Verirrter Rosenkavalier


(Aus meinem surrealistischen Tagebuch, 1.1.2006


Wenn ein Jahr beginnt, auf Fersen zu gehen, ehe das neblig trübe Netz für den Fischfang ausgeworfen ist, ein Virenpaket sich Gehör verschafft, das mit Brettern zusammen geheftet und auf Mauern gelagert für den Tag Trommelwirbeln ausgesetzt, ohne Hoffnung auf Sanftheit, entflammte Windrosen in Büscheln zwischen Kirchenbänken angeboten für die ersten beiden Nächte, eingewickelt in Papier und unter erstem Schnee begraben, fällt in Folge in zwei Nebenwelten der Vorhang, nach dem im vorigen Jahr verirrten Rosenkavalier.
Eingedenk der Zukunft ohne Hoffnung auf ein beherztes Herz, verzichte auch ich nach einem langen Dasein auf den Schrei nach einer Rose, die unter Schnee begraben ist.



Horst Ditz

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Kommentare (10)

harfe deine Interpretation meines Textes gefällt mir außerordentlich gut und deckt sich weitgehend mit meinen Gedanken. Alle bisher gehörten Übersetzungen lassen sich mit meiner Gedankenwelt verbinden. Das zeigt mir einmal mehr, dass das eher intime Vokabular, das nicht der uns gewohnten Sprache entnommen, sehr wohl verstanden wird. Ich danke dir für deine Einschätzung meines Textes und grüße dich - und natürlich auch deinen Patienten - ganz herzlich dein Freund Horst
harfe für deinen lieben Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir der Text gefällt. Surrealistische Texte haben etwa die Eigenschaft moderne Kompositionen in der Musik. Man muss sie ein paar Mal anhören, um die Schönheit zu erkennen.
Lieb Marlenchen, ich grüße dich herzlich mit den besten Wünschen für die begonnene Woche, dein Freund Horst.
harfe ich danke dir und freue mich sehr, dass du dich auf diesen Text eingelassen und ihn trefflich ergänzt hast. Wie du dir denken kannst ist es nicht immer einfach, mit solcher Schreibe eine Synchronisation mit dem Leser herzustellen. Dir ist es großartig gelungen, dafür meinen allerherzlichsten Dank.
Liebste Grüße
Horst
harfe ich danke dir sehr für deinen lieben Kommentar zu meinem Text. Das zeigt mir, dass du dich darauf eingelassen und die Sprachbilder nicht abgewiesen hast. Du weißt ja, es ist eine Sprache, die nicht von der rein naturalistischen Weltauffassung herrührt.
Ich freue mich sehr von dir zu hören und grüße dich mit ganz herzlichem Dank auch für deine lieben Grüße. Mit den allerbesten Wünschen bleibe ich dir als Freund verbunden und grüße dich – Horst
harfe mit dem Text sind stets auch Schwierigkeiten in der Interpretation verbunden. Schön, dass du dich darauf eingelassen hast. Dies zeigt mir, wie nahe du mir mit deinen Gedanken bist. Dafür danke ich dir sehr. Wenn man sich erst mal von der Vorstellung befreit hat, die Sprach-Bilder nur aus der Sicht des Naturalismus anzuschauen, verliert man sich im Unwesentlichen. Du hast das nicht getan und mir wie aus dem Herzen gesprochen. Danke lieber Rolf.
Liebe Grüße von Horst
immergruen dann ist es in seinem Ansatz ungelenk, unharmonisch, ungewohnt steif auf dem Weg. Die Füsse sind verletzt, die Zehen nehmen die Last nicht mehr ab, wie ich auf Deinem Bild sehe. Alle Mühen schleppt man mit sich und vergräbt sie erst einmal unter dem Schnee, der so unschuldig weiß alles bedeckt. Auch die Hoffnung auf die Rose, die gesuchte, verlorene, bleibt unerfüllt.I
Ich glaube, ich lerne immer besser, Deine Gedanken zu interpretieren, auch wenn es dabei nur meine sind.
immergruen dankt Dir
marlenchen eine wahre sinflut von beeindruckenden wortbildern,
die mich im ersten moment verwirrt haben,
nach nochmaligem lesen, wurde mir dessen schönheit noch bewußter!
wie immer, einfach nur schön!
liebe grüße von deiner freundin marlenchen
traumvergessen schön surrealistisch: Ein Jahr beginnt auf Versen zu gehen (also beton vorsichtig und leise), in zwei Nebenwelten fällt der Vorhang: der verirrte Rosenkavalier und du verzichtest auch auf eine unter dem Schnee begrabenen Rose. Brauchst du aber nicht: Eine Rose entfaltet ihre Wirkung auch dann, wenn Eis und Schnee es verhindern wollen, wenn Lärm herrscht. Sie entfaltet ihre Wirkung für den Betrachter, für den/die Beschenkte und natürlich auch für den Rosenkavalier. Wenn man auch nach deinen verwirrenden Bildern das Gefühl haben muss, dass ein "verirrter" Rosenkavalier nicht mehr zeitgemäß ist, so kommt es dennoch auf jeden selbst an, ob er die Rose in ihrer Zartheit noch als das Bild der Liebe, Zartheit, Zuneigung, erkennen will oder nicht.
Schön geschrieben und danke fürs Lesen.

Liebe Grüße
Gerd
meli eine wahre Bilderflut löst Dein surrealstisches Tagebuch in mir aus, wofür ich Dir immer sehr dankbar bin.
Eine Aussage über diese Bilder würde lediglich etwas über mich aussagen - Deine Aussagen und deren Inhalte liegen allein bei Dir.
Ich bin immer froh, wenn ich Dich lesen kann und ich danke Dir dafür.
In den nächsten Tagen werde ich mich ausführlicher bei Dir melden.
Liebe Grüße schickt Dir
Deine Freundin
Meli
ich bin beim Lesen ohne zu wollen immer schneller geworden,
aber der ort braucht lange schnee, oft reicht schon ein
vorhang einer nebenwelt um zu verwirren, den anderen
vorhang machen ich lieber morgen hoch.

danke für die kopfschmerzen

Rolf

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