Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens

Internationale Politik haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens

Re: haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf karl vom 08.02.2011, 20:46:16
@ halli,

eigentlich sollte man auf Deine Auslassungen nichts antworten. Sie sind allerdings ein solches Sammelsurium von Dummheiten zusammengepackt mit herablassenden Äußerungen über andere Völker, dass ich zumindest dieser Anmaßung entgegentreten möchte.

Ja, möglicherweise ändert sich in Ägypten nicht viel, weil unsere Regierungen die Demokratiebewegung nicht unterstützen, sondern alles tun, um die bestehenden Unrechtssysteme an der Macht zu halten, vielleicht mit ein paar kosmetischen Korrekturen. Es kommen nur leeres Gerede und und ein paar demokratische Floskeln aus Berlin und Washington, aber im Hintergrund wird alles getan, um den Umsturz durch das Volk zu verhindern.

Wir waren so stolz auf "unsere" Revolution 1989. Die arabische Jugend hätte mehr verdient als ein paar freundliche Worte.

Karl
geschrieben von karl

Was stört dich so daran? Ist es das all diese Länder auf Hilfe aus dem "untergehenden" Westen angewisen sind?

Lege mal die rosa Brille ab. Dann schau mal an was in den Ländern bisher geschaffen wurde.
Due hast scheinbar ein Problem mit Tatsachen. Da solltest du dran arbeiten.
Mit herablassenden Bemerkungen über andere Völker hast Du doch sonst auch keine Probleme wenn sie aus der EX DDR Ecke kommen und gegen Amerika gerichtet sind.
Warum plötzlich so empfindlich?
Das der erste Teil Deiner Antwort zu einer sachlichen Diskusion beiträgt kann ich auch nicht finden. Dadurch finde ich mich persönlich beleidigt. "Wenn das mal nicht vom Moderator gelöscht wird!"
adam
adam
Mitglied

Re: haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 08.02.2011, 20:46:16
Ja, möglicherweise ändert sich in Ägypten nicht viel, weil unsere Regierungen die Demokratiebewegung nicht unterstützen, sondern alles tun, um die bestehenden Unrechtssysteme an der Macht zu halten, vielleicht mit ein paar kosmetischen Korrekturen. Es kommen nur leeres Gerede und und ein paar demokratische Floskeln aus Berlin und Washington, aber im Hintergrund wird alles getan, um den Umsturz durch das Volk zu verhindern.

Wir waren so stolz auf "unsere" Revolution 1989. Die arabische Jugend hätte mehr verdient als ein paar freundliche Worte.
geschrieben von karl


Abwarten Karl,

sicher kommt in Ägypten oder auch in Tunesien keine Demokratie nach westlichen Vorbild zustande, auch keine nach der Türkei. Es wird einen anderen Weg geben.

Das erste Problem wird sein, die wirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung zu sicher. Das wird schwierig genug. Dann muß, zumindest in Ägypten, dem Militär Genüge getan werden. Daran führt kein Weg vorbei. Wie entsorgt man in Ägypten das korrumpierte Polizeisystem und 250.000 Geheimdienstler? Die werden sich nach Kräften wehren.

Natürlich hat der Westen Mubarak gestützt, aber es gab niemanden, der sagte: "Laßt uns Mubarak zum Despoten aufbauen und ihn an der Macht halten." Das war ein schleichender Prozeß und überschritt irgendwann die Grenze zu dem, was der Westen hätte tun dürfen.

Jetzt ist es umgekehrt. Demokratie, oder auch vorerst nur die Verwirklichung von grundlegenden Rechten, passiert nicht von heute auf morgen. Keiner kann einen demokratischen Zauberstab schwingen und schon ist alles prima. Der Westen kann den publik gewordenen Despotismus nicht weiter stützen, ohne alle Glaubwürdigkeit seiner Ideale für lange Zeit zu verspielen. Da hat der Irak- und der Afghanistankrieg schon genug Unheil für Jahrzehnte angerichtet. Es gilt Boden gut zu machen und das passiert vorerst nicht im Licht der Öffentlichkeit.

Wie wir hier schon geschrieben haben, ist viel die Rede von der Würde der unterdrückten Menschen.
Das gilt auch für die, die das korrupte System getragen haben. Es ist einfacher, diese Seilschaften loszuwerden, wenn sie ihr Gesicht wahren können. Das benötigt Zeit, weil Wege gefunden werden müssen. Wir dürfen die Geduld nicht verlieren und müssen hoffen, daß die Demonstranten lange genug Kraft haben, um durchzuhalten. Sie sind das wichtigste Argument für die Änderungen. Der Westen, die USA sind nicht so mächtig, wie ihnen hier immer wieder nachgesagt wird. Weder um so schlecht zu sein wie behauptet wird, noch um Gutes erzwingen zu können. Denken wir realistisch.

