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Aktuelle Themen Staatsverschuldung der USA

wolkenbruch
wolkenbruch
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Staatsverschuldung der USA
geschrieben von wolkenbruch
Gestern Abend traute ich meinen Augen nicht,als ich sah das die USA eine Rakete
zum Jupiter (Reisedauer 5Jahre, wenn sie denn ankommt?) geschickt hat .Bei einer Staatsverschuldung von 14.85 Billionen Dollar, kommen nun noch mal eben
800 Millionen hinzu.Also ich kann das nicht nachvollziehen,weil ich darin keinen
Nutzen für die Menschheit sehe.Wenn interessiert es denn ob der innere Kern des
Planeten aus Gestein besteht? Bin nun gespannt, wie ihr darüber denkt?

LG Wolkenbruch und ein schönes Wochenende
schorsch
schorsch
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von schorsch
als Antwort auf wolkenbruch vom 06.08.2011, 11:25:32
Bitte nicht vergessen: Das Streben nach den fernen Sternen hat ja nicht vor ein paar Wochen, sondern vor Jahrzehnten begonnen, als die USA noch im Forschungsgeld schwammen. Hätte man denn die Entwicklung mitten im Bau einer Rakete abbrechen und die paar tausend Forscher arbeitslos werden lassen sollen?

Noch in jedem Zeitalter haben Menschen sich über den "unsinnigen Fortschritt" geärgert - und ihre Nachkommen dann davon profitiert!

P.S. Ich selber möchte es noch erleben dürfen, dass die ersten Menschen uns Bilder vom soeben betretenen Mars senden werden. Auch wenn sie uns dann nur melden würden: "Bleibt auf der Erde; hier gibts nichts Neues zu entdecken!"
Carla21
Carla21
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von Carla21
Zur unerschöpflichen Gier der wenigen kommt die Dummheit aller.


In einer großen kapitalistischen wirtschaftlichen Wachstumsphase mit Ausbeutungsfreiheit (jeder rafft so gut er kann auf Kosten anderer), profitieren die Armen zunächst ein wenig von einer gleichzeitigen extremen Anhäufung von Reichtum bei wenigen Produzenten, Investoren und Herrschenden, völlig gleichgültig, wie sie zu ihrer Produzenten-, Investoren- oder Herrschaftstätigkeit gekommen sind. Als derzeitiges Beispiel darf China gelten, wenn hier das Experiment einer kapitalistischen Produktionsweise auch mit einem kommunistischen Staat kombiniert wird.

Doch eine solche Periode (im Kapitalismus meist nach einem wirtschaftlichen Kollaps nach einer Kapitalvernichtungsphase) muss danach abgelöst werden, durch eine Phase, in welcher die Relationen zur tatsächlichen gesellschaftlichen Leistung wieder hergestellt werden, denn die (Freiheits)Gesetze nach einem wirtschaftlich-gesellschaftlichen Zusammenbruch taugen nicht für eine „stabile“ Gesellschaft. Diese Erkenntnis wird von denen geleugnet, die aufgrund von rücksichtsloser Ausbeutung zu ihrem Riesenvermögen gelangt sind und sich nicht vorstellen können, dass nun andere Gesetze gelten müssen, um das Wohlergehen aller sichern zu können. Vor allem muss eine stetig ansteigende Steuerbeteiligung bis in die höchsten Gewinnstufen festgelegt werden, um die Leistungen eines - meist mit den Raffern paktierenden - Staates für alle finanzieren und die „Stabilität“ sichern zu können. Deshalb ist der Staat der eigentlich Verantwortliche für fehlende Kehrtwendungen. Dass Obama nicht einen winzigen Schritt in die richtige Richtung (Steuererhöhungen für Wohlhabende) gehen konnte, liegt derzeit an den Republikanern. Falls Obama nicht wieder gewählt werden sollte, hat die breite US-Bevölkerung es nicht anders gewollt.

