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Plaudereien Facebook-Party untersagt

myrja
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von myrja
als Antwort auf myrja vom 06.07.2012, 19:38:47
Boah, mir fällt gerade ein, dass ich letztes Jahr im Juni im Restaurant des Strandbad Hörnle abends mit einem ehemaligen Schulfreund gemütlich und gut zu Abend gegessen habe.

Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken, damals hätte jemand zu einer facebook-Party dorthin eingeladen und Hinterwäldler hätte uns nicht rechtzeitig gewarnt.
Ein furchtbarer Gedanke. Das hätte uns das ganze Essen "versalzen" (das dort sehr empfehlenswert ist) und der Kampflärm von den Kampfhubschraubern, die womöglich das Restaurant zerstört hätten, nicht auszuhalten. Es wäre grausam gewesen!

Myrja

hinterwaeldler
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf myrja vom 06.07.2012, 19:38:47
Ihr wisst noch nicht was ein Shitstorm ist? Genau das ist einer.

Ich will mal sachlich sein, wir Einheimische haben schon untereinander diskutiert. Möglicherweise hat sich am Anfang der Woche, als das (Regen-)Wetter für morgen schon absehbar war, jemand einen Scherz erlaubt. Ursprung möglicherweise Uni Konstanz. Die Einladung kam von einem Fake-Account. Und nun sind unsere Ratsherren und Ordnungshüter, die Schilda alle Ehre machen würden, voll neigeladschd.

Statt ihr Mundwerk zu halten, findet die Online Regionalausgabe des Südkuriers noch Worte um die Situation anzuheizen. Hier werden die Kommentare der Onlineleser zusammengefasst: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Facebook-Party-sorgt-fuer-Diskussionen-im-Netz;art372448,5582933 Dümmer gehts nimmer.

Auf den Blogs SeeMoz und See-Online.info sind die Kommentare geschlossen. Nur auf der Facebook-Seite der Presse geht es lustig weiter: https://www.facebook.com/konstanzer.seegefluester Die (Springerableger?) kriegen wohl nie genug. Ihr könnt ja mal das Thema suchen, es ist ein wenig weiter unten. Dort machen sich gerade beide Lager fit. Der Einladungsthread ist übrigens schon gelöscht.

Ich tippe mal, das dies bis zur totalen Abnutzung noch paar Mal passiert. Vermutlich wird die nächste Partie schon in 20 Tagen zum Weinfest steigen. Die Panik möchte ich sehen. Wenn alles stimmt bin ich mit Kamera dabei .
myrja
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von myrja
als Antwort auf hinterwaeldler vom 06.07.2012, 21:06:28

.............
Vermutlich wird die nächste Partie schon in 20 Tagen zum Weinfest steigen. Die Panik möchte ich sehen. Wenn alles stimmt bin ich mit Kamera dabei .


Ich möchte das auch sehen. Toll Hinterwäldler, dass Du so mutig bist und mit Kamera vor Ort live dabei sein wirst. Ich wusste doch, auf Dich können wir uns hier verlassen!

Myrja

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hinterwaeldler
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf myrja vom 06.07.2012, 21:20:16
Gestern habe ich noch gespottet, heute fliegt tatsächlich ein Hubschrauber ständig über der Autobahn. Diese befindet sich in ca 400m Entfernung von unserem Haus und darum kann ich es hören und sehen. Helis der oberen 10.000, die mit Bodensicht fliegen, können es nicht sein. Die sehen garantiert anders aus und anders sehen auch Rettungshubschrauber der Samariterbundes und des ADAC aus. Was könnte noch fliegen?

Außer ein paar Biker, wie sie Sonnabends im Sommer immer durch "Hinterwaldhofen" rollen, gab es nichts auffälliges.
bongoline
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von bongoline
als Antwort auf hinterwaeldler vom 07.07.2012, 14:25:36
Also wenn ich mir wegen Hubschraubern Gedanken machen müsste, dann wäre ich wohl jedes Wochenende auf der Palme, denn

bei uns ist es üblich, dass an verkehrsstarken Wochenenden gerade in der Urlauszeit nicht nur die Autobahn ständig per Hubschrauber kontrolliert wird sondern sogar unsere Nord-Süd-Verbindung Mittenwald - Inntal (Autobahnanschluss), die lediglich eine Bundesstrasse ist, wird ständig kontrolliert.

Also ein Hubschrauber allein pro Tag macht bei uns noch keinen Sommer

bongoline



hinterwaeldler
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Re: Fall Rot in Konstanz
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf bongoline vom 07.07.2012, 14:38:21
Diese Party hatte offensichtlich auch eine positive Wirkung. Die 20 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Bahnhofsvorplatz wurde eingehalten und hätte vermutlich an jedem anderen Werktag zu einem Verkehrschaos geführt: dornröeschen.nu: Polizeipräsenz sorgte für moderates Tempo vor dem Bahnhof

Meine Beobachtungen mit dem Hubschrauber waren doch kein Witz, wie einige glauben. Hier berichtet sogar das hinterwäldlische Regionalblättle darüber: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Friedliche-Nacht-Facebookparty-faellt-aus;art372448,5582933 Eine schöne chronologische Auflistung der Ereignisse.

