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Reisen Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten

WoSchi
WoSchi
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Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von WoSchi

Ihr werdet Euch wundern, warum ich dieses Thema unter "Reisen" eröffne - nein, ich möchte zurzeit niemanden ermuntern, nach Syrien zu reisen, aber ich habe daa den Blog eines jungen Norwegers entdeckt, der - gegen alle guten Ratschläge - im letzten Jahr nach Syrien reiste und in seinem Blog davon berichtet. Was er berichtet und was er vor allem in Damaskus fotografierte, das unterscheidet sich so kolossal von den Bilderm, die wir seit Jahren aus der Stadt sehen ... das soll die Greueltaten , die gerade erst vor wenigen Stunden aus Aleppo wieder vermeldet wurden, in keinster Weise negieren. Syrien ist ein Land im Krieg. Im Ausnahmezustand. Aber wie es trotzdem ganz normals, buntes Leben und Geschäftsleben gibt, das zeigen diese Bilder - ich will einen Teil des Textes gerne übersetzen:

Persönlich finde ich es sehr wichtig, dass wir alle auch diese Bilder und Infos bekommen ...

Hier aber zunächst zu dem reich bebilderten Reisebericht des reisefreudigen Norwegers (englisch)

In den  10 Tage, die ich durch Syrien reiste, besuchte ich Damaskus ,  Aleppo (ein extra Beitrag im Blog)  und Homs und das Hinterland sowie die Mittelmeerküste bevor ich für meinen Rückflug nach Europa in den Libanon zurückkehrte .
Ich bin aufgeschlossen und ohne politische Absichten nach Syrien gegangen.

Um in diesen Tagen ein Visum für Syrien zu erhalten, müssen Sie eine Empfehlung von jemandem mit Kontakten im Land erhalten, einige Unterlagen ausfüllen, etwa 9 bis 10 Wochen warten, um eine Antwort zu erhalten, und dafür beten, dass Sie angenommen werden. Die meisten Leute erhalten nicht einmal eine Antwort.  

Ich verließ mein Hotel in Beirut am Nachmittag mit einem Sammeltaxi in Richtung Damaskus und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht auf meine Reise nach Syrien gefreut hätte. Die Fahrt zwischen den beiden Hauptstädten beträgt nicht mehr als 120 km. Eine Reise, die vor dem Krieg nur etwa zwei Stunden dauerte, einschließlich der Einwanderungsverfahren.

Mit den Umständen in diesen Tagen würde ich mich freuen, wenn ich überhaupt über die Grenze nach Syrien kommen könnte.

Beirut zu verlassen erwies sich auf meiner gesamten Reise nach Damaskus als der zeitaufwendigste, seit ich beim Verlassen des Stadtzentrums im berüchtigten Beirut-Stau stecken blieb.

Als ich in die Einwanderungsbehörde auf der libanesischen Seite der Grenze eintrat, bemerkte ich schon früh, dass ich selbst und die fünf anderen Westler, mit denen ich unterwegs war, nicht die einzigen Ausländer waren, die die Grenze überschritten haben. Es waren weitere 9 Europäer zusammen mit den Dutzenden von Einheimischen, die den Libanon zur gleichen Zeit wie ich verließen (die Grenze ist rund um die Uhr geöffnet). Aussteigen und aus dem Libanon ausgestempelt zu werden, dauerte nur wenige Minuten.

Beim Betreten der syrischen Seite der Grenze bemerkte ich als Erstes, wie organisiert und ruhig alles war. Die Menschen stehen in Schlangen. Es gibt keine Soldaten und nur wenige einladende Grenzsoldaten. Um es kurz zu machen: Die Immigration auf syrischer Seite dauerte nur etwa 20 Minuten, bevor ich ins Land gestempelt wurde und bereit zu gehen war.

Ich kam gerade rechtzeitig nach Syrien, um den Gebetsruf der Moscheen in der Ferne zu hören.

Beim Verlassen der Grenze in Richtung Damaskus gibt es einige militärische Kontrollpunkte, die durchfahren werden müssen. Keiner von ihnen war überhaupt ein Problem und jeder einzelne Soldat begrüßte mich und meine Freunde mit einem breiten Lächeln, einem Händedruck und einem "Willkommen in Syrien, mein Freund".