Sehr richtig Hugo und Woffgang mit Eurer Kritik am ewigen Wachstum (was nützt eine hohe Exportrate z. B., wenn keiner mehr kaufen kann; das gilt auch für den Binnenmarkt). Damit andere, insbes. EU-Länder kaufen können, muss die deutsche Bevölkerung deshalb wegen der Transferleistungen in andere EU-Länder besonders geknechtet werden. Solange das nur die unpolitische und ungebildete Unterschicht oder allenfalls Randbereiche der untersten Mittelschicht betraf, gelang das problemlos. Je mehr jedoch zur Gewinnrealisierung und Kauffähigkeit Kapital in andere Länder von hier dorthin transferiert wird, desto mehr wird auch die dt. Mittelschicht in Anspruch genommen und das Regieren (sprich Geschehenlassen der Ausbeutung)wird schwieriger. Deshalb weg mit der Mittelschicht?

Sehr richtig, Hugo und Wolfgang, Eure Kritik am ewigen Wachstum.
Wachstum, Wachstum, Wachstum auch der Konsumentenzahlen. Aus 12 Milliarden Menschen, die die Welt angeblich noch ernähren könnte (wer möchte eigentlich mit 12 Milliarden Menschen auf dann niedrigem Level zusammenleben?), werden dann innerhalb von 2 Generationen schnell 24 Milliarden mit unausweichlichen Kriegen und Menschenschlächtereien,
Wie blöde muss mensch eigentlich sein, um eine solche Welt zu wollen und nicht rechtzeitig umsteuern zu können? Nicht die Gier allein ist das treibende Element, sondern die offensichtlich bleibende Dummheit und Passivität aller Gesellschaftsmitglieder macht es möglich, dass Ausbeutung und Unfreiheit für die allermeisten in Deutschland und in der Welt bestehen bleiben bzw. zunehmen. Wir verabschieden uns leider immer noch nicht von einer letztlich durch Gewalt geprägten Stammesgesellschaft, auch nicht durch demokratische Wahlen.

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ullahawaii
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von ullahawaii
als Antwort auf Carla21 vom 06.08.2011, 12:40:25
Ich geh mit Dir einig Carla, dass es nicht mehr nachvollziehbar ist wie die Regierenden auf die Herausforderungen des Neo-Kapitalismus reagieren. Dabei ist es aus mathematischer Sicht ganz einfach. Zinsen steigen exponential, das heisst - einmal in der Schuldenfalle - kommt keiner mehr raus. Das gilt für Privatleute genauso wie für Staaten. Ich habe irgendwo gelesen, dass inzwischen der Schuldendienst so hoch ist wie das Brutto Sozialprodukt - das heisst im Klartext Pleite in allen Bereichen. Da nützen die ganzen Luftnummern mit Umschuldungen auf dem Papier nichts mehr. Ich glaube es kommt ein grosser crash und hoffentlich lernen dann alle draus. Das wichtigste ist, dass die Zinsen abgeschafft werden. Wenn Geld ohne realen Gegenwert Geld verdienen kann wird das immer eine kleine Schicht Superreicher und eine Masse von Armen produzieren. Das kann man sehr schön in Deutschland und USA beobachten. Börsen gehören genauso abgeschafft, denn dem "goldenen Kalb" shareholder value wurde so manche Existenz geopfert. Vielleicht erleb ich's ja noch.... 2012 liess grüssen, da soll ja ein Paradigmenwechsel anstehen. Vielleicht zeigt die Menschheit zum ersten Mal dass sie lernfähig ist ))[size=14][/size]
ehemaligesMitglied35
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von ehemaligesMitglied35
als Antwort auf ullahawaii vom 07.08.2011, 01:17:38
Nun, dafür hat man die Bonität der USA runter gestuft.

