Altersgerecht wohnen – welche Umbaumaßnahmen sind nötig?

Dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird ist zunächst einmal begrüßenswert. Bereits 2012 waren rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland über 65 Jahre. Im Jahr 2050 wird jeder siebente Einwohner älter als 80 Jahre alt sein. Dabei sind derzeit nur etwa zwei Prozent der Wohnungen in Deutschland altersgerecht. Folglich ist es ein wichtiges Projekt für die Zukunft, den Wohnungsbestand in Deutschland und die Wohnbereiche auch an die Bedürfnisse von Senioren anzupassen.
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©navintar | Freepik.com

Und ganz ehrlich: Jeder möchte doch möglichst lange ohne Einschränkungen in seinen eigenen vier Wänden leben können – vor allem dann, wenn die Alternative zur eigenen Wohnung bei Pflegebedürftigkeit der Heimaufenthalt ist.

Barrierefreiheit und Sicherheit

Diese beiden Themen umfassen sämtliche Maßnahmen zur Umgestaltung des Wohnraums die notwendig sein können, um bestehende Wohnungen an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen. Dies sieht auch die Bundesregierung so und setzt daher Investitionsanreize über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ der staatlichen KfW. Umbaumaßnahmen und auch der Erwerb von umgebautem Wohnraum sind förderfähig. Parallel dazu gibt es auch ein Förderprogramm für Städte und Gemeinden, um Barrieren im öffentlichen Raum zu reduzieren und im Zuge dessen die Themen Mobilität, Soziales und Gesundheit anzugehen.

Welche Bereiche sind im eigenen Wohnumfeld betroffen?

Für Umbaumaßnahmen ist es nicht entscheidend, ob man in einer (Miet-)Wohnung oder in einem eigenen Haus wohnt. Denn die folgenden Punkte gelten für beide Situationen. Lediglich die Finanzierung ist ein Unterschied, denn als Besitzer eines Hauses trägt man die Last allein. Als Wohnungsbesitzer werden Umbauten, die alle Bewohner betreffen, gegebenenfalls auch von mehreren Parteien finanziert.

Bauliche Veränderungen können in den folgenden Bereichen erforderlich werden:
 
  • Zuwege zu Gebäuden
  • Eingänge und Zugang zur Wohnung
  • Höhenunterschiede
  • Grundrissanpassungen
  • Sicherheitsaspekte

Welche Umbauten sind notwendig?

1. Erleichterter Zugang zum Haus

Ein unebener Boden erhört die Stolpergefahr. Mit einem Rollator oder einer anderen Gehhilfe benötigt man hingegen mehr Platz. Daher sollten die Wege ins Haus möglichst kurz, uneben und breit genug sein.

Häufig ist die Haustür nicht ebenerdig, sondern mit einer Stufe versehen. Diese stellt für ältere Menschen eine Barriere dar. Das Problem kann beseitigt werden, indem der Weg eine leichte Steigung erhält und diese auf der Höhe der Türschwelle endet. Alternativ kann auch eine Rampe errichtet werden.

2. Höhenunterschiede im Haus
Mehrere Stockwerke im Haus sind üblicherweise mit Treppen verbunden. Diese sind nicht nur beschwerlich, auch die Gefahr von Stürzen erhöht sich mit zunehmendem Alter. Daraus resultiert ein weiterer Nachteil: Neben den Verletzungen ist die Treppe während der Genesung schier unüberwindlich. In Treppenaufgängen ist daher auf jeden Fall eine gute Beleuchtung notwendig, außerdem sollten Stolperfallen beseitigt werden, wie beispielsweise glatte Stufen oder ein welliger Teppich. Solide Handläufe sollten ebenfalls vorhanden sein. Sind die baulichen Voraussetzungen gegeben, ist ein Treppenlift die beste Variante, um große Anstrengungen und Verletzungen zu vermeiden. Diese gibt es in unterschiedlichen Varianten – sowohl für gerade als auch für gebogene Treppen. Da sich Treppenlifte nach dem Gebrauch einklappen lassen, ist auch nicht so viel Platz von Nöten wie viele Betroffene häufig annehmen.

3. Grundrissanpassung

Im Bestandsbau müssen eventuell Grundrisse angepasst werden: Am häufigsten betroffen ist erfahrungsgemäß das Badezimmer. Neben der empfehlenswerten bodengleichen Dusche fehlen häufig Haltesysteme und Stützen. Auch eine neue Anordnung der Sanitärobjekte kann erforderlich sein, um die notwendige Bewegungsfreiheit zu schaffen.

4. Sicherheit

Zu guter Letzt ist die Sicherheit für viele Menschen ein wichtiges Anliegen.  Dies bezieht sich auch auf die Gefahr eines Einbruchs. Hier gibt es diverse Möglichkeiten: über den Austausch von Türzylindern oder das Anbringen weiterer Zusatzschlösser, bei Fenstern im Bestand die Montage von abschließbaren Fenstergriffen, einbruchshemmenden Rollläden und Lichtschachtabdeckungen, bis hin zum Einbau einer Alarmanlage.

Fazit

Um die Lebensqualität im Alter zu gewährleisten, ist es notwendig, den Wohnraum neu zu gestalten und auf die Bedürfnisse von älteren Menschen anzupassen, sodass die Unabhängigkeit weiterhin gewährleistet ist. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die einmal genauer unter die Lupe genommen werden sollten.

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Kommentare (2)

El_Lobo

Meine Großmutter hatte einen  Oberschenkelhalsbruch nach einem Sturz im Badezimmer. Sie hat die Operation gut überstanden, konnte aber nie wieder richtig gehen. Geschah im 91sten Lebensjahr. Besonders gefährlich sind rutschige Badewannen.  Ich habe einen kleinen Plastikteppich mit Saugnapfen in der Wanne und hoffe, dass ich nicht falle wie so viele.

Bonzadog

Mir fehlt die Badezimmer für uns ältere Einzurichten. Das ist eine der großten Unfallorte!


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