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Aktuelle Themen Amoklauf in Winnenden

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von mart1
als Antwort auf dutchweepee vom 13.03.2009, 02:58:19
Danke, dutchweepee!

Ich möchte noch den Gedanken einbringen, dass aus den Kreisen der (jungen) Feuerwehrleute überproportional viele Brandstifter kommen.
--
mart1

Noch ein Gedanke:
Es wird erwähnt, dass dieser (oder die) Amokläufer auch nicht mehr Ballerspiele als andere Jugendliche gehabt hätten.
Kann die Zeit herausgefunden werden, die sie damit verbracht haben?

Dass ist doch ein wesentlicher Unterschied.
(Ich denke daran, dass nach einem der vergangenen Vorfälle, meine Tochter gesagt hat, sie hätten ein damals bes. erwähntes Ballerspiel ebenfalls gehabt und sie hätten damit gespielt ... allerdings nicht lange, weil eben zu langweilig.)
carlos1
carlos1
Mitglied

Polizist findet seine Frau unter den Toten
geschrieben von carlos1
als Antwort auf mart1 vom 13.03.2009, 09:50:28

Ein Polizeibeamter aus Schwäbisch Gmünd erlebt seine persönliche Tragödie beim Einsatz in Winnenden. Er gehörte zu den ersten Einsatzkräften (drei Streifenwagen), die in den Rems-Murrkreis geeilt waren, um den betroffenen Kindern und Lehrern zu helfen. Seine Frau unterrichtete als Referendarin in der Albertville Realschule. Der rasche Einsatz kam zu spät. Er traf vor Ort seine Frau tot an. Die 26 Jährige war kurz vorher von dem Täter ermordet worden. Sie hatten erst vor wenigen Wochen geheiratet. Die Schule ist Ausbildungsschule für das Realschulseminar in Schwäbisch Gmünd. Insgesamt sieben Referendarinnen und Referendare des Seminars befinden sich gegenwärtig an der Winnender Schule.

Weitere Zufällle werden bekannt. Eine junge Lehrerin aus Gmünd, ebenfalls tätig in Winnenden, war am Mittwoch zu Hause, weil sie dienstfei hatte.
c.
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Polizist findet seine Frau unter den Toten
geschrieben von schorsch
als Antwort auf carlos1 vom 13.03.2009, 10:23:29
Ich würde es diesem jungen Polizeibeamten nicht verübeln, wenn er grausame Rachepläne entwickeln würde.

Übrigens: In der Schweiz hat soeben ein junger Mann ein Mädchen erschlagen und ihm die Kehle aufgeschlitzt. Der Mann hatte den Spleen, junge Mädchen in seine Wohnung zu locken unter dem Vorwand, sie könnten bei ihm Werbefotos machen lassen. Als Grund seiner Untat gab er an, er finde den Anschluss an das normale Leben in Freiheit nicht mehr (war bereits wegen diverser Delikte im Knast und Erziehungsheim). Darum habe er das Mädchen getötet - um wieder in das geregelte Knastleben zu dürfen!


--
schorsch

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rolf †
rolf †
Mitglied

Re: o.t.
geschrieben von rolf †
als Antwort auf eleonore vom 13.03.2009, 09:17:11
...
für jede scheiss gibt es kohle, aber wo nötig, da wird geknausert.
hinterher ist die geschrei dann groß.
ich wage es zu behaupten, dass sowas nicht zum letzesmal passiert ist, leider.

--
eleonore

Da hast du leider Recht.
Bildung und Erziehung werden nicht an der Börse gehandelt, also sind sie auch nicht im Blickpunkt.

--
rolf
hafel
hafel
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von hafel
als Antwort auf dutchweepee vom 12.03.2009, 17:59:54
Um eine ernste Debatte über Gründe und Konsequenzen dieser Tat wird man hier zu Lande nicht herum kommen. Und dazu gehört eben auch das Thema Waffenrecht. Denn es wäre zu einfach, allein individuelles Fehlverhalten eines Vaters dafür verantwortlich zu machen, dass ein 17-jähriger eine Pistole und Massen Munition in die Hand bekam.

Zwar wurde das Waffenrecht nach Erfurt verschärft, aber auch das hat den Amoklauf in der Realschule nicht verhindert.
Warum dürfen eigentlich 14-Jährige auf dem Schießstand das Ballern mit Pistolen und Revolvern lernen? In die virtuelle Egoshooter-Welt namens „Counterstrike“ darf man z.B. erst ab 16.

