Plaudereien geister

carlotta
carlotta
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geister
geschrieben von carlotta
vor 3jahren starb der mann meiner tante (sie war eine jüngere schwester meiner mutter). die beiden waren 50jahre verheiratet. nun erzählt sie (zizerlweise), was sie bisher alles erlebt hat. eine hand auf ihrer schulter, obwohl sie allein war. eine tür die aufging, (sie trug 2volle einkaufstaschen) obwohl niemand in der nähe war. eine schublade die klemmte ging auf einmal ganz leicht auf. eine kleinere reparatur die sie selbst machte und nicht gelingen wollte, worauf sie bat "bitte michl hilf mir doch", darauf ging es ganz leicht.
auf meine frage warum sie das alles jetzt erst erzählt sagte sie "weil einem solche sachen ja doch niemand glaubt". ich glaube ihr, denn meine tante hat zuwenig fantasie, um sich sowas auszudenken. was meint ihr dazu?
PS. ich habe ihre erlaubnis das hier hereinzustellen.--
carlotta
pilli †
pilli †
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die geister, die ich rief...:-)
geschrieben von pilli †
als Antwort auf carlotta vom 23.10.2007, 23:24:29
oh carlotta

es hat doch, seit dem die esoterische liga der wallehemd-weibis abermillionen geflügelte englein kreiiert haben, die angeblich hinter jedem menschenkind zu jeder zeit wandeln, nicht zu zählende gläubige die, seit dem die hellsichtigen moderatoren des fernseh-sender Astro-TV tag und nacht kostenpflichtige kontakte zu den verstorbenen herstellen, sehr klare ansagen, watt nun die im nirwana weilenden seelen mitzuteilen haben?

sollen tulpen oder narzissen im heimischen garten gepflanzt werden; der verblichene bestätigt durch die hellsichtigen moderatoren die wahl oder wünscht anderes!

ein abschied vom toten war nicht mehr möglich; kein problem...via TV und dem kurzen rubbeln an einer glaskugel kann das nachgeholt werden!

eine tochter möchte wissen, ob sie der liebe ihrer eltern sicher sein durfte; schwupps melden sich gleich vater und mutter und lassen durch das medium verkünden, watt tochter gerne hören möchte!

so alleine ist deine tante nicht mit ihrem glauben an geister!
watt nun ich und andere meinen, braucht sie doch nicht zu stören?

...

spiegel online meint zu dem von mir angegebenen sender Astro-TV:

Himmel, hilf!

Sieh sich einer das an: Deutschlands Spartensender beglücken die Welt mit Karten-Legern, Bike-Tuning und Grußkarten-Verkauf. Höchste Zeit für einen Streifzug durch unsere kuriose TV-Landschaft. Folge zwei: der Esoterik-Sender Astro TV.

Es ist bereits weit nach ein Uhr nachts, als Hannelore anruft: "Wir hatten gestern schon mal telefoniert", stellt sich die Dame am Telefon dem "hellsichtigen Kartenleger" Jürgen Resch vor, der gerade Studio-Dienst hat beim Spartensender Astro TV. Für 50 Cent pro Minute möchte sie die Frage beantwortet sehen, ob ihr geschiedener Mann beabsichtigt, ihrem Sohn was zu vererben. "Schau ich mal nach", gibt Jürgen betont routiniert zurück und mischt mit Verve sein Arbeitswerkzeug durch. "Wenn, dann läge es im pflichtmäßigen Bereich", lautet sein so schnelles wie mäßig konkretes Urteil nach Ausbreiten der Karten - doch Hannelore scheint zufrieden.


Questico

"Beraterin" bei Astro-TV: "Normale Menschen wie du und ich"
Es muss zügig mit dem nächsten Kunden weitergehen, auch wenn der nach Senderangabe per Zufallsgenerator bestimmte Durchstell-Rhythmus häufig für längere Unterbrechungen sorgt. In diesen Pausen, vor allem aber während der "Beratungen" wirkt Jürgen, unter dem die Dauereinblendung "Jürgen Resch ermittelt" prangt, selbst so nervös und stammelig ("also, mehr oder weniger, irgendwo, im Grunde genommen, hier auch" machen einen Großteil seines Vokabulars aus), dass man ihm ebenfalls ein bisschen Hilfestellung wünscht - mehr oder weniger sozusagen.

