Wie teuer ist 24-Stunden-Pflege? – Die Kosten im Überblick

Mit einer 24-Stunden-Pflege können ältere Menschen ihren Lebensabend im eigenen Zuhause verbringen. Hier erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen und wovon diese abhängen.
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Viele Senioren wollen auch dann im eigenen Heim bleiben, wenn sie ihren Alltag nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können. Mit einer 24h-Pflege ist das möglich, ohne die Angehörigen zu sehr zu belasten. Oft erhöht sich so die Lebensqualität deutlich. Allerdings unterscheiden sich nicht nur die Anbieter von 24-Stunden-Betreuung, sondern auch die Kosten.

Von diesen Kriterien hängen die Kosten von 24-Stunden-Pflege ab

Die Kosten von 24-Stunden-Pflege werden durch verschiedene Faktoren bestimmt, angefangen bei der Beschäftigungsart bis hin zu den Fähigkeiten der Betreuungskraft.

Unterschiede je nach Beschäftigungsart

Aktuell haben Sie die Wahl aus drei gängigen Beschäftigungsarten in der 24-Stunden-Betreuung:
 
  • Direktanstellung als Arbeitgeber
  • Beauftragung selbstständiger Pflegekräfte
  • Entsendemodell über eine Vermittlungsagentur
Das erste Modell ist in der Regel mit den höchsten Kosten verbunden. Zusätzlich müssen Sie sich als Arbeitgeber um sämtliche Formalitäten kümmern und tragen die Verantwortung dafür, dass alle relevanten Vorschriften erfüllt werden. Auch die Beauftragung selbstständiger Pflegekräfte ist oft teuer. Außerdem steht hier schnell der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit im Raum. Damit drohen im schlimmsten Fall hohe Geldstrafen.

Das Entsendemodell hat den Vorteil, dass Sie fast keinen Aufwand damit haben. Gute Agenturen kümmern sich um alle Formalitäten inklusive schnellen Ersatz im Krankheitsfall und stehen bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch die Kosten der Pflege zu Hause sind bei dieser Beschäftigungsart oft am niedrigsten. Wie hoch sie genau sind, hängt auch von Ihren Bedürfnissen ab.

Verschiedene Kosten je nach Pflegekraft

Vermittlungsagenturen für die 24-Stunden-Betreuung bieten Ihnen in der Regel unterschiedliche Preise an.

Hier kommt es entscheidend auf die Pflegekraft beziehungsweise Betreuungskraft an, vor allem auf drei Faktoren:
 
  • Deutschkenntnisse 
  • Berufserfahrung und etwaige spezielle Qualifikationen
  • Geforderte Leistungen
Jan Baumann, Geschäftsführer der Ulmer-Pflege-24 meint dazu: „Seriöse Agenturen bezahlen alle Pflegekräfte nach dem deutschen Mindestlohngesetz. Die Kosten für Pflegekräfte mit sehr guten Deutschkenntnissen, langjähriger Erfahrung und einer pflegerischen Aus- oder Fortbildung sind naturgemäß höher.“

Tipp: Eine gute Agentur für 24-Stunden-Pflege berät Sie ausführlich und unverbindlich zu allen Leistungen. Sie stellt auch sicher, dass Sie eine Pflegekraft erhalten, die für Ihre Bedürfnisse oder die Ihrer Angehörigen geeignet ist.  

Zuschüsse zur 24-Stunden-Betreuung

Je nach Pflegegrad profitieren Sie von staatlichen Zuschüssen zur 24-Stunden-Pflege. Ab Pflegegrad 2 erhalten Sie Zuschüsse in Höhe von zwischen 316 und 901 Euro im Monat, die Sie für die 24-Stunden-Pflege verwenden können.

Schließlich können Sie abhängig von persönlichen Voraussetzungen die Kosten der Pflege zu Hause als haushaltsnahe Dienstleistung oder außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Steuerberater beraten.

Die sogenannte „Verhinderungspflege“ lässt sich für Zeiten in Anspruch nehmen, in denen pflegende Angehörige Urlaub machen.

Kostenbeispiel im Rahmen des Entsendungsmodells

Wie die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung im Einzelfall ausfallen können, lässt sich durch eine Beispielrechnung verdeutlichen.

Dabei gehen wir davon aus, dass Sie sich für das Entsendemodell und eine Pflegekraft mit guten Deutschkenntnissen sowie umfangreicher Erfahrung in der Pflege entschieden haben. Außerdem haben Sie beziehungsweise Ihr Angehöriger Pflegegrad 2.

In diesem Fall können Sie ungefähr mit folgenden Kosten rechnen:
 
24 Stunden Betreuungskraft2.400 €
Pflegegeld– 316 €
Steuerersparnis
(max. 400 € / Jahr)
– 333 €
Effektive monatliche Kosten1.751 €

In der Regel verlangen Vermittlungsagenturen für die 24-Stunden-Pflege eine einmalige Servicegebühr. Manche berechnen auch eine jährliche Gebühr für administrative Leistungen.

Wichtig: Berücksichtigen Sie in Ihrer Kostenrechnung, dass Kost und Logis für die Pflegekraft frei sind.

Wichtiger als die Kosten sind andere Faktoren

Die 24-Stunden-Pflege ist eine Alternative zum Pflegeheim, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Einer der Gründe dafür ist Ihre Bezahlbarkeit.

Sind Sie auf der Suche nach einer Pflegekraft für zu Hause, vergleichen Sie verschiedene Anbieter gründlich. Beachten Sie dabei aber: Billiger ist nicht automatisch besser. Entscheidend sind vielmehr Faktoren wie Transparenz, angebotene Leistungen, Vertrauenswürdigkeit und Service. Achten Sie auf feste Ansprechpartner und recherchieren Sie nach Bewertungen durch andere Kunden. Seriöse Vermittlungsagenturen achten darauf, dass Pflegekräfte kompetent sind, liebevoll mit den ihnen anvertrauten Personen umgehen und ordentlich bezahlt werden. Davon profitieren letztendlich alle Beteiligten.
 

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