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Plaudereien Club der Nightwriter und Nightreader

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von WoSchi

ohmannn .... bin ich zu früh? :-)

Tine1948
Tine1948
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Tine1948
als Antwort auf WoSchi vom 12.09.2018, 07:59:59

Hi Woschi, ich bin auch schon seit Stunden wach. Vielleicht ist im Eulenwald heut der Tag der verrupften Lerchen? Liebe Grüsse an dich und alle im Euendistrikt, die schon wach sind, Tine
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old_go
old_go
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von old_go
als Antwort auf Tine1948 vom 12.09.2018, 07:48:13

" Du, Gudrun, sag mal, der alte Hund, von dem du schreibst, ist der noch bei dir? Hiess er nicht Yamo? Liebe Grüsse, Tine
eulekleinphpThumb_generated_thumbnailjpgKOEM1BUV.jpg"

Ja,liebe Tine

es ist Yamo,nun 13 1/2 Jahre alt.
Da ich ihn erst im Alter von 7 1/2 sehr krank zu mir genommen hab,er operiert werden mußte,nicht erzogen und schon gar nicht artgerecht gehalten wurde,
auch schlechtes Futter und keine Impfungen
(seit den 1. von der Züchterin)
bekam,
ist es ein kleines Wunder,dass er noch lebt,
wenngleich seine Hüftgelenke in keinem guten Zustand sind.

Es ist ein tägliches Abschiednehmen.......
aber,noch ist er bei mir,sein Gehirn funktioniert total,sein exquisites Futter schmeckt ihm und seine Anhänglichkeit kennt keine Grenzen.

Es tut sehr weh,den so schönen Hund so langsam vergehen zu sehen........

,yamo 2 (2016_10_23 10_39_52 UTC) (1).JPG




 


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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Bunte Heidepflanzen 6.9.