In unserem Nachbarland Schweiz lagern rund zwei Millionen Schusswaffen in den Haushalten. Die meisten gehören Reservisten der Armee, die Gewehre und Pistolen zu Hause aufbewahren dürfen, um im Ernstfall schnell einsatzfähig zu sein. Die Schweizer Zeitschrift „Annabelle“ will den Schweizer Abgeordneten in einer Petition Druck machen um ein Verbot der Waffenlagerung zu Hause zu erreichen. Diese „häusliche Waffenlagerung“ hat in der Schweiz jedoch eine sehr lange Tradition und wurzelt in der Verteidigungsstrategie des neutralen Landes. Die rund 282 000 Reservisten der Schweizer Armee sollen im Ernstfall binnen kürzester Zeit einsatzbereit sein. Hinzu kommen wohl noch die Schusswaffen von Soldaten im Ruhestand und jene, die nicht zur Armee gehören: Das macht eine Summe von rund zwei Millionen Waffen in dem kleinen Land.
Ganz allgemein reicht wohl dem Staat das Vertrauen und die Zuverlässigkeit des Waffenbesitzers…… wenn diese einmal nachgewiesen ist.
Die Debatte über das Waffenrecht wird hier zu Lande neu beginnen.


hafel
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: o.t.
geschrieben von carlos1
als Antwort auf rolf † vom 13.03.2009, 10:38:23
"Bildung und Erziehung wird nicht an der Börse gehandelt, also sind sie auch nicht im Blickpunkt." rolf

@rolf
Bildung und Erziehung haben einen geringen Stellenwert in unserem Leben. Erziehung ist etwas, was man "durchmacht", damit hat es sich. Auch wenn Erziehung börsentäglich gehandelt würden, würde sie nicht im Blickpunkt stehen, da als unwichtig angesehen. Entsprechend niedrig ist das Sozialprestige eines Lehrers.

Es gibt Kollegien (Grund- und Hauptschule), in denen von 60 Lehrern nur ein Lehrer übrig geblieben ist. Damit ist die "Gleichberechtigung" weitestgehend erreicht. Für Männer ist dieser Beruf nicht mehr attraktiv. Dass drei Lehrerinnen erschossen wurden an dieser Unglücksschule in Winnenden aber kein Lehrer liegt vermutlich auch daran, dass keine Lehrer da waren, die hätten erschossen werden können.

Für Jungen im schulpflichtigen Alter fehlen mänliche Ansprechpartner, Vorbilder. Wenn ich mich an meine Zeit als 16-18 Jähriger erinnere (reine Jungenschule), muss ich gestehen, dass ich die wenigen Damen im Kolegium nicht ernst nahm. Sie tickten völlig anders als ich. Einfach uninteressant in jeder Hinsicht. Allerdings gab es sehr wenige Lehrerinnen. Diese hatten aber durchaus intellektuelles und pädagogisches Format. Es gab Lehrerinnen die mit sehr dynamischen großen Klassen mit 40 bis 50 Schülern gut fertig wurden. Als Ansprechpartner waren sie für mich undenkbar.

Der Täter von Winnenden soll extrem angepasst gewesen sein. Alles Camouflage. blieb ihm etwas anderes übrig? Die Schulleiterin sagt, der Junge sei nie auffällig gewesen. Die Frage ist, ob Frauen die Grenzen setzen können, die nun mal bei Jungen notwendig sind.

Der Mangel an männlichen Pädagogen könnte ein Problem werden.

c.

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baerliner
baerliner
Mitglied

Mangel an Pädagogen
geschrieben von baerliner
als Antwort auf carlos1 vom 13.03.2009, 11:02:42
Carlos,
ich glaube, wir haben bereits einen Mangel an Pädagogen, egal, ob weiblichen oder männlichen Geschlechts. Denn dieser Beruf ist wirklich nur was für Hartgesottene, die von allen Seiten unter Beschuss stehen.
--
baerliner
nachtigall
nachtigall
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von nachtigall
als Antwort auf hafel vom 13.03.2009, 10:59:26

Was in DE geschehen ist, hat mich sehr betroffen und traurig gemacht.

Aber ich frage dich, Hafel, was die „häusliche Waffenlagerung“ der Schweiz mit dem Amoklauf zu tun hat. Ich kann euer Entsetzen und eure Hilflosigkeit verstehen, denke aber dass es dich nicht dazu verleiten sollte unsere Praktiken zu kritisieren.
Gruss Larissa
hafel
hafel
Mitglied

Re: Amoklauf in Winnenden
geschrieben von hafel
als Antwort auf nachtigall vom 13.03.2009, 11:25:06
Warum darf man die schweizer Praktiken nicht in Frage stellen? Das Thema "Waffenlagerung" ist ja ein weltweites Problem. Immerhin gibt es ja innerhalb der Schweiz dazu gnügend kritische Stimmen.
--
hafel
carlos1
carlos1
Mitglied

Waffenrecht
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hafel vom 13.03.2009, 10:59:26
Der junge Täter hätte ohne Probleme auch eine Waffe auf dem grauen Markt erwerben können, hätte der Vater ihm den Zugriff nicht fahrlässig erleichtert. Er hätte ohne weiteres über den Geldbeutel der Mutter zu Geld kommen können. Muss der etwa auch im Tresor aufbewahrt werden? Die Fehlsteuerung liegt im Hirn des Täters und den Versäumnissen in der Erziehung durch Verantwortliche nicht in den §§ des Waffenrechts?
c

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