Bonität der USA runter gestuft



Gruß und schönen Sonntag (hier regnets)
wolfgang
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Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf ullahawaii vom 07.08.2011, 01:17:38
was die lernfähigkeit der menschheit betrifft, bin ich skeptisch, ulla. das phänomen steigender staatsverschuldungen im verein mit steigender staatsschuldenquoten und dadurch immer gefährdeterer währungen und handelsbeziehungen ist ja systemisch bedingt. in diesem system an maßgeblicher stelle agieren gebildete leute (bis hin zu npbelpreisträgern ist alles vertreten, was rang und namen hat).

zerstörerisch

es gibt eine systemlogik, die zerstörerisch wirkt. das geschieht unabhängig vom willen der agierenden (die nicht wollen, dass 'ihr' system zerstört wird und sich dagegen stemmen). trotzdem geschieht es.

ratlos

gerade werden wir augenzeugen dieses schauspiels extremen aufschwungs und extremen abschwungs plus ratlosigkeit von staatenlenkern und wirtschaftsführern.

--
Wolfgang

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ullahawaii
ullahawaii
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von ullahawaii
als Antwort auf ehemaligesMitglied35 vom 07.08.2011, 06:57:05
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Ich weiss, aber das ist ja nur Show und ändert am Problem garnichts.
ullahawaii
ullahawaii
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von ullahawaii
als Antwort auf wolfgang vom 07.08.2011, 09:05:20
Stimmt, es ist ein perfides ausgeklügeltes System bei dem kaum einer durchblickt. Nur dadurch ist es möglich, dass die, die ihr Geld mit realer Arbeit verdienen ihr Erworbenes und Erspartes in diese Illusion investieren. Die Profiteure spielen das Spiel meisterhaft und ziehen für sich den grössten Nutzen daraus. Sie wälzen das Risiko auf den "Sparer" oder den "Steuerzahler" ab und schöpfen im grosssen Stil ab. Ackermann und co sind nur die auffälligen Beispiele....[size=14][/size]
karl
karl
Administrator

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von karl
als Antwort auf ullahawaii vom 07.08.2011, 01:17:38
Zinsen steigen exponential, das heisst - einmal in der Schuldenfalle - kommt keiner mehr raus. Das gilt für Privatleute genauso wie für Staaten. Ich habe irgendwo gelesen, dass inzwischen der Schuldendienst so hoch ist wie das Brutto Sozialprodukt - das heisst im Klartext Pleite in allen Bereichen. Da nützen die ganzen Luftnummern mit Umschuldungen auf dem Papier nichts mehr. Ich glaube es kommt ein grosser crash und hoffentlich lernen dann alle draus. Das wichtigste ist, dass die Zinsen abgeschafft werden.
Ich denke immer öfters ähnlich. Das exponentielle Wachstum bei Zins und Zinseszins ist das große Problem unseres Wirtschaftssystems, was von Zeit zu Zeit einen Schuldenschnitt und eine Umverteilung notwendig macht. Kommt diese nicht auf friedlichem Weg, sprich Steuererhöhungen für Reiche, wird es Unruhen geben. Wir sehen die Menetekel schon an vielen Orten.

Karl
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Staatsverschuldung der USA
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf ullahawaii vom 07.08.2011, 20:33:48
wie in den usa, so auch in EURO-land...

sie hoffen alle auf das ewige wirtschaftswachstum. schon bei den ersten anzeichen einer abschwächung des wachstums rasten sie aus. langfristiges denken ist ihnen abhanden gekommen. maßhalten auch. das schnelle geld zählt. heute gekauft, morgen verkauft, übermorgen wieder gekauft, und so weiter und so fort...

sie benehmen sich, als seien sie alleine auf der welt. sie tragen keine verantwortung für ihr tun. wenn die zockerei schiefgeht, kommt der staat und übernimmt ihre faulen papiere (so, wie jetzt die ezb, die italienische papiere, wertloses zeug, übernehmen werde, wie gemeldet wird). das ist der ezb verboten. sie macht es trotzdem. trichet wolle die hypernervösen zocker beruhigen. koste es, was es wolle. so wird die axt an die währung gelegt. denn der aufkauf fauler papiere durch eine notenbank ist schöpfung von geld ohne wert.

die ezb als bad bank - eine grausliche vorstellung.

--
Wolfgang

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