Am Vormittag stand dann doch endlich fest, dass wir in die Lüneburger Heide fahren können. Aus dem Internet suchte ich bereits einige Tage vorab Ferienwohnungen, zwei sagten mir zu und mein Navi wurde mit diesen Adressen gefüttert.
Die Autobahnstrecke ab Dreieck Drammetal eine einzige Baustelle. LKW an LKW - nervig wenn diese so dicht auffahren dass kaum Lücken entstehen – bis Abfahrt Bispingen. Die Landschaft ganz verschieden von den Gebieten, die wir kennen, Harz, Rhön, hessisches Bergland. Felder – trocken, die Kartoffelernte ist in vollem Gang. Schilder an jeder Ecke: Heidekartoffeln. Föhren Fichten, Kiefernwälder – kaum Mischwald, das Unterholz struppig, teilweise vertrocknet. Und immer wieder die Verbotsschilder an abzweigenden Waldwegen: Für Autos und Motorräder Durchfahrt verboten. Nur erlaubt mit Sondergenehmigung.
Volkwardingen ist ein Ortsteil von Bispingen sehr nah am Naturschutzgebiet. Hier gibt es keine Strassennamen, dafür aber die jeweiligen Hausnummern auf Hinweisschildern, die die Strassennamen ersetzen. Das Navi oder besser Tomtom war damit absolut überfordert. Es blieb uns nichts anderes übrig als uns durch zu fragen.
Ein Mann auf einem riesigen Erntegerät erklärte uns den Weg in diesem Ortsteil und verwechselte zum Schluss auch noch rechts und links. Wir fanden die Pension Dierssen und mussten erfahren, dass die im Internet angebotene Ferienwohnung nur noch bis Sonntag frei wäre, aber ein Doppelzimmer könnte man uns noch anbieten mit Küchenbenutzung inclusive in der Ferienwohnung bis Sonntag. Wir hatten schliesslich aus unseren Kühlschränken die verderblichen Lebensmittel mitgenommen und wollten die auch verbrauchen. Wir sagten zu, nachdem ich die „Vorräte“ überschlagen hatte. Nachdem wir das Zimmer bezogen und den Kühlschranke eingeräumt hatten, fuhren wir sofort weiter nach Schneverdingen.
Dort gibt es eine mit allen Heidesorten bepflanzte grosse Fläche. Das Muster, die verschiedenen Farben – ein Anblick den man von einem Aussichtsturm sehr gut geniessen kann. Kreisförmig die innere Anpflanzung – in der Mitte ein Kreis mit weisser Heide. Um diesen Kreis sind sternenförmig
Zacken mit den verschiedenfarbigen Heidepflanzen gebildet. Braun, hellrosa, orange, dunkelrot, braunrot, lila usw. Vor jeder Erikasorte steht ein Schild mit Namen, Blühzeit und anderen Einzelheiten. Ringsherum sind breite gekieste Wege und auch Bänke die zum Ausruhen und schauen in ausreichender Anzahl vorhanden sind.
Auf diesem kleinen Aussichtsturm sind Informationen über die Besenheide, Glockenheide, den Heidegarten und auch über das Wappen der Stadt Schneverdingen zu lesen. Die Gemeinde hat bei der Verleihung des Wappens 1937 auf jeglichen Schmuck verzichtet und nur das Schild mit einer weissen Rose gewählt. Diese weisse Rose war bereits 1922 beim ersten Fest der weissen Rose bekannt und ein Jahr vor der Verleihung des Wappens wurde dieses Fest in das Heideblütenfest umbenannt.
Ursprung vieler Heidesorten ist die Besenheide. Dieser Zwergstrauch prägte über die Jahrhunderte die norddeutsche Tiefebene und hat heute in der Lüneburger Heide die grösste Verbreitung. Die Besenheide liebt trockene, sandige Böden, während sich die Glockenheide eher auf feuchten Heideböden wohlfühlt. Auch von der Glockenheide gibt es verschiedene Zuchtformen.
Zwischen den Heidepflanzungen sind schmale, hohe Nadelbäume, Findlinge und auch ein Teich mit einem abfallenden Gewässer angeordnet bzw. gebaut.
In diesem Heidepark ist eine Pausenstation zu finden. Hier kann man auch einfache kleine warme Mahlzeiten erhalten, wenn man zeitig genug vor Ort ist.
Wir wählten Kuchen, Kaffee und eine Schokolade. Setzten uns in die grosse Scheune – hier hängen alte bäuerliche Gerätschaften, ein alter Herd mit Wasserschiffchen steht in einer Ecke und gleich beim Eingang sehe ich eine alte Tretnähmaschine wie ich sie noch kenne – auf so einer Nähmaschine habe ich das Nähen gelernt. Auf dieser alten Nähmaschine liegt auch ein altes Waffeleisen. Hier musste man die Platten noch einfetten wenn man Waffeln backen wollte. Die Einrichtung rustikal, sehr gemütlich. Von den dicken Balken hängen Lampen herab, die genau zu der Einrichtung passen. An langen Tafeln ist alles schön eingedeckt. Der Boden steigt von vorne aus nach hinten an - aber nicht so viel, dass man das Tafelgeschirr festhalten müsste.
Bei der Weiterfahrt machten wir an einem grossen Parkplatz halt, von dem aus Kutschfahrten angeboten werden. Eine Kutschfahrt kostete dort für eine Stunde 60,- Euro. Dies ist der Kutschenpreis egal ob eine Person oder 4 und 5 Personen mitfahren. Für 2 Personen war uns dieses Vergnügen absolut zu teuer, zumal wir bereits teilweise gesehen haben, wie vertrocknet die Heidelandschaft ist. Unser diesjähriger heisser Sommer hat alles viel früher wie normal zum blühen und verblühen gebracht.
Die von uns angefahrene Touristinformation in Bispingen versorgte uns mit vielen Informationen über sehenswertes. Die Bispingen Card und das dazugehörige Informationsheft schlüsselte genau auf, bei welchen Attraktionen man mit Ermässigungen rechnen kann.
Wir sehen eine sehr grosse Ferienwohnungsanlage die in unmittelbarer Nähe zu einem grossen mächtigen Klettergarten stand. Doch so ein Klettergarten in schwindelnder Höhe ist wirklich keine Option mehr für mich…...

