Aktuelle Themen Sterben

erafina
erafina
Mitglied

Re: Sterben
geschrieben von erafina
Ich bin nicht der Auffassung, dass unsere Gesellschaft den Tod verdrängt.
Im Gegenteil.
Eine Unmenge junger Leute sind todessehnsüchtig.
Jede Menge Videos und Internetseiten gibt es darüber.

Beispiel:


"Lebe, und Du wirst gehasst.
Sterbe, und Du wirst geliebt und vermisst."

Dass weite Teile der jungen Leute psychisch gesund sind und nicht an den Tod denken, ist doch nur folgerichtig und natürlich.
Das haben wir auch nicht, damals, bzw. nur am Rande.
Das kleine Lamm fürchtet sich noch nicht vor dem Wolf. Das lernt es erst von den Großen.

So ist das Leben.

erafina
ehemaligesMitglied62
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Re: Sterben
geschrieben von ehemaligesMitglied62
als Antwort auf edith vom 22.03.2013, 20:10:17
halle edith,
auch wenn der weg zurück lang und beschwerlich ist
und viel mut, geduld und kraft kostet,
er ist es wert!
alles gute weiterhin wünscht dir
die ulfhild
edith
edith
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Re: Sterben
geschrieben von edith
als Antwort auf ehemaligesMitglied62 vom 22.03.2013, 21:18:20
Danke !

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anjeli
anjeli
Mitglied

Re: Sterben
geschrieben von anjeli
als Antwort auf edith vom 22.03.2013, 21:46:39
Hallo Edith,

alles Gute für dich.
Du bist das beste Beispiel für andere schwer Kranke, dass man auch wieder, wenn man am Boden liegt, aufstehen kann.

Danke für deine positive Einstellung und für deine Schilderung.

anjeli
pilli †
pilli †
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Re: Sterben
geschrieben von pilli †
als Antwort auf pschroed vom 22.03.2013, 11:23:00
...Sterben wird insbesonders in unserer Fun Gesellschaft verdrängt sowie immer mehr ausgegrenzt...


wird es tatsächlich?

worauf begründest du diese deine m.e. aus der luft gegriffene annahme? wer könnte denn von den jungen verdrängen, dass hinter, vor und neben ihnen sich der verwandtenkreis in unserem alter deutlich dezimiert? sekündlich sterben auf der welt väter, mütter, grosseltern, tanten und onkels und auch kinder. wer hat dir nun geflüstert, die "Fun Gesellschaft" würde das nicht realisieren? es gibt eine zeit zu lachen und es gibt eine zeit zu weinen und ich meine mal, das galt für viele von uns so, wie es heute für die neue generation gilt?

die generation der erben und das sind zahlreiche junge leute heute, wird schon früh mit dem tod der ihnen nahe stehenden konfrontiert und zwar immer dann, wenn sie einen notar-termin nach dem anderen wahrnehmen, vollmachten zu diesem und jenem wunsch, zu unterzeichnen. da werden schon zu lebzeiten der single-tanten und onkels finanzielle angelegenheiten gemeinsam besprochen und vorsorge getroffen, damit datt geld bzw. oma's häuschen rechtzeitig abgesichert ist, nicht das finanzamt nach dem tod jubeln zu lassen...

wir äussern wünsche, ändern alle paar jahre unsere wünsche für den fall des ablebens; also da bleibt wenig gelegenheit für die jungen, irgendwas zu verdrängen oder gar auszugrenzen?

niedlich ist die erzählte version von Mareike mit der urne mittenmangs auf der kredenz...ob ich auch sowatt andenken sollte anstatt meiner ruhestätte im Friedwald? chick fände ich ja, meine asche in der designer-eieruhr rieseln zu lassen, den allerliebsten jaanz nahe zu sein? vielleicht auch als diamant hautnah zu tragen?

diamantbestattung

wie du erkennen kannst, pschroed, beschäftige ich mich ernsthaft mit dem, was heute, morgen oder in jahren passiert. wie naiv wäre ich denn, nicht zu wissen, dass ich mit bald 66 nicht zu dem personenkreis gehören könnte, der oben auf der liste steht? und dennoch freue ich mich über jeden geschenkten tag, monat oder gar jahre und wenn es mal stunden der wehmut hat, na...da hilft doch der glaube an ein leben, das vielleicht doch nach dem tod möglich ist?



hier die version von Nick Cave und Kylie Minogue - Death is not the end:



Kylie Minogue, die pop-sängerin aus Australien, möchte ich erwähnen, weil sie für mich ein beispiel dafür ist, dass auch die von dir bezeichnete "Fun-Gesellschaft" gutes bewirken kann trotz oder gerade weil sie an brustkrebs erkrankte:



...Mit Showgirl – The Greatest Hits Tour ging Minogue im Frühjahr 2005 auf Welttournee und gab auch drei ausverkaufte Konzerte in Deutschland. Geplant als ihre bislang größte Tour, musste die Sängerin nach Beendigung der europäischen Termine den australischen Teil der Tour im Mai 2005 überraschend absagen, da bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Nach dem Bekanntwerden der Krankheit und dem dadurch weltweit ausgelösten Medienecho stieg die Zahl der Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen in Minogues Heimatland Australien enorm an.

