 65-Jährige sollten im Sommer, aber auch beim Wintersport auf einen guten Sonnenschutz achten.
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Da sich schützende Hautpigmente im Alter nur mehr sehr langsam bilden, wird die Haut gegenüber Sonneneinstrahlung empfindlicher. Wer schon älter ist, bekommt daher entsprechend schneller einen Sonnenbrand, der zudem langsamer als bei jüngeren Menschen abheilt. Zusätzliche Gefahren bergen mögliche Wechselwirkungen zwischen der Sonneneinstrahlung und Medikamenten, die mit zunehmendem Alter häufiger eingenommen werden. Durch UV-A-Strahlen in Verbindung mit Blutdrucksenkern, Antidiabetika, Psychopharmaka oder Rheumamittel können fototoxische Reaktionen auftreten. Ihre Symptome machen sich durch Rötungen sowie brennende Schmerzen bis hin zu schwerwiegenden Verbrennungen bemerkbar. 

Die Bedeutung von Sonnenschutz wird nicht immer erkannt 

Durch Sonne bedingte Hautschäden werden mit zunehmendem Alter also wahrscheinlicher. Damit steigt auch die Akzeptanz von Sonnenschutz-Maßnahmen, wie eine Studie an der University of Toronto belegt. Demnach erhöhte sich nach der Diagnose "sonneninduzierte Hautläsion" die Bereitschaft, etwa regelmäßig Sonnencreme zu verwenden, einen Hut zu tragen und weniger in die Sonne zu gehen, deutlich. Frauen erwiesen sich dabei als viel "lernfähiger" als Männer. Trotzdem gab es in beiden Geschlechtern nach wie vor einen Anteil von Betroffenen, die auf diese Maßnahmen verzichteten und bei denen die Aufklärung in Sachen Sonnenschutz offenbar nicht funktionierte. 

Sonne bremst die Hautalterung 

Die Tatsache, dass Sonnenschutz für ältere Menschen wichtig ist, hat auch mit optischen Aspekten zu tun. Denn Sonnencreme bewahrt nicht nur vor Hautschäden, sie ist auch eine wirksame Waffe gegen die Hautalterung. Eine Studie des Pharmaunternehmens Johnson & Johnson weist darauf hin, dass die tägliche Anwendung eines Sonnenschutzmittels die Alterung der Haut bremsen und sogar bestehende Falten mildern kann. In der Studie verzichteten 32 Frauen vollständig auf Anti-Aging-Produkte. Stattdessen verwendeten die Studienteilnehmerinnen ausschließlich Sonnencreme. Schon nach wenigen Wochen zeigte das die ersten positiven Folgen und nach einem Jahr verbesserte sich nicht nur ihr Hautbild deutlich, auch feine Falten verringerten sich. 

Nur wer richtig cremt, profitiert wirklich 

Sonnenschutzmittel entfalten ihre schützende Wirkung allerdings nur dann, wenn sie auch korrekt aufgetragen werden. Sie müssen auf der Haut in ausreichender Menge, großflächig und immer wieder verteilt werden. Die immer beliebteren Sprays sollte man am besten gleich doppelt verwenden: Nach dem Einsprühen des Körpers das Mittel verreiben und gut trocknen lassen. Anschließend die Prozedur noch einmal wiederholen. Gerade bei längeren Aufenthalten in der Sonne ist es für Ältere wichtig, immer wieder nachzucremen und nachzusprühen, damit die Schutzwirkung bestehen bleibt. Das gilt auch für als "wasserfest" gekennzeichnete Sonnenschutzmittel. 
 
Auch ein ausreichend hoher Sonnenschutzfaktor ist wichtig: Der Faktor 30 eines Sonnenschutzmittels verlängert die Zeit, bevor sich die Haut zu röten beginnt, um das 30-Fache. Statt nach fünf bis zehn Minuten muss man also erst nach 150 bis 300 Minuten mit Hautrötungen rechnen. Sicherheitshalber sollte man schon etwa nach zwei Dritteln dieser Zeit mit einem Nachlassen der Schutzwirkung rechnen. 
 
Als besonders stabil, wenn es um diese Schutzwirkung geht, erweist sich der liposomale Sonnenschutz. Liposome bestehen aus demselben Material wie eine Zellmembran und bilden daher eine ideale Trägersubstanz, um die obere Hornschicht der Haut zu schützen. Der Sonnenschutz wirkt also direkt in der Haut und ist daher besonders schweißresistent und wasserfest. 

Auch an den Augenschutz denken

Wenn es um Sonnenschäden geht, sollte man auch an den Schutz der Augen denken. Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt dringend die Verwendung einer guten Sonnenbrille gerade in den Bergen, damit es durch die hohen UV-Belastung in diesen Regionen nicht zu Augenschäden kommt. Langfristig kann das zu einer Linsentrübung führen, dem grauen Star oder Katarakt. Auch eine dadurch verursachte Schädigung der Netzhaut kann die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Die Experten raten insbesondere davor, die höhere UV-Belastung durch Schnee im Winter nicht zu unterschätzen. 
 
Wer seine Augen wirksam schützen möchte, sollte daher unbedingt eine Sonnenbrille tragen und beim Kauf auf gute Qualität achten. Brillen mit einem ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung tragen an der Bügelinnenseite das CE-Zeichen und die Aufschrift ISO 12312-1. Eine Sonnenbrille schützt dann ausreichend, wenn sie alle unter 400 Nanometer liegende Strahlung ausfiltert (und damit alle UV-Strahlung). Das genannte Kennzeichnen ist ein Garant dafür, dass die Brille diese Qualitätsvorgaben erfüllt und das Auge wirksam vor der schädlichen UV-Strahlung bewahrt.
 
Auch ein ausreichender Seitenschutz vor der Strahlung ist wichtig. Die Brille muss also so beschaffen sein, dass von der Seite oder auch von oben keine UV-Strahlung ins Auge gelangen kann. Die Tönung muss zudem den Anforderungen gerecht werden. Meist ist eine Tönungsstufe 2 oder 3 ausreichend. Wer bei Schnee oder im Hochgebirge unterwegs ist, braucht die Tönungsstufe 4. Auch mit einer guten Sonnenbrille sollte man nie direkt in die Sonne schauen, so die Warnung des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums.

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