da ich in den vergangenen Tagen nicht auf mein Tablet zurückgreifen konnte war es mir nicht möglich unsere Eindrücke mit Euch zu teilen.
Meine Gürtelrose setzt mir zu und ich bin auch ständig müde und fühle mich schlapp - genau wie Uwe, dem die Unsicherheit wegen dem Ergebnis der Biopsie sehr zu schaffen macht. Ich danke auch in seinem Namen für die guten Besserungswünsche.

Johanna_1.gif
 
Majorie
Majorie
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Majorie
als Antwort auf old_go vom 12.09.2018, 16:28:12

Hallo Gudrun,
sehe gerade das Foto Deines wunderschoenen Yamo's. Ich freue mich dass er noch bei Dir
ist. Du schreibst er hat diese Hueftgelenksdysplasie, an der die meisten -hauptsaechlich groesseren
und grossen Hunde - leiden.
Das ist ein Jammer. Aber noch ist er bei Dir und geniesse jede Minute.
Alle unsere 5 Deutschen Schaefer entwickelten diese Misere, wurden aber alle 17-19 J. alt.
Ich wuensche Dir und Yamo, dass Ihr es noch einige Jahre schafft.
Wenn der Hund nicht mehr alleine aufstehen und sich nicht mehr alleine hinlegen kann, dann
leidet er unter starken Schmerzen.
Dann haben wir die unseren erloest. Es ist schrecklich aber wir muessen an unsere Tiere zuerst
denken und dafuer sorgen, dass sie nicht leiden.

Ich hoffe, Dir selbst geht es den Umstaenden entsprechend gut und schicke
liebe Gruesse,
Ruthimage0026.jpg
getimage.jpgIch bekomme die Eule heute nicht kleiner - sorry -!
 

old_go
old_go
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von old_go
als Antwort auf Majorie vom 12.09.2018, 22:58:59
Danke,liebe Ruth

glaub mir,wenn ich erkenne,dass Yamo gehen möchte,
darf er!

Und nun möchte ich nach diesem wenig guten Tag noch etwas hier lassen:


https://youtu.be/jqmLtFLnKV0

blaue eule.jpg









 

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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Marzipan – eine gefährliche Sucht 7.09.

Früh ist der Himmel bedeckt, es ist trocken. Also entschliessen wir uns nach Lübeck zu fahren.
Die Autobahn A 7 Baustelle an Baustelle. Stop und go sowie Stau und Tom-Tom zeigt trotzdem freie Fahrt – unzuverlässig bis geht nicht mehr. Das Autobahnkreuz Maschen, wir wechseln auf die A 1 - bis nach Hamburg das gleiche Bild, nervenaufreibend. Erst danach geht es flüssig weiter bis Lübeck. Erster Anlaufpunkt – wie kann es anders sein - das Gewerbegebiet mit dem Ladenverkauf von Nidegger. Uwe meint, ich könnte mich im Laden austoben, bis er einen Parkplatz gefunden hat.
Die Auswahl – ich muss mich wirklich sehr beherrschen. Mein heiß geliebtes Marzipan von Kindesbeinen an erweckt Erinnerungen an die Bäckerei meines Onkels, wo ich selten mal als Kind ein Stück Rohmarzipan bekam. Das war damals für mich der Himmel auf Erden.

Das Angebot in allen Variationen, Geschmacksrichtungen, Formen, Verpackungen und Verzierungen – obendrein so preiswert. Ich kann nicht widerstehen und tobe mich aus, allerdings nicht so sehr ausufernd. Während ich im Laden bin beobachtet Uwe den Hausmeister, der eine Lampe austauschen soll und Mühe hat den Hubwagen in die richtige Position zu bringen.

