Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Ist was passiert mit dem Aufbruch.???

Innenpolitik Ist was passiert mit dem Aufbruch.???

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 28.08.2020, 16:43:31

Das verhält sich anders @Olga. Ich könnte zwar aus eigener Erfahrung über den DigitalPakt Schule berichten, aber weil ohnehin wieder Quellen verlangt werden, lasse ich Wiki „sprechen“. Wenn Landratsämter über eine Sache entscheiden sollen/dürfen, die sie noch nicht einmal im Ansatz verstehen, dann kommt wenig bis nix dabei rum. 
Der DigitalPakt Schule, seit 2018 in aller Munde, 2019 beschlossen aber ..........

DigitalPakt Schule

olga64
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RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 28.08.2020, 16:54:32

Ich werde auch über diesen Punkt mit Ihnen nicht diskutieren und überlasse dies anderen, bzw. denen, die ehrfurchtsvoll alles akzeptieren, was Sie so schreiben - zu keiner Gruppe möchte ich gehören. Bitte haben Sie Verständnis dafür. Olga

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 28.08.2020, 17:06:38

Ja, das sagen diejenigen, die Digitalisierung immer noch nicht verstanden haben. Vielleicht können Sie ja mit Wiki diskutieren 😂. Sie müssen auch mit mir nicht „diskutieren“, aber Sie sollten wenigstens wissen um was es in diesem Digitalpakt für Schulen ging, wann es angefangen hat und wie weit dieses Projekt leider immer noch nicht fortgeschritten ist.
Bruny 😁


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olga64
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RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von olga64
als Antwort auf olga64 vom 28.08.2020, 17:06:38

Na klar, Bruny. Dieser Pakt wurde vor einem Jahr (!) geschlossen und bis heute sind nur wenige Mittel abgerufen worden (von den Ländern). Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass die Umsetzung von Experten vorangetrieben werden muss und dieser IT-Markt personell praktisch leer gefegt ist.
ABer wer es will und es werden wieder viele sein, kann natürlich die wahren Gründe in der Unfähigkeit dieser Politiker sehen, die unser Land an den Abgrund führen. Olga

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 28.08.2020, 17:21:57

In Deutschland und insbesondere in Bayern gibt es ganz hervorragend ausgebildete IT Experten. Es wäre ein leichtes für die Landratsämter Abteilungen der TUM dazuzurufen, oder entsprechende Integratoren, die solche Projekte hervorragend erklären und integrieren können, stattdessen stopselten sie mit weniger als Halbwissen herum und setzten vieles in den Sand. 

Im übrigen sind Bedienstete der Landratsämter nicht unsere Politiker und ich habe die werten Politiker nicht beschimpft, obwohl ich sie allesamt  auf diesem Gebiet etwas unterbelichtet halte 😁.

karl
karl
Administrator

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von karl
als Antwort auf Nelia vom 27.08.2020, 18:11:21

@nelia,

"Privat sind viele besser ausgerüstet als, z.b. die Schulen und Behörden. Diese haben es versäumt entsprechende Server und Netzwerke aufzubauen. Bei der Ausstattung der Schulen und Behörden liegt eh einiges im Argen."
Da würde ich Dir zustimmen. Wenn man sieht wieviele Jahre vertan wurde, weil auf die falschen Pferde gesetzt wurde, dann könnte man zornig werden.

Margit hat 1995 die Webseite "Das WWW als Lehr und Lernhilfe" ins Leben gerufen und daraus wurde später (Vereinsgründung 1997) die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V., heute noch unter ZUM.DE erreichbar. An früh sich engagierenden LehrerInnen hat es nicht gemangelt, aber die Widerstände - auch in den Lehrerkollegien - waren enorm. Margit ist lange bereits pensioniert und wir sind manchmal heutzutage richtig erschrocken, wenn wir hören, welche Vorbehalte manche LehrerInnen noch immer vor der Technik haben und z. B. noch nicht einmal in der Lage sind, Videokonferenzen mit ihren Schülern abzuhalten. Es fehlt hier aber auch an der Unterstützung der LehrerInnen mit Geräten und Ausbildungskursen. Die Gelder wären jetzt da, aber niemand organisiert es.

Karl

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aixois
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Mitglied

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von aixois
als Antwort auf freddy-2015 vom 28.08.2020, 13:13:47

Gute Frage :   "Wenn nicht jetzt, wann dann.??? "

Corona zeigt doch nur mit einem Vergrößerungsglas die Probleme, Versäumnisse, Engpässe auf,die es schon seit längerer Zeit gibt, die aber - mangels Einsicht, Verständnis, Innovationsbereitschaft usw. - verschleppt, oder an denen zumindest nicht mit dem nötigen Nachdruck gearbeitet wurde.

