Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Steinbrück ätzt gegen Rentengarantie

Innenpolitik Steinbrück ätzt gegen Rentengarantie

rello
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Re: Steinbrück ätzt gegen Rentengarantie
geschrieben von rello
als Antwort auf jonny vom 15.07.2009, 19:21:21
Jonny, lasse es gut sein, Du hast recht und ich habe meine Ruhe.
Ich lese keine Zeitung, helfe aber einer Bekannten in ihrem Immobilienmakler-Büro öfter bei ihrem job. In einer Fabrik war ich vor 14 Tagen und habe mir die Montage des Tiguan angesehen, da war das Verhältnis aber anders als 1000:20.
So und jetzt ist für mich Schluß der Diskussion.

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rello
sarahkatja
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von sarahkatja
als Antwort auf rello vom 15.07.2009, 06:28:02
Zu Deiner Beruhigung. Ich habe nicht von mir gesprochen, sondern von den vielen Schwer - Accordarbeitern die nach dem Zweiten Weltkrieg froh waren, wenn sie mit ihren Familien über die Runden kamen und es nicht zum eigenen Haus und genügenden Rücklagen brachten.

Ich glaube kaum, dass die ersten polnischen Arbeiter
in der Lage waren Anfang des 20. Jahrhunderts Eigentum zu schaffen, auch dann nicht, wenn sie noch so tüchtig waren.
So weit ich unterrichtet bin, wohnten sie in Bergarbeitersiedlungen, die den Besitzern der jeweiligen Zeche gehörten.

Ob es dem türkischen Imbißbudenbesitzer gelingt, ohne finanzielle Unterstützung der Familie, genügend Rücklagen zu schaffen, möchte ich auch noch bezweifeln.

Aber das gehört nicht zu diesem Thema.

Sarahkatja








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sarahkatja
rello
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von rello
als Antwort auf sarahkatja vom 15.07.2009, 21:15:56
Du scheinst ziemlich ungläubig zu sein, ich weiß aber ganz genau, dass das Haus, in dem ich wohne vom Großvater meiner Frau 1911 erbaut wurde. Er war Bergmann und wurde als Halbwaise nach dem Grubentod seines Vaters als letzter von 4 Brüdern geboren, die sich ohne Erbschaft alle ein Häuschen geleistet haben.
In den Unterlagen habe ich den Preis von 14000 Reichsmark für Haus und Grundstück entdeckt. Dafür haben die Schwiegergroßeltern zwar hart gearbeitet, aber etwas Bleibendes geschaffen. Haus und Grund habe ich von meiner Frau geerbt, aber gleich an meine beiden Kinder verschenkt.
Du mußt Dich mehr vor Ort informieren und nicht nur Wallraff lesen.

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rello

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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf rello vom 16.07.2009, 09:21:45
rello, auch ich bin da doch sehr skeptisch.

Glaub mir, ich kenne die Bergmanns-Szene.
Jawohl, es gab Bergarbeiterhäuser.

Schau Dir die Geschichte der Margarethen-Siedlung in Essen an. Heute unter Denkmalschutz stehend, hier betrifft es die Arbeiter von Krupp.
Aufgrund der unwürdigsten Lebensbedingungen der Arbeiter von Margarethe Krupp erbaut, die sich meines Wissens nach in Großbritannien kundig gemacht hatte.

1906 gründete sie die Stiftung für Wohnungsfürsorge, stattete diese mit Land und Geld aus und prägte die Häuser.
Den britischen Einfluß kann man heute an der Architektur noch erkennen.
Heute eine traumhafte Siedlung!
Die Margareten Siedlung ist jeden Besuch wert.