Wir fahren weiter in die City. Schöne alte Häuser, Steinverzierungen, die gemauerten Häuser mit den ziegelroten Steinen. Das Rathaus wunderschön - wir suchen das Nidegger Marzipanmuseum. Setzen uns erst in ein kleines Bistro in einer Seitenstrasse an einen Tisch vor der Tür und Uwe kommt mit einem Kellner am Nebentisch ins Gespräch. Dieser hatte Feierabend, trank noch etwas und wir bekamen so Informationen – auch über einen anderen Marzipanladen gleich neben dem Holstentor.
Das Museum von Nidegger ist über dem Verkaufsladen und wir fahren mit dem Aufzug nach oben. Gleich beim Verlassen sehen wir an einer Wand Bilder, welche die Geschichte und den Werdegang des Marzipans zeigt, bis es im Morgenland ankam und hier verbreitet wurde.
„Wo Mandeln und Zucker ihre Heimat haben, da wurde das Marzipan erfunden“. Ein persischer Arzt der von 850 bis 923 lebte, schrieb ein Buch in dem er das Gemisch aus Mandeln und Zucker als Heilmittel preist. Die gewaltigen Hansekoggen brachten Gewürze und andere gepriesene Zutaten in den hohen Norden. Mit Zucker und Gewürzen durften aber zunächst nur Apotheker handeln. Erst später als es den Beruf des Zuckerbäckers gab, durften die Canditors, wie man sie nannte, auch Marzipan herstellen. An einer Wand ein Regalbrett auf dem die Gewürzzutaten in Bechern gefüllt sind, die für die Herstellung eingeführt werden.

Die Lehr- und Wanderjahre führten den jungen Nideregger von seiner Heimatstadt Ulm in die Hansestadt Lübeck zum Konditor Maret. Im Jahre 1906 eröffnete er dann bereits sein eigenes Geschäft. Seine Produkte konnte er auch an Könige und Zaren liefern.
Als Nidegger 1856 starb war sein Marzipan ein weltweit bekannter Markenartikel, der auf einer Weltausstellung 1873 prämiert wurde. Heute werden in der Saison bis zu 30 Tonnen Marzipanartikel produziert.
Das Holstentor wurde ebenso aus Marzipan angefertigt und ausgestellt wie eine grosse wirklich lebensechte Menschengruppe. Alles berühmte Persönlichkeiten der Geschichte. Eine grosse Kogge und noch ein Nachbau der berühmten Hansekogge „Adler von Lübeck“ aus dem jahr 1565. Konditoren aus dem Hause Nidegger fertigten das Modell im Maßstab 1:20 aus Marzipan in rund 350 Arbeitsstunden.

Die Formen und Models, die man für die Fertigung benötigte und auch herstellte wurden ebenso gezeigt wie handgeschrieben Keksrezepte.
Nach dem Verlassen des Museums durchquerten wir den Laden der mit allen möglichen Marzipanfiguren glänzte. Max und Moritz z.B. oder Zwerge, Frösche, Vogelhäuser, Herzen, Fussbälle oder Schneemänner.