Was aber über viele Jahre im Argen liegt, wird nicht durch ein paar zusätzliche Corona Milliarden so jetzt gleich und auf die Schnelle gelöst . Die Strukturen und die Leute,  die hier in der Verantwortung stehen, sind ja doch die gleichen geblieben. Und Evolutionen kann schnell gehen, das weiss Karl am besten, aber nur bei den  Fruchtfliegen, kaum bei den KM und ihren an Zuständigkeitsdenken gewöhnten Verwaltungen. Wo sind sie denn, die großen Strategien und Innovationspläne ? Die Schubladen sind voller Ideen und Vorschläge, sie müssten nur zusammengeschrieben  und UMGESETZT werden .

Es hapert - was die Schulen angeht - ja schon an  den digitalen Grundanforderungen  (z.B. wie bestelle ich ein Laptop und wie geht das denn nochmal mit der Bezahlung ?) .
Wenn es nicht engagierte Lehrer-/Schulleiter/-innen an einzelnen Schulen gegeben hätte, wäre die Corona Zeit  noch weniger genutzt worden, was das digitale Nachholen an den Schulen angeht.
Ist es jetzt - 6 Monate nach den Schließungen - viel besser geworden ?
Hat jeder Zugang zu Endgeräten, schnellem Internet, WLAN, Plattformen, Programmen und deren Einbindung in die Lehrpläne und die Pädagogik ??? Ein laptop vor sich zu haben, ist ja noch keine Digitalisierung, höchstens eine "notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung", wie der Mathelehrer (der auch eine solche Lehrerin sein kann)  sagen würde.

Das MINT Wissen (worunter IT nun mal fällt) ist nicht nur in den Schulen ein Stiefkind, auch in den Amtsstuben und Parlamenten fehlt es da enorm an Wissen und Verständnis, weshalb man aus Unsicherheit lieber am Alten festhält.
So lange es schick ist, öffentlich damit zu kokettieren, dass man von "Mathe" - igitt - keine Ahnung hat, und es schon zur höheren Mathematik gehört,  Millionen von Milliarden unterscheiden zu können, von Billionen gar nicht zu reden, ist es noch ein langer Weg.

Auch im Bereich der Wirtschaft sind die Hemmnisse gut bekannt, wie folgende KfW Grafik zeigt. Geld spielt jedenfalls keine große Rolle (nur 7%), wohl aber der Mangel an Fachkräften (fast 40 %).
An der Fortbildung hapert es aber gewaltig, weil das die Firmen Geld kostet, das bei einer Kündigung verloren geht, aber auch, weil die kurzen Kurse nur sehr wenig IT Wissenszuwachs bringen, längere Kurse aber nicht gebucht werden, weil die Personaldecke in den Betrieben zu dünn ist, weshalb längere Abwesenheit von Mitarbeitern ausgeschlossen ist.

Ich sehe eine Hauptursache auch in der mangelnden Orientierung durch eine besitzstandswahrende, beim  Gestern hängen gebliebene Politik. Es ist leicht daher gesagt, dass die, wegen der Klimakrise dringend nötigen,  Umformungen durch"Innovationen" gemeistert werden können.
Es ist aber für die Wirtschaft (besonders die mittelständische) schwer zu investieren, wenn die Politik nur halbherzig mit viel Hü und Hott  ihre ängstlich-windelweichen Klimaziele betreibt, ohne endlich den Druck zu erzeugen, den die Wirtschaft braucht, um ihre "Innovationsmaschinen" anzuwerfen (durch  Investionen, die sich ja in10, 20 Jahren 'rentieren' sollen).

freddy-2015
freddy-2015
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RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf karl vom 28.08.2020, 18:10:08
Wenn man sieht wieviele Jahre vertan wurde, weil auf die falschen Pferde gesetzt wurde, dann könnte man zornig werden.

Margit hat 1995 die Webseite "Das WWW als Lehr und Lernhilfe" ins Leben gerufen und daraus wurde später (Vereinsgründung 1997) die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V., heute noch unter ZUM.DE erreichbar. An früh sich engagierenden LehrerInnen hat es nicht gemangelt, aber die Widerstände - auch in den Lehrerkollegien - waren enorm.geschrieben von karl
Es kommt immer wieder auf einem Nenner Karl,
den deutschen Beamten fehlen klare Anweisungen
und angesetzten Prüfungen ihrer erlernten Fähigkeiten.

(Die Schulungen hätten schon längst stattfinden sollen)

Das hätte aller--spätestens dann kommen müssen,
als der Startschuss für die Kredite gegeben wurde.
Sofort als Anordnung der Chefs dieser Beamten und da wissen wir ja wer zuständig ist.
Unsere Schlaf bzw. Bildungsminister schonmal vorneweg für den Schulbetrieb und die
anderen Fachminister für Verwaltung etc.

