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Internationale Politik Panzer und Schnellboote zu verkaufen

EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf luchs35 vom 15.07.2011, 13:52:07
Da aufrüsten oder Bares anzubieten heißt diese Leute auch zu stützen. In der 30jährigen Regierungszeit hat dos Santos und seine Clique noch nichts auf die Beine gestellt, was aus dem Erlös der Ressourcen dieses ans ich reichen Landes finanziert wurde - sehen wir mal großzügig von den paar Straßen und Krankenhäusern ab.

Das ist es, was so wütend macht bei diesem geplanten Deal.
Luchs


Ja Luchs, ich versteh ja Deine wut und ich bin auch nicht froh über die zustände in Angola, wie eigentlich überall in Schwarzafrika.
Aber was soll man tun und mit wem soll man verhandeln?
Hilfsgelder landen mit sicherheit vorwiegend in den taschen der regierenden.
Nahrungsmittel werden mit sicherheit umetikettiert und im in-und ausland weiterverkauft.
Außerdem fördern ständige nahrungsmittelhilfen die entwicklung der eigenen landwirtschaft nicht gerade.
Also was tun?
Die leute ächten, die suchen sich den nächsten lieferanten für waffen und nahrungsmittel und hilfsgelder schon, darin ist man doch geübt.
Dann doch lieber mit anstellen, mit dem ziel zu investieren und der auflage an die deutschen investoren anständige löhne zu zahlen, die umwelt möglichst zu schonen und ordentlich steuern zahlen.
Damit wäre den afrikanischen ländern, wenn ich mir die berichte über die verhaltensweise dort ansässiger chinesen und ölmultis anschaue, schon sehr gedient.
Die angestrebte idealistische "vollmoral" klappt dort eben nicht.
Oder wir machens wie mein beispiel bei den terroristen oder beim rafahrerbeispiel von Adam.



mulde
mulde
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Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von mulde
als Antwort auf hafel vom 15.07.2011, 12:44:23
Hafel!
Sorry-- Mit der Grundsatzentscheidung aus der grossen
koliation wußte ich nicht.
Dann ist die Sache gar nicht so neu??!!!

mulde
luchs35
luchs35
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Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von luchs35
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 15.07.2011, 15:04:04
Dann doch lieber mit anstellen, mit dem ziel zu investieren und der auflage an die deutschen investoren anständige löhne zu zahlen, die umwelt möglichst zu schonen und ordentlich steuern zahlen.
Damit wäre den afrikanischen ländern, wenn ich mir die berichte über die verhaltensweise dort ansässiger chinesen und ölmultis anschaue, schon sehr gedient.
Die angestrebte idealistische "vollmoral" klappt dort eben nicht.
geschrieben von gram


Ohje, gram, welch edle Vorstellung! Und wenn wir uns schon hinten anstellen -zusammen mit den Chinesen und anderen "menschenfreundlichen" Profiteuren und uns gleichermaßen mit diesem Niveau messen lassen, sollten wir aber auch ganz schnell damit aufhören mit dem Finger auf jene zu zeigen, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen. Wahrscheinlich leiden die nur weniger an "Doppelmoral".

Lass dir mal erzählen, wie die Arbeitsverhältnisse in den von den Chinesen u.anderen Menschenfreunden beherrschten Diamantenminen oder Ölfeldern in Afrika herrschen. Hier herrscht absolut der reine Profit unter purer, brutaler Ausbeutung dieser Menschen und der Ressourcen, geschweige denn der Umwelt.

Und da die überwiegende Anzahl der Regierungschefs mit ihren Cliquen munter mitkassieren, sind die kaum interessiert daran, dass es ihren Völkern durch idealistiche Maßnahmen (gerechte Löhne, humane Arbeitsbedingungen etc.) besser geht. Es heißt also, entweder mit auf den afrikanischen Zug springen, den neuen Kolonialstil mit Doppelmoral mitmachen oder mit moralich erhobenem Zeigefinger zuschauen, wie andere das Geschäft machen.