Die Zechen haben für ihre Leute gesorgt, ein wesentlicher Teil der Fürsorge.
(Die soziale Geschichte des Bergbaus ist eine sehr spannende).
Auch ich lebte in den ersten Jahres meines Lebens in einem Bergmanns-Haus.
Sie waren einfach gehalten, aber alle mit einem
dazu gehörigen Stück Garten und der Möglichkeit, Hühner, Kaninchen und Tauben zu halten.
Das war sehr viel nach dem Krieg, betraf aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerung.
Und die Knappschaft tat damals viel für ihre Leute, auch innerhalb der Familienfürsorge.
Denn wir brauchten Kohle, Kohle und nochmals Kohle. Es wurden unter Tage Doppelschichten gefahren.

(Die bis heute guten Knappschaftsbedingungen haben die Kumpel - von denen aus dieser Zeit nur noch wenige am Leben sein dürften - hart erarbeitet.)

Später gab es dann die Möglichkeit, diese Häuser auch käuflich zu erwerben.
Das war aber erst, als die Erhaltung dieser Häuser zu teuer wurde und die Zechen wurden dann ja auch geschlossen. Also wurden diese den Bewohnern praktisch mit Vorkaufsrecht angeboten.

Meines Wissens nach gab es eigene Häuser früher nur vom Steiger an aufwärts und nicht bei dem "gemeinen Kumpel".
Wenn ich mich da täusche, wirst Du mich schon belehren.
Aber das trifft nicht auf den Rest der Bevölkerung zu.
Und da verallgemeinerst Du meiner Meinung nach und lässt keine andere Meinung gelten.

Und es ist doch schön für Dich, wenn Du so über Deine Frau an ein Erbe gekommen bist, es in ihrer Familie keine schlimmen Erkrankungen gab, keine Arbeitslosigkeit oder sonstigen Katastrophen, so dass das, was erarbeitet wurde, in Besitz bleiben konnte.
Ich gönne es Dir von ganzem Herzen.

Aber ich wehre mich dagegen, dass Du hier mit einem Einzelschicksal versuchst, einer ganzen Nation etwas überzustülpen und von harter Arbeit sprichst, die geleistet wurde.
Das klingt in meinen Ohren so, als seien alle anderen Faulenzer gewesen.

Auch dies wirst Du richtig stellen, falls ich mich in meiner Wahrnehmung täusche.

Denn harte Arbeit geleistet haben Millionen anderer Menschen auch.
Aus Geerbtem etwas zu machen, ist bei einigermaßen klarem Verstand nicht allzu schwierig.

Und natürlich gab es keine die Möglichkeit eine furchtbare Ehe zu verlassen - egal, ob jetzt für Mann oder Frau - und somit den Besitz wieder zu verlieren.
Erst 1977 wurde das Gesetz so verändert, dass Frauen nicht mehr die Einwilligung des Ehemannes benötigten, um selbst berufstätig zu sein. Bis dahin galt für Frauen die
"Hausfrauenehe".
Das sind geschichtliche Hintergründe, die sehr wohl in die Vermögenswelt des Einzelnen einfließen – bis in unsere Generation.
Nur - nicht alle hatten und haben zu vererben, trotz Arbeit und Fleiß.
Das Leben spielt auch andere Melodien.

--
meli
hugo
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von hugo
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 16.07.2009, 10:47:07
interessant meli,,,und da gibts wohl kaum was daran auszusetzen so wie Du das darstellst kann ichs gut nachvollziehen.

im Osten gabs über 4 Millionen Umsiedler/Vertriebene, die fast alle in erbärmlichem Zustand und fast ohne nennenswerte "Mitbringsel" ankamen, die hatten nix ausser ihre Hände,,dazu die vielen Ausgebombten, die Enteigneten und sonstigen Kriegsgeschädigten,,so wie vermutlich im Westen auch,,

Normal ist auch, das Familien in Ost und West, die nicht direkt durch die Kriegseinwirkungen betroffen waren, viel schneller auf einen höheren Wohlstandslevel kommen konnten als die "Habenichtse"