Deutschland verschläft seine eigene Beerdigung.

 
olga64
olga64
Mitglied

RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 28.08.2020, 18:10:08

Das ist interessant. Wenn man zurückgeht in die Jahre bis 1995, so haben sowohl im Bund als auch in den Ländern diverse Parteienkonstellationen die Regierung gestellt; diverse Bildungs- und ForschungsministerInnen aus den unterschiedlichsten Parteien und differierender Dauer ihrer Tägikeiten.

WAs das Verhältnis der LehrerInnen vor Ort zur Technik im Allgemeinen anbetrifft, so sehe ich hier aber auch die Altersstruktur der LehrerInnen in Deutschland: an allgemeinbildenden Schulen ist das Durchschnittsalter bei 50 Jahren; an Gymnasien bei 47 Jahren.
Ich denke schon, dass die jüngeren LehrerInnen eine höhere Affinität zur Digitalisierung aufweisen als die Älteren; sicherlich liegt das auch daran, das sie nie stark gefordert wurden. Mich erinnert das sehr an die Einstellung "zu Computern" in der Wirtschaft in den 80er Jahren.
Als ich damals meine ersten Erfahrungen mit einem Computer machte, erklärten ältere Kollegen, sie seien sehr froh, dass sie sich damit nicht mehr befassen müssen. Das waren dann aber auch die ersten, die  ihre Jobs verloren.
Bei LehrerInnen ist das nicht möglich, wenn sie z.B.verbeamtet sind, praktisch unkündbar.
ABer immer weniger jüngere Menschen wollen LehrerIn werden. Das ist das nächste, grosse PRoblem und an vielen Schulen unterrichten auch sog. Seiteneinsteiger, die oft völlig andere Berufe haben und evtl. auch nicht fit oder interessiert an Digitalisierung sind.
Wie soll z.B. ein MInister eines Bundesland das alles regeln, wenn er oder sie selbst nur wenige Jahre im Amt sind und die Bundespolitik sich aufgrund des föderalen Systems nur bedingt einmischen darf (d.h., sie darf bezahlen und kann dann erleben, dass bereitgestellte Gelder nicht abgerufen werden).
Interessante Aspekte bot aber auch das sog. Home-Schooling. Auch Eltern waren oft nicht in der Lage, Digitalisierung zu verstehen - d.h., da waren oder sind die Kinder den Eltern weit voraus und beschäftigten sich dann, wie man mittlerweile weiss, ca 6 Stunden täglich mit ihren präferierten Seiten im Netz und nur 3 Stunden für schulische Zwecke. Olga

aixois
aixois
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RE: Ist was passiert mit dem Aufbruch.???
geschrieben von aixois
als Antwort auf olga64 vom 28.08.2020, 17:21:57

"Umsetzung von Experten"

Wenn ich den Digitalpakt für die Schulen recht verstanden habe, wäre schon viel gewonnen, wenn die digitale Infrastruktur bereitgestellt würde. Um eine Schule ans 'Netz' zu bringen braucht es einen kleinen Bagger und ein Breitband-Kabel. Ohne so einen Breitbandanschluss der von Scheuers Ministerium zu finanzieren wäre, greift der Digitalpakt Schule nicht, da er einen solchen Anschluss voraussetzt, damit jede Klasse versorgt werden kann. Dazu braucht es keine IT Experten, aber gute Zusammenarbeit zwischen den Ressorts auf allen Ebenen, damit  es mit den Anträgen gemäß den "Förderrichtlinien" (erst seit 2019 bekannt) klappt. Dass dazu natürlich fast die Hälfte der Kosten nicht vom Bund getragen werden, beschleunigt  natürlich die Umsetzung gewaltig ...

Auch gibt es an jeder Schule , in jedem Landkreis Leute genug, um eine Bestellung für Laptops aufzugeben, um wenigstens die 500 Millionen Corona Sondermittel des DPakts zu verwenden, die es seit Juli gibt. Auch dafür braucht es keine  "IT Experten". Das Problem wird eher sein, dass der Handel so schnell keine Million Geräte liefern kann.

Auch werden sich Kollegen an den Schulen finden, die sich bereit erklären, bei online IT Schulungen für Einsteiger behilflich  zu sein. Ein paar Stunden außerhalb des Unterichts ? Dazu muss man nicht auf den IT Expertenmarkt gehen.

Eins ist jedenfalls sicher: die lahme Digitaliserierung der deutschen Schulen lag und liegt NICHT an einem Mangel an IT Experten, eher schon an unzureichendem IT -Grundwissen auf der Seite der Politiker und der (auch Schul-) Verwaltungen. 

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