Ich denke, die Moral ist sowieso nur ein Feigenblättchen, das nach Bedarf vorgehalten wird.

Luchs




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mradefeld
mradefeld
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von mradefeld
als Antwort auf hafel vom 15.07.2011, 10:48:12
Zu dieser Problematiik habe ich mich ja schon oft genug geäußert.
Wir sind nicht die Moralapostel dieser Welt, sondern ein Exportland. und dieser Export, auch der von Waffen, beschert uns allen, auch denen, die so schön in Moral machen, einen Wohlstand, von dem die meisten Menschen in den Importländern nicht einmal zu träumen wagen. Letztlich ist es aber Sache dieser Länder selbst, wie sie IHR Leben gestalten, wofür sie IHR Geld ausgeben. Da haben WIR nicht hineinzureden!
Außerdem: Wer gibt uns das Recht, gouvernantenhaft darüber zu entscheiden, wer welche Waffen kaufen darf? Ist da nicht allerhand Überheblichkeit mit im Spiel, wenn wir uns als Moralprediger für die übrige Welt aufschwingen?
Karl
Karl
Administrator

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von Karl
als Antwort auf mradefeld vom 16.07.2011, 07:07:46
Wir sind nicht die Moralapostel dieser Welt, sondern ein Exportland
Du bist zumindest ehrlich. In letzter Konsequenz würde das dann aber bedeuten, dass der Profit das Maß aller Dinge ist und unserem Staat die Menschenrechte egal sind.

Ich möchte es so nicht haben. Ich würde mich mit so einem Staat nicht identifizieren können und wollen und ich habe die Hoffnung, dass wieder wertkonservative Politiker und nicht allein am Geldwert orientierte das Sagen bekommen.

Karl
rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von rolf †
als Antwort auf mradefeld vom 16.07.2011, 07:07:46
Dann ist es wohl auch ganz allein meine Sache, ob ich mir eine Waffe kaufe und wozu ich sie benutze.
Da hat der Waffenhändler mir nicht reinzureden, die Behörden schon garnicht.

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lars
lars
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von lars
als Antwort auf Karl vom 16.07.2011, 08:11:57
Dazu möchte ich dir Recht geben Karl, leider sind viele reine Egoisten geworden, denken nur an sich!
hugo
hugo
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von hugo
als Antwort auf mradefeld vom 16.07.2011, 07:07:46
Außerdem: Wer gibt uns das Recht, gouvernantenhaft darüber zu entscheiden, wer welche Waffen kaufen darf? (mradefeld)


mal ne bescheidene Frage lieber mradefeld

gilt das für Dich auch wenn Du an den Iran denkst ?
gilt das auch wenn andere Staaten an Atomwaffentragende U-Booten interessiert sind? oder gar an A-Waffen selbst und dafür Zentrifugen kaufen wollen?

die großen Gouvernanten, also die USA und Israel usw welche stets und ständig damit beschäftigt sind Waffenverkäufe zu realisieren bzw Waffenkäufe zu verhindern,,,mal so und mal so

Deutschland versucht ja nicht erst heute Waffenlieferungen unter der Decke zu halten,,
wie schrieb doch Reuters noch kurz vor den letzten Gaza Massakern ? “Hunderte Tonnen Waffen” in 325 20 ft-Standard-Containern wurden über Griechenland nach Israel durch das U.S. Navy’s Military Sealift Command (MSC) geliefert und diese Lieferungen würden als “Munitionslieferung” deklarierte Transporte durch eine deutsche Firma erfolgen.

bereits am 15.Dezember 2008 lieferte die gleiche deutsche Firma eine noch grössere WaffenLieferung von 2.6 Millionen Kilogramm Explosivmaterial nach Israel in den Hafen Ashdod.
url=http://www.radio-utopie.de/2009/01/10/usa-und-deutschland-massive-waffenlieferung-an-israel-unmittelbar-vor-gazakrieg/]so reuter[/url]


hm mradefeld, so wohl fühl ich mich gar nicht bei solchen Nachrichten, weil ich blöderweise zu große Fantasien habe und mir ausmale was Israel wohl mit diesen Waffen alles anstellt und irgendwie setzten sich in meiner Rübe dann solche Bilder von toten Frauen und Kindern fest die durch deutsches Zutun zerfetzt wurden.