Das erste, was Sie bei Ihrer Ankunft in Damaskus beachten sollten, ist das Straßenleben. Junge Paare, die Hände auf den Straßen halten, Geschäfte öffnen sich überall, Shawarma-Stände neben Tee- und Kaffeeständen und im Allgemeinen sind die Straßen voller Menschen wie in jedem anderen Land. Es gibt keine Anzeichen für einen Krieg, außer den wenigen entspannten Soldaten, die an einer Straßenecke sitzen.

Ich ging am ersten Abend  nur für ein schnelles Abendessen und ein paar Bier in ein traditionellen Restaurant voller Leute, bevor ich ins Bett ging. Ich wollte früh ausruhen und früh aufstehen, um am nächsten Morgen die Straßen von Damaskus zu erkunden.



Nachdem ich früh aufgestanden war, um durch die ältesten Städte der Welt zu laufen, verließ ich mein Hotel in der Altstadt und man merkt schnell den Geruch von frischem Brot. Der Milchmann ist auf seinem Fahrrad und liefert Milch durch die alten engen Straßen, und die Obst- und Gemüsestände sind voll mit frischem Obst und Gemüse.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt fragt man sich, ob überhaupt Krieg herrscht. Hier gibt es absolut keinen Schaden. Alle Geschäfte sind geöffnet und die Straßen sind voller Leben. Es gibt hier und dort ein paar militärische Kontrollpunkte, die Sie aber nicht wirklich bemerken. Auch hier freuen sich die Soldaten über Touristen. Die Ladenbesitzer sind vom Glück überwältigt, wenn sie sehen, dass wieder Touristen in der Stadt sind.

Es ist sehr leicht zu vergessen, dass man sich in einem Land befinden, in dem Krieg herrscht. Plötzlich hören Sie, wie eine Rakete auf das terroristische Gebiet Jobar trifft, das nur zwei Kilometer von der Altstadt entfernt ist. Zwischen 10 und 30 Raketen konnte ich einen Tag hören.

Genau wie vor dem Krieg gibt es in Old Damascus - unter anderem die Umayyaden-Moschee, der 4. heiligste Ort im Islam - viel zu sehen. Ich machte einen Spaziergang um den Souq al-Hamidiyya (alter Markt), besuchte die Zitadelle von Damaskus und schlenderte durch die nge Gassen voll von Jahrhunderten von Geschichte.

[...]

Am Nachmittag sind die Bars und Kneipen voll mit Einheimischen, die ein paar Bier und Drinks zusammen mit europäischem Fußball auf großen Leinwänden genießen. Und alle begrüßen Sie als Tourist. Ich ging bis 2 Uhr morgens mit den Einheimischen trinken, bevor ich alleine in mein Hotel zurückging.

Ich hatte das Glück, drei Tage lang Damaskus zu erkunden. Ich habe noch nie feindselige oder unfreundliche Menschen erlebt.
Alle waren so glücklich zu sehen, dass Touristen wieder in der Stadt sind. Jack Daniels oder Jagermeister ...  AlKohol shops gibt es überall in Syrien.

Als Tourist nach Damaskus im Jahr 2017 zu reisen, fühlt sich an, als wäre man in Norwegen zu Hause oder spaziere in Barcelona oder in einer anderen westlichen Stadt. Damaskus ist sehr sicher und bereit, Touristen wieder zu begrüßen.

++++++++

Ich würde mir sehr wünschen, dass dieser auf ein Zeitfenster von 10 Tagen beschränkte Reisebericht bald wieder Normalität wäre in diesem interessanten Land mit seinengastfreundlichen Menschen.
@Bruny hat mich an anderer Stelle, wo ich von meinen syrischen Leckereien , die ich in Berlin bestellt habe, wieder an diese wunderbare Stadt erinnert, als sie kurz ihren Besuch dort erwähnte. 

Ich selbst bin vor einigen Jahren als absoluter Eisenbahn-Fan noch mit der Bagdad-Bahn von Istanbul nach Aleppo gereist und von dort später weiter mit der Damas–Hama bis nach Damaskus. Demnächst schreibe ich dazu gerne etwas mehr und es wäre wunderbar, wenn Ihr Eure Erinnerungen an frühere Reisen in diese Region hier mit allen STlern teilen würdet.
 

