Weihnachtsstress hält viele auf Trab
die Zeit bis Weihnachten wird langsam knapp
in den Kaufhäusern hastende Leute
es ist grad so, als machten sie Jagd auf Beute

die Wünsche werden immer größer und mehr
an teuren Geschenken wird nur gemessen
wie viel Wert man wohl dem Schenkenden wär´
der Sinn des Weihnachtsfestes scheint vergessen

gerne erinnere ich mich an die Kinderzeit
in der Schule wurde gebastelt, gehäkelt, gestrickt
die Lehrerin war stets zur Hilfe bereit
war das Muster, für Mutters Topflappen, gar zu verzwickt

der Schal für Vater aus weicher Wolle
alles selber gemacht, das war das Tolle
für Oma, da habe ich nicht lang überlegt
und aus Sperrholz einen schönen Engel gesägt

Mutter nähte mir ein neues Kleid
aus Samt mit feinem Spitzenkragen
am Heiligen Abend war es dann so weit
schon zur Kirche durfte ich es tragen

wenn endlich dann Bescherung war
das Glöckchen bimmelte leise
brachten wir unsere Gedichte dar
und sangen zusammen im Kreise

mit Eltern, Geschwistern und Großmama
„vom Himmel hoch, da komm ich her“
schauten uns verstohlen um im Zimmer
und die Spannung steigerte sich mehr und mehr

die Puppenstube vom Vater gezimmert
darin standen Schrank, Bett, Tisch und Stühle
die Augen haben vor Freude geschimmert
und die Herzen waren voller Glücksgefühle

ach wäre ein wenig nur geblieben
aus diesen Kindertagen
meist wird Konsum heute nur betrieben
und wegen der Hektik gibt es Klagen

© Wichtel Carola

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Kommentare (7)

wichtel auch meine Kinder gingen Heiligabend in die Disco,
aber erst spät abends gegen 23.00 Uhr und ich habe ihnen die Freude gegönnt.

Zu meiner Zeit öffnete die Disco um 18.00 Uhr und
Punkt 22.00 Uhr mussten wir wieder zu Hause sein. (Weihnachten selbstverständlich nicht)
Ich denke, die Weihnachtstradition haben wir mit auf den Weg
gegeben und auch unsere Enkelkinder werden sie später fortführen.
Wenn kleine Kinder im Haus sind, ist Weihnachten doch immer
wieder schön.

Lieber Gruß Carola
wichtel zu deiner Kinderzeit gab es nichts.
Ganz so habe ich es nicht erlebt, denn der Krieg war schon zu Ende.
Auf dem Weihnachtsteller lagen Nüsse, Apfel, Apfelsine
und mit ganz viel Glück auch ein Stück Blockschokolade.
Ein Buch, Springseil oder Bälle lagen unterm Baum.
Und einmal sogar ein Fahrrad aus dem Pfandhaus.
Die Sachen habe ich gehütet und gepflegt.
Heute werden die Räder achtlos hingeschmissen,
wenn es kaputt ist wird ein neues gekauft.

Ich schicke dir liebe Grüße und wünsche dir eine schöne Adventszeit
deine Carola
Ela48 entsetzt war ich, als unsere Tochter unser Sohn in die s.g. Flegeljahre kamen und ausgerechnet Heiligabend in die Disco wollten.
Sie ließen sich noch darauf ein, wenigstens das besondere Essen mit uns einzunehmen.
Kein Klavierspiel und Blockflötenmusik, kein Gedicht und singen ne, das wollten sie auch nicht..
Nachdem sie gegangen sind, ich fertig war, von all dem Gekoche, fragten wir uns "was haben wir eigentlich verkehrt gemacht?
Warum wurde unsere Art der Tration Weihnachten gefeiert so sehr mit den Füßen getreten?
Wir fanden keine Antwort....
Aber wir lernten..*s
Heute sind beide Erwachsen. Haben eigene Kinder, unsere 3 Enkelkinder und pflegen Tration.Klavierstunde, Singen, Gedichte gehört heutzutage einfach dazu.
Wenn die Enkel älter werden, ob unsere beiden Kinder so etwas auch erleben*g?

Zeiten verändern sich. Je älter wir werden meint man fast das Zeitrad zu sehen, wie es sich immer fester dreht. Aber wollen wir den Zeiger verfolgen.
Es nimmt uns Zeit weg von dem, was wirklich wichtig ist
(Obwohl, mal ganz unter uns gesagt ich manchmal wie Till Eulenspiegel da stehe "mit einem lachenden und einem weinenden Auge..*s

herzlich
Ela
tilli † Liebe Carola!
Schön, das du dich jetzt öfters zum schreiben verleitest.
Alles was du schreibst ist für uns User sehr schön. Realistisch, poetisch
und man muss nachdenken.
Ja, wie schrieb dir im Kommentar, Monika du hast uns in die Kinderjahre
gebracht.Es waren keine Geschenke in dieser Zeit.Aber die gestrickten Handschuhe von meiner Oma, paar Nüße von einer Tante. Aber es war Freude da.
Heute weiß man schon gar nicht vor Überfluß, was die Kinder noch haben möchten.
Die Kinderzimmer sind schon so voll von Allen Möglichen.
Aber so ist es. Egal was noch kommen mag in meinem Leben.Ich bin glücklich, das die heutigen Kinder nicht im Krieg leben müssen.Auch wenn in der Welt irgendwo immer Unruhen gibt, so sind Kinder in Europa doch sehr glücklich.
Danke und viele Grüße Tilli
wichtel natürlich haben wir auch Freude am Schenken.
Meine Kinder und Enkelkinder haben auch noch Gedichte aufgesagt und die
Zeit vor Weihnachten habe ich mit ihnen Geschenke gebastelt und
ein Lied eingeübt. Ich auf der Mundharmonika,
die Kinder auf der Blockflöte und dem Keybord. Die Zeiten sind vorbei. Gesungen wird auch nicht mehr. Das Weihnachtslied kommt allenfalls von der CD.
Das finde ich sehr schade. Aber immerhin backen sie noch gerne Plätzchen mit mir.
Manchmal denke ich, dass ihnen ein wenig Nostalgie auch gefällt, aber es ist einfach
uncool !
Viele schöne verträumte kuschelige heimelige Stunden bei Kerzenschein wünscht euch von
Herzen Carola
monika danke dafür, liebe Carola. Es ist zwar schön, daß man heute den Enkeln
mehr bieten kann - aber ich vermisse auch die "Freude", die wir noch
über weitaus kleinere Geschenke, empfunden haben.
Ich denke gern an die Weihnachtszeit in der Kindheit zurück. Kissenplatten
und Topflappen häkeln für Mutti, Oma und Tanten, war auch bei mir angesagt.
Ich wünsche Dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit.

Liebgruß Monika
ladybird "Was von Herzen kommt, geht zu Herzen",wie Dein realistisches Gedicht,liebe Carola.Deine Sehnsucht und Wehmut, nach diesen Weihnachten,weckte auch meine Gefühle und Erinnerungen,ans neue Kleid,selbstgenäht von Mutti und auch ans auswendig gelernte Gedicht unter dem Weihnachtsbaum aufzusagen...usw. Ich bin mit Dir in unsere wirklich schönen "nostalgische" Weihnachtsfeste getaucht,es warein Vergnügen, Dein Gedicht und das Abtauchen,danke herzlichst Renate

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