Die Einkaufsstrasse viele Menschen, viel Verkehr, wir sehen zwei Rundfahrtbusse und sehr viele Radfahrer die hier unterwegs sind. Wir steuern auf das Holstentor zu. Das habe ich mir grösser vorgestellt. Aber zuerst geht Uwe sehr zielbewusst auf das ihm empfohlene Geschäft zu und ich kann wieder nicht widerstehen.
Nudeln – Nudeln aus Marzipan gleich mit dem Rezept, wie man daraus eine leckere Speise zubereitet.
Dann stehen wir vor dem Holstentor. Am linken Torturm steht vor einer Tür ein Schild: Museum geöffnet. Das wollen wir besichtigen. Die Treppe in den Turm eng, spiralförmig. Aber es gibt Absätze mit runden Sälen und den verschiedenen Artefakten. Hier erfährt man alles über Lübecks Geschichte – den Handel und das Aufblühen als Handelsmetropole.
Lübeck wurde auch als Königin der Hanse benannt.
In den einzelnen Sälen und Abteilungen wurden Beispiele gezeigt, die von den Lübecker Händlern gehandelt wurden. Kunstgegenstände wie Bilder z,.B. Weinfässer oder auch Tuch. Sie brachten Erzeugnisse in weit entfernte Länder und von dort kamen dann wertvolle Waren wieder in die Hansestadt zurück. Lübeck war Drehschreibe des fernhandels mit Norden und Osten.
So sieht man auch Waffen, Kanonen, Gewehre, Piken und metallene Schutzpanzer für die Kämpfenden. In einem anderen Ausstellungsraum sind die Uniformen der Soldaten ausgestellt mit Säbeln, Signalhorn, Klapphorn. Auch Schlangen und die Bedeutungen für z.B. Potthunde sind ausgestellt. Galeonsfiguren, das Modell eines Fuhrwerks, eine eiserne Geldkassette kann man betrachten. In Büchern die auf Tischen am Rand der Säle ausliegen kann man die verschiedenen Segelschiffstypen betrachten und den Bau nachlesen. Es ist alles sehr genau beschrieben für jeden einzelnen Schiffstyp.
Den Abschluss unserer Museumsbesichtigung im Holstentor bildete das Modell der Stadt Lübeck – total von Meer und Wasserkanälen umschlossen.
 
johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Alles was zum vögeln gehört 08.09

sogar die Störche waren ziemlich zu Anfang da doch nicht einmal eine meiner Töchter wollte sich ins Bein beissen lassen…..
Der Vogelpark Walsrode – ein Tag ist zu wenig, wenn man alles genau betrachten möchte. Die Indoorshow und auch die Außen/Freiflugshow sind schon ein absolutes Muss für jeden Besucher.

Wir fahren zeitig los, Baustellen und Umleitungen nerven, wir brauchen sehr lange für den relativ kurzen Hinweg. Der grosse Parkplatz noch fast leer – vor der Kasse sind Bänke – dort brauche ich bereits die erste Pause. Uwe läuft los und holt für mich einen Rollstuhl. Denn dieser Park ist riesig und die Wege sind nicht einfach zu laufen. Platten die sich verschoben haben, holprig und fehlerhaft auch die Katzenkopfwege und andere Plattenwege. Zwischen den Platten grosse Fugen. Auch die Rollifahrerinnen schimpfen darüber und haben grosse Mühe mit ihren Rollatoren.

Wir folgen dem Rundweg und hören gleich nach dem Eingang die Pinguine die bereits gefüttert werden. Ihre Töne, die Bettelei um Futter dröhnt laut und weit. Wir sehen so viele verschiedene Vögel, manche sind schwer zu entdecken zwischen den vielen Pflanzen.

Die Uhu Burg zeigt uns die verschiedensten Eulenarten, dazwischen in den diversen Teichen Flamingos von weiss bis dunkel orange – je nach Futterangebot. Schwäne, Enten, Kormorane und andere Wasservögel.
Insgesamt hören wir später, dass es hier wohl ca. 4000 Vögel in ca. 650 Arten geben soll. Löffler und Strausse, Schuhschnabel, Pelikane und Paradiesvögel in der Paradieshalle.
Die Freiflughalle – hier könnte man einen ganzen Tag verbringen. Bei der Indoorshow Nr. 1 bekommen wir gerade noch das Ende der Vorführung mit. Der Papagei sortiert Abfall: Papier in eine Tonne, Plastik in eine andere usw.