da fühl ich mich auch nicht besser wenn ich an deutsche Exportüberschüsse denke, an andere Staaten die sowas auch tun oder daran das dies ja jedem Seine eigene Angelegenheit sei in welche wir nicht moralisierend rein reden sollen

hugo
hafel
hafel
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von hafel
als Antwort auf mradefeld vom 16.07.2011, 07:07:46
@ Mradefeld: Richtig, so könnte es ein skrupelloser Kaufmann sehen.


Hier haben wir es aber nicht mit dem "königlichen Kaufmann" zu tun, sondern mit einem Staat, der sich eine einengende Verfassung gegeben hat. Diese Verfassung alleine verbietet den Export aller militärischer "Dinge", wenn: …… der Export in Krisengebiete oder in Länder, deren Menschenrechte nicht geachtet werden, geht. Punkt. Schon hier ist es verwerflich, dass unter dem Mantel der Geheimhaltung restlos am Parlament vorbei dirigiert wird.

Nach Deiner These, lieber Mradefeld, dürfte der Kneiper an der Ecke auch Jugendlichen unter 16 Jahren harten Alkohol ausschenken, schließlich steht ja eine Getränkeindustrie mit Arbeitsplätzen dahinter.

Die Meinung, dass Rüstungsarbeitsplätze sichere Arbeitsplätze sind ist ein billiges und nicht stimmendes Argument der Befürworter. Immer, wenn es irgendwo eng wird, werden die Arbeitsplätze in den Vordergrund geschoben. Wenn Du in diesem Thread etwas zurück liest, habe ich begründet, dass Rüstungsarbeitsplätze keine sicheren Arbeitsplätze sind.

Kommt noch das moralische Argument dazu, was von den Realpolitikern gerne weggeschoben wird.

Was ist es für ein glaubwürdiger Staat, der nach außen hin mit der Friedenspalme wedelt, im Hintergrund aber tödliche Waffen verhökert an Kunden, die damit Unfug treiben (können) --- Hauptsache die Kasse klingelt. Ist das nicht unmoralisch?

Hafel
sysiphus
sysiphus
Mitglied

Re: Panzer und Schnellboote zuverkaufen
geschrieben von sysiphus
als Antwort auf hugo vom 16.07.2011, 09:31:15


bereits am 15.Dezember 2008 lieferte die gleiche deutsche Firma eine noch grössere WaffenLieferung von 2.6 Millionen Kilogramm Explosivmaterial nach Israel in den Hafen Ashdod.
url=http://www.radio-utopie.de/2009/01/10/usa-und-deutschland-massive-waffenlieferung-an-israel-unmittelbar-vor-gazakrieg/]so reuter[/url]

hugo
geschrieben von hugo


".....eine Medienstation aufzumachen. Dass diese ausgerechnet Radio Utopie heißen musste, das hat seine Gründe. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Nämlich dann, wenn ich als Journalist erst die Medienmafia, dann die Parteien-Mafia, dann die Musikindustrie und dann die Schurken aus der Filmindustrie platt gemacht habe und wieder Drehbücher schreiben kann, mit der durchaus berechtigten Einschätzung, dass sie auch ein Sapiens liest und mir hilft diese zu einem Film zu machen". Das Interview im MuslimMarkt

Aus einem Interview zitiert aus "MuslimMarkt" mit dem Macher von "Radio Utopia". Der heißt Daniel Neun und ist anscheinend eine bevorzugte Informationsquelle für einige "Homo Sapiens" auch hier im Seniorentreff. Auf der Grundlage einer solchen Quelle halte ich eine Diskussion für genau so ertragreich, wie eine auf der Basis von BILD-Informationen.
Ist doch toll, oder?

sysiphus...

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