Die hobbymäßige Anmutung ist Teil des Konzepts. "Unsere Berater sind ganz bewusst nicht gestylt, sie sind als normale Menschen wie du und ich erkennbar, so wie Nachbarn", sagt Martina Wagner. Die Kommunikationswissenschaftlerin ist Unternehmenssprecherin der Questico AG, des Betreibers von Astro TV. Im Jahr 2000 ursprünglich als Expertenportal für Finanzen, Computer und Karriere gestartet, das im Stil von Amazon und Ebay Kundenbewertungen vernetzen wollte, sah sich das Unternehmen alsbald mit rechtlichen und wirtschaftlichen
Problemen konfrontiert, und man beschloss, ganz auf die Esoterik-Astro-Schiene zu setzen. 2003 stieß der geschäftstüchtige Sternendeuter Winfried Noé dazu, 2004 wurde Astro TV gegründet.

Kohle scheffeln mit Kartenlegen

Inzwischen zählt Questico - der Name ist von Question abgeleitet - zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsunternehmen in Deutschland mit geradezu astronomischen Umsatzzahlen (siehe Kasten). Welche Einschaltquoten die TV-Matadore erzielen, ist dabei völlig uninteressant - sie werden nicht einmal gemessen. Entscheidender
Geschäftsgedanke des "Esoterik-Dienstleisters" ist die "Medienkonvergenz", wie Wagner es ausdrückt: das Zusammenwirken von TV, Internet und Print, denn Questico gibt auch die Zeitschrift "Zukunftsblick" heraus. Der TV-Ableger fungiert dabei als eine Art Appetitanreger: Hier kann der Interessierte die "Experten" bei der Arbeit erleben, sich einen Favoriten aussuchen - und erhält neben der Möglichkeit, für 50 Cent pro Minute in die Sendung hineinzutelefonieren, auch das Angebot einer Gratis-Erstberatung. Wer dieses wahrnimmt, wird von einer in einem kleinen Bildschirmfenster eingeblendeten "Beraterin" und ihrem Team in Empfang genommen, muss seine Daten registrieren lassen und bekommt dann Antworten, ohne im TV zu hören zu sein.

So wird die Brücke geschlagen zum Internetangebot von Questico; dort sind inzwischen rund 3000 Kollegen von Jürgen mit Porträtbildern, ihren speziellen Fähigkeiten (neben Horoskopen und Kartenlegen z. B. "Channeln, Indianertiere, Steine", "Engelkontakte" und "Kaffesatzlesen") und auch den Kundenbewertungen zu sehen. Die Questico-Mitarbeiter sind angeblich nach strengen Kompetenz-Kriterien ausgewählt, die freilich genrebedingt recht schwierig in Formeln zu fassen sind. Über die Website wird das eigentliche Geld verdient, denn dort verlangen die "Berater" andere Sätze (auch mal 1,50 bis zwei Euro pro Minute), und vor allem kann hier viel länger telefoniert werden als im TV. Questico kassiert von den Gebühren ein Drittel.

ESOTERIKSENDER ASTRO TV
Sendestart: Juni 2004
Eigentümer/Betreiber: Questico AG, Berlin (Jahresumsatz 2005: 45 Millionen Euro; Jahresumsatz 2006: 60 Millionen Euro)
Kernzielgruppe: Frauen über 30
Reichweite: 20 Millionen Haushalte über Satellit und Kabel in Deutschland, Österreich und der Schweiz; rund eine Million registrierte Nutzer
Kooperationen: u. a. mit Neun Live, Tele 5, TV Berlin, Hamburg 1
Wettbewerber: Viversum (im Internet) und die TV- Sender PrimetimeTV sowie Fresh4U/Kanal Telemedial


Das Crossmedia-Modell lohnt sich: Astro TV als bloßer Zuschauer dauerhaft zu konsumieren - was mittlerweile tatsächlich rund um die Uhr möglich ist -, ist schwer vorstellbar. Selbst "Nachtfalke"- oder "Domian"-Fans dürften angesichts der immer gleichen Fragen einsamer Seelen ("Wird mein Partner noch mal heiraten?") und der immer gleichen vagen Antworten ("Die Möglichkeit besteht auf jeden Fall!") von einer stumpfen Melancholie erfasst werden. Im günstigen Fall stimmen die Antworten mit dem so genannten gesunden Menschenverstand überein oder erfüllen auf simple Art eine Coaching-Funktion à la "Wenn du wirklich daran glaubst, wirst du es schaffen". Im schlechten Fall liegen sie in einer Weise daneben, die den beladenen Anrufer noch tiefer in die Krise zu stürzen droht - etwa, wenn eine Frau den originellen Rat bekommt, sich für ihren trennungswilligen Mann doch noch mal richtig aufzubrezeln, sich ihm in ihrer ganzen Attraktivität zu zeigen, und sie dann schluchzend erklärt, sie sitze aber doch im Rollstuhl. Handelt es sich in solchen Fällen nicht sogar um die Verführung und Ausbeutung Hilfloser?