Dann kommen wir zu den Greifvögeln. Majestätisch und stolz sitzen sie auf ihren Ästen, als ob es sie nichts angeht, daß so viele Menschen ihre Grösse bestaunen. Aber es gibt auch kleine Jäger. Der Condor mit seiner Flügelspannweite von knapp 3 Metern – und die Krallen sind furchterregende Mordinstrumente. Der Weißkopfseeadler packt mit einer Kraft von 100 kg seine Beute und trägt sie vom Wasser wieder hoch in die Lüfte. Die Greifvögel werden gefüttert. Jeder bekommt das, was er braucht. Ratten oder Teile davon, kleine gefrorene Küken, die sonst im Schredder gelandet wären, weil die männlichen Küken ja aussortiert werden in den Legebatterien. Es gibt auch zwei kleine Geier, die jeweils eine halbe Banane als Futter bekommen.

Die Outdoorflugshow wurde auf einer grossen Wiese vor einer Tribüne dargeboten – allerdings wurde die Wiese erst noch von einem Brautpaar als Fotokulisse genutzt. Die Braut in weiss, eine der Brautjungfern in königsblau – sie liessen sich Zeit und der Fotograf schoss am laufenden Band Bilder. Obwohl dann bereits ein Mitarbeiter den Fotografen und die Teilnehmenden mahnte, liessen sich diese nicht besonders stören und auch als der Mitarbeiter kopfschüttelnd die Wiese verliess, dauerte es noch einige Zeit bis die Show beginnen konnte.
Die Show zeigte Flugkünste der Greifvögel, dazu die Erklärung dass diese kurzen Flüge sehr kräftezehrend für die Tiere sind. Schwäne zogen eine Runde über die Wiese und auch andere Vögel wie Papageien, Pelikane wurden vorgeführt. Manche Vögel flogen sehr tief über die Köpfe der Zuschauer und immer wieder wurde gewarnt, dass man die Köpfe einziehen soll. Doch ein Vater war so leichtsinnig und nahm seinen Sohn auf die Schulter – sodass dieser von einem Flügel eines Vogels gestreift wurde.
Mit welcher Geduld brachte man den Vögeln bei, diese Runden zu drehen oder z.B. still zu halten, wenn man dem Publikum die Dehnbarkeit des Pelikansacks demonstrierte. Der Sekretär z.B. wollte gar nicht mehr auf die künstliche Schlange treten um dar zu stellen, wie er eine Schlange tötet. In der freien Natur wäre das sein normaler Fang und Futter.

Beim Abschlussflug zogen nicht nur Schwäne, Störche, Adler ihre Bahnen – auch Papageien und Pelikan sowie viele kleinere Vogelarten erhoben sich gemeinsam in die Lüfte. Ein grandioses Bild, bei welchem mit die Tränen in die Augen traten.

In der zweiten Indoorshow wurden dann zwei Papageien eingesetzt die wiederum kleine Kunststücke vorführten. Der erste Papagei klappte Schilder um, sodass man gleich zu Beginn das Wort „welcome“ lesen konnte. Sich auf den Rücken zu legen und toter Mann zu spielen erfordert grösstes Vertrauen der Vögel zu ihren Pflegern. Denn in dieser Position sind die Tiere vollkommen hilflos.
Im Lorihaus waren sehr viele frei fliegende kleine Papageien, die sich den angebotenen Nektar schmecken liessen und sich zutraulich auf Arme, Schultern und Köpfe oder Hände der Besucher niederliessen.

Alles in allem ein wunderschöner Tag, voll gefüllt mit so vielen Eindrücken, die man kaum alles beschreiben kann. Man muss es selbst sehen und erleben. Für mich steht fest, dass dies nicht mein letzter Besuch in dieser Anlage war. Schon allein der Abschlußflug bei der Outdoorshow rechtfertigt einen weiteren Besuch.
 