WoSchi
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RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf WoSchi vom 25.11.2018, 11:35:17

Der Verfasser des Blogs hat noch ein Update erstellt vor wenigen Tagen und beschreibt dort die momentanen Bedingungen für eine Reise nach Damaskus bzw. Syrien. 
Da ich davon ausgehe, dass es eh nur Leute interessieren wird, die englisch sprchen, verlinke ich, ohne zu übersetzen

Reisen nach Syrien, alles was man wissen muss. Stand November 2018

mane
mane
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RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von mane
als Antwort auf WoSchi vom 25.11.2018, 11:35:17

Liebe WoSchi,

Christian Lindgren hat, wie du schreibst, neben Damaskus, weitere Reiseberichte  über Aleppo und Homs geschrieben – mit beeindruckenden Aufnahmen, die weit weniger Zerstörung zeigen, wie sie in den  westlichen Medien gezeigt werden. Der Blogger hat ein anderes Syrien gesehen, eines, welches auch das syrische Touristenministerium vermitteln will, um Touristen aus aller Welt ins Land zu holen.

„Ja, in Aleppo sieht man viel Zerstörung, vor allem die historische Altstadt…ist größtenteils zerstört, aber der Wiederaufbau hat bereits begonnen. Es gibt aber weitaus weniger Zerstörung in Aleppo als das, was die Medien ständig sagen, nur etwa 20% von Aleppo sind zerstört oder beschädigt“, schreibt Lindgren.  „Sobald man das Zentrum von Aleppo erreicht, ist die Stadt voller Leben, genau wie Damaskus. So sieht es auch in Geschäften aus. Restaurants, Supermärkten und Parks, alles ist mit Menschen gefüllt“, schreibt er und belegt seine Eindrücke mit zahlreichen Fotos, die ich vorher noch nie gesehen habe.

Er schreibt als Gastautor bei EpochTimes, wo deutsche Übersetzungen seiner Reisen zu finden sind.
Als Tourist in Aleppo

Gruß Mane

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WoSchi
WoSchi
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RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf mane vom 26.11.2018, 09:31:00

Hallo Mane,
vielen Dank für den Tipp, da werde ich später einmal schauen. Ich würde so gerne noch einmal nach Damaskus und plane das locker zusammen mit meinem Sohn und einem Enkel für den nächsten Frühling. Es gibt supergünstige Flüge ab Frankfurt. Weiter wollen wir dann nach Amman mit dem Sammeltaxi oder Bus, das sind nur 300km und dann Freunde in Amman und u.a. Petra besuchen und dann weiter von Amman mit dem Taxi nach Jerusalem und Tel Aviv, Da werde ich ja auch im Dezember ein paar Tage sein , aber nur "in Familie".

schorsch
schorsch
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RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von schorsch

Vor kurzem war Syrien für mich noch irgendein Land auf der Erde, wo ein Despot sein Land zugrunde richtet. Nun eben nicht mehr. Warum?:

Unsere (einzige) Enkelin, an der Grenze zu Deutschland wohnend, hat mit einem jungen Syrer über das Internet Kontakt aufgenommen. Da er in Deutschland - auch er nahe der Grenze zur Schweiz - Asyl gefunden hat (er wohnt bei seinem Bruder und dessen Familie, die schon vorher geflüchtet waren), trafen sie sich auf deutschem Raum - und verliebten sich. Das "Resultat" von dieser Liebe ist jetzt 8 Monate alt und beginnt - am Boden krabbelnd - die Wohnung umzugestalten.

Der junge Mann ist seither meistens in der Schweiz bei Freundin und Kind -, das er wie einen Schatz hütet. Er macht auch das meiste im Haushalt. Er muss sich aber jede Woche mal in Deutschland zeigen, da ihm ansonsten der Status aberkannt würde.

Weniger Erfreuliches: Der Bruder hat seine Frau so behandelt, dass sie mit den Kindern in ein Frauenhaus flüchtete.

Und nun fragen wir uns natürlich: Wird der junge Vater unseres Urenkels, wenn  mal ruhigere Zeiten einkehren ins Syrien, das Kind nehmen und heimkehren?

Edita
Edita
Mitglied

RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von Edita

@ Mane und WoSchi

Macht euch das nicht wenigstens ein wenig Kopfzerbrechen, warum dieser Bursche nur von RECHTEN Medien und Politikern "zitiert" wird?
Diese VERÖFFENTLICHUNGEN über das angeblich "sichere" Syrien wurden 2017 gestreut, als die AfD forderte, Flüchtlinge wieder nach Syrien zurückzuführen, der MDR veröffentlichte dann eine "Gegendarstellung", aber das findet keine Beachtung?