Süchtig nach "Beratung"

Tatsächlich haben die Landesmedienanstalten inzwischen eine Arbeitsgruppe zum Thema "Beratungs-TV" gegründet, bisher aber weder Handlungsbedarf noch einen Hebel gefunden. Dass sich die Questico-"Berater" nicht in konkreter Weise zu Krankheiten oder Tod äußern sollen (indem sie beispielsweise leichtfertig von der Operation eines Tumors abraten, anstatt dem Anrufer die Konsultation eines Arztes nahezulegen), hat das Unternehmen in seine Hausordnung aufgenommen. Überhaupt habe man keinerlei Probleme mit Medienaufsicht, Verbraucherschützern oder gar Gerichten, sagt Sprecherin Martina Wagner - sondern nur zufriedene Kunden. Das es sich bei jenen um Verzweifelte handelt, findet sie nicht: "Die machen doch was: Sie greifen zum Hörer und suchen sich Hilfe." Astro TV beziehungsweise Questico sei einfach ein "Dienstleistungs-Tool, das Frauen gern in Anspruch nehmen", sagt sie. Die Preise nennt sie moderat - "wenn ich gefrustet zum Friseur gehe, zahle ich schließlich 70 Euro". Lediglich, dass ein sehr kleiner Teil der Kundschaft einen sehr großen Teil des Umsatzes generiert - was von einem gewissen Suchtpotenzial zeugt -, will sie nicht bestreiten.

geschrieben von Peter Luley


...

und nochwatt carlotta, wennz denn so sein sollte, ist euch eine million sicher, die ein mann für den fall ausgesetzt hat, das solche phänomene bewiesen werden; mart nannte mal den namen und das Freiburger Institut, das sich mit der prüfung von geisterscheinungen beschäftigt. leider...leider...hat bisher noch niemand einen anspruch auf die million erworben aber watt nicht ist, kann ja noch werden?

--
pilli
carlotta
carlotta
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Re: die geister, die ich rief...:-)
geschrieben von carlotta
als Antwort auf pilli † vom 24.10.2007, 00:43:00
wie soll man etwas beweisen, dass man zwar spüren aber nicht sehen kann? etwas das nur einer spürt, und niemand sieht? das ist einfach nicht zu beweisen. so betrachtet wird dem edlen spender seine million wohl erhalten bleiben.

carlotta

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dutchweepee
dutchweepee
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Re: die geister, die ich rief...:-)
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf pilli † vom 24.10.2007, 00:43:00
@pilli

deine antwort ist genial! klar in der aussage und trotzdem sanfter, als ich das hätte formulieren können - ich habe dem nichts hinzuzufügen!
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: geister
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf carlotta vom 23.10.2007, 23:24:29
hallo carlotta et all

nun hat es solche Beobachtungen ja schon gegeben, lange bevor die Astrali-Banali Welle über uns hinwegbrauste und allerhand Unrat in Form von selbst ernannten Engelsbeobachtern, Medien, die mit Toten sprechen, TV-Astrosülzern usw gegeben und ich denke, es ist auch gar nicht Inhalt Deiner Frage, ob und wo man sich Rat holen kann oder soll oder überhaupt.

Ich kann Dir und anderen z B auch nicht erklären, warum ich ausgerechnet in der Woche, in der meine Schwester starb, plötzlich den unsagbaren Wunsch und Drang hatte, mit meinem Bruder Kontakt aufzunehmen - dazu muss ich sagen, dass ich mit meinen Geschwistern seit 1993 keinen Kontakt mehr hatte und mit meiner Schwester mehr als zerstritten war. Ich habe mir das im vorigen Jahr aufgeschrieben - am 5.April habe ich notiert "warum will ich da plötzlich anrufen? Was gutes kommt eh nicht dabei raus". Es hat dann noch einige Wochen gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte und erfurht dann von meinem Bruder, dass erst seine Frau und dann am 3.4. unsere Schwester verstorben waren.