Mit der Revolution in der DDR kann man die Lage in den arabischen Ländern sicher nicht vergleichen. In der Bundesrepublik war ein Staat vorhanden, der übertragbar war, aber auch nur mit größten Schwierigkeiten, die noch nach 20 Jahren nachhallen. In Arabien gibt es kein West-Ägypten oder West-Tunesien.

--

adam


karl
karl
Administrator

Re: haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 08.02.2011, 21:20:45
Hallo Adam,


ich wollte 1989 nicht mit Ägypten vergleichen. Ich wollte nur meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen, dass die Unterstützung des Demokratisierungsprozesses so halbherzig daher kommt, jedenfalls ist dies mein Eindruck vom Geschehen. Dazu passt, dass die ARD meldet, dass die Bevölkerung bei uns in Bezug auf die Revolte in Ägypten sehr gespalten ist und große Ängste vor der Machtergreifung durch Islamisten hat. Jetzt rächt sich die andauernde Beschwörung von Feindbildern in den Primitivmedien, die es der Masse offensichtlich unmöglich macht zu differenzieren und zu sehen, dass diese Revolution eben gerade nicht von islamistischen Kräften vorangetrieben worden ist.

Der Westen wird so der Gefangene seiner Ängste und seiner eigenen Propaganda.

Karl

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adam
adam
Mitglied

Re: haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 08.02.2011, 21:46:02

karl,

vielleicht denkst Du zu idealistisch, willst zu viel des Guten? Da liegt es nahe, daß Du oft enttäuscht wirst und das macht nur einen nervösen Magen.

Niemand kann behaupten, daß am Ende von demokratischen Prozessen das Bestmögliche herauskommt, auch nicht bei gewachsenen Demokratien, wie denen im Westen. Meist wird es sogar nur die dritt- oder viertbeste Möglichkeit sein. Es kommt auf die Mehrheit an, die einen Kompromiß akzeptiert. Wichtig ist der demokratische Prozeß, er schafft die Ruhe, hält aber auch die Diskussion aufrecht, die für eine Demokratie notwendig ist.

Dazu gehört auch die Meinungsbildung über das, was Du Primitivmedien nennst. So ist es nun mal. Die Mehrheit entscheidet.

Die Araber werden sich damit abfinden müssen, daß bei uns Vorbehalte gegen den Islamismus, ja den Islam selbst vorhanden sind und wir müssen mit dem leben, was sie in den arabischen Ländern beschließen.

--

adam



Marija
Marija
Mitglied

Re: haGalil.com über die arabische Revolution und den Untergang des Westens
geschrieben von Marija
als Antwort auf karl vom 08.02.2011, 21:46:02
Hallo Adam,


ich wollte 1989 nicht mit Ägypten vergleichen. Ich wollte nur meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen, dass die Unterstützung des Demokratisierungsprozesses so halbherzig daher kommt, jedenfalls ist dies mein Eindruck vom Geschehen. Dazu passt, dass die ARD meldet, dass die Bevölkerung bei uns in Bezug auf die Revolte in Ägypten sehr gespalten ist und große Ängste vor der Machtergreifung durch Islamisten hat. Jetzt rächt sich die andauernde Beschwörung von Feindbildern in den Primitivmedien, die es der Masse offensichtlich unmöglich macht zu differenzieren und zu sehen, dass diese Revolution eben gerade nicht von islamistischen Kräften vorangetrieben worden ist.

Der Westen wird so der Gefangene seiner Ängste und seiner eigenen Propaganda.

Karl
geschrieben von karl


Hallo Karl,

ich kann deine Enttäuschung bis zu einem gewissen Punkte nachempfinden.

Dass der Westen den islamistischen Kräften nicht traut oder trauen möchte, das hat Gründe und beruht auf geschichtlichen Tatsachen, und das kann ich auch verstehen.
Denn die Gewalt einer instrumentalisierten und politisierten Religion ist gewaltig und hat blutige Spuren hinterlassen.

Wenn du auf den Balkan schaust, so wirst du auch dort derzeit neue Hetzereien der Medien - Propaganda erleben.

Meiner Inkenntnissetzung nach sind derzeit weltumspannend ursächlich religiös fundamentalistisch angehauchte Krawalle
schwelend, die aber sekundär auf "Hungerrevolten" aufbauen.
Hier zeigt sich, dass alle großen Revolutionen aus der Unzufriedenheit der Massen heraus geboren werden - aber die Waffenlieferer zur Verwirklichung kommen dann aus einer anderen Reihe heraus.

Das ist auch der Grund, weshalb ich der Auffassung bin, dass der Niedergang des Westens "entschleunigt" wird - er ist der nämlich der Waffenlieferer .

Was haGalil anbelangt, so ist auch dieser Artikel meiner Meinung nach vordergründig sehr plump auf Stimmungsmache und Angstschüren aus. Aber wer hat denn da die größte Angst ?
Stecken da nicht Eigeninteressen hinter den Sponsoren von haGalil ??

Absatz und fett :
Dass der Westen umstrukturiert werden wird, das ist alternativlos


Gruß und Kompliment zur Gelassenheit über die Ergüsse von halli
Marija


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