Singen wir einfach mal mit Jupp Schmitz: Wer soll das bezahlen?
Wer soll das bezahlen,
wer hat das bestellt,
wer hat soviel Binke-Binke,
wer hat soviel Geld

Achtung, die Gema kommt.... lasst euch nicht erwischen.

Ach so:
In 14 Tagen ist Weinfescht in Konstanz. Für euch gibt es Wein in Pappe und Plastik zum Gaststättenpreis. Ihr seid alle zu dieser Party, auch ohne Ankündigung bei Facebook, herzlich eingeladen. und wech.... ... .. .

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hinterwaeldler
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Re: Fall Rot in Konstanz Nachspiel
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf hinterwaeldler vom 08.07.2012, 16:49:42
Bei meinem täglichen Rundgang durch das Internet erfahre ich soeben, das der angebliche Einlader der Facebook-Party im Hörnle ein 20 jähriger Azubi ist und 227.052 Euro zahlen soll. Daran wird er wie ein Schwerverbrecher sein Leben lang zahlen müssen und nie wieder auf die Füße kommen. Im Prinzip kann er nur noch illegal nach Südamerika auswandern. Den genauen Text erfahrt ihr bei heise.de: Lehrling soll 200.000 Euro für Facebook Party zahlen. (Die Orginalquelle verlinke ich grundsätzlich nicht ) Dort steht wörtlich:
[i]Ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart sagte der Zeitung: "Die Kosten werden wir selbstverständlich gemäß der Gebührenordnung des Landes einfordern." Die Einladung zu dem später von der Stadt verbotenen Fest Anfang Juli hatte rund 12.000 Menschen erreicht.[/indent]Mit anderen Worten: Als er die Einladung schrieb und veröffentlichte, war sie weder vom Ortsamt noch von der Polizei verboten und trotzdem soll er für die Kosten aufkommen. Selbst der Kioskbesitzer will einen Schadenersatz in Höhe von 16.000€ haben und die Stadt fordert 15.000€ für entgangene Einnahmen (vermutlich Parkgebühren).

Ich selbst und viele Andere erfuhren von dieser Party erst durch die Pressemitteilung im Südkurier und aus einem Blog. Stadtverwaltung und Polizei haben das ganze Thema hoch geschaukelt. Ich bin der Auffassung das diesem Irrsinn ein Ende gesetzt werden sollte. Hinzu kommt noch, das der ursprüngliche Grund "Glasverbot" seit paar Tagen auf Grund eines Urteils des Verwaltungsgerichtes Stuttgart gegenstandslos ist.
schorsch
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Re: Fall Rot in Konstanz Nachspiel
geschrieben von schorsch
als Antwort auf hinterwaeldler vom 29.07.2012, 18:26:15
Wenn dieses Urteil nur wieder mal dem einen oder anderen vor Augen halten würde, dass ein friedliches Miteinander nur dann funktionieren kann, wenn man sich an die Verursacherprinzip-Regel hält, dann wäre damit etwas gewonnen.

Es ist doch heute so, dass einige glauben, alles was ihnen Fun bereite, habe von der Allgemeinheit geduldet zu werden und von dieser dann auch die Folgen bezahlt. Das beginnt mit dem gedankenlosen Wegwerfen von Zigarettenstummeln über Schokopapier bis zum Zerschmettern von Bierflaschen auf öffentlichem Grund. Und eines Tages beklagen sich diese Funner, dass ein bedeutender Teil ihrer Steuern für Aufräumarbeiten aufgefressen wird.
hinterwaeldler
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Jetze drehn se ganz durch.
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf schorsch vom 30.07.2012, 09:57:38
heise.de: Polizei will Facebook an Kosten illegaler Partys beteiligen
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) möchte Facebook nach Aufrufen für ausufernde Feiern zur Kasse bitten. Der Chef der Vereinigung, Rainer Wendt, appellierte an die Politik, eine gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, dass sich das soziale Netzwerk an den Einsatzkosten für illegale, über die Seite anberaumte Partys beteiligen müsse. "Die Firma stellt die Plattform zur Verfügung und kann nicht so tun, als ginge sie das alles nichts an", begründete Wendt sein Anliegen gegenüber der Bild. Als Hauptverantwortlicher sei aber weiterhin der Einlader selbst heranzuziehen, wenn die Polizei anrücken müsse.

Mit anderen Worten: Wird hier im ST zu einem realen Treffen aufgerufen, kann es passieren das Karl einen Polizeieinsatz bezahlen muss. Zuvor sollte aber der Begriff "ausufernd" im Gesetz definiert werden. In Konstanz waren es 200 angereiste Teilnehmer. War das ausufernd?

Diese Aussage der Polizei ist eine infame Lüge:
Bei der Veranstaltung war es zu erheblichen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen sowie Übergriffen auf vor Ort anwesende Ordnungshüter gekommen.

Um das zu belegen, fehlen die dazu gehörenden Anzeigen bzw. Strafverfahren.

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