Dieser Anfangsvorteil multiplizierte sich bei günstigen Bedingungen so, als wenn heute zwei Leute mit dem Startschuß Null Uhr beginnen, sich ein Vermögen aufzubauen, der Erste mit einem Euro in der Tasche (also vermutlich mit einem Kredit)und der andere mit 100000 €.
Dann hat der zweite schon 200.000 € zusammen wenn der ersten gerade seine Schulden getilgt hat. (rello: milchmädchenrechnung, bitte nicht als Beweis für besonderen Fleiß ansehen)*g*

--
hugo
rello
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von rello
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 16.07.2009, 10:47:07
Aber ich wehre mich dagegen, dass Du hier mit einem Einzelschicksal versuchst, einer ganzen Nation etwas überzustülpen und von harter Arbeit sprichst, die geleistet wurde.
Das klingt in meinen Ohren so, als seien alle anderen Faulenzer gewesen. (meli)


Meine Darstellung war kein Einzelschicksal, es waren zumindest vier. Und in meiner Nachbarschaft kann ich Dir Dutzende aufzählen die auch Bergleute waren, vom Steiger bis zum Hauer und als Eigenkapital nur ihre Arbeitskraft einsetzen konnten.

Aus Geerbtem etwas zu machen, ist bei einigermaßen klarem Verstand nicht allzu schwierig. (meli)

Was andere geerbt haben, weiss ich nicht, in dem von mir dargestellten Fall lag keine Erbschaft vor, definitiv.

Es muss auch keine Faulheit sein, ein Habenichts zu bleiben, denn es gibt noch andere Möglichkeiten, sein Erarbeitetes auszugeben: rauchen, saufen und ein paar Urlaube pro Jahr gehören z.B. dazu.


--
rello

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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf rello vom 16.07.2009, 11:28:07
Allein Deine Ausdrucksweise

.........ein Habenichts zu bleiben, denn es gibt noch andere Möglichkeiten, sein Erarbeitetes auszugeben: rauchen, saufen und ein paar Urlaube pro Jahr gehören z.B. dazu.



zeigt mir, wes Geistes Kind Du bist.
Das ist für mich keine Diskussionsgrundlage.



--
meli
pippa
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von pippa
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 16.07.2009, 11:48:54
An Rello

Es gibt sogar noch viel mehr, seine Rente zu verzocken:
Z. B. wenn man noch nie was geerbt hat, aber stattdessen einen Teil der Pflegekosten für die Mutter aufbringen muss.
--
pippa40
rello
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von rello
als Antwort auf pippa vom 16.07.2009, 12:00:04
Da hier immer das kostenlose Erben angeführt wird, nur etwas zum Nachdenken: bei mehreren Erben muß man fast immer irgend jemanden auszahlen.

@ meli: Du bist doch wohl nicht betroffen?
So wie ich es geschildert habe ist es aber. Ein tatsächlicher Fall, bei dem ein leitender Angestellter einige 100000 DM verloren hat: Unfall mit Fahrerflucht im volltrunkenen Zustand, fahrlässige Tötung und erheblicher Sachschaden.
Dein Fläschchen am Tag fällt da nicht ins Gewicht.
--
rello
pippa
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Re: Rentner bekommen überall zu wenig
geschrieben von pippa
als Antwort auf pippa vom 16.07.2009, 12:00:04
Da ich gerade so sauer bin, will ich noch etwas dazu sagen: diese alte Habenichtsmutter und mein Habenichtsvater wurden wurden von den Nazis aus eben solchen Bergarbeiterhäuschen vertrieben. 1933 hieß es für Sozialdemokraten nämlich: hau ab oder du wirst eingesperrt. Meine Eltern sind rechtzeitig geflüchtet Sie waren somit Staatsfeinde, was sich nach dem 1000jährigem Reich natürlich negativ auswirkte, wer wolle schon an sein schlechte Gewissen erinnert werden.Auf diese Art und Weise haben meine Eltern erst ziemlich spät ein einigermaßen erträgliches Auskommen gehabt. Da gab es nichts zu vererben, und die kleinen Ersparnisse sind längst für die Pflege draufgegangen.
--
pippa40

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