Bruny
Bruny
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von Bruny
als Antwort auf johanna vom 14.09.2018, 19:12:44

Schön, dass wir wieder als „blinder Passagier“  mit von der Partie sein durften, liebe Johanna. Sehr schön hast du deine Erlebnisse wieder mit uns geteilt Herz.

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johanna
johanna
Mitglied

RE: Club der Nightwriter und Nightreader
geschrieben von johanna

Messiwirtschaft oder Sammelwut? 09.09.

Iserhatsche – das müsst Ihr unbedingt sehen wurde uns von verschiedenen Seiten gesagt. Also machten wir uns auf den Weg. Draussen im Nirgendwo sollte es sein, aber GoogleMaps zeigt ja nicht nur Strassen, Wege und Flüsse, sondern auch Gebäude und die unmöglichsten Ziele an.

Auf einem Flyer wurde das Heidekastell als Neuschwanstein des Nordens angepriesen (In meinen Augen die Überheblichkeit des Jahrhunderts).
Wir kamen an und sahen im Garteneingangsbereich viele hundert Hufeisen, die zu einem grossen Turm zusammengebaut waren. Hier drehte auf einem Absatz eine elektrische Eisenbahn ihre Runden.
Auch der kleine Zaun, der rings um diese Rabatte gebaut war, bestand aus Hufeisen, genauso wie eine große Eule und andere Dinge. Keine Frage eine diffizile Arbeit alles zusammen zu schweissen und man muss erst einmal die Idee für so eine Hufeisenverwendung haben…

Nach dem Bezahlen des Eintritts bekam man ein Bändchen welches man tragen sollte, denn ohne Führung keine Besichtigung. Nachdem sich eine kleine Gruppe zusammen gefunden hatte, stellte sich die junge Dame vor, die uns durch die Räumlichkeiten führen sollte.
Zuerst betraten wir das Haus und erfuhren, dass der Besitzer mit seiner Frau dieses 30-Zimmer-Haus bewohnt, wovon wir nur 6 Räume sehen durften.
Führung? Eilig durchschleusen sagt es bedeutend treffender ….die junge Frau erklärte zwar einiges, sprach aber sehr schnell und leise. Leider lief dabei auch Musik, sodaß man wirklich nicht viel verstehen konnte – zusätzlich schaltete sie dann noch ein Band ein, auf dem der Besitzer selbst den Raum erklärte – die einzelnen Stücke besonders hervorhob, die er nach Vorbildern bzw. die er nach seinen Vorstellungen anfertigen liess. Hier wurden auch alle seine Tätigkeiten die er für die Kunst und den Aufbau aufwendete immer wieder huldvoll erwähnt.
Unter anderem wurde auch sehr betont, dass er dieses Haus Herrn Reemtsma abgeschwatzt hatte. Leider sprach er meistens so schnell, dass man das wenigste verstand. Es wurde immer wieder auf Kleinigkeiten hingewiesen. “Betrachten Sie bitte die Heizkörperverkleidungen und die Türgriffe“ usw. usw. In sämtlichen Räumen wies er immer wieder darauf hin, was er als Nachbildung bauen liess oder auf seine Pläne hin angefertigt wurde. Ebenso erfuhren wir, dass er öffentliche Gebäude in Berlin und Brandenburg fast umsonst bzw. nur für einen ganz geringen „Betrag“ renoviert hat und mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.
In einem der zugänglichen Zimemr stand ein Sitzsarg, ein anderes Zimmer war ein sogenanntes Spiegelzimmer, welches sich aber in keiner Weise mit dem Versailler Spiegelsaal vergleichen liess. Das angebliche Wohnzimmer war überladen mit Geweihen die die Wände schmückten. Stühle und Tisch waren bestimmt alt, aber wertvoll? Ein Speisezimmer konnte man nur durch eine Tür begutachten. Der grosse Tisch war eine Sonderanfertigung für die Familie – die Mitte des länglichen Tisches war erhöht für Schüsseln und Platten – das Geschirr und Tafelsilber war edel. Die beiden lebensgroßen Figuren in Barockkleidung vervollständigten das Bild. Im letzten Raum war der Fußboden mit einem Teppichmuster bemalt. In dieses Holz wurden 6000 verschieden grosse Bohrungen für die einzelnen Münzen gemacht. Jede Münze, die es zu DM-Zeiten gab konnte man hier anschauen. Dagegen nahm sich der „kleine Teppich“ mit den Bohrungen für die Euromünzen armselig aus.
Wir betraten das Aussengelände. Hier war bei den angelegten Beeten ein Metallbaum ausgestellt, an welchem viele verschiedene Glocken hingen.Ein Stück, welches auch mir gefiel. Und immer wieder der Hinweis, dass ja auch alles buchbar wäre, aber gar nicht so teuer wie man vermuten könnte oder wie es den Anschein hat.
Von einer Aussichtsplattform aus konnte man das Gelände fotografieren. Es wurde genau beschrieben, wie diese Aussichtsplattform, das Geländer usw. hergestellt wurde. Kaninchendraht geformt, mit Bauschaum ausgefüllt und vergipst, dann weiss gestrichen.
Dann standen wir vor dem Berg der Sammelleidenschaften. Ein „Vulkan“ spie kurz Feuer auf Knopfdruck, eine Totenfratze aus Gips, bei der das wasser herunterplätscherte. Der Eingang zu diesem Berg führte zunächst in einen Partykeller. Dunkel – Kerzenschein, Hexen die von der Decke in rauhen Mengen hingen und die auf lautes Händeklatschen blinkten. Und immer wieder ein besprochenes Band – die Erklärungen der jungen Dame und Musik. Nach diesem Schauspiel (man kann diesen Partykeller auch buchen) kamen wir in einen runden Saal. Dieser Saal wird als Trau- oder Hochzeitszimmer genutzt. An der Decke in einem Aussenkreis die 12 Tierkreiszeichen, in einem Innenkreis 8 Zacken. Sie sollen die sieben Weltwunder darstellen – der achte Abschnitt ist dazu ausersehen, dieses unmögliche Sammelsurium von allen möglichen Dingen als achtes Weltwunder zu preisen. Diesem Trauzimmer schliesst sich dann ein langer Saal für Hochzeitsgäste an.

