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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

clara
clara
Mitglied

Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von clara
Was ist das schon wieder? Zwei katholisch geführte Krankenhäuser in Köln verweigerten einer jungen Frau eine gynäkologische Untersuchung, bzw. die "Pille danach", weil die vom Vatikan verboten ist!

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article112859645/Koelner-Kliniken-widersetzten-sich-Rat-der-Notaerztin.html

Clara
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf clara vom 18.01.2013, 13:28:21
Ich habe es im Radio heute morgen gehört und kann es nicht fassen.

In solchen Kliniken wird offensichtlich noch im Mittelalter gelebt.
Es kann nicht angehen, dass - wie in diesem Fall - dringend notwendige psychische Begleitung und körperliche Befundung mit Hinweis auf den Papst abgelehnt wird.
Und die läpische Entschuldigung auf Mißverständnis kann man sich sonst wohin hängen. Ich bin nur wütend.

Ich denke, auch die Träger kirchlicher Häuser leben von unseren weltlichen Krankenkassen.
Die Trennung von Staat und Kirche auch auf diesem Gebiet ist längst überfällig.

Jedenfalls sollte sich das jede Frau merken - denn passieren kann es jeder Frau. Und das einfach nur, weil sie Frau ist.
Ohne dass ich jetzt hier lesenden Männern zu nahe treten will!

Meli
FrauOberschlau
FrauOberschlau
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von FrauOberschlau
als Antwort auf clara vom 18.01.2013, 13:28:21
ich frage mich, was mit dem hippkratischen eid ist???

der wird heute nicht mehr in der klassischen form von den ärzten abgelegt, hat aber immer noch einfluss auf die formulierungen wie: kranken nicht zu schaden und da gehört für mich die versorgung von vergewaltignugsopfern ganz klar dazu... denn solchen opfern nicht zu helfen zählt für mich als schädigung...

ein schande dass es sowas im 21. jahrhundert gibt... das ist ein rückschritt ins tiefste mittelalter

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Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von marina
Wobei ich als (laue) Protestantin mal einfach behaupte, dass so etwas nicht in einem evangelischen Krkhs. möglich wäre. Da gibt es hinsichtlich dieser Problemstellungen und Beratungen himmelweite Unterschiede zwischen den beiden Konfessionen. Die gibt es aber, wenn auch geringer, sogar bei den Katholen, nicht jedes katholische Krkhs. würde so handeln, davon bin ich überzeugt. Also bitte nicht alle in einen Topf schmeißen.
Im übrigen haben sich ja auch in diesem Falle die Betroffenen danach entschuldigt, weil auch Missverständnisse vorlagen. Was allerdings die Sache nicht besser macht, das ist klar. Es ist und bleibt unsäglich und natürlich kritikwürdig.
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf marina vom 18.01.2013, 13:55:36
Es handelt sich hier um ein katholisches Krankenhaus.

Das ist eindeutig, denn die ev. würden so nicht handeln.

Ich schmeiße auch nicht alle in einen Topf. Die Trennung von Kirche und Staat ist längst überfällig.
Und es gibt zu denken, dass es zwei Krankenhäuser waren und nicht nur eines.
Also muss eine Direktive vorhanden gewesen sein.

Es wundert mich, dass Du als Frau (nehme ich an) nicht mehr an Empathie für die Frau zeigen kannst.
Und die laue Entschuldigung - meinst Du wirklich, die betroffene Frau hat etwas davon?

Meli
Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Felide1
als Antwort auf FrauOberschlau vom 18.01.2013, 13:54:28
Frau Oberschlau,
der hippokratische Eid wurde im Sept 1948 verabschiedet und die Genfer Deklaration des Weltärztebundes lautet wie unten folgt.

folgender Text aus Pflegewiki.de

Wortlaut der Genfer Deklaration

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand: Ich gelobe feierlich mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;

Ich werde meinen Lehrern die Achtung und Dankbarkeit erweisen, die ihnen gebührt;

Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben;

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein; Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren;

Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten;

Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein;

Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung;

Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden;

Dies alles verspreche ich feierlich, frei und auf meine Ehre.[2]

LG Felide

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dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf Felide1 vom 18.01.2013, 14:07:16
...und wo steht da was vom Papst?
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf dutchweepee vom 18.01.2013, 14:18:44
Mediathek ARD - Stellungnahme der Krankenhausleitung

Meli
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf meli vom 18.01.2013, 14:05:29
Hier in der Region wird seit 2 Tagen ausführlich über diesen Vorfall berichtet:
http://www.rundschau-online.de/koeln/opfer-von-k-o--tropfen-krankenhaus-entschuldigt-sich,

Die Entschuldigungen sind scheinheilig.

Ich bin der Meinung, diskutiert werden sollte der Umstand, dass Ethikbeiräte offenbar selbst bestimmen können, welche "ethische Grundsätze" zu beachten sind. Offenbar ist hier die Konfession des Trägers der Einrichtung ein Maßstab.

Mareike
Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Felide1
als Antwort auf dutchweepee vom 18.01.2013, 14:18:44
Dutch,

in der Deklaration kommt er nicht vor, er ist kein Arzt.

LG Felide

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