Mediziner sprachen deshalb von einem „Kylie-Effekt“, durch den sich 40 % mehr Frauen zu einer Mammografie anmeldeten als sonst üblich. Minogue selbst wurde am 20. Mai 2005 in einer Melbourner Klinik erfolgreich operiert und unterzog sich anschließend in Paris, der Heimat ihres damaligen Lebensgefährten Olivier Martinez, einer sechsmonatigen Chemotherapie...

...Am 6. Oktober 2011 verlieh die Anglia Ruskin University Minogue die Ehrendoktorwürde in Gesundheitswissenschaften für ihre Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit gegen Brustkrebserkrankungen...

geschrieben von wiki


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pilli
Adoma
Adoma
Mitglied

Re: Sterben
geschrieben von Adoma
als Antwort auf karl vom 22.03.2013, 13:56:06
Ich hatte einmal ein langes Gespräch mit einer Kraft aus einem Hospiz. Sie sagte, dass sie nach 7-jähriger Tätigkeit dort, die Arbeit niederlegen wollte, weil es ihr jetzt zu anstrengend wurde.
Eines habe sie aber verloren: die Angst vorm Sterben.
Diese Erzählung passte ein wenig zu meinen eigenen Beobachtungen, die ich als Mitbewohnerin in einem Altenheim zwischen meinem 15. und 20. Lebensjahr dort machen durfte.
Und immer wieder habe ich gehört: zum Schluss ( nach längerer Krankeheit) war er/sie ganz friedlich und ist dann einfach eingeschlafen.
Sterbe ich leichter, wenn ich Frieden gefunden habe?
Ich denke es so. Und ich kann heute schon schauen, immer wieder Frieden zu finden, mit allem wie es war und ist.

Adoma

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pschroed
pschroed
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Re: Sterben
geschrieben von pschroed
als Antwort auf pilli † vom 23.03.2013, 02:34:26
Liebe Pilli

Lange Frage. kurze Antwort .

In Bezug daß mein Stiefvater Totengräber auf einem relativ großen Friedhof war, habe / mußte ich als Jugendlicher helfen.

Grab ausheben, Zeremonie, Grab zumachen. (circa 2x in der Woche)

Beruflich mußte ich oft an Begräbnissen teilnehmen, sowie auch in Deutschland, Frankreich (Grenzgänger), wo sich ich im Laufe der Jahrzehnte schon manches änderte.

In Belgien werden heute noch die Verstorbenen im Wohnzimmer aufgebahrt bzw. danach ein sehr konservatives Begräbnis ausgeführt.

In Frankreich ebenfalls.

In Luxemburg werden viele Verstorbenen in aller Intimität eingeäschert und öfters verstreut.

Natürlich gibt es auch die Verstorbenen wo keiner der Familie mehr am Leben ist, oder keiner sich für den Verstorbenen interessiert.
Diese Begräbnisse waren immer sehr kurz und nüchtern.

Doch liebe Pilli, es hat sich was geändert, früher trugen die Familien 6 Monate schwarze Kleidung, was natürlich übertrieben war.

Während dieser Zeit war Musik und Party verpönnt.
Notar Vererbungen:

Es gibt andere Werte als nur das Geld.

Phil.
Re: Sterben
geschrieben von mart1
als Antwort auf anjeli vom 22.03.2013, 22:00:21
Ich hatte einmal ein Nah-tod Erlebnis, als ich keine Luft mehr bekam (Gründe dafür hier uninteressant) und in eine tiefe Ohnmacht fiel.

Der Gedanke, dass Sterben nichts Schlimmes hat, begleitete mich monatelang.

LG mart
Re: Sterben
geschrieben von mart1
als Antwort auf pschroed vom 23.03.2013, 08:28:02
Das für mich "schönste" Begräbnis bestimmte ein Freund noch für sich selbst.
Es war an eine Jazz-Beerdigung angelehnt.

Gibt es das öfters, dass Menschen für sich selbst die Beerdigungszeremonie festlegen? Auch ein anderer (sehr gläubiger) Freund tat das.

LG mart
erafina
erafina
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Re: Sterben
geschrieben von erafina
als Antwort auf pschroed vom 23.03.2013, 08:28:02
Ich habe auch immer gedacht, dass das tragen von Trauerkleidung einfach völlig übertrieben ist.

Jetzt, nachdem mein Mann gestorben ist, habe ich den WUNSCH schwarz zu tragen.
Ich kann es rational nicht begründen, aber etwas anderes hätte mir irgendwie weh getan.
Es fällt ja heutzutage auch nicht auf.
Viele Menschen tragen immer schwarz und finden das geschmackvoll.

Die Angst vorm Sterbenist bei mir seit dem auch verschwunden, man muss es einfach nur geschehen lassen.
Leben ist aber auch schwierig, schon weil ich mich im Augenblick zwingen muss, einen Sinn im Da-Sein zu sehen.
Irgendwie sind plötzlich keine Pläne mehr da.
Keine Zukunftsaussichten vorhanden.
Der Alltag irgendwie künstlich und mein Verhalten gezwungen, damit ich funktioniere.

Es wäre halt schön, wenn es einen Schalter gäbe, wo man das Licht einfach ausschalten könnte.
Leider fehlt selbiger - und das "wie", das macht schon großes Unbehagen.

erafina
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