Aktuelle Themen Sterben

dutchweepee
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Re: Sterben
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf erafina vom 22.03.2013, 20:54:49
erafina: "Dass weite Teile der jungen Leute psychisch gesund sind und nicht an den Tod denken, ist doch nur folgerichtig und natürlich."

Dieser Satz und der selbstverständliche Beitrag von pilli gefallen mir sehr gut. Natürlich beschäftigen sich alte Menschen häufiger mit ihren Zipperlein und dem unausweichlichen Ende des Lebens. Ich finde es jedoch ziemlich egoistisch von Senioren, wenn sie schon von jungen Leuten verlangen ihr Leben mit Todesgedanken zu belasten, wenn diese nicht beruflich oder in der Familie damit zu tun haben.

Ein halbes Jahr "verordnete" Trauerzeit? ...das ist ja Terror! Jeder sollte solange traurig sein, wie der Schmerz des Verlustes dauert und nicht solange, wie es die Nachbarn oder der Pastor verlangen. Ich habe eine zeitlang als Totengräber gejobt und Bestattungen erlebt, wo "Trauergäste" noch am offenen Grab meinten, dass der Verstorbene ein Mistkerl war.
pschroed
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Re: Sterben
geschrieben von pschroed
als Antwort auf mart1 vom 23.03.2013, 09:19:54
Das für mich "schönste" Begräbnis bestimmte ein Freund noch für sich selbst.
Es war an eine Jazz-Beerdigung angelehnt.

Gibt es das öfters, dass Menschen für sich selbst die Beerdigungszeremonie festlegen? Auch ein anderer (sehr gläubiger) Freund tat das.

LG mart


Hallo mart

Ja das gab es öfters, eine bestimmte Musik / Melodie eine selbst verfasste Abschiedsrede welche durch einen Nahenstehenden vorgetragen wurde.

Ich erlebte oft daß ältere Menschen, sich mit meinem Stiefvater unterhielten und sich ein Platz ihrer Grabstätte aussuchten.

In der Nähe eines Baumes oder in der Nähe eines Wasserhahnes um die Bewässerung der Blumen zu erleichtern für die Angehörigen.

Phil.
pschroed
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Re: Sterben
geschrieben von pschroed
als Antwort auf dutchweepee vom 23.03.2013, 09:47:46


Ich habe eine zeitlang als Totengräber gejobt und Bestattungen erlebt, wo "Trauergäste" noch am offenen Grab meinten, dass der Verstorbene ein Mistkerl war.


Meistens ging es dann um die Erbschaft, oder wenn eine Freundin des Verstorbenen am Begräbnis teilnahm.

Phil.

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dutchweepee
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Re: Sterben
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf pschroed vom 23.03.2013, 10:02:18
@pschroed

Ja sicher ...aber in einem Fall den ich erlebte waren sich alle einig. Das war schon beeindruckend. Da haben wir Totengräber auch von beinahe allen der zahlreichen Gäste Trinkgeld fürs zuschaufeln bekommen. Ich erinnere mich gern an diese Beerdigung.

:)
pschroed
pschroed
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Re: Sterben
geschrieben von pschroed
als Antwort auf erafina vom 23.03.2013, 09:24:08
Ich habe auch immer gedacht, dass das tragen von Trauerkleidung einfach völlig übertrieben ist.

Jetzt, nachdem mein Mann gestorben ist, habe ich den WUNSCH schwarz zu tragen.
Ich kann es rational nicht begründen, aber etwas anderes hätte mir irgendwie weh getan.
Es fällt ja heutzutage auch nicht auf.
Viele Menschen tragen immer schwarz und finden das geschmackvoll.

Die Angst vorm Sterbenist bei mir seit dem auch verschwunden, man muss es einfach nur geschehen lassen.
Leben ist aber auch schwierig, schon weil ich mich im Augenblick zwingen muss, einen Sinn im Da-Sein zu sehen.
Irgendwie sind plötzlich keine Pläne mehr da.
Keine Zukunftsaussichten vorhanden.
Der Alltag irgendwie künstlich und mein Verhalten gezwungen, damit ich funktioniere.

Es wäre halt schön, wenn es einen Schalter gäbe, wo man das Licht einfach ausschalten könnte.
Leider fehlt selbiger - und das "wie", das macht schon großes Unbehagen.

erafina
.


Erafina

Ich finde es gut daß du deine Trauer verarbeitest indem du dir deine Kleidung an dein Gefühle anpaßt.

Es ist immer sehr schwer wie in deinem Fall wenn man sich nachher alleine zurecht finden muss, aber nach einigen Monaten findet man sein Weg schrittweise zurück.

Aber was ganz wichtig ist für die Aufarbeitung daß du über deine Situation schreiben kannst.

Du schaffst es, du wirst sehen.

Philippe
FrauOberschlau
FrauOberschlau
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Re: Sterben
geschrieben von FrauOberschlau
@ erafina

du schaffst das auch, es dauert eben so lange wie es dauert... jeder mensch hat da seine eigene trauerzeit... es kommt doch auch immer darauf an wie man mit dem verstorbenen zurecht kam kam bzw. wie man sich begegnet ist oder ob man sich immer noch geliebt hat nach so vielen jahren...

bei einem ungeliebten menschen könnte ich mir die trauerzeit nicht lange vorstellen...

lass dir zeit ins normale leben zurück zu finden, du bist doch schon auf einem guten weg und der rest wird sich finden, ganz bestimmt

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ehemaligesMitglied62
ehemaligesMitglied62
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Re: Sterben
geschrieben von ehemaligesMitglied62
als Antwort auf mart1 vom 23.03.2013, 09:19:54
mart,

wie es bei anderen ist, entzieht sich meiner kenntnis.
in unserer familie (mutter, bruder, sohn und ich) haben wir über das sterben an sich und auch das wie und wo
unserer beerdigung gesprochen, auch wie mit persönlichen
sachen zu verfahren sei. das ist jetzt 15 j. her,
mein sohn war damals 28 j. alt.

ulfhild
schorsch
schorsch
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Re: Sterben
geschrieben von schorsch
Grübel: Warum gibts eigentlich keine Kurse "Wie sterbe ich richtig?"?

Diese müssten natürlich Praxis-nahe sein ()
ehemaligesMitglied62
ehemaligesMitglied62
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Re: Sterben
geschrieben von ehemaligesMitglied62
als Antwort auf schorsch vom 23.03.2013, 14:07:45
schorsch,

vermutlich deshalb, weil die "dozenten" keine
kurse mehr abhalten können!

ulfhild
slash
slash
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Re: Sterben
geschrieben von slash
als Antwort auf ehemaligesMitglied62 vom 23.03.2013, 14:18:12
... ich ergänze, schorsch,

weil die Kursteilnehmer im Fach praxisbezogener Erfahrungsaustausch allesamt verstorben sind...

...
slash

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