Die weiteren Räume dieser Burg sind überfüllt mit vollen Bierflaschen, Streichholzschachteln, Bierdeckeln die noch ungeordnet auf einem Haufen lagen. Kronkorken aus denen man ein Panzerhemd für einen Krieger zusammengebastelt hatte. Spielfiguren wir Frösche, Playmobilfiguren, die kleinen Figürchen der ü-Eier, Tassen, jede Menge Kannen für Kaffee oder Tee – Gläser, lange Tabakspfeifen oder auch Büstenhalter die von der Decke hängen. In einem Schrank Dildos und ähnliches Sexspielzeug. Von einer Decke hingen Rohrreiniger herab. Gummipropfen die durch pressen Unterdruck erzeugen, sodass der verstopfte Abfluss wieder frei wird. Zierkerzen, Kapselheber, eine Eulensammlung. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine Schaufensterpuppe war über und über mit Sprüchen beschrieben.
„Auch das Denken schadet bisweilen der Gesundheit“ oder „Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen“ oder „das denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart“. In einer grossen Schachtel lagen billige leere Feuerzeuge aus Plastik – ein Mitarbeiter kam mit einer grossen Plastiktasche und meinte dazu, es wären lauter kleine Schnapsflaschen, die man irgendwo einsortieren müsste. Es gab noch wesentlich mehr und verschiedene Artikel – aber bei der Menge ist selbst mein Gedächtnis überfordert.

Wenn man alles ungeordnet und durcheinander findet, dann sagt man, hier lebt ein Messi – hier soll es dann ein achtes Weltwunder werden? Arme Menschheit!!

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