Er erzählt mir oft, dass seine verstorbene Frau zu ihm zu sprechen scheint, ihn besänftigt und ihm Mut macht - und er ist gewiss kein esoterischer Spinner sondern Arzt und eher ein sehr sachlicher und nüchterner Mensch. Aber er versucht es auch, die Dinge für sich zu erklären und die in etwa gleichen Erklärungen habe ich auch - dass eben solche scheinbaren "Geisterscheinungen" Teil der unverarbeitetem Trauer sind, sie trösten und sind eine Art Selbsthilfe. Die Gedanken überlisten einen da zuweil und Erinnerungen mischen sich mit fabulierten Wünschen ... wenn man jemanden gut gekannt hat, dann weiss man auch nach seinem Tod, wie er in bestimmten Situationen reagiert hätte - was er gesagt und wie er gelacht hätte - und dann gibt es eben Menschen , die wünschen sich oder meinen, tatsächlich eine Geisterscheinung gehabt zu haben - und meiner Meinung nach dürfen sie es auch. Ich denke, es ist die beste Selbstheilung, die man als Trauernder erfahren kann und so lange Deine Tante keine Angst vor diesem "Geist" hat, soll sie damit leben, wenn es ihr gut tut.
Ich für mich weiss aus meinem Verlust und Tod meiner Lieblingsmenschen, dass Trauer wie ein grosser schwerer Stein ist, den man mit sich herumträgt und der, je länger man ihn herumträgt und herumwälzt, immer kleiner wird - er ist dann immer noch da, wie ein Kieselsteinchen, man fühlt ihn in der Hosentasche, aber er drückt einen nicht mehr zu Boden.

--
angelottchen
eleonore
eleonore
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Re: geister
geschrieben von eleonore
als Antwort auf angelottchen vom 24.10.2007, 08:06:30
angelottchen,

ich vermute, dass es sowas wie eine verbundenheit mit menschen gibt, was gelegentlich eine innere signal auslöst.
ich bin viel zu nüchtern und pragmatisch, um an geister oder erscheinungen zu glauben.

mein mann starb von fast 4 jahren, wir waren mehr als 600km ausseinander.
ich habe nie groß gefragt nach sein todeszeitpunkt, aber ich bin monatelang danach nachts um 4 wachgeworden.
irgendwann hab ich den notarzt angerufen, und er bestätigte mir, dass er plus/minus ziemlich genau um 4 uhr nachts starb.

ich kann nicht erklären, wie sowas passiert.
und so esoterik gedöns oder geister sind mir ebenfalls fremd.

--
eleonore

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angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: geister
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf eleonore vom 24.10.2007, 08:15:31
das geht mir persönlich genau so - und ich könnte von noch mehr so merkwürdigen Zufällen oder Eingebungen erzählen, die ich erlebt habe, jedoch für mich genau so erkläre wie Du. Aber wer das gerne als "Geisterscheinung" sehen möchte, der soll das vonmir aus tun - ich wünsche ihm nur, dass er keinen Scharlatanen in die Hände fällt ..
--
angelottchen
simba
simba
Mitglied

Re: geister
geschrieben von simba
als Antwort auf angelottchen vom 24.10.2007, 08:20:28
Mein Mann ist seit 21 Jahren tot und ich träume noch immer regelmässig von ihm. Ich werde fast jede Nacht um 2.25 wach also genau zum Zeitpunkt seines Todes. Es ist schon lange her und er ist schon sehr weit weg von mir. Und so hält sich meine Begeisterung auch in Grenzen wenn ich von ihm träume - Andeutungen dass er nimmer kommen brauche, prallen wirkungslos an ihm ab und so macht er mir regelmässig seine Aufwartung, obs mir jetzt recht ist oder nicht
--
simba
eleisa
eleisa
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Re: geister
geschrieben von eleisa
als Antwort auf simba vom 24.10.2007, 08:57:37
Träume,die meinen verstorbenen Mann betreffen,die habe ich auch.Mein Mann war ein guter Handwerker ...und immer wenn eine Reparatur ansteht, dann träume ich ,immer sehe ich ihn in einer Latzhose...Also sind das meine Wunschträume...denn ich muß ja nun jede Kleine Reparatiur bezahlen.Das hat aber mit Geistern nichts zu tun.
--
eleisa
schorsch
schorsch
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Re: geister
geschrieben von schorsch
als Antwort auf eleisa vom 24.10.2007, 09:18:23
Als vor Jahren eine liebe Freundin gestorben war - sie war die Buchpatin meines 1. Buches - lag auf meinem Kopfkissen eines Morgens ein heller runder Schein, etwa 10 - 15 cm im Durchmesser. Als ich ihn mit der rechten Hand berührte, verschwand er durch diese.
--
schorsch

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