" Es gibt keine sicheren Gebiete in Syrien"

Edita

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sammy
sammy
Mitglied

RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von sammy
als Antwort auf Edita vom 26.11.2018, 11:22:54


Macht euch das nicht wenigstens ein wenig Kopfzerbrechen, warum dieser Bursche nur von RECHTEN Medien und Politikern "zitiert" wird?
Diese VERÖFFENTLICHUNGEN über das angeblich "sichere" Syrien wurden 2017 gestreut, als die AfD forderte,....
 
und weil "dieser Bursche"  es wagt eine etwas andere Dokumentation zu veröffentlichen und von "Rechten Medien und Politikern" zitiert wird,  darf es also nicht wahr sein.
Zudem muss es sich dann ja auch bei den Bildern  um "Fake News" handeln....?

sammy 
WoSchi
WoSchi
Mitglied

RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Edita vom 26.11.2018, 11:22:54

@ Mane und WoSchi

Macht euch das nicht wenigstens ein wenig Kopfzerbrechen, warum dieser Bursche nur von RECHTEN Medien und Politikern "zitiert" wird?
Diese VERÖFFENTLICHUNGEN über das angeblich "sichere" Syrien wurden 2017 gestreut, als die AfD forderte, Flüchtlinge wieder nach Syrien zurückzuführen, der MDR veröffentlichte dann eine "Gegendarstellung", aber das findet keine Beachtung?

" Es gibt keine sicheren Gebiete in Syrien"

Edita
Du solltest etwas gegen Deine Rechtspopulistische Phobie tun, Edita - und nicht überall AfD Propaganda vermuten, das ist ja schon manisch bei Dir!  Du versuchst hier wieder einmal, zwei völlig verschiedene Themen miteinander zu verwursten - abere ich habe geradezu drauf geartet, dass asich ein itglied des apokalyptischn Dreigestirns des ST mit genau so einer unqualifizierten Stimmungsmache hier meldet - 

Vielleicht überlegst Du Dir auch einmal, wer denn wohl Interesse daran haben könnte, Syrien als komplett unsicheres Land darzustellen und wer wohl davon profitiert? Der gedanke kommt dir wohl nicht oder ---  

Die Fotos sind echt und aktuell, der autor beschreibt sehr wohl, dass Krieg im Land ist - aber Du glaubst ja auch nicht, dass ganz Palästina in Trümmern ist und wenn ich hier Bilder gezeigt habe von ganz normalem Leben in Palästina, dann war das natürlich alles miese israelische Propaganda...  schäm dich!

Im Übrigen habe ich keine Zitate aus angeblich AFD Medien zitiert sondern den Blog des Autors direkt -  also was spinnst du Dir da zusammen????
mane
mane
Mitglied

RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von mane
als Antwort auf Edita vom 26.11.2018, 11:22:54

@ Mane und WoSchi

Macht euch das nicht wenigstens ein wenig Kopfzerbrechen, warum dieser Bursche nur von RECHTEN Medien und Politikern "zitiert" wird?

Edita
Natürlich habe ich mir darüber nicht nur "ein wenig Kopfzerbrechen" gemacht, Edita - darum habe ich ja die Quelle des Artikels, wo Christian Lindgren als Gastautor schreibt, genannt.
Mane

Im Übrigen stimme ich WoSchi zu, deren Antwort ich gerade erst gelesen habe, zu.
WoSchi
WoSchi
Mitglied

RE: Syrien in den Zeiten des Krieges - und in friedlichen Zeiten
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf mane vom 26.11.2018, 11:54:04

ich finde es sehr bedauerlich, dass der Blogger hier als Gastautor dieses deutschen Magazins bezeichnet wird, denn die werden den Bericht von ihm auch nur gekauft und übersetzt haben, ohne dass er wüsste, welche politische verwurstung daraus gemacht wird, ihm hier zu unterstellen, er sei quasi für die AfD tätig (schon die Bezeichnung "der Bursche" ist eine absolute Unverschämtheit ,,,)

Bevor die an rechter Phobie leidenden MitleserInnen in Schnappatmung geraten, empfehle ich dringenst mal in aktuelle Reiseforen zu schauen um zu sehen, was Reisende aus aller Welt dort zum Thema schreiben,   z B HIER


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